Drei Männer mit Ski

Drei Männer mit Ski. Die Moderatoren Torsten Püschel und René Kindermann hatten passende Langläufer für OB Hilbert dabei.

Drei Männer mit Ski. Die Moderatoren Torsten Püschel und René Kindermann hatten passende Langläufer für OB Hilbert dabei.

Heute haben die beiden Hauptorganisatoren des für den Januar am Elbufer geplanten „FIS Skiweltcup Dresden“ im Beisein des Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) erste Details vorgestellt. Die beiden MDR-Moderatoren Torsten Püschel und René Kindermann sind die Geschäftsführer der eigens für den Wettbewerb gegründeten CitySki GmbH. Sie erläuterten heute die Pläne für den internationalen Sprintwettbewerb.

Für den Foto-Termin hatten die beiden Ski-begeisterten Moderatoren passende Langläufer für den Oberbürgermeister dabei. Der witzelte, dass die Stabilität sicher nicht ausreiche. Ansonsten zeigte sich Dirk Hilbert aber als Sport-Anhänger und kündigte an, im nächsten Jahr nach Pyeongchang zur Winterolympiade fahren zu wollen. Immerhin sei sein Schwager früher Abfahrtsläufer im südkoreanischen Olympia-Team gewesen.

Vorverkauf startet im September

Am 13. September wird der offizielle Ticket-Verkauf für den Skiweltcup beginnen. Preis pro Erwachsenem 30,- Euro, Kinder bis 14 Jahre 20,- Euro. Insgesamt werden 3.000 Tickets für das Start-Ziel-Gelände verkauft. Das befindet sich auf dem Filmnächte-Gelände.

Die Skiläufer fahren dann über eine 1,4 Kilometer lange Strecke, hauptsächlich über den Elberadweg bis zum Glockenspiel-Pavillion, wenige Meter vom Japanischen Palais entfernt, dann wieder zurück. Eintritt zu zahlen ist nur für den Bereich zwischen Augustusbrücke und Start/Ziel. Allerdings gibt es dort auch den winzigen Anstieg und die kleine Abfahrt zu bestaunen.

OB Dirk Hilbert übergab den Vertrag mit der Stadt

OB Dirk Hilbert übergab den Vertrag mit der Stadt

Die übrige Strecke soll mit großen Video-Leinwänden bestückt werden, so dass man auch ohne Eintritt zu zahlen, das Rennen verfolgen kann. Für die multimediale Übertragung sollen insgesamt 19 Kameras eingesetzt werden. Eine begleitet die Läufer auf Schienen bis ins Ziel, auch eine Seilflugkamera ist geplant. René Kindermann: „Das werden außergewöhnliche Bilder vor einem tollen Panorama.“

50 Millionen Zuschauer weltweit

Diese zu erwartenden Bilder, die an ein Millionenpublikum weltweit ausgestrahlt werden, waren es wohl auch, die für die Zustimmung bei den Dresdner Stadträten gesorgt hat. Immerhin unterstützt die Dresden das Event mit 300.000 Euro. Oberbürgermeister Hilbert sagte heute: „Das ist gut angelegtes Geld, wenn man überlegt, wie viel man investieren müsste, um Dresden per Plakat- oder Fernsehwerbung so in Szene zu setzen.“ Er erwartet, dass das Konzept konkret die skisportverrückten Nationen begeistert, nach Dresden kommen. Mit Nachrichtensendungen und Liveübertragungen soll der Weltcup rund 50 Millionen Zuschauer weltweit erreichen.

Das gesamte Event soll rund 1,2 Millionen Euro kosten. Weitere 300.000 Euro kommen voraussichtlich vom Freistaat Sachsen, die restlichen 600.000 sollen durch Eintritt, Sponsoring und Marketing erwirtschaftet werden.

Püschel und Kindermann haben sich bewusst für den Termin Mitte Januar entschieden, weil das nach der zehnjährigen Statistik das kälteste Wochenende im Jahr ist. Kindermann erläutert: „Im Schnitt lagen die Temperaturen nur knapp über Null Grad“. Schnee für das Event wird im Bedarfsfall in Klotzsche auf dem Flughafen produziert.

Der Weltcup wird der Auftakt für ein zehntägiges Ski-Event am Königsufer sein. Nach den Weltmeistern und Olympiasiegern werden lokale und regionale Schulklassen eine Woche lang unter Anleitung von erfahrenen Trainern des Sächsischen Skiverbandes und ehemaligen deutschen Skilanglauf-Stars Schulsport auf Langlaufski betreiben. Am darauffolgenden Wochenende findet auf der Weltcupstrecke mit dem internationalen Sachsen-Cup die Meisterschaft des Ski-Nachwuchses statt.

Skiweltcup Dresden

Skiweltcup am 13. und 14. Januar am Elbufer

Skiweltcup am 13. und 14. Januar am Elbufer

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10 Kommentare für “Drei Männer mit Ski

  1. Andreas
    23. August 2017 um 21:36

    Zehn Tage lang wird damit der Elbradweg als Weg zur Arbeit und als Spazier- und Naherholungsgebiet für DresdnerInnen, gerade Senioren oder Eltern mit kleinen Kindern, gekappt – schade, dass dieser „Jubel“-Artikel nicht auch darauf hinweist. Der Normaslbürger leidet unter zunehmender Eventisierung. Falls künstlicher Schnee verwendet werden muss, wäre das auch ein ökologischer Skandal.

  2. Klahra
    24. August 2017 um 10:29

    Wenn ich den Artikel lese, könnte ich mich übergeben, das ist wirklich ein ökologischer Skandal

  3. HoffeaufVernunft
    24. August 2017 um 13:17

    Schön.für was die Stadt alles Geld hat. Am Klotzscher Gymnasium fehlen rund 70000 €, damit die Schüler ab Klasse 10 auch einen Platz zum Essen haben und nicht hungig wieder abgewiesen werden. Die Klassen 5-9 werden im 10 Minutentakt abgefüttert, obwohl der Anbieter sich große Mühe gibt und den Kindern auch erlauben würde, nachzuholen. Kein Platz! Kultur fängt im Kleinen an und umfasst auch Essenskultur, Ihr Verantwortlichen. Kulturhauptstadt wird man nur mit dem schönen Schein und repräsentativen Projekten hoffentlich nicht. Finanziert den Kindern lieber einen zusätzlichen Container und beendet den skandalösen Zustand in Klotzsche, dann könnte jedenfalls ich einen solchen Artikel entspannter lesen.

  4. Rico
    24. August 2017 um 19:06

    @Andreas
    Wirklich echt Mist, da kann ich mein Januar-Sonnen, oder mein friedliches auf der Wiese liegen wohl echt vergessen? Und das im Wonnemonat Januar wo auch schon mal mit ordentlichen Minusgrade zu rechnen ist, und laut meiner Oma soll da auch schon mal Schnee gelegen haben. Echt krass, was denen da einfällt. Zehntausenden Schneewanderern wird da echt der Arbeitsweg abgeschnitten.
    Im Januar ein Sportevent auf dem Elbradweg und dann noch mit Werbung für Dresden…ich weiß auch nicht, was den einfällt, da hätten so schöne Demonstrationen oder Massenschlagerein statt finden können, die werden dann ja sogar kostenlos im Fernsehen gewesen…für mich auch eine klare Geldverschwendung ;-)

  5. Alauner
    25. August 2017 um 18:46

    Andreas hat vollkommen Recht. Veranstaltungen jeglicher Art, welche die Allgemeinheit einschränken, sollten nicht auf öffentlichem Boden durchgeführt werden.

    Die Hoffnung auf Vernunft habe ich schon längst aufgegeben, vor allem in Dresden.

  6. sylvia
    25. August 2017 um 19:43

    Ja was nun … DER oder DAS Event … er/es wechselt im Text den Artikel wie die Skisportler ihre Unterwäsche :-D

  7. 25. August 2017 um 20:03

    Danke sylvia für den Hinweis. Ich hab mal versucht, es zu vereinheitlichen.

  8. Matthias
    26. August 2017 um 11:40

    Wenn ich das auf dem oberen Bild richtig sehe, steht OB Hilbert vor der Staffelei an der Stelle mit dem berühmten Canaletto-Blick.

    WIMRE ist das eine Installation der Volkshochschule und war im vorvorigen Jahr wegen Baufälligkeit gesperrt. Um diese Touristenattraktion (darf man in Dresden etwas, was keinen Eintritt kostet, niemanden nötigt etwas zu kaufen und allen frei zugängig ist, wirklich Attraktion nennen?) zu erhalten, war die VHS gezwungen Spenden zu sammeln. Die Stadt Dresden hat sich finanziell nicht beteiligt. (Ich hoffe ich erinnere mich richtig.)

    Und jetzt stellt sich der OB dafür und nutzt es für Eigen- bzw. kommerzielle Fremdwerbung.
    Man könnte so etwas Schmaro…rtum nennen.

  9. Ralf
    10. Januar 2018 um 13:04

    Bei so vielen unschönen Kommentaren will ich mich als freiwilliger Helfer outen. Ja ich werde alle Tage dort sein und mithelfen die Veranstaltung zu einem Höhepunkt werden zu lassen, und das umsonst. Euch hier schreibenden Misepeter möchte ich fragen: Wann habt ihr zuletzt was umsonst getan, euch mal ein paar Stunden am Wochenende gemeinnützig beschäftigt? Habt ihr jemals bei euren zahlreichen Ausflügen ans Königsufer einen Beutel eingesteckt und Müll aufgehoben? Es ist wie es immer ist, wer was zu meckern hat, der postet es hier und ist dabei unzufrieden und mault rum. Wer aber in die Hände spuckt um mit zu machen, der hat keinen Grund hier eine solide geplante Veranstaltung madig zu machen.

  10. SHARP
    10. Januar 2018 um 21:35

    Oh, endlich mal ein schöner Kommentar von Ralf.

    Da will ich auch noch einen beitragen: Ich bin seit längerer Zeit ehrenamtlich als Übungsleiter im Nachwuchssport tätig, Zeitaufwand (Training, Wettkampfbetreuung, Weiterbildung, Elternabende usw.) zwischen 10 und 25 Stunden monatlich – ohne die auch noch anfallenden Fahrtzeiten zum Training usw..
    Ja, es gibt eine gewisse Sportförderung von der Stadt, damit kriegen wir zumindest die materiellen Aufwendungen soweit gestemmt, die ÜL-Tätigkeit ist letztlich für lau. Dafür halten wir dann Dutzende Kids davon ab, in ihrer Freizeit Blödsinn zu machen sondern was für ihren Geist und Körper zu tun und außerdem ein respektvolles Verhältnis zur Natur zu entwickeln (Radsport findet draußen statt).
    Mit diesem Hintergrund finde ich die hier diskutierte Veranstaltung einfach nur rausgeworfenes Geld, vom Aspekt Umweltschutz mal ganz zu schweigen.
    In Altenberg gibt es eine exzellent ausgebaute Infrastruktur für Nordischen Skisport, dort wäre es nicht nur finanziell günstiger sondern auch im Sinne einer ausgewogenen Entwicklung zwischen Ballungsraum und Umgebung gewesen. Warum der Weltcup im Elbtal stattfinden soll, lässt sich dann nur noch mit einer Marketingaktion ohne Rücksicht auf Verluste erklären.
    Schön, dass Du Dich einbringst, aber ich bin der Überzeugung, dass die von Stadt und Freistaat jährlich aufgebrachten 600 T€ gesamtgesellschaftlich sinnvoller einzusetzen wären. Insofern habe ich meine handfesten Gründe, diese Veranstaltung (mit Deinen Worten) „madig zu machen“.

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