Herr Kästner, was kosten die Kondome?

Jürgen Czytrich und Undine Materni haben sich in eine dicke Recherche-Aufgabe gestürzt und sind dem Neustädter Kondom-Versandhandel „Kästner“ auf die Spur gekommen. Daraus haben sie ein Buch gemacht, aus diesem wird am Donnerstag um 18 Uhr im Stadtarchiv gelesen.

1899 eröffnete Hugo Kästner in der Görlitzer Straße 18 b in Dresden eine Drogerie, nach dem Krieg führte sein Sohn Hans das Geschäft auf der Louisenstraße 13 weiter. Dort gibt es heute übrigens immer noch ein erotisches Angebot (Neustadt-Original vom 30. Januar 2013).

Hugo Kästners besonderes Augenmerk galt kosmetischen Produkten. So weit so alltäglich. Doch besonders die Vermarktung des mechanischen Verhütungsmittels „Mondos“ erfolgte mit Witz und Fantasie und natürlich äußerst diskret im Versand. Mit kleinen Zeitungsanzeigen warb der Kästner-Versand regelmäßig. Von der Louisenstraße aus wurde nahezu die ganze DDR beliefert. „Mondos“ – das war das Synonym für Kondome – so wie „Spee“ für Waschmittel.

Die umfangreichen Unterlagen zum Geschäft von Hans Kästner und seinem diskreten Versandhandel sind im Stadtarchiv Dresden überliefert. Die Autoren sind bei ihren Recherchen im Stadtarchiv auf zahlreiche Dankesbriefe der Kundschaft, ungewöhnliche Anzeigen und eine unterhaltsame Geschichte einer Firma gestoßen, die die gesamte DDR-Zeit überdauert hat.

Herr Kästner, was kosten die Kondome?

  • Buchlesung im Stadtarchiv, Donnerstag, 16. November, 18 Uhr, Elisabeth-Boer-Straße 1, 01099 Dresden
  • Der Eintritt ist kostenfrei.
Buchvorstellung im Stadtarchiv

Buchvorstellung im Stadtarchiv

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