Seit heute gibt es das erste innerstädtische Dialogdisplay. Gemeinsam zogen Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne) und Stadtbezirksamtsleiter André Barth am Strick und die Verhüllung fiel. Ab sofort wissen Verkehrsteilnehmende, ob sie zu schnell auf der Rudolf-Leonhard-Straße fahren.

Der Smiley ist kompromisslos. Kaum rauscht ein Kleintransporter mit Tempo 31 vorbei, zeigt er Rot und ein mürrisches Gesicht. Der Fahrer sieht’s, verlangsamt und schon strahlt der Smiley in Grün. Das neue Dialogdisplay auf der Rudolf-Leonhard-Straße ist das erste seiner Art in der Dresdner Innenstadt. Schnelle Radler*innen und Autofahrende kennen solche Anzeigen schon aus den kleineren Gemeinden im Umland. In der Neustadt sollen bis Ende Oktober insgesamt drei davon stehen.
Das nächste ist am Carusufer kurz vor der Grundschule „Am Rosengarten“ geplant, danach soll noch eins am Bischofsweg kurz vor der Prießnitzstraße folgen. Alles Strecken, auf denen Tempo 30 angeordnet ist.
Insgesamt sollen 26 dieser Anlagen im Dresdner Stadtgebiet aufgestellt werden.
Die Geräte zeigen abwechselnd das gefahrene Tempo und einen Smiley. Wer zu schnell unterwegs ist, blickt in ein trauriges Gesicht. Wer sich an die erlaubte Geschwindigkeit hält, wird freundlich angelächelt. Reguläre Verkehrszeichen sind die Displays nicht. Dennoch sollen sie für mehr Sicherheit sorgen. „Wir haben uns mehrere Studien dazu angesehen, die Wissenschaft erkennt einen positiven Effekt solcher Displays“, sagte Verkehrsbürgermeister Kühn.

Erstes Display an der Rudolf-Leonhard-Straße
Die 26 Anlagen verteilen sich über das gesamte Dresdner Stadtgebiet. Die Vorschläge dafür stammen von den Stadtbezirks- und Ortschaftsräten. „In der Neustadt gab es auch einige Ideen aus der Bevölkerung“, berichtet Amtsleiter Barth. Das Straßen- und Tiefbauamt sowie der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste prüften anschließend, welche davon umsetzbar sind.
Dabei spielte auch eine mögliche Ablenkung der Verkehrsteilnehmenden eine Rolle. Deshalb sollen die Anzeigen nicht unmittelbar an Bushaltestellen, Fußgängerüberwegen oder Ampeln stehen. Auch Plätze direkt hinter Kurven scheiden aus. Die Geräte müssen früh genug zu sehen sein, damit Verkehrsteilnehmende noch auf die Anzeige reagieren können.

Das erste Dialogdisplay auf der Rudolf-Leonhard-Straße steht im Bereich des Spielplatzes. Damit will Dresden auch die Sicherheit vor öffentlichen Sport- und Spielanlagen erhöhen. Die Stadt wählte den Platz zudem bewusst vor dem Beginn des Großbauvorhabens Königsbrücker Straße Süd aus.
Drei Anlagen für den Stadtbezirk Neustadt
Der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste errichtet und wartet die Geräte. Während der Bauarbeiten an den jeweiligen Stellen kann es zu geringfügigen Einschränkungen auf dem Gehweg und am Fahrbahnrand kommen. „Ursprünglich wollten wir die Displays gern an die Straßenbeleuchtung hängen“, sagt Bauamtsleiterin Simone Prüfer. Daraus wurde wegen der Windlast nichts. Stattdessen stehen die Geräte auf eigenen Masten und werden von Solarzellen mit Strom versorgt.
Für die Anschaffung und Errichtung der drei Anlagen im Stadtbezirk Neustadt stellte der Stadtbezirksbeirat insgesamt 19.200 Euro zur Verfügung. „Die Entscheidung fiel im Rat einstimmig“, sagt Barth.























