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Stricken, Schach und Schabernack auf der Alaunstraße

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

Rund 100 Menschen versammelten sich am Sonntagnachmittag auf der Alaunstraße. Anlass war der Auftakt der Versammlungsreihe „Spiel, Spaß & gute aLaune“ der Initiative Verkehrswende Dresden. Unter dem Motto „Stricken, Schach & Schabernack“ wurde die Kreuzung zeitweise zum Treffpunkt: Auf ehemaligen Parkplätzen standen Schachbretter, Menschen saßen auf der Fahrbahn, strickten, spielten Karten oder kamen ins Gespräch.

An die 100 Personen nahmen die Straße in Beschlag.
An die 100 Personen nahmen die Straße in Beschlag.

Die Initiative wirbt im Juni für eine autofreie Alaunstraße. Sie fordert die dauerhafte Umwandlung der Straße in eine Fahrradstraße über ihre gesamte Länge. Der allgemeine Durchgangsverkehr soll entfallen, Lieferverkehr und Fahrten von Menschen mit Behinderungen sollen weiterhin möglich bleiben. Noah Wolu, Pressesprecher der Verkehrswende Dresden, erklärte: „Wir wollten nicht nur über eine andere Alaunstraße reden, sondern sie erlebbar machen.“

Die Alaunstraße war um die Jahrtausendwende schon einmal als Fahrradstraße ausgewiesen, allerdings war damals auch normaler PKW-Verkehr zugelassen. 2004 wurde in der Alaunstraße Tempo 20 eingerichtet. 2020 hatte die Linke vergeblich versucht, die Neustadt als Fahrradzone auszuweisen (Neustadt-Geflüster vom 13. März 2020). Der Antrag wurde seinerzeit im Stadtrat mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Verkehrswende Dresden demonstrierte auf der Alaunstraße
Verkehrswende Dresden demonstrierte auf der Alaunstraße

Den im Stadtbezirksbeirat diskutierten CDU-Vorschlag (Neustadt-Geflüster vom 20. Januar 2026), die Durchfahrt per Poller zeitweise zu beschränken, bewertet die Initiative kritisch. Ein Fahrradstraßen-Schild sei schneller einzurichten und günstiger als ein Pollersystem, so Wolu. Es verursache kaum Folgekosten und stelle kein Hindernis für Einsatzfahrzeuge dar.

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Die Versammlungsreihe soll an den kommenden beiden Sonntagen fortgesetzt werden. Am 21. Juni steht unter dem Motto „Ballsport, Bewegung & Bouncy Beats“ Volleyball, Tischtennis, Yoga und Tanzen auf dem Programm. Den Abschluss bildet am 28. Juni „Buntstifte, Bobbycar & Bällebad“ mit Angeboten für Kinder.

Verkehrswende Dresden ist eine politische Aktionsgruppe, die sich seit 2018 für die Verkehrswende in Dresden einsetzt. Die Gruppe organisierte bereits größere Demos, aber auch Installationen. Ihr aktueller Schwerpunkt liegt auf einer autobefreiten Neustadt. Aktuell engagiert sich die Gruppe auch bei der temporären Umgestaltung der Louisenstraße (Neustadt-Geflüster vom 5. Juni 2026).

Verkehrswende Dresden

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19 Kommentare

  1. Ein entscheidender Vorteil parkender Autos auf der Straße ist, die trinken, krakeelen und diskutieren nicht zu später Stunde. Die parken nur ruhig vor sich hin und gehen keinem auf die Eier. Das ist doch sehr angenehm.

  2. Dafür sind sie den Rest der Zeit laut,stinkig und platzverschwenderisch. Gleicht sich also irgendwie aus. xD

  3. @ Laut und stinkig wird sich bei den steigenden E-Autozulassungen auch irgendwann erledigen…. Und Platz: deine Wohnung hat ja sicher auch ein Badezimmer, welches du täglich nur für einige Minuten nutzt, warum deshalb nicht wieder zu gemeinschaftlich genutzten Etagenklos zurückkehren?

  4. @Ticketkolmrbrierebde Person:
    Dein Vergleich ist eher ein Argument für eine Garage in deinem persönlichen Garten, wo du dich dafür entscheidest, 10qm für ein stehendes Auto zu nutzen.
    Der Unterschied ist ja genau der, dass es sich bei der Straße um öffentlichen Raum geht. Dort darf ich noch nicht mal einen Pflanzkübel hinstellen, der zur Verschönerung beiträgt. Das Auto ist aber jederzeit selbstverständlich akzeptiert.

  5. @Fachmann – wir sind jetzt also schon an dem Punkt, an dem wir Autos lieber haben als Menschen. na herzlichen Glückwunsch. Die Partei Frankfurt hatte mal eine Innenfreie Autostadt vorgeschlagen, wäre bestimmt ein gutes Konzept für dich. Ohne nervige Menschen in der Stadt stört es auch niemanden mehr, wenn Fußwege zugeparkt sind, was auf der Alaunstraße gerade am Wochenende ja Dauerzustand ist. Win-Win für Brumm-Brumm.

  6. Ich finde mit dem Stück Alaunstraße könnte man das durchaus mal probieren. Vielleicht sollte man auch ein links Abbiegen in die Rotenburger ermöglichen, dann wäre Rumeiern durch die kleine Bautzner um in die Alaunstraße zu kommen und der Durchgangsverkehr durch die Alaunstraße quasi Null.

    Ansonsten sind die Argumente von @studi oder @Wilder Mann einseitig wie immer bei diesen Diskussionen. Autos stehen ja nicht um ihrer selbst Willen da, sondern sie transportieren Menschen. Und wer Student ist und nur für sich selber verantwortlich, kann sich eben nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die auch Verantwortung haben oder übernehmen, z.B. für Kinder, zu pflegende Eltern, Jobs irgendwo, wo man nicht mit den öffentlichen hinkommt, oder bei Regen nicht mit dem Fahrrad hinfahren möchte. Es gibt gute Gründe, ein Auto zu nutzen, und die kann man auch nicht mit noch so vielen Anfeindungen und dummen Gelaber beiseite wischen.

    Was das Falschparken (am Wochenende) angeht, gebe ich @studi recht. Das sind gern Shisha Lounge Besucher und Besitzer und andere Besucher mit Sonderrechten. Hier wünsche ich mir deutlich mehr Durchsetzungskraft vom Ordnungsamt oder auch der Polizei, wenn nötig.

  7. @Jonk: „Autos stehen ja nicht um ihrer selbst Willen da, sondern sie transportieren Menschen.“

    Das ist ein Riesenirrtum, denke ich. Es lässt sich mittlerweile sehr häufig beobachten, dass viele Leute ihr Auto 24/7 stehen lassen, weil sie Angst oder Stress haben, danach keinen Parkplatz mehr zu finden. Und stattdessen Bahn und Rad fahren. Sie zahlen im Prinzip nur noch, wie so ’ne Patenschaft für ’ne Parkbank oder ’n Tier im Zoo.
    Wäre es da nicht sinnvoller, direkt per Abo an die Herstellerbuden zu zahlen und sich die negativen Gefühle zu sparen? VW könnte einem dafür einen Augmented-Reality-Bereich ins Fenster einbauen, der einem sein Auto zeigt, wenn man rausguckt, ein Parkplatz würde dann für ein ganzes Haus reichen und trotzdem hätten alle ihre Karre fast am Bett.

  8. Einfach mal ausprobieren, als Verkehrsversuch, für 1 Jahr. Wenn es nicht gefällt kann man es ja immernoch zurückdrehen.

  9. Natürlich müsste man auch bedenken, dass durch eine Vollsperrung der gesamten Alaunstraße für Motorfahrzeuge automatisch 5 Sackgassen ohne Wendemöglichkeit entstehen, also quasi gleich mit verkehrsberuhigt würden.

  10. Die Gewissheit, mit der manche Aktivisten aus einem Sonntagnachmittag mit hundert Gleichgesinnten ableiten, wie ein ganzes Stadtviertel künftig funktionieren soll, ist beeindruckend.

    Nach derselben Logik könnte man das nächste Weinfest auf dem Neumarkt veranstalten und anschließend fordern, dort dauerhaft Reben anzubauen.

    Selbstverständlich, die Welt dreht sich weiter und wir müssen uns auf neue oder andere Gegebenheiten einstellen. Auch liegt es auf der Hand, das wir als Anwohner wie auch als Menschen, andere Wünsche oder Vorstellungen haben, als vor Hundert, Fünfzig oder Zwanzig Jahren. Nur sollten wir dabei an Alle denken. Nicht nur Schachspieler, Strickfreunde und Yogagruppen zählen zur Stadtgesellschaft, sondern auch Handwerker, Pflegedienste, Lieferanten und Menschen, die tatsächlich ein Auto benötigen oder es schlichtweg gern benutzen.

    Eine lebenswerte Stadt erkennt man nicht daran, dass eine Interessengruppe gewinnt, sondern daran, dass mehrere Gruppen nebeneinander klarkommen.

    Und genau deshalb halte ich die Idee einer beruhigten Alaunstraße oder gar Neustadt für diskutabel, die Vorstellung einer autofreien Heilslehre dagegen eher für eine Art verkehrspolitische Esoterik.

  11. Man könnte das auch mit einer demokratisch und für die Stadt verpflichtende Anwohnerbefragung lösen.
    Vielleicht sollte man zur Abstimmung nur eine begrenzte Zeit (1 Jahr) stellen.
    Nach den gesammelten Erfahrungen könnte man ja wieder abstimmen.

  12. @Peter: Ist natürlich krass, wenn es da Leute gibt, die sich Autos nur zum Parken anschaffen. Werde ich lieber mein Auto auch am Wochenende nutzten. Müsste nicht sein, aber nicht dass es noch Gerede in der Nachbarschaft gibt, dass da wieder so jemand sein Auto nur zum Parken hat …

  13. @Stefan E.: Nu mach ma lieber. Auch wenn’s darum nicht ging. Kommt Dir nicht absurd vor, mit nem Auto Anspruch auf 10qm+ öffentlichen Raum zu erheben und das Ding dann möglichst immer ungenutzt dort stehen zu lassen, weil Fahrradfahren bequemer und weniger stressig ist? Damit kokettieren gar nicht mal so wenige.

  14. @Peter: Wenn es Gründe gibt, dass man ein Auto hat, ist es dann besser, wenn man es möglichst wenig nutzt? Also ich finde schon, deshalb habe ich ein D-Ticket. Für das Geld könnte ich mir ungefähr einen festen Stellplatz mieten und dann die längeren Wege mit dem Auto fahren. Weil der Parkplatz ist ja dann zu jeder Uhrzeit garantiert verfügbar und auf die paar Liter mehr Sprit im Monat kommt es auch nicht an. Ist das wirklich besser?

  15. @Peter: Was soll eigentlich die ganze Zeit dein Gerede über den öffentlichen Raum? Dürfen jetzt nur noch Leute ein Auto haben, die auch das Haus mit zugehörigen Grundstück haben, um es ja nicht im öffentlichen Raum abzustellen?

    Deiner Logik zufolge müssten dann bitte auch alle ihre Fahrräder immer mit rein nehmen. Du kannst auch gerne mal durch die Neustadt gehen und die Fahrrad Leichen zählen und dich daran erfreuen, wie rücksichtslos und selbstgefällig viele ihre Fahrräder abstellen, komischerweise gehäuft vor Bioläden, lose Läden und dergleichen… gern quer auf dem Fußweg.

  16. @Jonk

    „Ansonsten sind die Argumente von @studi oder @Wilder Mann einseitig wie immer bei diesen Diskussionen.“ Zum einen ist das falsch, denn in diesen Diskussionen sind die Argumente erfahrungsgemäß eher aus verschiedenen Perspektiven formuliert und dienen dazu ganz verschiedene – zum Teil diametral gegenüberliegende – Behauptungen zu belegen.
    Beide reagieren auch auf einen anderen Kommentar. Da ist „Einseitigkeit“ kein sinnvolles Kriterium.
    Zum anderen reagiert @studi mit Polemik auf eine Polemik von @Fachmann. Das ist nur Rede (Meinung) und Gegenrede (Gegenmeinung) und hat mit nem Argument nicht viel zu tun. Außerdem erhebt @Fachmann den Anspruch zu wissen, dass Autos „keinem auf die Eier“ gehen. Und wenn der @studi dann schreibt: „mir schon!“, dann hält der erhobene Anspruch eben nicht stand.

    Ganz im Gegensatz zu @Wilder Mann. Durch ihn wird von der Sache her und argumentativ auf einen Fehler im Argument von @Ticketkolmrbrierebde Person eingegangen. Auch da ist „Einseitigkeit“ irgendwie nicht sinnvoll.

    „Was soll eigentlich die ganze Zeit dein Gerede über den öffentlichen Raum?“ Das ist eine gute Frage, wenn du das Argument von @Peter verstehen möchtest. Bleib da ruhig dran.

    „Dürfen jetzt nur noch Leute ein Auto haben, die auch das Haus mit zugehörigen Grundstück haben, um es ja nicht im öffentlichen Raum abzustellen?“ Das ist eine Suggestivfrage. Die enthält eine versteckte Prämisse, die akzeptiert wird, wenn mensch darauf antwortet. Dazu ist diese versteckte Prämisse auch noch ein Strohmann/Strohpuppe (da das hier nicht behauptet wurde).
    Wenn du andere Beispiele für Strohpuppen suchst: „Wenn es Gründe gibt, dass man ein Auto hat, ist es dann besser, wenn man es möglichst wenig nutzt?“ wäre eins, genauso wie das hier: „Die Gewissheit, mit der manche Aktivisten aus einem Sonntagnachmittag mit hundert Gleichgesinnten ableiten, wie ein ganzes Stadtviertel künftig funktionieren soll, ist beeindruckend.“

    „Deiner Logik zufolge müssten dann bitte auch alle ihre Fahrräder immer mit rein nehmen.“ Naja, um eine „Logik“ weiterzudenken, musst du schon erst mal zeigen, dass du sie verstanden hast. Also ist das Rückfragen doch ne gute Idee.
    Hier ein Beispiel: @Peter kritisiert die Selbstverständlichkeit, mit der Fahrzeuge von Anwohnenden bei Nichtnutzung in direkter Nähe im öffentlichen Raum abgestellt werden. Du schreibst, dass Radfahrende „auch alle ihre Fahrräder immer mit rein nehmen“ müssten. Wo beobachtest du, dass Anwohnende ihre Fahrräder bei Nichtnutzung im öffentlichen Raum abstellen? Meiner Beobachtung nach, nehmen die meisten ihre Räder mit in den Innenhof oder in den zur Mietsache gehörenden Fahrradschuppen oder den Keller. Was von dir danach kommt (ab „Du kannst…“) ist ein verschieben der Torfosten und damit eine unfaire Disskusionstaktik (weil nicht von der Sache her). Wie mensch sachlich auf so einen Versuch reagieren kann, kannst du dir wiederrum bei @Peter ansehen („Auch wenn’s darum nicht ging.“).

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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