Wenn Männer Schutz brauchen…

Torsten Siegemund (links) und Mitstreiter im Männernetzwerk auf der Schwepnitzer Straße

Torsten Siegemund (links) und Mitstreiter im Männernetzwerk auf der Schwepnitzer Straße

Irgendwo in Dresden gibt es eine Wohnung, in der Männer Zuflucht finden. Die Adresse dieser Wohnung ist geheim. Der Verein „Männernetzwerk Dresden“ organisiert diesen geschützten Ort. Seinen Sitz hat der Verein auf der Schwepnitzer Straße.

Projektleiter Torsten Siegemund erläutert: „Das sind Männer, die vor psychischer und auch physischer Gewalt fliehen, vor allem vor ihren Frauen.“ Denen hilft der Verein. Inzwischen gibt es die Wohnung schon seit einem Jahr. Der Verein hat nun Zwischenbilanz gezogen.

„Die Geschichten der Betroffenen sagen uns, dass auch Männer Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum werden und dass die dafür existierenden Hilfeangebote notwendig sind“, erläutert Sascha Möckel, Mitarbeiter der Männerschutzwohnung. „Das muss als Botschaft verbreitet werden und hilft Männern konkret, unser Angebot zu finden und sich überhaupt erstmal auf den Weg zu machen.“

Die Sächsische Gleichstellungsministerin, Petra Köpping, begrüßt das Projekt: „Das sächsische Modellprojekt der Männerschutzwohnung läuft sehr erfolgreich.“ Sie freue sich sehr, dass für dieses Angebot eine so hohe Akzeptanz bei den von häuslicher Gewalt betroffenen Männern erreicht werden konnte. „Moderne Gleichstellungspolitik bedeutet für mich, Politik für Frauen und Männer zu machen“, so die Ministerin.

Das Männernetzwerk wurde vor 15 Jahren gegründet und ist hauptsächlich eine psycho-soziale Beratungsstelle. „Männer beraten Männer, das funktioniert gut“, erklärt Torsten Siegemund. Über den Erfolg der Männerschutzwohnung freut sich der Verein. Das Dresdner Projekt und der Leipziger Partner „Lemann e.V.“ sind deutschlandweit ersten mit institutioneller Förderung. Die kommt vom Sächsischen Staatsministerium für Gleichstellung und Integration und dem Kommunalen Sozialverband. Die Förderung des Modellprojektes ist vorerst bis Ende diesen Jahres gesichert.

Männerschutzwohnung in Zahlen

  • Auslastung 62 Prozent
  • zwölf Männer zum Teil mit Kindern waren zu Gast
  • 93 Einzelkontakte
  • an 173 Tagen seit April 2016 war die Wohnung mit mindestens zwei Männern belegt
  • elf der zwölf Bewohner kamen aus Sachsen, alle sind von Gewalt zuhause betroffen

Männernetzwerk Dresden

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