Getroffen in ihrem Proberaum im verschneiten Friedrichstadt.

Seit 2018 sind Schlimm als Band unterwegs. Hardcore Punk – von Anfang an. Über die Jahre hat sich die Besetzung verändert: ein Drummerwechsel, später kam der Bassist dazu. Mit jeder Veränderung entwickelte sich auch der Stil weiter – ohne den Kern zu verlieren.
Die Songs entstehen meist aus der Musik heraus. Erst entwickelt sich das Instrumentale, danach kommt der Text. Manchmal startet jemand mit einer Idee, meistens wird gemeinsam weitergearbeitet, bis es sich stimmig anfühlt. Im Proberaum wird gebaut und sortiert – Abläufe, Übergänge, Struktur.
Auf der Bühne verschiebt sich der Fokus. Durch das Publikum verändert sich die Atmosphäre. Die Songs bleiben dieselben, aber die Energie wird direkter. Reaktionen kommen unmittelbar zurück, und genau daraus entsteht eine andere Dynamik als im geschlossenen Raum.
Beschreibt euren Sound in drei Worten:
Die Antwort ist klar: Schnell. Direkt. Rough.
Stilrichtung?
Unverwechselbar ist ihr Gitarrensound – mit EMO-Einschlag und viel Leersaitenspiel in Open D. Keine Spielerei, sondern Teil des Bandkerns. Auch wenn man es nicht immer sofort heraushört: Die Einflüsse sind vielfältig. Von Emo-Pop über Indie und rauen Rock bis hin zu Black Metal und Hardcore-Punk bringt jede Person eigene Prägungen mit.
Energie oder Präzisison?
Energie – aber idealerweise kommt beides gut zusammen. (sagt der Drummer) Nach einem Konzert sollen politische Themen und persönliche Lebenslagen hängen bleiben. Die Crowd soll merken, dass es anderen auch so geht.
Wichtige Orte?
Für ihre Bandgeschichte waren Orte wie das Heartbreak und die Meschwitz 16 wichtig. (Für die Meschwitz 16 läuft aktuell eine Crowdfunding-Kampagne)
Dresdner Musikszene?
Diese nehmen sie als divers wahr – viele neue und junge Bands, ein breites Spektrum, gerade im Vergleich zu vor ein paar Jahren.
Der chaotischste Gig?
Keine klare Erinnerung mehr. Als Nächstes stehen Aufnahmen an. Und ein paar Gigs.
Einer neu gegründeten Band würden sie raten:
Macht das, worauf ihr Lust habt – und geht live spielen.
Schnellfragerunde
Club oder Festival?
Club
Lieblingsort in Dresden?
Heartbreak
Ein Wort, das euch gerade beschreibt?
produktiv
Bier nach dem Gig oder direkt nach Hause?
Bier oder was Alkoholfreies – auf jeden Fall noch etwas abhängen.

Schlimm
Über den Autor
Der Dresdner Fotograf Johannes Haupt nimmt in unregelmäßigen Abständen Dresdner Musikerinnen, Musiker und Bands vor die Linse. Auf diversen Konzerten kann man ihn in der Nähe der Bühne sehen. Heraus kommen wunderbare Eindrücke von Live-Auftritten. Seit einer Weile hat Johannes, der hauptberuflich als Krankenpfleger in der Notaufnahme arbeitet, sein Portfolio um Porträts erweitert. Dafür trifft er Musiker abseits der Clubs und interviewt sie. Das Neustadt-Geflüster wird in unregelmäßigen Abständen diese Interviews hier veröffentlichen.
- Johannes Haupt betreibt zwei Instagram-Kanäle: Auf www.instagram.com/haupt_motiv gibt es sein komplettes Portfolio zu sehen, die Interviews veröffentlicht er auf www.instagram.com/sounddcheck




















Cool!
Gibt’s auch auf youtube:
https://www.youtube.com/@schlimm.punk.dresden
Eine grossartige Idee! Gerade die Kombination aus ausdrucksstarken Live-Fotos und persönlichen Interviews zeigt Musikerinnen und Musiker von einer ganz anderen Seite. Wer mit so viel Leidenschaft hinter der Kamera steht und die Prinzipien der Werbefotografie einfliessen lässt, schafft Erinnerungen, die weit über einen Konzertabend hinausgehen. Ich freue mich schon auf die kommenden Porträts und spannenden Einblicke in die Dresdner Musikszene.