Am 20. Juni geht die Queer Pride zum sechsten Mal durch Dresden. Los geht’s um 14 Uhr am Schlesischen Platz, Bahnhof Neustadt – mehrere Tausend Teilnehmende werden erwartet, entlang der Strecke also lieber Fahrrad als Auto.

Die Route: über die Augustusbrücke, am Terrassenufer vorbei Richtung Landgericht, dann bis zum Alaunpark. Fünf Kilometer, barrierearm geplant.
Motto mit Haltung: PrEP statt Resignation
Unter dem Motto „PrEPen for Crisis – prophylaktisch antifaschistisch“ zieht die Pride dieses Jahr durch die Stadt. Jascha D. von der Queer Pride Dresden bringt’s auf den Punkt: Der Name spiele auf PrEP an, das Medikament, das vor HIV schützt. Während der AIDS-Krise der 80er sei aus Trauer und Wut konkrete Solidarität entstanden – gemeinschaftlich organisierte Pflege, direkte Aktion gegen den Status quo. Genau darin liege auch heute noch Hoffnung.

Kein Pride-Fähnchen, sondern Statement
Entstanden ist die Dresdner Queer Pride 2021 – aus Unzufriedenheit mit dem fehlenden politischen Biss anderer queerer Events in der Stadt. Bis heute organisiert von queeren Menschen aus Dresden und Umgebung, ohne große Häkchen-Agenda.
Patentrezepte gegen die Krisen der Zeit gibt’s laut Jascha D. nicht. Aber: nicht verhärten, nicht spalten lassen, sondern Bande knüpfen, die auch durch raue Phasen tragen. Nur wer einander stärkt und aushält, könne überhaupt Widerstand organisieren. Klare Kante zeigen die Organisatoren auch gegen autoritäre Tendenzen: Die beste Immunisierung gegen Faschisierung seien starke Communities, die Verantwortung füreinander übernehmen und Wissen teilen.
Danach: drei Floors, ein Club, viel Glitzer
Ab 20 Uhr geht’s nahtlos weiter – Aftershow im Club oka, Motto „Too Hot To Handle!“. Auf dem Programm: queere Live-Acts, punkige Klänge, elektronische Beats auf drei Dancefloors, dazu Infostände zu sexueller Gesundheit, queerer Politik und Solidaritätskampagnen.



















