Eröffnung einer Kamera-Manufaktur

Der Dresdner Analog-Fotograf Georg Knobloch eröffnet am Freitag die wahrscheinlich kleinste Kamera-Manufaktur der Welt. In der Galerie „Kunst und Eros“ auf der Hauptstraße soll hier eine zweiäugige Spiegelreflexkamera der Marke Recesky entstehen. Bei Recesky handelt es sich um einen Selbstbau-Set aus China, mit dem man in kurzer Zeit eine funktionierende Kamera zusammenbasteln kann. Über das Material der künftigen Kamera kann der Künstler noch nichts sagen. „Die Lieferung ist zwar schon eingetroffen, aber noch ungeöffnet“, berichtet Knobloch. Die mobile Manufaktur in der Ausstellung wird nur 0,4 Quadratmeter Raum einnehmen und kann so mit großer Wahrscheinlichkeit als die kleinste Kamera-Manufaktur der Welt bezeichnet werden.

Es wird die Gelegenheit geben, dem Foto-Bau-Amateur über die Schulter zu schauen. „Wenn noch genügend Zeit bleibt“, so Knobloch, „werden wir auch Probeaufnahmen anfertigen“. Die Manufaktur-Performance ist gleichzeitig Höhepunkt der Finissage der Ausstellung „Erotischer Advent“, die noch bis zum Freitag in der Galerie gezeigt wird.

  • Finissage und Manufaktur-Performance, Galerie „Kunst und Eros„, Hauptstraße 15, Freitag, 24. Januar, 16 Uhr

P.S. Ob der Kamerazusammenbau tatsächlich in drei Stunden bewerkstelltigt werden kann, muss bezweifelt werden, wenn man diesen Erfahrungsbericht liest.

2 Kommentare zu “Eröffnung einer Kamera-Manufaktur

  1. Geschafft! in Dresden gibt es wieder eine funktionierende Kameraproduktion! Nach 2 Stunden Bauzeit verließ die Recesky die kleinste Manufaktur der Welt mit einer Kubatur von 615l bei einer Stellfläche von 53x76cm! Jetzt erfolgen die Probeshootings. Wenn diese erfolgreich verlaufen… steht dem Serienstart nichts im Weg.

  2. Schöne Sache!

    Nur mal so am Rande: Eine Manufaktur ist mitnichten eine Produktionsstätte, wo etwas mit Hilfe der Hände zusammengestzt wird. Eine Manufaktur ist eine Produktionsweise, die zwischen Handwerksbetrieb und Industrie angesiedelt ist.
    Der Schuster z.B. macht alles von der Sohle bis zum Schnürsenkeleinfädeln selbst und schafft maximal Kleinserien seiner Schuhe. In einer Schuhmanufaktur herscht Arbeitsteilung. Einer schneidet nur Sohlen aus, ein anderer näht nur die Kappnähte und wieder ein anderer fädelt nur die Schnürsenkel ein. Durch diese Arbeitsteiliung ist effektiveres Arbeiten möglich. Industrielle Schuhfertigung setzt dann auf Maschinen, Normung und Großserien.
    Also kann eine Werkstatt, in der nur fremdhergestellte Baukästen zusammengesetzt werden, niemals eine Manufaktur sein.

    Dieses Manufaktur-Fieber heutzutage ist reiner Marketingquatsch. Zu viele xy-Handwerksbetriebe versuchen sich abzuheben, indem sie sich xy-Manufaktur nennen. Ich kauf meine Pralinen lieber bei der Handswerksmeisterin als in der Pralinen-Manufaktur usw.

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