Brandanschlag im Hecht-Viertel

Das Fahrzeug wurde vor der Brandstiftung noch beschmiert - mit Hakenkreuz und "SGD". Foto: Roland Halkasch

Das Fahrzeug wurde vor der Brandstiftung noch beschmiert – mit Hakenkreuz und „SGD“. Foto: Roland Halkasch

Heute am frühen Morgen, gegen 3.30 Uhr, hat in einer Tiefgarage an der Johann-Meyer-Straße im Hecht-Viertel ein Auto gebrannt. Als die Berufsfeuerwehr eintraf, stand der Ford Mondeo in Flammen und schwarzer Rauch drang aus der Tiefgarage.

Am frühen Freitagmorgen zündeten bislang Unbekannte ein Auto in einer Tiefgarage an der Johann-Mayer-Straße an. Foto: Roland Halkasch

Am frühen Freitagmorgen zündeten bislang Unbekannte ein Auto in einer Tiefgarage an der Johann-Mayer-Straße an. Foto: Roland Halkasch

Dank der ausgelösten Brandmeldeanlage war die Feuerwehr rechtzeitig alarmiert und konnte so eine Ausbreitung der Flammen auf andere Fahrzeuge verhindern. An dem Ford Mondeo entstand erheblicher Brandschaden. Zudem wurde ein daneben stehender Seat in Mitleidenschaft gezogen. Der Ford war seit mehreren Jahren nicht mehr zugelassen.

Personen wurden durch das Feuer nicht verletzt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da weiterer Kraftstoff aus dem Tank nachlief und so immer wieder den Brand anfachten. Die Tiefgarage wurde durch die Feuerwehr belüftet. Im Einsatz befanden sich die Löschzüge der Feuerwachen Altstadt und Albertstadt.

Erst mit Löschschaum konnte das Feuer endgültig erstickt werden. Die Wohnhäuser über der Garage blieben rauchfrei und mussten nicht evakuiert werden. Das Dezernat Staatsschutz und das Kommissariat für Brandermittlungen haben die weiteren Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung sowie Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Auf die Motorhaube des Ford hatten Unbekannte ein Hakenkreuz und die Buchstaben „SGD“ gesprüht.

Die Polizei sucht Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, die mit dem Brand in Verbindung stehen könnten. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer 0351 4832233 entgegen.

Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Eine Evakuierung der Häuser war nicht notwendig.

Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Eine Evakuierung der Häuser war nicht notwendig.

Zuletzt hatte es im Juni 2017 einen Brandanschlag auf ein Auto am Bischofsplatz gegeben (Neustadt-Geflüster vom 11. Juni 2017). Damals hatte dann das Operative Abwehrzentrum (OAZ) die Ermittlungen übernommen. Das wurde inzwischen mit der Abteilung 5 (Polizeilicher Staatssschutz) des Landeskriminalamtes (LKA) zusammengelegt. Vermutlich wird auch in diesem Fall das LKA die Ermittlungen übernehmen, da neben der Brandstiftung wohl ein Verstoß gegen den Paragraph 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) vorliegt.

Einen Anschlag mit Fußball-Bezug gab vor knapp vier Jahren schon einmal. Auch damals hatte der Hamburger Club FC St. Pauli gegen den Zweiliga-Verein Dynamo Dresden (SGD) gewonnen. Hooligans hatten daraufhin die Szenekneipe Pawlow auf der Görlitzer Straße attackiert (Neustadt-Geflüster vom 24. Februar 2014).

Artikel um 10.45 Uhr aktualisiert mit Infos von der Pressestelle der Polizei.

Artikel um 13.00 Uhr aktualisiert mit Infos von der Pressestelle der Feuerwehr.

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6 Kommentare zu “Brandanschlag im Hecht-Viertel

  1. Franzl Lang
    26. Januar 2018 at 13:58

    Da gibt’s jetzt zwei Möglichkeiten:

    a) jemand wollte den Eindruck eines tumben Nazis erwecken, in dem er das Hakenkreuz falsch gemalt hat.

    b) es war ein tumber Nazi. (In Boxdorf an der Mauer anno ’15 haben sie es jedoch richtig hingekriegt)

    Aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung von Hecht und Neustadt, und dem zusätzlichen SGD, was mir zu plakativ ist, tippe ich erstmal auf a). Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

  2. abrazzo
    26. Januar 2018 at 15:06

    Zur Aufklärung würde wohl der Name des Halters viel beitragen. Vielleicht war er ja gezielt gemeint.
    Alternativ könnte man annehmen, daß hier ein paar besoffene Dynamo-Anhänger einfach ein sowieso abgemeldetes Kfz angesteckt haben. Das würde dann eher auf direkte Anwohner hinweisen, weil man vermutlich nicht den eigenen Nachbarn schädigen wollte.

  3. Seldon
    26. Januar 2018 at 17:34

    und ich erinnere mich an die Diskussion anlässlich eines aufgesprengten Briefkastens. Was war das für ein Aufschrei, als man vermeintlich linksorientierte Gentrifizierungsgegner verdächtigen konnte…konnte sich das halbe Viertel (scnr) nicht mehr einkriegen….

  4. Erichsen F.
    26. Januar 2018 at 17:49

    Üble Sache. Allein schon das Anzünden von Autos. Noch dazu in einer Tiefgarage, wo Leute drüber wohnen. Weiß nicht, ob es überhaupt noch die Steigerungsform braucht, dass in diesem Block sehr viele Leute wohnen?

    Die von mir präferierte Erziehungsmaßnahme will ich hier nicht detailliert erläutern. Sie würde aber in jedem Falle dazu führen, dass dieser Held ab sofort selbst zum Anzünden einer Zigarette körperliche Hilfe braucht, was sich dann auch leicht mit der offensichtlich notwendigen geistigen Betreuung kombinieren ließe. Sichergestellt wäre damit ebenso, dass der erweiterte Kumpelkreis auf derartige Aktionen freiwillig verzichtet.

  5. Anwohner
    26. Januar 2018 at 23:29

    Zum Thema Dynamo-Anhänger oder Nazis, die Beschmierungen sind schon seit langem auf dem Auto, nicht erst seit dem Brand.

  6. Lucy
    28. Januar 2018 at 11:13

    Heute ist ein sehr schöner Tag und ich möchte auch aller Welt mitteilen warum das für mich so ist (dafür ist es ja da, dieses Internet)

    Ich bin sehr froh dass Komentarspalten wie diese dazu dienen, dass jede und jeder sich aktiv an der Auflösung des Kriminalfalles beteiligen kann.
    (inklusive fundierter Tatortanalyse, Täterprofil usw.)
    Ist nicht an jeder/jedem von uns ein Profiler verlohren gegangen?
    Ich bin sogar noch froher dass ich nicht in einer Region wohne in welcher die von Erichsen F. präferierte Form „des sozialen Miteinanders“ herrscht.

    In diesem Sinne wünsche ich allen einen herrlichen Sonntag ohne Barberei und mit viel Freude bei der Detektivarbeit.

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