Ein Stück Tradition kehrt in die Neustadt ein: Nachdem das keltische Pub „Tír Na NÓG“ am Bischofsweg zu Beginn des Jahres schließen musste, wird es am Freitag nach einer Generalüberholung wiedereröffnet. Unter dem neuen Namen „O’Potters“ (übersetzt: die Töpfers) übernimmt eine vierköpfige, gastrogestählte Familie die Kneipe.

Nach 30 Jahren im Geschäft war für den Vorbetreiber Uwe Borrmann irgendwann aus gesundheitlichen Gründen Schluss. Er inserierte die Kneipe im Internet. Zeitgleich suchte Erik Töpfer in der Straßenbahn nach einer neuen Wohnung und konnte kaum glauben, was er da sah: „Wir haben knapp zwei Monate jeden Gedanken nochmal und nochmal untersucht.
Aber die Möglichkeit grenzt schon sehr nah an eine Once-in-a-lifetime-Gelegenheit“, strahlt Erik. Nun betreibt er gemeinsam mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder die Kneipe, unterstützt von den Eltern im Hintergrund.
Anfänge & Enden
Wer das alte „Tír Na NÓG“ kannte, wird im Innenraum einige Änderungen bemerken: Die Balkenkonstruktion und die Tarndecke wichen einem Flaggenmeer über dem Tresen. Die Wände sind neu bemalt, der Boden gereinigt. Einen Monat lang wurde die urige Kneipe für die Neueröffnung auf Vordermann gebracht.
Derweil studiert Kristian weiterhin Jugendsozialarbeit in Breitenbrunn, wohnt in Leipzig und steht am Tresen, „sobald es die Uni erlaubt“. Erik, ebenfalls Student im Urlaubssemester, hängte für den weiteren Weg als Neustädter Wirt „einen der besten Berufe“, den des Journalisten für die Dresdner Morgenpost und TAG24, an den Nagel. Er bleibt weiterhin Teil des Dresdner Presseclubs. Nun richtet sich der Blick auf die Kneipe: „Dass wir in Zukunft mit dieser Kneipe unseren Fingerabdruck hinterlassen können, erfüllt uns mit Ehrfurcht und Stolz.“

Kindheit & Abflug
Das Gastgewerbe wurde den Töpfers beinahe in die Wiege gelegt. Jahrzehntelang betrieb die Mama im Sportlerverein des SV Röderau Bobersen bei Riesa eine Gaststätte. Erik kann sich noch daran erinnern, zum ersten Mal die Schwingtür zur Kneipe selbstständig geöffnet zu haben: „Da muss ich so drei Jahre alt gewesen sein.“ Der junge Kristian wiederum reichte den Senioren im Blauen Salon nach der Schule Kaffee und Kuchen. „Wir haben das alte Gastrofeuer im Herzen unserer Mama neu entfacht“, berichtet Kristian lachend. Der Vater sei eine „Allzweckwaffe für alles, was Bau angeht“ und Geldgeber für die jungen Wirte.

Speis & Trank
Von Snacks wie Pommes und Vorspeisen wie Würzfleisch über Shepherd’s Pie in einer Fleisch- und einer veganen Variante, Fish and Chips bis hin zum „saisonalen Rote-Bete-Carpaccio“ soll der Hunger der Gäste gestillt werden. Die Mama kocht dabei im Pub. Aus dem Zapfhahn kommen sechs Biere, darunter selbstverständlich Guinness und ein Hauspils. Dazu gibt es das via Comeback des Jahres wieder erhältliche Elbhangrot sowie ein alkoholfreies Bier. Insgesamt finden rund 100 Gäste einen Sitzplatz.
Wer beim Getränk und Gespräch rauchen möchte, kann ein Stockwerk runter in den Keller gehen.
Am Freitag öffnen um 18 Uhr die Türen und die Neueröffnung wird gefeiert. Ab 20 Uhr spielt eine Band.
Das O’Potters
- Bischofsweg 34, 01099 Dresden
- Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 18 bis 1 Uhr, Sonnabend und Sonntag bis 3 Uhr.
- Instagram: opotters.pub

























