Ski-Weltcup am Elbufer

Am Königsufer auf dem Elberadweg soll die Strecke entlangführen. Foto: PR/webit
Am Königsufer auf dem Elberadweg soll die Strecke entlangführen. Foto: PR/webit!
Gestern hat sich der Internationale Ski-Weltverband FIS auf seiner Jahrestagung im slowenischen Portoroz für den Ski-Weltcup in Dresden entschieden. Am 13. und 14. Januar wird der Wettbewerb am Königsufer stattfinden. Start und Ziel befindet sich auf dem Filmnächte-Gelände. Von dort soll die 1,4 Kilometer lange Strecke bis zum Hotel Bellevue führen.

Im März hatte sich der Dresdner Stadtrat mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, den Langlauf-Skiweltcup mit 300.000 Euro zu unterstützen. Die beiden Sportmoderatoren René Kindermann und Torsten Püschel des Mitteldeutschen Rundfunks hatten die Idee. Der Weltcup soll dann für die nächsten vier Jahre, also bis 2021 am Elbufer ausgetragen werden.

Um das Projekt realisieren zu können, rechnen die Veranstalter mit Kosten von rund 1,2 Millionen Euro. Neben dem städtischen Zuschuss gibt es auch vom Freistaat Sachsen Unterstützung, ebenfalls in Höhe von 300.000 Euro. Die übrige Summe sollen über Eintrittsgelder, Sponsoring und Marketing erwirtschaften.

Es bleibt aber nicht nur bei den zwei Tagen Weltcup. Im Anschluss ist ein zehntägiges Ski-Event geplant. Zuerst sollen dort Schüler Ski-Laufen, danach die Sachsen-Meisterschaften stattfinden. Vor allem dieses Konzept habe überzeugt, erklärte der Vorsitzende des FIS Skilanglauf-Komitees, Vegard Ulvang.


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Ski-Weltcup in Dresden? Visualisierung: PR/webit
Ski-Weltcup in Dresden? Visualisierung: PR/webit!

21 Kommentare zu “Ski-Weltcup am Elbufer

  1. Das ist mit abstand der schneesicherste Austragungsort den man finden konnte! So direkt am Fluss, im Stadtzentrum einer von deutschlands wärmsten Großsstädten!

    Ich sehe nicht wie das jemals scheitern könnte. /s

  2. das nächste Ski-Großereignis nach dem Alaunpark- Skifliegen !
    Dresden macht sich;-))
    Und wann kommt die HellerGroßschanze?

  3. Einerseits freu ich mich, dass Dresden mal Austragungsort für was Anderes als die wöchentliche Großveranstaltung im Meckern ist. Andererseits würde ich mir wünschen, dass man ein bisschen größer denkt und sich für die WM’en im Segeln, Super-G und die Formel 1 bewirbt.

    Naja, jetzt hab ich auch gemeckert. Dresden rules eben ;)

  4. @Seldon: Für Deine Information.

    „Das große Streitthema Herstellung und Einsatz von Kunstschnee ist ein weiteres wichtiges Thema in den Gesprächen gewesen. Vorangestellt werden muß, dass mittlerweile bei jeder Wintersportveranstaltung, egal in welcher Region Kunstschnee bei der Präparierung der Wettkampfstrecken eingesetzt wird. Das hat vor allem mit der Gleichwertigkeit der verschiedenen Streckenabschnitte zu tun. Für die Wettkampfstrecke in Dresden wird mittlerweile auf den Einsatz von Schneekanonen komplett verzichtet. Damit verbunden ist der Wegfall von Salzeinsatz. Die in Südtirol entwickelte Snow-Factory- Technologie kommt komplett ohne den Einsatz von chemischen Zusätzen aus und erzeugt Schnee, welcher bis zu +15°C stabil bleibt. Nach Wettkampfende entstehen keine Folgekosten für Erhalt oder Pflege der Strecke, da diese nach dem Schmelzen weg ist.
    Eines der größten Probleme bei Großveranstaltungen, vor allem im Hinblick auf den Klimaschutz, stellt die An- und Abreise der Zuschauer dar, sowie die Fahrten zum Wettkampfort. Laut Konzept erfolgt die Unterbringung der Athletinnen und Athleten, des Wettkampf- und Schiedsrichterteams sowie der Medienvertreter direkt an der Wettkampfstrecke im Westin Bellevue Hotel. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit mit der Bahn anzureisen und das Angebot der DVB innerhalb der Stadt mit einem Kombi-Ticket zu nutzen.“

    Quelle: http://www.gruene-fraktion-dresden.de/ein-ski-weltcup-an-der-elbe-schnapsidee-oder-chance/

  5. Ok. Dankw für den Hinweis. So ganz ohne Energie und Wasser kommt die neue Technologie aber wohl auch nicht aus und es ust ja wohl ein nicht unwesentliches Ziel, Publikum anzuziehen….also nachhaltig scheints trotzdem nicht zu werden…nur für die Brieftaschen einiger weniger ….

  6. Manchmal ist die Realität so sonderbar, dass die Satire nicht mehr mithalten kann…. Irgendwie bin ich hier im falschen Film.

  7. @ Anton,
    ich würde das jetzt schon fast schlechten Journalismus nennen, tut mir leid.
    Du zitierst hier nur die Begründung der Grünen Fraktion für Ihre Zustimmung zu diesem albernen und den Gründungsansprüchen der grünen und bürgerbewegten zuwiderlaufenden Projekt. Diese stellt naturgemäß nur die Pro-Argumente dar…
    Wenn man schon eine Schneegrundlage hat, beschneien die andere Austragungsorte nur wenige Zentimeter obendrauf, um die erwähnte Gleichwertigkeit der Strecken zu erreichen. In Dresden wird alles künstlich erzeugt werden müssen, unter 15 bis 20 cm Schneehöhe geht da nix.
    Und über den notwendigen Resourceneinsatz bei der „Snow-Factory-Technologie“ schweigt das Papierchen auch. Und Schnee, der ohne chemische Zusätze bis + 15 °C stabil bleibt, klingt nach einem Versprechen wie Bio-Schinken mit 0% Fett :-)

    Unterm Strich ein Trauerspiel und ich weiß wieder einmal, warum ich die Grünen selbst auf kommunaler Ebene in Sachsen inzwischen für unwählbar halte…

  8. Wird denn auch nur Veggie-Wurst am Pistenrand verkauft, natürlich nur Bio, damit das Ganze einen weiteren grünen Anstrich erhält?

  9. Leider gibt’s bei den Grünen keine Kommentarmöglichkeit zu Herrn Schulzes Einschätzung. Er schreibt u.a.
    „Das große Streitthema Herstellung und Einsatz von Kunstschnee ist ein weiteres wichtiges Thema in den Gesprächen gewesen. Vorangestellt werden muß, dass mittlerweile bei jeder Wintersportveranstaltung, egal in welcher Region Kunstschnee bei der Präparierung der Wettkampfstrecken eingesetzt wird.“

    – Das macht’s jetzt erstmal nicht besser.

    „Das hat vor allem mit der Gleichwertigkeit der verschiedenen Streckenabschnitte zu tun. Für die Wettkampfstrecke in Dresden wird mittlerweile auf den Einsatz von Schneekanonen komplett verzichtet. Damit verbunden ist der Wegfall von Salzeinsatz. Die in Südtirol entwickelte Snow-Factory- Technologie kommt komplett ohne den Einsatz von chemischen Zusätzen aus und erzeugt Schnee, welcher bis zu +15°C stabil bleibt.“

    – Bleibt die Frage nach Energie- und Wasserverbrauch der genannten Technologie. Pistenwalzen fahren mit Solarstrom? Außerdem heißt es zwar:
    „Die Scherbeneisanlage arbeitet unabhängig von der Außentemperatur. Dennoch ist ihr Einsatzbereich begrenzt. Bei Temperaturen ab minus zwei Grad ist der Einsatz von konventionellen Beschneiungsanlagen ökonomisch günstiger. Bei höheren Plustemperaturen und feuchtem, nicht gefrorenem Untergrund macht der Einsatz ebenfalls wenig Sinn, da der Schnee zu schnell wegtauen würde.“
    (http://www.newsroom-wintersportarena.de/2014/11/14/snowfactory-laeuft-erfolgreich-schneequalitaet-gut-alles-bestens/)

    „Nach Wettkampfende entstehen keine Folgekosten für Erhalt oder Pflege der Strecke, da diese nach dem Schmelzen weg ist.“

    – Na, zumindest der Schneematsch wird doch hoffentlich beiseite geschoben?

    „Eines der größten Probleme bei Großveranstaltungen, vor allem im Hinblick auf den Klimaschutz, stellt die An- und Abreise der Zuschauer dar, sowie die Fahrten zum Wettkampfort. Laut Konzept erfolgt die Unterbringung der Athletinnen und Athleten, des Wettkampf- und Schiedsrichterteams sowie der Medienvertreter direkt an der Wettkampfstrecke im Westin Bellevue Hotel.“

    – Na freut sich zumindest der Hotelbetreiber

    „Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit mit der Bahn anzureisen und das Angebot der DVB innerhalb der Stadt mit einem Kombi-Ticket zu nutzen.“

    – Jupp

    „Der Klimawandel verändert aber nicht nur das Landschaftbild in den Bergen sondern auch dessen Wasserhaushalt und Ökologie. Dabei geraten insbesondere Pflanzen und Tiere unter Druck und die Wintersaison verschiebt sich oder entfällt im wesentlichen. Der Berg- und Wintersport steht in einer ganz speziellen Beziehung zum Klimawandel: Einerseits wirken sich die Veränderungen massiv auf die verschiedenen Disziplinen aus, andererseits treiben die meisten Bergsportlerinnen und Bergsportler mit ihrem Mobilitätsverhalten den Klimawandel voran. Leider fahren immer noch über 70 Prozent der Bergsportlerinnen und Bergsportler bevorzugt mit dem eigenen Auto in die Berge.

    Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob verschiedene Nutzungen in den Bergregionen reduziert oder an andere Orte verschoben werden können bei deutlich besserer CO²-Bilanz?“

    – Es stellt sich doch die Frage, ob man, nachdem man nun die Berglandschaft schon zur Sau gemacht hat, jetzt das Tiefland dran ist. Vielleicht könnte man auch einfach akzeptieren, das man Wintersport ohne Schnee halt stecken lassen muß!

    „Hinzu kommt, dass Regionen welche in der Vergangenheit als schneesicher galten bereits heute mit Kunstschnee Wintersportnutzungen absichern. Sportgroßveranstaltungen zu verlagern, die mit hohem Aufwand organisiert und durchgeführt werden und deren Besucherinnen und Besucher sowie das gesamten Wettkampfteam einschließlich Schiedrichtern und Medienvertreter_innen mit dem Auto anreisen, ist eine Möglichkeit der Entlastung in den Bergen.“

    – Ich bin gern bereit, das meinige dazu beizutragen, die Belastung des Regenwaldes, der Alpen oder der Mecklenburger Seenplatte beizutragen. Inwieweit es Sinn ergibt, eine Belastung in Region A herunterzufahren, um sie in Region B zu erhöhen, erschließt sich mir nicht.

  10. Wie man als Stadt so viel Geld für so einen Unsinn ausgeben kann, ist mir schleierhaft. Laßt die Ski im Gebirge! Mit dem Geld hätte man bestimmt besseres für den Sport tun können: Bolzplätze bauen, Sportvereine ausstatten, Trimm-Dich-Pfade bauen….

  11. Nun lasst doch mal die Kirche im Dorf oder den Ski in der Piste und die Nörgler auf der anderen Elbseite.
    Es ist ein Ski Weltcup vor der Altstadtkulisse und keine Autorallye am Elbufer. Außerdem werden wir den Superschnee ordentlich nachnutzen mit Schneeballschlacht, Iglubau und Rodeln.

  12. Das ist oft so. Ich glaube, deswegen ist die Satire heute so überdreht und driftet gerne unter die Gürtellinie ab.

  13. @Rico: Stimmt, dieses Jahr war der Winter in Dresden ausdauernd. Insofern hatte ich mit dem Kommentar in NeustadtGeflüster vom 11. Dezember nicht ganz recht.

    Aber im Sinne Seldons (siehe unten): Wintersport bei Schneearmut ist nicht sinnvoll. Es sind ja nicht nur die Spitzensportler aktiv, sondern der Sport braucht Nachwuchskräfte, die in einem natürlichen Umfeld am Besten zu finden sind und die implizit die Brücke zwischen ihrer Ursprungsregion und dem Wintersport bilden. -> Wenn hier sporadisch im Januar Schnee liegt, dann ist es schon realistisch, dass man hier eine Wintersportveranstaltung als „abgehoben“ oder „fremd“ betrachtet, da vmtl. wenige Leute einen lebendigen Bezug zum Wintersport haben.

  14. Echt?
    Das glaube ich erst, wenn ich am 13. und/oder 14. Januar 2018 dort wirklich den Ole Einar Bjørndalen oder einen anderen aus diesem Sport sehe … zumindest im ARD/ZDF …

  15. Mit dem Rest-Schnee könnte dann eine größere Schanze an der Elbe gebaut werden. Um die Weltklasse-Atleten anzulocken mal über 15 m zu springen werden.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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