Auch in dieser Woche gibt es in den Neustädter Programmkinos wieder einige spannende Neustarts. Wir stellen die Filme vor, die in Thalia und Schauburg neu auf die Leinwand kommen.
Schauburg, Bundesstart: Finding Emily

Der junge Musiker Owen (Spike Fearn) hat auf einer Party eine kurze, aber intensive Begegnung mit der Liebe seines Lebens. Leider kommen seine Nachrichten einfach nicht an, und schnell wird klar: Die Telefonnummer, die ihm gegeben wurde, ist nicht korrekt. Er fällt in ein tiefes Gefühlschaos. Wie soll er seine Traumfrau Emily jemals wiederfinden?
Die ehrgeizige Psychologiestudentin Sami (Angourie Rice) sucht nach einem perfekten Versuchsobjekt für ihr Projekt. Da kommt ihr Owens Problem gerade recht. Sie verspricht ihm zu helfen und gemeinsam mit ihm den ganzen Campus nach Emily abzusuchen. Neben einem Fauxpas beim Mailen an alle Emilys der Universität und allerhand Missverständnissen müssen die beiden Suchenden irgendwann feststellen, dass es vielleicht gar nicht mehr nur um das Finden von Emily geht.
Thalia: Vaterland

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zögert der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann lange, nach Deutschland zurückzukehren. Stattdessen verlegt er seinen Wohnsitz aus den USA in die Schweiz. 1949 reist er schließlich anlässlich des 200. Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe nach Frankfurt am Main und Weimar.
Vier Jahre nach Kriegsende wird viel vom „größten deutschen Erzähler“ erwartet. Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter Erika (Sandra Hüller) begegnen einem Land, das zwischen Neuanfang und alter Denkweise schwankt. Sie treffen auf begeisterte Zuhörer ebenso wie auf offene Ablehnung. Mann wird beschimpft und hofiert, braucht Polizeischutz und überschreitet mit seiner Reise nach Weimar auch die gerade entstehende Grenze zwischen Ost und West.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur Thomas Manns Rückkehr, sondern auch die Frage, wie Deutschland nach Nationalsozialismus und Krieg mit den Exilanten umgeht. Denn ausgerechnet ihnen wird teilweise vorgeworfen, das Land verlassen und damit im Stich gelassen zu haben.
Schauburg, Bundesstart: Bad Apples

Maria ist eine junge, engagierte Grundschullehrerin mit ausgeprägtem Pflichtbewusstsein. In ihrer Klasse jedoch eskaliert die Lage: Der Junge Danny fällt durch aggressives, zunehmend unberechenbares Verhalten auf und entzieht sich jeder pädagogischen Bemühung. Die Schule reagiert mit Distanz, die Eltern des Jungen mit Ablehnung. Maria verzweifelt zunehmend an dieser schier unlösbaren Aufgabe. Schließlich verliert sie selbst die Kontrolle und greift zu einer drastischen Maßnahme. Aus einem Akt der Überforderung entwickelt sich eine eskalierende Dynamik aus Manipulation, Schuld und Gewalt.
Thalia: Paris was a Woman

Colette, Djuna Barnes, Gertrude Stein, Natalie Clifford Barney: Jede einzelne von ihnen ein Genie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trafen diese berühmten Künstlerinnen der Moderne in Paris zusammen. Sie begegneten einander nicht zufällig, sondern entschieden sich bewusst für die Gemeinschaft.
Was sie vereinte, war die Liebe zu Paris, dessen weibliches Flair es ihnen ermöglichte, sich auf unkonventionelle und selbstständige Weise zu verwirklichen und dabei radikale Wege zu beschreiten. Paris bot ihnen die Freiheit, zu leben und zu lieben, wie und wen sie wollten – auch wenn es, wie in ihrem Fall, meistens andere Frauen waren.
Schauburg, Bundesstart: LifeHack

Kyle und seine Freunde sind nicht irgendwelche Boomer, die rund um Danny Ocean Casinos ausrauben wollen, sondern verbringen ihre Tage damit, Betrüger auszutricksen, Sicherheitslücken zu jagen und sich aus purer Neugier in streng geheime Systeme zu hacken. Ein Hobby, das erst einmal nach Abenteuer klingt, bis es plötzlich lebensgefährlich wird. Als die Vier das Krypto-Imperium eines Tech-Milliardärs ins Visier nehmen, scheint der große Coup nur ein paar Klicks entfernt.
Doch die skrupellose Tochter des Milliardärs durchschaut sie und stellt ein Ultimatum, das jede Leichtigkeit aus ihrem Spiel reißt: Entweder sie stehlen das Vermögen ihres Vaters, oder ihre Leben sind verwirkt. Ab hier verwandelt sich der Film in ein pulsierendes Katz-und-Maus-Spiel, das die Jugendgang zwingt, über sich hinauszuwachsen.
Thalia: Fantasy

Eigentlich will Mihrije ganz weit weg, nach Westeuropa, wo sie sich ein freies Leben vorstellt. Stattdessen sitzt sie zwischen den Plattenbauten ihrer grauen slowenischen Heimatstadt fest. Sie versucht, sich mit ihren besten Freundinnen Jasna und Sina gegenüber den Männern zu behaupten, die hier das Sagen haben – wenn es sein muss, auch mit Gewalt.
Die Möglichkeit auszubrechen erscheint ganz plötzlich: Fantasy, eine selbstbewusste trans Frau, verzaubert Mihrije mit ihrer schamlosen Weiblichkeit in dem Moment, als sich ihre Blicke auf der Tanzfläche kreuzen. Doch auch Fantasy ist nicht so frei, wie sie die Freundinnen zunächst glauben lässt.
Schauburg, Bundesstart: Nur ein kleines bisschen Glück

Frankreich, 1940. Während das Land im Chaos des Krieges versinkt, hat Jean Chevalin ganz eigene Probleme: Sein Leben läuft einfach miserabel. Ein Tag als Soldat der französischen Armee reicht ihm, um festzustellen, dass er für den Kriegsdienst absolut ungeeignet ist. Also desertiert er kurzerhand, um wieder zu dem zurückzukehren, was er am besten kann: sich durchs Leben zu mogeln und dabei stets vom Pech verfolgt zu werden.
Doch weil er glaubt, wirklich jeder habe mehr Glück als er, fasst Jean einen Plan, der so absurd ist, dass er fast schon genial wirkt: Er gibt sich als Jude aus, um mit seiner Familie Hilfe zu bekommen und heimlich in die „Freie Zone“ – die unbesetzten Gebiete im Süden des Landes – zu gelangen. Eine hoffnungsvolle, aber reichlich naive Idee, die ihn von einem komischen Schlamassel in den nächsten stürzt.
Plötzlich erwachen in Jean ungeahnte Talente: chaotische Improvisation, riskante Ausreden und panische Spontanentscheidungen bestimmen seinen Alltag. Während seine Familie zwischen Ungläubigkeit und Bewunderung schwankt, stolpert Jean durch eine Welt voller Bürokratie, Misstrauen und unfreiwillig komischer Begegnungen – immer in Sorge, dass seine „Tarnung“ jeden Moment auffliegen könnte.
Thalia: Body Blow

Macho-Cop Aiden ist sexsüchtig, eine tickende Zeitbombe in ständiger Versuchung. Ein Keuschheitskäfig soll ihn zurückhalten, doch er wird nur unberechenbarer und aggressiver. Bei einer Patrouille durch das queere Szeneviertel von Sydney verfällt er dem tragischen Twink Cody, dessen Leben vom skrupellosen Mob-Boss Fat Frankie kontrolliert wird. Um Cody zu retten, begibt sich Aiden in ein Labyrinth aus Lust, Verrat und zerstörerischem Begehren.
Camp, Glam und Mystery: ein australischer Noir-Thriller in flackerndem Neonlicht, pulsierend vor Leidenschaft und zügelloser Energie. Regisseur und Autor Dean Francis hat eine fiebrige Vision der Unterwelt geschaffen, in der Verrat, Korruption und Verlangen ein verführerisches, aber tödliches Netz bilden. In finsteren Straßen und verschwitzten Clubs liegen Albtraum und Ekstase gefährlich nah beieinander. Ein mitreißendes, lustvoll schmutziges Filmerlebnis.
Schauburg, Bundesstart: KitKatClub: Kinks of Berlin

Seit mehr als 30 Jahren steht der Berliner KitKatClub für elektronische Musik, sexuelle Freiheit und Exzess. Die Dokumentation von Philipp Fussenegger und Cordula Kablitz-Post begleitet Menschen, die dort einen Raum finden, um unterschiedliche Facetten ihrer Identität und Sexualität auszuleben. Zwischen Drag, BDSM, Dog Play und durchtanzten Nächten entsteht ein Porträt des Clubs und seiner Gäste. Der Film ist ab 18 Jahren freigegeben.
Thalia: Was haben wir gelacht

Eva Müller und Isabel Schneider blicken auf das deutsche Unterhaltungsfernsehen der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurück – und erzählen dessen Geschichte aus weiblicher Perspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins erinnern sich an eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen häufig Beiwerk waren und weiblicher Humor als Quotenkiller galt.
Schauburg, Bundesstart: Oasis: Don’t Look Back in Anger

Nach mehr als 15 Jahren standen Liam und Noel Gallagher 2025 wieder gemeinsam auf der Bühne. Die Dokumentation begleitet die ausverkaufte Reunion-Tour „Oasis Live ’25“ von den Proben bis zu den Konzerten und blickt dabei auch hinter die Kulissen. Zu sehen sind außerdem die ersten gemeinsamen Interviews der Gallagher-Brüder seit mehr als 20 Jahren. Der Film erzählt damit nicht nur von einer Tournee, sondern auch von der anhaltenden Bedeutung der Band für ihre Fans.
Thalia: Hiddensee

Die Ostseeinsel Hiddensee zog über Jahrzehnte Künstler, Aussteiger und Urlauber an. Gerhart Hauptmann, Joachim Ringelnatz, Asta Nielsen und Gret Palucca verbrachten hier Zeit, später kamen Nina Hagen und Musiker von Feeling B. Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel verbindet die Geschichte der Insel mit eigenen Erinnerungen an wilde Sommer ihrer Jugend. In Schwarz-Weiß entsteht ein Porträt Hiddensees zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Mythos.
Schauburg, Bundesstart: Frühstück bei Audrey

Rémi besitzt eine hyperrealistische Sexpuppe – bis Audrey eines Tages plötzlich lebendig wird. Was zunächst wie die Erfüllung eines Männertraums klingt, entwickelt sich schnell ganz anders, denn Audrey hat einen eigenen Willen und eigene Vorstellungen davon, wie sie leben möchte. Gleichzeitig beginnt Rémi, Gefühle für seine Kollegin Patricia zu entwickeln. Regisseurin Sophie Beaulieu macht aus der skurrilen Ausgangslage eine französische Komödie über Beziehungen, Projektionen und Selbstbestimmung.
Neustadt-Kinotipps ab 10. September: Freikarten
- Das Neustadt-Geflüster verlost diese Woche jeweils zwei Freikarten für das Thalia und die Schauburg für die laufende Kinowoche, also bis Mittwoch. Bitte im Ergänzungsfeld den entsprechenden Film und das Filmtheater angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung findet Sonntagabend statt.
- Alle Dresdner Kinos und Filme unter www.kinokalender.com





















