Am Dienstag, 8. September soll der feierliche Spatenstich für den Ausbau der Königsbrücker Straße erfolgen. Aktuell ist die Polizeibehörde der Stadt Dresden unterwegs, um noch in dem Gebiet parkende Fahrzeuge zu entfernen. Die Initiative „Königsbrücker muss leben!“ ruft zur Mahnwache auf.

Am Montagmorgen sieht die Ostseite der Königsbrücker Straße schon ganz schön gerupft aus. Auf dem sonst immer überfüllten kleinen Platz zwischen Königsbrücker Straße 37 und 43 stehen nur noch wenige Fahrzeuge. Zum Vorschein kommen kleine Bäume und Sträucher und jede Menge Sperrmüll. Mitarbeitende des Ordnungsamtes bestreifen den ganzen Bereich und versuchen, die Halter zu ermitteln, um möglichst wenige Abschlepper einsetzen zu müssen. Seit 6 Uhr gilt das Halteverbot.
Zwar beginnen die eigentlichen Bauarbeiten an der Straße deutlich weiter südlich am Albertplatz, aber auch zwischen Louisenstraße und Bischofsweg werden neue Versorgungsleitungen gelegt. Am sogenannten Eschenplatz wird demnächst ziemlich tief gegraben. Dort soll das Gleichrichterunterwerk für die Verkehrsbetriebe entstehen, in dem künftig der Wechselstrom aus dem öffentlichen Stromnetz in Gleichstrom für den elektrischen Nahverkehr umgewandelt wird.

Auf Aushängen machen die Baufirmen Eurovia, Wolff & Müller und Strabag auf die Arbeiten aufmerksam. Darin heißt es, dass die Zugänglichkeit zu den Wohn- und Geschäftshäusern sowie zu den gastronomischen Einrichtungen durch den Einsatz von Fußgängerbrücken jederzeit sichergestellt sein soll. Grundsätzlich soll auch die Zufahrt zu den Grundstücken möglich bleiben, kurzfristige Einschränkungen kann es jedoch geben.
Auf der Fläche vor der Königsbrücker Straße 43 soll am Dienstag um 13 Uhr der feierliche erste Spatenstich erfolgen. Angekündigt haben sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne), Andreas Hemmersbach, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), und Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der SachsenEnergie.
Schon um 12.15 Uhr und ein paar Häuser weiter lädt die Bürgerinitiative „Königsbrücker muss leben!“ zu einem letzten Akt ein: einer Trauer-Mahnwache zum Baustart. Die Bürgerinitiativen „Königsbrücker muss leben!“, „Stadt muss atmen“ sowie ihre Vorgänger haben sich 28 Jahre lang gegen den Ausbau eingesetzt. Nun aber sei der Kampf offiziell vorbei – die Bagger und die Kettensägen kommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.
Martin Schulte-Wissermann (Piraten), Pressesprecher der Bürgerinitiative, sagt: „Wir haben in den letzten 28 Jahren immer leidenschaftlich für ein Umdenken bei der Königsbrücker Straße gekämpft. Wir brauchen hier die vierreihige Baumallee mit den großen Bäumen und Platz neben der Straße – die Königsbrücker ist ein historischer Boulevard und keine Transitstrecke.“
Weitere Informationen
- http://www.koenigsbruecker-muss-leben.de/
- www.dresden.de/koebrue
- Berichte seit 2009 zum Ausbau der Königsbrücker im Neustadt-Geflüster unter: www.neustadt-ticker.de/tag/koebrue
























