Lego mal anders

Sören Grochau (im gelben Shirt) entdeckte Lego im Spiel mit seinen Kindern.

Sören Grochau (im gelben Shirt) entdeckte Lego im Spiel mit seinen Kindern.

Eine Legofigur, die ausversehen in ein Käseloch bohrt. Ängstliche Legokinder, die vor einem Staubsauger fliehen. Kleine Plastikfiguren, die den Plastikverbrauch stoppen wollen. All diese Szenen haben die Macher der neuen Fotoausstellung „Legoneom“ festgehalten und auf 50 großformatige Bilder gebracht. Bis zum 16.September öffnet die Ausstellung jedes Wochenende von 10 bis 18 Uhr ihre Pforten. In der unteren Etage der Neustädter Markthalle können Besucher staunen, was die kleinen Plastikfiguren alles treiben. Die zwei Künstler Sören Grochau und Michael Feindura setzen die Legofiguren in humorvolle, schräge Szenen mit politischem Kontext.

"Rette den Teddy" heißt das Bild.

„Rette den Teddy“ heißt das Bild.

Vor zwei Jahren entdeckten die Künstler die Marke Lego wieder für sich – natürlich beim Spielen mit ihren Kindern. Seitdem „plündern“ sie hobbymäßig die Spielzeugkisten ihrer Kleinen, um Legofiguren auf die Reise mit Untertassen zu schicken. Der Erzieher Sören Grochau gesteht jedoch auch: „Manchmal sitze ich drei Stunden nachts am Computer, um die richtige Figur für das Setting zu finden.“

Ist die Szene für die Legofigur perfekt gesetzt, kommt sein Freund Michael Feindura ins Spiel, er fotografiert die Details. Anschließend konzipierten sie die Ausstellung mit Daniel Conrad und Sebastian Harmel. Beide gründeten die Firma Inkubator K52, mit welchemer sie den Preis „Deutschlands Kunst- und Kreativpiloten“ von der Bundesregierung erhielten. Bekannt sind sie unter anderem für das Kinderspieleparadies „Bunte Welt“.

Die Fotokunst präsentiert sich jetzt in der Neustädter Markthalle mit dem Namen Legoneom. Lego – das ist klar und „neom“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „neue Stadt“. Eine Stadt der Legofiguren. Offiziell gehört das Genre der Ausstellung zur Legografie – eine moderne Kunstform, die weltweit immer mehr Begeisterte findet.

Kleine Figuren - große Szenen in der Ausstellung "Legoneom"

Kleine Figuren – große Szenen in der Ausstellung „Legoneom“

„Es soll vor allem witzig sein“, sagt Sören Grochau und fährt fort: „Die Ausstellung richtet sich an alle – vor allem an Familien. Ich will das Kinder mit ihren Eltern ins Gespräch über gesellschaftspolitische Situationen kommen und dabei Spaß haben.“Zur Eröffnung am Kindertag wird er bei einer Führung auf jeden Fall von den Kindern Löcher in den Bauch gefragt. Ob es denn solche kleinen Karotten gebe, oder warum Untertassen plötzlich fliegen können.

„Ich schummel auch gern“, gesteht Sören Grachau augenzwinkernd. Für die fliegende Untertasse habe er Draht benutzt und später mit einem Bildbearbeitungsprogramm retuschiert.

Bei seinem Lieblingsbild – die Nachstellung der heiligen Madonna – mussten sie auch lange überlegen, wie sie die Wolken darstellen. Die Lösung ist gut, wird hier aber nicht verraten. Dazu kann man die Künstler bei der Ausstellung persönlich fragen.

Lego kann auch einen politischen Kontext haben.

Die Ausstellung präsentiert Lego-Figuren witzig und politisch.

Informationen zur Ausstellung:

  • Öffnungszeiten der Ausstellung: „Legoneom“: Freitag bis Sonntag, 10-18 Uhr (bis 16. September) in der Neustädter Markthalle, Metzer Straße 1
  • Eintrittspreise: 12 Euro pro Person (Frei für Kinder bis 7 Jahre, Ermäßigt: 8 Euro, Familie: 29 Euro)
  • Der ZDF drehte ein kleines Video über das Künstlerduo: www.zdf.de/lego
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1 Kommentar zu “Lego mal anders

  1. Julia
    28. Juni 2018 at 13:46

    „neom“ kommt nicht aus dem Arabischen und ist auch nicht mit „neue Stadt“ zu übersetzen. Der erste Wortbestandteil „neo“ kommt aus dem Griechischen, das „m“ steht für „mustaqbal“ (Arabisch) und bedeutet „Zukunft.“

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