Auch in dieser Woche gibt es in den Neustädter Programmkinos wieder einige spannende Neustarts. Wir stellen die Filme vor, die in Thalia und Schauburg neu auf die Leinwand kommen.
Schauburg, Bundesstart: That’s Why The Lady Is a Champ

Frauenboxen war in den 1990er-Jahren noch weit davon entfernt, selbstverständlich zu sein. Eine der Frauen, die das änderten, war Christy Martin. Der Film erzählt ihre Lebensgeschichte: Aufgewachsen im konservativen West Virginia, entdeckt Christy (Sydney Sweeney) ihr Talent für den Boxsport und kämpft sich in einer von Männern dominierten Welt ganz nach oben.
Mit ihrem aggressiven Stil und jeder Menge Schlagkraft füllt die „Coal Miner’s Daughter“ genannte Boxerin große Arenen, wird vom legendären Don King gemanagt und schafft es 1996 als erste Boxerin auf das Cover der „Sports Illustrated“. Eine entscheidende Rolle bei ihrem Aufstieg spielt Trainer und Manager Jim Martin (Ben Foster), der später auch ihr Ehemann wird.
Während Christy im Ring immer erfolgreicher wird, entwickelt sich ihre Ehe zum Albtraum. Jim kontrolliert ihre Karriere, ihr Geld und zunehmend ihr gesamtes Leben. Ausgerechnet die Frau, die sich vor Tausenden Zuschauern gegen ihre Gegnerinnen durchsetzt, muss ihren härtesten Kampf außerhalb des Rings führen.
Damit ist Christys Geschichte mehr als das übliche Sportler-Biopic über Training, Niederlagen und den großen Triumph. Es geht auch um eine Frau, die sich zunächst ihren Platz im Sport und schließlich die Kontrolle über ihr eigenes Leben erkämpfen muss. Die reale Christy Martin überlebte 2010 einen Mordversuch ihres Mannes und wurde später in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.
Thalia und Schauburg, Bundesstart: Vaterland

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zögert der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann lange, nach Deutschland zurückzukehren. Stattdessen verlegt er seinen Wohnsitz aus den USA in die Schweiz. 1949 reist er schließlich anlässlich des 200. Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe nach Frankfurt am Main und Weimar.
Vier Jahre nach Kriegsende wird viel vom „größten deutschen Erzähler“ erwartet. Thomas Mann (Hans Zischler) und seine Tochter Erika (Sandra Hüller) begegnen einem Land, das zwischen Neuanfang und alter Denkweise schwankt. Sie treffen auf begeisterte Zuhörer ebenso wie auf offene Ablehnung. Mann wird beschimpft und hofiert, braucht Polizeischutz und überschreitet mit seiner Reise nach Weimar auch die gerade entstehende Grenze zwischen Ost und West.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur Thomas Manns Rückkehr, sondern auch die Frage, wie Deutschland nach Nationalsozialismus und Krieg mit den Exilanten umgeht. Denn ausgerechnet ihnen wird teilweise vorgeworfen, das Land verlassen und damit im Stich gelassen zu haben.
Schauburg, Bundesstart: Das gewisse Etwas

Nach einem Juwelenraub sitzt ihnen die Polizei im Nacken. Kurzerhand fliehen Alex und sein Vater Karlo in einen Reisebus. Dort geraten sie in eine Gruppe junger Menschen mit Beeinträchtigung, die gemeinsam mit ihren Betreuenden in den Sommerurlaub fährt. Alex und Karlo geben sich als der fehlende Teilnehmer Otto und dessen Betreuer aus.
Zunächst scheint der Plan zu funktionieren. Doch je länger die Fahrt dauert, desto schwieriger wird es für die beiden Kleinganoven, ihre Geschichte aufrechtzuerhalten. Und aus dem vermeintlich perfekten Versteck wird eine Reise, bei der Alex und Karlo ihre unfreiwilligen Reisegefährten immer besser kennenlernen.
Regisseur Marc Rothemund inszeniert das deutsche Remake des französischen Publikumserfolgs »Was ist schon normal?« (»Un p’tit truc en plus«), mit dem der Komiker Artus 2024 sein Regiedebüt gab. Max von der Groeben spielt Alex, Florian Lukas dessen Vater Karlo und Mala Emde die Betreuerin Polly. Dazu kommen Jasmin Schwiers, Lorenzo Germeno sowie ein junges Ensemble, darunter mehrere Darsteller mit Beeinträchtigung.
Thalia: Der Heimatlose

Hein (Paul Boche) kehrt in seine Heimat zurück, eine kleine Insel an der deutschen Küste. Doch statt ihn willkommen zu heißen, behauptet das gesamte Dorf, ihn nicht zu kennen. Schließlich soll in einem Verfahren geklärt werden, ob Hein tatsächlich zur Inselgemeinschaft gehört.
Dabei werden seine Schwester Heide (Stephanie Amarell), seine frühere Freundin Greta (Emilia Schüle) und sein bester Freund Friedemann (Philip Froissant) befragt. Vor allem wegen Friedemann ist Hein überhaupt zurückgekehrt.
Auch optisch geht der Film einen ungewöhnlichen Weg. Die Häuser, in die sich die Menschen zurückziehen, erinnern an die reduzierte Kulisse von Lars von Triers „Dogville“: Rahmen, Böden und einzelne Details deuten Räume eher an, als sie vollständig abzubilden. In der Abgeschiedenheit der Insel entsteht so eine eigentümliche, beinahe zeitlose Welt.
Schauburg, Bundesstart: Arnie & Barney – retten das Wetter

Zwei Nebenfiguren aus dem Biene-Maja-Universum bekommen ihren eigenen Film: Die Ameisen Arnie und Barney müssen ihre Wiese vor dem Austrocknen retten.
Als dort plötzlich das Wasser ausgeht, machen sich die beiden auf die Suche nach der Ursache. Dabei stolpern sie von einer Panne in die nächste und kommen schließlich mysteriösen Machenschaften auf die Spur. Mit Einfallsreichtum, Mut und der Hilfe einer Superheldenmücke versuchen Arnie und Barney, die große Dürre doch noch abzuwenden.
Ein turbulentes Animationsabenteuer für die jüngeren Kinogäste, bei dem ausgerechnet zwei eher schusselige Ameisen zu Helden werden.
Thalia: Hiddensee

Hiddensee zieht seit mehr als einem Jahrhundert Künstler, Schriftsteller und andere eigenwillige Gäste an. Abseits der mondänen Seebäder entstand auf der autofreien Ostseeinsel eine ganz eigene Welt. Politische Systeme kamen und gingen, die besondere Anziehungskraft der Insel blieb.
Gerhart Hauptmann, Joachim Ringelnatz, Heinrich George und Asta Nielsen verbrachten hier ihre Sommer. Eng mit Hiddensee verbunden ist auch die Tänzerin Gret Palucca, die dort viele Sommermonate mit ihren Schülerinnen arbeitete.
Der Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel geht dieser besonderen Geschichte nach und bringt dabei Menschen zusammen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben: Karl-Eduard von Schnitzler, Nina Hagen, Bertolt Brecht und die Punkband Feeling B. Sie alle gehören auf die eine oder andere Weise zur Geschichte der kleinen Ostseeinsel.
Neustadt-Kinotipps ab 3. September: Freikarten
- Das Neustadt-Geflüster verlost diese Woche jeweils zwei Freikarten für das Thalia und die Schauburg für die laufende Kinowoche, also bis Mittwoch. Bitte im Ergänzungsfeld den entsprechenden Film und das Filmtheater angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung findet Sonntagabend statt.
- Alle Dresdner Kinos und Filme unter www.kinokalender.com
























