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Bogenviertel soll schöner werden

Ges­tern Abend im Otto-Gro­te­wohl-Saal des Dre­wag-Ge­län­des an der Frie­dens­straße. Das Stadt­pla­nungs­amt hatte ein­ge­la­den und die An­woh­ner ström­ten zahl­reich. Der Saal war voll. Es ging bei der Ver­an­stal­tung um das Ge­biet west­lich des Bahn­bo­gens und öst­lich der Han­sa­straße. Ein Ge­biet für das es bis­lang noch kei­nen rich­ti­gen Na­men gibt. Es ge­hört zum Stadt­teil Leip­zi­ger Vor­stadt und deckt sich weit­ge­hend mit dem ehe­ma­li­gen Scheu­nen­hof­vier­tel. Wenn man sich das be­schrie­bene Ge­biet an­sieht, kann es ei­gent­lich nur ei­nen Na­men bekommen:

Bogenviertel

Zu­mal sich mit­ten­drin mit dem le­gen­dä­ren "Gol­de­nen Pfeil" ein urige Kneipe be­fin­det, die üb­ri­gens ge­rade re­no­viert wird.

Gaststätte Goldener Pfeil im Bogenviertel
Gast­stätte Gol­de­ner Pfeil im Bogenviertel
Das Büro für Ur­ba­nes Ma­nage­ment hat das Vier­tel mal un­ter die Lupe ge­nom­men und er­staun­li­ches fest­ge­stellt. Das Wohn­um­feld ist eine ein­zige Ka­ta­stro­phe. Es gibt keine Spiel­plätze, keine Ki­tas, keine Schule, nur we­nig frei nutz­ba­res Grün, mit dem Dre­wag-Ge­lände eine rie­sige, graue In­dus­trie­flä­che und et­li­che Bra­chen. Ein­ge­schnürt wird das Vier­tel durch die Ei­sen­bahn und die Ver­kehrs­ach­sen Fritz-Reu­ter- und Han­sa­straße. Und nicht zu­letzt ist das Vier­tel vom Hoch­was­ser be­droht. Die An­woh­ner wis­sen noch Schlim­me­res zu be­rich­ten. Nachts ra­sen an­geb­lich Au­tos durch das Vier­tel, Ban­den va­ga­bun­die­ren und sprü­hen Graf­fiti an die Wände und das Vier­tel dient als Schleich­weg für den Berufsverkehr.

Wer will denn hier wohnen?

Und den­noch hat sich die Ein­woh­ner­zahl seit 1999 fast ver­dop­pelt. Es ste­hen ge­rade mal fünf Häu­ser leer. Na­hezu alle Woh­nun­gen sind ver­mie­tet. Die Be­woh­ner sind über­wie­gend zwi­schen 18 und 45 Jah­ren alt. Die An­zahl der Kin­der nimmt zu. Nur die Lä­den kom­men noch nicht recht in Schwung. Ge­rade am nörd­li­chen Ende, der Gutschmid-Straße gibt es gro­ßen La­den-Leer­stand. Das Stadt­pla­nungs­amt will die Si­tua­tion im Vier­tel ver­bes­sern, ges­tern soll­ten dazu erst­mal die The­men ge­sam­melt wer­den. Dazu ge­hö­ren un­ter an­de­rem die Ver­kehrs­be­ru­hi­gung, die Ge­stal­tung des Bi­schofs­plat­zes und die Pro­blem mit dem ru­hen­den Ver­kehr. Auch die An­woh­ner äu­ßer­ten Wün­sche. So sol­len die Busse, die zum Neu­städ­ter Bahn­hof fah­ren, raus aus dem Vier­tel. Mehr Rad- und Fuß­wege wur­den ge­wünscht, vor al­lem eine bes­sere An­bin­dung Rich­tung Elbe. Mehr Bäume wä­ren schön, ein Treff für So­zio-Kul­tur und mehr Be­leuch­tung ge­gen die Vandalen.

Ge­plant sind wei­tere sol­cher Ver­an­stal­tun­gen. Au­ßer­dem gibt es ab heute im­mer diens­tags im Stadt­teil­büro auf der Hecht­straße 32 (HH) von 17 bis 20 Uhr eine Bür­ger­sprech­stunde. Auch per Mail kön­nen Wün­sche an die Pla­ner her­an­ge­tra­gen wer­den: wum-hecht@urbanes-management.de

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22 Ergänzungen

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  3. Bo­gen­vier­tel klingt schön, finde ich. Ich mag zwar auch "Scheu­nen­hof­vier­tel", aber da­bei ver­has­pelte ich mich gerne mal.

    Al­ler­dings klingt die Be­schrei­bung des Vier­tels doch mal arg ne­ga­tiv – im­mer diese Snobs aus der Äu­ße­ren Neu­stadt ;) Seit ich in Dres­den bin (1998), wollte ich im­mer in der Con­rad­straße woh­nen und seit letz­tem Jahr ha­ben wir da end­lich eine tolle Woh­nung mit Blick zum wun­der­schö­nen, grü­nen Inn­er­neu­städ­ti­schen Fried­hof. Und ja, v.a. die Con­rad­straße ist in ka­ta­stro­pha­lem Zu­stand, aber wenn sie im Som­mer eher nach ei­ner Ra­sen­flä­che aus­sieht, hat das auch was von ei­nem grü­nen Tunnel.

    Als es den schö­nen klei­nen Bio­la­den an der Ecke Con­rad-/Frie­dens­straße noch gab, fand ich auch die Ein­kaufs­si­tua­tion noch gut. Auch die Ver­kehrs­an­bin­dung mit den Li­nien 3 und 13 und dem kur­zen Weg zum Bahn­hof Neu­stadt ist gut. Ein­zig für Fahr­rad­fah­rer und Au­to­fah­rer, die ihr Auto nach 19 Uhr noch be­we­gen wol­len, ist es – zu­ge­ge­ben – eine Katastrophe.

  4. @ Clau­dia: Ich hab auch mal in der Con­rad­straße ge­wohnt (Mitte 90er). Da­mals gab es noch viel mehr kleine Lä­den, Flei­scher und klei­nen Le­bens­mit­tel-SB statt Fri­seur. War ne schöne Zeit. Die ne­ga­tive Be­schrei­bung gibt nur den Ein­druck des gest­ri­gen Abends wieder.

  5. Die Masse an va­ga­bun­die­ren­den Ban­den ist mir auch schon auf­ge­fal­len. Ein wah­res Ghetto! Und Graf­fiti sprü­hen sie auch noch. Unglaublich.

  6. Also wenn ich mir den Um­riss so an­sehe kommt mir aber so­fort ein an­de­rer Be­griff in den Sinn ;-)

  7. Mal ehr­lich, Bo­gen­vier­tel gut und schön, aber: Geht nur mir die schmut­zige Fan­ta­sie durch oder kom­men bei An­blick der Vier­tel­gren­zen in der Karte auch noch an­de­ren Men­schen As­so­zia­tio­nen au­ßer "Bo­gen" in den Sinn…?

  8. also ich wohne selbst auf der Reu­ter-Straße und muss ge­ste­hen, dass es mir vor al­lem ganz lieb wäre, wenn die Stra­ßen end­lich mal sa­niert würden(kann im Som­mer nur it Oro­pax schla­fen, weil zu laut). Zu­min­dest eine nächt­li­che Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung zur Lärm­min­de­rung wäre an­ge­bracht. ein paar Rad­wege wä­ren auch ganz schön…

    als stö­rend emp­finde ich auch die Fuss­wege, die eher ei­nem Mi­nen­feld glei­chen, was je­doch eher auf Hun­de­be­sit­zer zu­rück­zu­füh­ren ist, da diese sich meis­tens zu fein sind, den Dreck ih­rer "lieb­linge" weg­zu­räu­men (dann holt euch kei­nen Köter!)
    Von Ran­da­lie­rern hab ich bis jetzt noch nicht viel mit­be­kom­men, aus­ser, dass des öf­te­ren mal Böl­ler aus den Häu­sern ge­wor­fen werden(eigentlich mi­ni­mum ein­mal im Mo­nat) und die Container(Bischofsplatz und Con­rad­str.) mal ab­ge­brannt wa­ren. Die an­de­ren Chao­ten, wa­ren meis­tens Be­su­cher aus der Chemo auf dem Rück­weg in die Neustadt.

    ich frage mich , wo hier die gan­zen Brach­flä­chen sein sollen…ich kenn die an der Friedensstraße…das wars dann auch schon fast.(suuuuper viel Platz für ei­nen Spiel­platz :D)

    Was die Hunde an­be­trifft, wäre ich fast da­für, die Wiese am Bi­schofs­platz ein­fach zu ei­ner "Hun­de­wiese" zu er­klä­ren, wo sie in al­ler Ruhe ihr Ge­schäft ma­chen kön­nen und gut.

    und was ist das ei­gent­lich für eine sinn­lose "dis­kus­sion" über den Na­men des Vier­tels? nach mei­nen In­for­ma­tio­nen (und so steht es auch auf dem Bild des Ge­bie­tes) ge­hört das Ge­biet mit zum Hecht­vier­tel. Wie weit das jetzt stimmt ist frag­lich aber auch egal. ich be­komm lang­sam das Ge­fühl, dass je­der Block nörd­lich der Elbe ein ei­ge­nes Vier­tel wer­den soll.

    So viel von mei­nem Senf.

    MFG

  9. Ich konnte lei­der ges­tern abend nicht und bin des­halb sehr dank­bar für die­sen Be­richt! – Aber als gro­ßer Con­rad­stra­ßen­fan konnte ich mir meine Ver­tei­di­gungs­rede nicht verkneifen :)
    – Die klei­nen Lä­den wer­den si­cher vor al­lem von den ja nicht so weit ent­fern­ten bei­den Lidls und Net­tos beeinträchtigt/​verhindert.

  10. Wie An­ton schon rich­tig schrieb, ist die Reu­ter-Strasse zwi­schen Frie­dens­strasse und Bi­schofs­platz des Näch­tens schon Tempo 30. M.E. ist es da­durch aber eher lau­ter ge­wor­den, weil die Au­tos jetzt, statt mit 50–60 im 5. Gang, deut­lich hoch­tou­riger im 3. oder 4. Gang vorbeifahren.

  11. Ver­dammt. Naja, so rich­tig klappt das noch nicht mit dem Kom­men­tare be­ant­wor­ten vom Handy aus.
    Also noch­mal: @ Lise:
    Auf der Fritz-Reu­ther-Straße gilt nachts Tempo 30 und das Hecht­vier­tel reicht von der Jo­hann-Meyer-Straße bis zur Königsbrücker.

  12. Heute wur­den üb­ri­gens ent­lang der Reu­ter-Straße eine "Bür­ger­infor­ma­tion" aus­ge­hängt, in wel­cher dar­auf hin­ge­wie­sen wird, daß vom 21.06. bis 10.09. zwi­schen Jo­hann-Meyer-Str. und Han­sa­straße das Pflas­ter durch Asphalt er­setzt wird.
    Nicht nur, daß man es tat­säch­lich hin­be­kommt, für die Er­neue­rung von ca. 400m Straße 2,5 Mo­nate rum­zu­gam­meln, nein, man hat auch noch die an­woh­ner­feind­lichste Lö­sung ge­wählt, in­dem man wäh­rend des Zeit­rau­mes die Straba kom­plett sperrt, den KFZ_​Verkehr aber wei­ter­hin auf 2 Spu­ren zu­lässt. Ir­gend­wie ty­pisch Dresd­ner Verkehrsplanung.

  13. jaja…den Zet­tel hab ich schon ge­le­sen… bin nur mal ge­spannt in wel­chem Zeit­rah­men sich die Bau­ar­bei­ten bewegen…ob von früh um6 bis abends um 10?…auch am wochenende?…usw…
    (da der au­to­ver­kehr ja aber wei­ter­hin rollt, dürfte es sich in ei­nem ge­wis­sen rah­men halten)
    dass die so lang brau­chen, liegt daran, dass auch noch Lei­tun­gen ver­legt wer­den sol­len. das dau­ert. prak­ti­scher­weise hab ich in die­ser Zeit auch Prüfungen…da wird das ler­nen echt an­geneehm :P
    aber ich bin froh, wenn da end­lich asphalt liegt. ich fahr nich gernb mit dem rad über den fuß­weg. (ich hab ja nix ge­gen fußgänger…nix ef­fek­ti­ves^^ klei­ner scherz am rande)

  14. Also ich finde den Ar­ti­kel mal kom­plett da­ne­ben und dass das Vier­tel un­be­grün­det ins ne­ga­tive Licht ge­rückt wird.
    Da ist von van­da­lie­ren­den Ban­den und Va­ga­bun­den die Rede und man ge­winnt so­fort ei­nen ne­ga­ti­ven Ein­druck. Mit Graf­fiti be­sprühte oder Bil­dern und Pla­ka­ten be­klebte Wände brin­gen mei­ner Mei­nung nach erst das Vier­tel zum Le­ben und schaf­fen so­mit eine bunte, abs­trakte und kunst­volle Iden­ti­tät mit der sich auch ein Groß­teil der Be­woh­ner an­freun­det und wes­we­gen si­cher­lich auch viele junge Leute hier­her zie­hen, und folg­lich auch die An­zahl der Be­woh­ner steigt.

    Eine kom­plette Er­neue­rung hat eher zu­folge das ge­schaf­fene Iden­ti­tä­ten wie­der zer­stört wer­den und das Vier­tel von der Stadt nur ei­nen Hut auf­ge­setzt bekommt.
    Bes­tes Bei­spiel ist die "Gast­stätte zum gol­de­nen Pfeil", die mal gar kein Kon­zept hat und nur sinn­los da an der Straße liegt. Ich weis auch nicht, wel­che der im Vier­tel an­säs­si­gen Be­völ­ke­rungs- und Al­ters­grup­pen diese an­spre­chen soll… Zu­recht muss ich fast je­des­mal, wenn ich vor­bei­fahre fest­stel­len, dass der Wirt im­mer al­leine hin­term Tre­sen steht und ge­lang­weilt Rich­tung Ein­gang­tür schaut,

    Und die bis­her um­ge­setz­ten Bau­maß­nah­men sind na­tür­lich gut ge­dacht und be­son­ders ent­ge­gen­kom­mend für Rad­fah­rer. Je­doch scheint das Kon­zept, Ver­kehr um­zu­lei­ten und Ge­schwin­dig­kei­ten zu min­dern eher in die Hose zu­ge­hen. Denn ei­ner­seits lädt der Flüs­ter­asphalt ohne ge­schwind­keits­min­dernte Ele­mente, wie "Ber­li­ner Kis­sen" etc. noch mehr zum ra­sen ein (und ge­fähr­det die Rad­fah­rer), an­der­seits ver­läuft Be­rufs- und Bahn­hof­such­ver­kehr durch die di­rek­ten Aus­schil­de­run­gen von der Han­sa­straße aus so­wie der Bus­ver­kehr wei­ter­hin über das Bogenviertel…Eine Idee wäre auch noch ein ver­kehrs­be­ru­hig­ter Bereich/​30 Zone etc. gewesen …

  15. der ar­ti­kel ist zwar hun­de­alt, ich muss aber trotz­dem mal kurz an­mer­ken, dass der be­griff "bo­gen­vier­tel" ver­dammt un­pas­send ist. wozu? der name "scheu­nen­vier­tel" ist wohl nicht gut genug?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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