Imbiss-Abenteuer „B66“

Gulasch mit Knödeln, frische Tomaten, Tiefkühl-Gemüse
Gulasch mit Knödeln, frische Tomaten, Tiefkühl-Gemüse
Der Middagstisch hat mich verleitet. Ganz oben steht bei ihm das Bistro B66 und mir wurde Gulasch für 3,90 Euro signalisiert. Also schnappe ich mir einen robusten Begleiter und ziehe auf die Bautzner Straße. Wir sind früh dran, es ist noch nicht mal 12 Uhr, doch das Bistro hat schon geöffnet. Ein Kerl von einem Mann begrüßt uns, es riecht lecker.

Der Laden erinnert stark an die typischen Straßenbahnhaltestellen-Imbisse: Eine Seite Bäcker, andere Seite Fleischer mit Imbiss. Nun, der Bäcker hier war ein böhmischer Hörnchenladen und ist schon vor einer Weile ausgezogen und der Fleischer ist eben nur ein Imbiss. Wir nehmen an den typischen Bistro-Tischen Platz ordern zweimal Gulasch. Das bekommen wir und noch jede Menge zu hören. Der Laden laufe nicht mehr, weil die Haltestelle ja nun auf der anderen Seite der Kreuzung liege und die sei ja sowieso nur dorthin gebaut worden, damit der Rewe ordentlich Besucher bekomme. Nun ja. Ich vergesse einzuwenden, dass die Haltestelle vorm Rewe schon immer an dieser Stelle war, nur die Haltestelle in Gegenrichtung umgezogen ist, aber was solls. Bevor ich meine Gabel in der herrlich duftende Gulasch stecken kann, muss ich noch ein paar Essensreste von selbiger entfernen. Kleine Bistro-Abentuer bereichern die Mittagspause. Das Fleisch ist gut durch und ebenso wie die Knödel lecker, das zugereichte Gemüse Tiefkühlkost – die Soße schmeckt stark nach Fertigprodukt.

die wohl romantischste Toilette der Neustadt
die wohl romantischste Toilette der Neustadt
Aber der Bistro-Chef erklärt, bei ihm sei alles frisch, im Gegensatz zu gewissen Fleischern in der Nachbarschaft. Die Konkurrenz madig machen, ist aber auch nicht so die feine Art. Immerhin verrät er noch, dass er bald umziehen will, auf die „Rothenburger“ dort soll das Geschäftchen dann besser laufen. Ein Geschäftchen hätte ich dann auch noch zu erledigen. Er reicht mir zwei Schlüssel, ich muss raus aus dem Bistro und rein in den Hauseingang, die Toilette ist im Treppenhaus und wundervoll begrünt. Diese Eindrücke allein waren den Besuch auf jeden Fall schon wert.


Nachtrag

Zwei Tage nach dem Erscheinen des Imbiss-Tests hatte der Imbiss geschlossen und seitdem nicht wieder eröffnet.


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12 Kommentare zu “Imbiss-Abenteuer „B66“

  1. …….“muss ich noch ein paar Essensreste von selbiger entfernen“…….ääääääähhhhh !!!

    —>wirklich ??!!—-> :mad:

    hoffentlich liest der Betreiber hier nicht mit :???:

    grussi…… :oops:

  2. Nun ja, Gastronomie is ein hartes Geschäft… Wer denkt, dass beim Gulasch für 3,90 alles selbst gekocht ist, soll sich bitte nicht beschweren, wenn er eines Besseren belehrt wird. Bei kleinem Budget würde ich diesen Makel allerdings gern in Kauf nehmen ;)

  3. Der böhmische Bäcker hat endgültig geschlossen seit längerem.

    Am „Imbiss“ laufe ich jeden Tag zweimal vorbei, schon vom reinen Aussehen würde ich da nichts essen wollen.
    Wenn ich dann auch noch den Betreiber vorm Laden mit Lebensmittelschutzhandschuhen rauchen sehe vergeht es mir wirklich.
    Von Speiseresten am Besteck zu lesen sagt auch so einiges.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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