ADFC wünscht sich mehr Fahrradbügel vorm Bahnhof Neustadt

„Hier und hier – überall ist genug Platz“, die Arme von Konrad Krause zeigen in alle Richtungen, während er mitten auf dem Schlesischen Platz steht. Derzeit befinden sich Anschließbügel für etwa 140 Fahrräder auf dem Platz, ein Teil davon sogar überdacht. Am heutigen Morgen waren die jedoch alle komplett belegt und auch nachts sieht es nicht besser aus.

ADFC-Vorstand Konrad Krause findet vorm Bahnhof Neustadt keine Parklücke.
ADFC-Vorstand Konrad Krause findet vorm Bahnhof Neustadt keine Parklücke.
„Die Bügel werden von Berufspendlern genutzt“, erläutert Krause, einer der vier Vorstände des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Dresden. Der Club wünscht sich eigentlich eine sichere Abstellmöglichkeit, eine richtige Fahrradstation: „Das könnten auch kostenpflichtige Mietplätze sein“, sagt Krause. Doch da mit einer baldigen Einrichtung einer solchen Station, die sich der Fahrradaktivist unter dem Platz oder unter den Gleisen vorstellen könnte, wohl nicht zu rechnen ist, sollen als Übergangslösung wenigstens ein paar Bügel mehr her.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, startet der Club ab heute eine Postkartenaktion, mit der Fahrradbesitzer mobilisiert werden sollen, auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Neben dem ADFC fordern auch der Verkehrsclub Deutschland und Pro Bahn kurzfristig die Schaffung von mindestens 150 neuen Fahrradbügeln in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Die Dresdner Verkehrsclubs wollen mit der Aktion die Stadt aus ihrem Dornröschenschlaf wecken.

25 Kommentare zu “ADFC wünscht sich mehr Fahrradbügel vorm Bahnhof Neustadt

  1. Vielleicht sollten einige Fahrradbesitzer auch dazu mobilisiert werden, sich an ihren Besitz zu erinnern – vor allem dann, wenn der seit Monaten am Neustädter angeschlossen steht… Der Anteil „Leichen“ ist nämlich kein geringer…

  2. Von Besitzer kann man ja nicht mehr reden, wenn jemand sein Fahrrad monatelang wo stehen hat. Die Stadt bzw. Bahn müssten die Räder einfach mal entfernen. Nach und nach ein Schild an die Ständer stellen mit einer Frist, und wenn die abgelaufen ist die Fahrräder entsorgen.

  3. Die Stadt hat natürlich Handhabe die abgestellten Schrottfahrräder zu entfernen. Aber diese stellen nunmehr keine große Anzahl dar, um die Situation zu entlasten.
    Radfahren liegt im unaufhaltbaren Trend. Jedes Jahr geht der Anteil am Modal-Split stabil mit knapp 1 Prozentpunkt nach oben.
    Da wachsen natürlich die Absolutzahlen der Fahrradabsteller. Müßte eigentlich auch in der Stadtverwaltung klar sein.
    Nonplusultra wäre natürlich ein Fahrradparkhaus, hat ja Bernau auch hinbekommen (600 Stellplätze, 1,7Mio Kosten): http://www.mh-bauplanbar.de/images/projects/Fahrradparkhaus1.jpg
    Daran wieviel unserer Stadtpolitik (denn die Verwaltung ist ja nur der verlängerte Arm) am Fahrradfahren liegt, hat man schön auf der letztjährigen Fahrradkommunalkonferenz gesehen. Aus Leipzig waren sogar 2 Leute vom Tiefbauamt da, aus Dresden leider niemand.

  4. ich hatte es schonmal bei einem anderen thema geschrieben, aber da, wo ich mein rad auf dem weg zum zug abstelle, hat sich seit 5-6 monaten so gut wie nichts verändert. der anteil an dauerparkern ist echt nicht zu unterschätzen. selbst ursprünglich von der bahn mit zetteln versehene fahrräder wurden dann doch stehen gelassen. ich hatte mich mal mit einem unterhalten der da arbeitet, ich glaube der meinte das geschieht nur zweimal im jahr dass da fahrräder nach mehrwöchiger, vorheriger benachrichtigung, entfernt (und dann versteigert) werden.

  5. Tatsächlich ist es wohl nicht so einfach, Fahrräder zu entfernen. Einfach mal „Fahrradleichen“ googeln…

    Vielleicht würde man der Sache (rechtlich) eher beikommen, wenn man z.B. ein Schild dran macht, dass Räder max. einen Monat abgestellt werden dürfen.

    Gefühlt ist jedenfalls ein sehr hoher Anteil besonders im überdachten Ständer vorhanden…

  6. Der Dresdner soll anstatt mit Fahrrad und Bahn gefälligst Auto fahren. Dafür ist er schließlich 89 auf die Straße gegangen und wählt seitdem Orosz, Zastrow & Co. Neudresdner sollten sich bei der Einbürgerung schriftlich dazu verpflichten, auf die Nutzung wirtschafts- und wachstumsfeindlicher Verkehrsmittel zu verzichten. Dresden braucht 4spurigen Ausbau überall und noch viel mehr Pkw-Stellplätze. Vorwärts in die 70er Jahre!

  7. Das mit den Schrottfahrrädern is relativ simpel, ich kenns aus Bremen. Wird da ein Schrottfahrrad (also ein offensichtlich funktionsunfähiges Fahrrad) identifiziert, kommt nen Aufkleber ran es innerhalb von 4 Wochen zu entfernen, ansonsten is es Abfall.

    Ne Idee wäre noch die alten Räder durch zB die QAD oder Vereine wieder funktionsfähig zu machen und zB im Sozialkaufhaus anzubieten. Schafft Arbeitsplätze und hat nen sinnvollen sozialen Effekt.

  8. “Das könnten auch kostenpflichtige Mietplätze sein”

    Kostenpflichtige Mietplätze für Fahrräder, na toll. Ich fahr eigentlich mit’m Rad zum Bahnhof eben weil ich so kein Straßenbahnticket/Parkplatzticket kaufen musss

  9. @ Jens: Das würdeste anders sehen wenn du mit nem 2000 € Pedelec unterwegs bist. Außerdem kosten die Mietparkplätze kein Geld. Anderswo gehts für 60 bis 120 Euro im Jahr. Geht halt um Diebstahl/ Vandalismus.

  10. @ Statt Verwaltung: sehr schön :-) Die Blechlawine muss rollen – ach nee, sie steht ja eher. Da könnte man jetzt wieder böse sein und sagen, Schlange stehen kennt man hier ja noch aus alten Zeiten – aber ich will man nicht so böse sein…

  11. @rolle: Welchen Teil von „kostenpflichtige Mietplätze“ verstehst du nicht? Da steht nirgendwo etwas von kostenlos, da steht kostenpflichtig. Für dich nochmal zum Mitmeisseln: k-o-s-t-e-n-p-f-l-i-c-h-ti-g

    Wer ein 2000€ Fahrrad fährt ist selber schuld.

  12. @ Jens:
    Yo war mein Fehler, mit kein Geld meinte ich eigentlich wenig Geld, also grad im Vergleich zu einem k-o-s-t-e-n-p-f-l-i-c-h-t-i-g-e-n Stellplatz fürs Heilig Blechle.SORRY!
    Oh nein ich bin schuldig weil mein Rennrad 1500 € gekostet hat, na son Mist aber auch. Und nu Keule?
    Es soll doch tatsächlich Menschen geben, die fahren ein Fahrrad, ja Fahrrad, welches 4000€ kostet. Na und? Es gibt auch Leute die haben ein 100000 €-Auto (und die in der Stadt nicht schneller sind als wie ich). Tja was machen wir denn da jetzt?
    Nochmal zum eigentlichen Thema: Natürlich sollten Radfahrer möglichst gutes Material unterm Hintern haben – qualitativ wertige Fahrräder sind sicherer und bequemer als der 50€-Hobel vom Flohmarkt, machen also mehr Spaß und der ist ja beim Radfahren nicht unbedeutend. Wenn ich allerdings mangels sicherer Abstellmöglichkeiten erst gar nicht das gute Rad aus dem Keller nehme, sondern stattdessen auf meinen Flohmarktdrahtesel zurück greife aus Angst vor Diebstahl oder Vandalismus, hat dies ja nun wenig Sinn. Und die Erfahrung aus Städten, wo Fahrradboxen gebaut wurden, zeigt, dass diese außerordentlich gern angenommen werden.
    Hallo liebe Radverkehrsbeauftragte: Bitte einfach mal 10 Boxen am Neustädter hinstellen!
    Quintessenz des Ganzen: Das Errichten von sicheren, bequemen Abstellmöglichkeiten an wichtigen Stätten des Quell- und Zielverkehrs ist ein wichtiger Baustein der Radverkehrsförderung und kann zu einem Ansteigen des Radverkehrsanteils am Modal-Split führen. Und an alle Autofahrer: Freut euch über jeden Radfahrer – es könnte auch ein Autofahrer vor euch im Stau sein. Allzeit Gute Fahrt!

  13. @Jens: Offenbar kannst du es dir ja leisten. Aber weißte, nicht jeder verdient zig tausend Euro im Monat und kann sich ein Fahrrad für 2000€ leisten. Für viele Studenten/Schüler/Azubis die auf die Bahn angewiesen sind wären kostenpflichtige Abstellplätze ein echter Kostenfaktor in der Monatsrechnung. Wenn du von <500€ im Monat alles bezahlen müsstest(Miete,Strom,Wasser,Essen,Kleidung,etc etc) könntest du das vielleicht nachvollziehen. Wenn so ein Platz auch "nur" 1€ am Tag kostet(wird wohl aber eher mehr sein) sind das im Monat schon 20€(Werktage). Also knapp 5% des gesamten Monatseinkommen. Wieviel sind das bei dir? 0,5%? Das es dir da am Arsch vorbei geht ist klar.

  14. Interessante Diskussion!

    Grundsätzlich (@ Jens) sind die Boxen ja ein ZUSATZangebot zu den klassischen Ständern, d.h. die sollen nicht ersetzt werden. Somit kann ein „Einkommensschwächerer“ natürlich weiter Bügel (oder eben Laternen, Bäume, Wände etc.) nutzen, wo die klassische Stadtmühle ranpasst.

    Aber nun zu dem interessanteren Punkt – vielleicht kennt sich da jemand aus: kann ich eine solche Box reservieren? Wenn ich also mit einem teureren Rad zum Bhf kommen, weil es die Teile gibt, dann muss ich doch auch sicher sein, dass die wirklich zur Verfügung stehen!?

    Ansonsten nochmal zur Kostendiskussion: ich finde ein Rad für 2000 Euro jetzt nicht verwerflich. Jens, rechne Dir mal ein Auto durch – Anschaffung, Treibstoff, ggf. einen Stellplatz, Steuer, Versicherung usw. – da ist man locker drunter. Und es gibt inzwischen doch eine ganze Reihe von Studenten/ Schüler/ Azubis mit Auto…

    Ich hab 3 Räder: die klassische Stadtmühle für kurze Wege und längeres Abstellen (Anschaffung < 50 Euro), den 98er Stahlrahmenklassiker für längere Strecken (Anschaffung < 200) und für paar Stunden abstellbar sowie mein Sportrad für einen ordentlichen Betrag

  15. ich denke, die Teuro-Boxen sind für Besitzer kostspieliger Fahrräder (warum in aller Welt will man so ein Fahrrad am Bahnhof parken?? schafft Euch lieber eins für „Kurzstrecken“ an)sicher hilfreich, doch denkt man weiter, ist das für Fahrraddiebe dann auch sichtbar lukrativer, sich an die Boxen zu machen, statt die Nadel im Heuhaufen zu suchen ;)
    Ich hoffe die Bahn macht mal was aus der kleinen Dreckecke am Nordende das Parkplatzes, da war vielleicht mal eine Tankstelle, aber jetzt könnten doch dort noch Fahrradstellplätze hin..

  16. ..ja, ich muss zugeben es ist abgeschieden.
    Aber ich frag mich, warum da niemandem was einfällt. Da stellt man im Frühjahr lieber eine Überdimensionalgroße Erdbeere vor den Neustädter Bahnhof, die Spargel, Frühkartoffeln und – wer hätte es gedacht – Erdbeeren feilbietet. Nagut, ich mag die Erdbeere, aber ne Tanke am Bahnhof is doch auch praktisch, oder?

  17. ähm, wie ich grade sehen musste, ist die kleine Tankstelle garnicht mehr da. An der Nordseite sind nun auch Autostellplätze.. das ging ja schnell ;)

  18. @all:
    also in Karlsruhe gibts ne Fahrradstation, da kostet ne Monatskarte 7€. In Bad Oldesloe kostet ne Fahrradbox 10€ im Monat.

    http://www.karlsruhe.de/b3/verkehr/radverkehr/radstation.de
    http://www.badoldesloe.de/Homepage_Stadt_OD/HPContent_Virtuelles_Rathaus/A_bis_Z/Finanzen_Fahrradbox.php

    Noch was: mein ach so teures Fahrrad ist jetzt 20 Jahre alt und fährt und fährt und fährt ….Qualität gibts halt leider nich umsonst. Aber wenn mans mal mit nem Auto gegenrechnet …

  19. an der kleinen nordecke des platzes war bereits vor jahren ein parkhaus fest geplant, mit kleinem 4geschossigen kopfbau zum platz hin. wie so üblich fand sich kein investor. die städte erweiterten ihre parkraumbewirtschaftungen und planten parkhäuser am stadtteilrand, die voraussetzung sind, um die strassenräume echt umgestalten zu können (also autos tlw. raus). auch leipzig fand keine investoren dafür, handelte aber, da solche parkhäuser nötig sind und als lukrativ gelten. sie gründeten ne städt. GmbH, soviel ich weiß, die mittlerweile 2-3 solcher strategischer Parkhäuser baute und vermarktet. das läuft. natürlich intergriert man heute auch solche radstellplätze/-boxen in diese gebäude. dresdens stadtrat lehnte das ab, wie zuletzt auch ein städt. radverleihsystem. statt am bahnhof haben wir jetzt allerdings dieses parkhaus mitten im gründerzeitviertel, als fast-anwohnerparkhaus, welches seit eröffnung leer steht.
    na da ist doch alles klar: weiter so und die umweltzone kommt per zwang aus brüssel.

  20. Nur leider wird die Umweltzone auch dieses obsolete Autofetischistengehabe nicht ändern können.
    Ums mal deutlich zu sagen liebe Stadtverordnete: Fahrräder sind weder niedlich noch irgendwelche temporären Fortbewegungsmittel von Kindern oder Ökos!!!
    Das Fahrrad mag im Grundsatz her 200 Jahre alt sein,es ist aber DAS innerstädtische Fortbewegungsmittel der Zukunft (auch in Dresden!)! Es löst soviele (autogemachten) Probleme, ist günstig und schnell, macht Spaß und tut Mensch und Umwelt gut!
    Mal bitte lesen: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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