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Franz Lenk. Der entwirklichte Blick

Hechtviertel fertig saniert

Das Stadtplanungsamt hatte am Freitag zu einem Spaziergang durch den Hecht eingeladen. Mit einer Broschüre dokumentiert die Stadt nun knapp 30 Jahre Sanierungsarbeit im Viertel. 2020 wurde der Status Sanierungsgebiet für den Stadtteil zwischen Stauffenbergallee und Fritz-Reuter-Straße aufgehoben.

In der Theaterruine steht derzeit auch ein Modell vom Sanierungsgebiet.
In der Theaterruine steht derzeit auch ein Modell vom Sanierungsgebiet.

Sabine Fichte war im Stadtplanungsamt über die gesamte Zeit für das Viertel zuständig. Sie kennt hier fast jeden Pflasterstein und kann zumindest zu jedem Haus eine Geschichte erzählen. Immerhin, mit rund 23,2 Millionen Euro wurde der Wiederaufbau des Stadtviertels gefördert. Anders als die Äußere Neustadt war der „Hecht“ von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg stärker betroffen.

Zu DDR-Zeiten verfiel das Viertel weiter. Von den verbliebenen Häusern waren 1990 ein großer Teil vom Abbruch bedroht. „Es gab nahezu keine kulturellen Einrichtungen, die Straßen waren marode“, sagt Fichte. Wer konnte zog weg. Die Einwohnerzahl sackte im Hecht-Viertel in den 1990ern auf einen historischen Tiefstand.

Eines der letzten unsanierten Häuser im Hechtviertel an der Hecht-/Ecke Fichtenstraße
Eines der letzten unsanierten Häuser im Hechtviertel an der Hecht-/Ecke Fichtenstraße

Doch dann ging es aufwärts. „Nach einem starken Rückgang der Einwohnerzahl bis 1999 verdoppelte sich diese bis 2020 wieder. Heute ist das Hechtviertel mit seiner gewachsenen Bebauung und speziellen Atmosphäre beliebter als es je war“, resümiert der Leiter des Amtes für Stadtplanung und Mobilität Stefan Szuggat. Exemplarisch verdeutlicht er die Stadtentwicklung auf der Kiefernstraße. Der verkehrsberuhigte Bereicht ist eine echte Spielstraße, in den Häusern wohnen viele Familien, hier sei ein Stück Stadt mit einem Höchstmaß an Wohnqualität entwickelt worden.

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Einziger Wehrmutstropfen ist der Abriss des Hauses in der Nummer 19b. „Wir haben alles versucht“, sagt Fichte, aber die Erbengemeinschaft sei über die ganze Welt verstreut gewesen, da gab es kein Interesse das Haus zu erhalten. Jetzt steht dort ein Neubau.

Spielplatz und Kirchruine

Sabine Fichte führt durch den Stadtteil mit sichtlichem Stolz zeigt sie den Spielplatz am Königsbrücker Platz. Der ist für eine dreiviertel Million Euro saniert worden. Früher, so Fichte, haben hier zwei Schulen mitsamt Turnhallen gestanden, beide wurden im Krieg zerstört. Oberhalb des Spielplatzes befindet sich das Alternative Kulturzentrum Conni, auch das wurde mit Städtebaufördermitteln saniert.

Zwischen Schanzen- und Rudolf-Leonhard-Straße ist ein riesiger Spielplatz entstanden.
Zwischen Schanzen- und Rudolf-Leonhard-Straße ist ein riesiger Spielplatz entstanden.

Südlich vom Platz steht die ehemalige St.-Pauli-Kirche, in der jetzt Theater und Konzerte stattfinden. Auch dieses Gebäude wurde mit Millionen gerettet und das Glasdach über der Ruinie sorgt nicht nur für Schallschutz, sondern auch für eine Sicherung der Bausubstanz.

Sabine Fichte in einem ihrer Lieblingsprojekte: Die Theaterruine St. Pauli
Sabine Fichte in einem ihrer Lieblingsprojekte: Die Theaterruine St. Pauli

Es waren aber nicht nur öffentliche Gebäude und Flächen, die von den Fördermitteln profitierten. So führt Sabine Fichte abschließend in das Haus des Pferdegroßhändlers Franz Augustin in der Hechtstraße 30. Hier hatte der junge Erich Kästner bei seinem reichen Onkel etliche Tage in seiner Kindheit verbracht.

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Heute gehört das Grundstück Katrin Weigang, deren Großvater hatte das Haus von der Witwe Augustin erworben. Und nach der Wende hat Weigang mit Unterstützung der Stadt das Vorderhaus saniert. Der Rest folgt nun Stück für Stück.

Hier hielt vor 100 Jahren Erich Kästners Onkel noch mehrere Dutzend Pferde.
Hier hielt vor 100 Jahren Erich Kästners Onkel noch mehrere Dutzend Pferde.

Sanierungsgebiet Hechtviertel

  • Das Sanierungsgebiet ist nur ein Teil des gesamten als Hecht bezeichneten Viertels. Genaugenommen geht es um den sogenannten Unteren Hecht. Als oberer Hecht wird der Teil nördlich bis hin zu Stauffenbergallee und Hansastraße bezeichnet.
  • Zu Beginn des Sanierungsverfahrens lebten 3.081 Menschen im Viertel. Bis 1998 sank die Zahl auf 2.237. Mit dem Abschluss des Sanierungsgebietes im Jahr 2020 erreichte sie den bisherigen Höchststand von 4.839 Bewohner*innen.
  • Das Gebiet zwischen Buchen-, Johann-Meyer-Straße, Bischofsplatz und Bahndamm ist insgesamt knapp 27 Hektar groß. Die Gesamtinvestition im Viertel schätzt die Stadtverwaltung auf etwas das fünffache der Fördersumme, also rund 116 Millionen Euro.
  • Der Name Hecht-Viertel geht auf den Förster Johann August Hecht zurück, der im 18. Jahrhundert am Rand der Hellerberge (heute Stadtbezirk Pieschen) die Schankwirtschaft „Zum Blauen Hecht“ betrieb. Damals war das Gebiet hier überwiegend Wald. Die heutige dichte Bebaung begann erst Ende des 19. Jahrhunderts in der Gründerzeit. Auf den Wald und den Förster verweisen auch die zahlreichen nach Bäumen benannten Straßen.
Eines der letzten unsanierten Häuser im Hechtviertel an der Hecht-/Ecke Fichtenstraße
Eines der letzten unsanierten Häuser im Hechtviertel an der Hecht-/Ecke Fichtenstraße

Broschüre zum Hecht-Viertel

Die Broschüre gibt es kostenfrei unter anderem im Stadtbezirksamt und beim Jugend- & Kulturprojekt e. V., Hechtstraße 17 (Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr) und im Theaterbüro des St. Pauli Ruine e. V., Hechtstraße 32 (Montag und Donnerstag 13 bis 17 Uhr sowie Dienstag und Freitag 10 bis 13 Uhr).

Sanierungsgebiet Dresden-Hechtviertel
Sanierungsgebiet Dresden-Hechtviertel
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2 Ergänzungen

  1. Das Stadtplanungsamt hatte geladen? Über welchen Kanal wurde denn „geladen“? Ich finde nix Offizielles, war es wieder mal nur der exkludierende „Presseverteiler“? Wäre gern mal mitgelatscht, aber „Bürgerkontakt“ ist gewöhnlich kaum erwünscht, man weiß schon wie man’s tricksen kann. Schade, nun ist es „wie nicht stattgefunden“. Wieviel „echte BürgerInnen“ waren denn dabei – also abzüglich der Üblich-Fordäschdigen – reichte eine Hand zum Abzählen?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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