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Schiefe Ecke im Stadtbezirksbeirat

Am Mon­tag­abend hat Amts­lei­ter André Barth einen Über­blick zur Ent­wick­lung an der Kreu­zung Rothen­bur­ger, Louisen‑, Gör­lit­zer Straße gege­ben und dazu meh­rere Betei­ligte von Poli­zei und Ver­wal­tung eingeladen.

Nachtschlichterin Anna Anastasiou im Stadtbezirksbeirat
Nacht­schlich­te­rin Anna Ana­sta­siou im Stadtbezirksbeirat

Sven Fischer, Revier­lei­ter Dres­den Nord berich­tet, dass aktu­ell sehr viel Poli­zei im Ein­satz sei. “Es ist uns gelun­gen, ver­hält­nis­mä­ßig und der Lage ange­passt vor­zu­ge­hen, und Eska­la­tion zu ver­hin­dern”, so Fischer. Jeden Frei­tag und Sonn­abend seien rund 100 Bereitschaftspolizist*innen im Ein­satz, mit Unter­süt­zung des Ord­nungs­am­tes. “Musik­bo­xen sind weni­ger gewor­den, wir haben da auch einige ein­ge­zo­gen”, sagt Fischer. Als posi­tiv bewer­tet er, dass es nicht zu Aus­schrei­tun­gen gekom­men sei, wie in ande­ren Städ­ten. Er ver­weist auf Jena und Leip­zig. “Es waren viele Fei­ernde, aber eben keine Ran­da­lier”, so der Revierleiter.

Neben der Ruhe­stö­rung sieht er ein zwei­tes wich­ti­ges Pro­blem: Glas und Müll. Er hat bezüg­lich der Glas­fla­schen vor allem Beden­ken, weil die immer auch als Waffe ver­wen­det wer­den kön­nen. Außer­dem berich­tete Fischer, dass die “13” nicht fährt, weil die Gleise vol­ler Scher­ben seien. Das dritte Thema sei der Alaun­platz, dort sei eine erheb­li­che Zunahme an Dieb­stäh­len zu ver­zeich­nen. Zum BRN-Wochen­ende habe man den Park aus­ge­leuch­tet, um die Sicher­heit zu erhö­hen. Fischer regte an, den Alko­hol­ver­kauf und den Ver­kauf von Glas­fla­schen zu überdenken. 

Abschlie­ßend gab er zu beden­ken: “Es ist Wahn­sinn, was wir dort inves­tie­ren. Das ist am Rande des Machbaren.” 

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Alaunpark beleuchten

Johan­nes Schulz vom Kri­mi­nal­prä­ven­ti­ven Rat Dres­den bestä­tigte im wesent­li­chen die Erkennt­nisse vom Revier­lei­tert und betonte: “Wir müs­sen den Alaun­park stär­ker in den Blick neh­men.” Mög­li­cher­weise sei dort eine Beleuch­tung sinn­voll. Wie Stadt­be­zirks­amts­lei­ter Bart berich­tete, gibt es eine Pla­nung, den Weg von der Tan­nen­straße zum Bischofs­weg zu beleuch­ten, die For­de­rung dazu gibt es seit meh­re­ren Jah­ren.

Gut ausgeleuchtet: Der Alaunplatz war brechend voll.
Gut aus­ge­leuch­tet: Der Alaun­platz zum BRN-Wochenende

Erfahrungen der “Nachtschlichter”

Kon­flikt­ma­na­ge­rin Anna Ana­sta­siou von den “Nacht­schlich­tern” berich­tet, dass inzwi­schen acht Hono­rar­kräfte im Ein­satz seien, sie­ben Män­ner und eine Frau, dazu sie als Lei­te­rin. Die Konfliktmanager*innen sind zwi­schen 19 bis 61 Jah­ren alt und von Mitt­woch bis Sonn­abend im Ein­satz, am Wochen­ende bis 3 Uhr. “Wir wol­len alle Par­teien glei­cher­ma­ßen anhö­ren und in den Dia­log tre­ten”, sagt Ana­sta­siou. Das gelinge bis­lang ganz gut. Nur wenige seien über­haupt nicht ansprech­bar. Ihr Team hat beob­ach­tet, dass die Neustädter*innen sich von der Ecke ver­zie­hen hin zum Mar­tin-Luther-Platz. An der Ecke gäbe es zu wenig Mög­lich­kei­ten für die Ent­sor­gung von Müll und Glas­fla­schen. Aus dem Ein­satz der “Nacht­schlich­ter” könn­ten aber schon etli­che Erfah­run­gen gesam­melt wer­den. Sie erklärt auch die Moti­va­tion der sich vor Ort Tref­fen­den. Am häu­figs­ten sei zu hören, dass man dort hin­gehe, weil dort eben viele Leute sind und man so neue Leute ken­nen­ler­nen und Bekannte tref­fen könne.

Kris­tin Ferse, Koor­di­na­to­rin für Sucht­hilfe und Prä­ven­tion, fragte, ob Alko­hol immer ver­füg­bar sein müsse. Ob es denn nicht einen Mini­mal­kon­sens geben könne, den Kon­sum in irgend­ei­ner Form einzuschränken. 

Feedback der Räte

Gun­ter Thiele (CDU) bringt ein Glas­fla­schen­ver­bot ins Gespräch. Chris­tian Demuth (SPD) sieht posi­tive Ent­wick­lung: “Es ist immer noch nicht befrie­di­gend, aber wir sind auf dem rich­ti­gen Weg.” Ulla Wacker (Grüne) berich­tet von wach­sen­dem Dro­gen­an­ge­bot vor Ort und von Gesprä­chen mit Jugend­li­chen, die ihr erzählt haben, dass es eben die Viel­falt und das Leben ist, was sie an die Ecke locke. Karin Wilke (AfD): “Ist der Alko­hol­ver­kauf nach drau­ßen not­wen­dig? Das kann man doch ein­schrän­ken.” Ihrer Mei­nung nach würde das für eine wirk­li­che Ver­än­de­rung sor­gen. Felix Göh­ler (SPD): “Die Poli­zei hat umsich­tig und dees­ka­lie­rend gewirkt.” Die Situa­tion sei noch nicht akzep­ta­bel, aber es eine Ent­wick­lung erkenn­bar. Man müsse sich das jetzt erst ein­mal eine zeit­lang anse­hen und die ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­men wir­ken lassen. 

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Stadt­be­zirks­amts­lei­ter Barth ent­geg­nete, dass man alles andere als spon­tan han­dele, die ers­ten mas­si­ven Beschwer­den gab es Ende 2018, Anfang 2019. Des­we­gen sei es rich­tig, sich wei­ter inten­siv mit dem Pro­zess zu befas­sen. Hol­ger Knaack (Die Linke): “Ich wohne seit 15 Jah­ren an der Ecke, um 23 Uhr sind alle nett, um 1 Uhr kippt die Situa­tion, vor allem wegen der Trun­ken­heit.” Auch er plä­diert für eine Ein­schrän­kung des Alko­hol­ver­kaufs. Cle­mens Schnei­der (Grüne): “Ein Teil der Maß­nah­men ist noch nicht umge­setzt, zum Bei­spiel die ande­ren Orte, an denen sich Leute tref­fen kön­nen.” Clubs hät­ten noch geschlos­sen bzw. nur ein­ge­schränkt geöffnet. 

Polizeieinsatz an der Schiefen Ecke im Juni
Poli­zei­ein­satz an der Schie­fen Ecke im Juni

Fazit André Barth: “Wir bemü­hen uns, alle beschlos­se­nen Maß­nah­men umzu­set­zen.” Man müsse beach­ten, dass die Menge an Ein­satz­kräf­ten nicht dau­er­haft zur Ver­fü­gung steht. Er plä­diert für eine Ver­hal­tensprä­ven­tion. Er bit­tet kon­kret um wei­ter­füh­rende Vor­schäge. Er will das Thema immer wie­der auf die Tages­ord­nung setzen. 

Im Vor­feld der Stadt­be­zirks­bei­rats­sit­zung wurde den Räten eine erste Aus­wer­tung der Umfrage “Pan­de­mie-Aus­wir­kun­gen auf die Dresd­ner Neu­stadt, Kunst­hof­pas­sage und die Bürger*innen” prä­sen­tiert. Eine Initia­tive von Anwohner*innen will auf die Lärm- und Müll­pro­bleme auf­merk­sam machen und hat in einer Online-Umfrage schon mehr als 160 Zuschrif­ten bekom­men. Als Haupt­be­las­tung wer­den Müll, Lärm und Glas­scher­ben emp­fun­den. 92 Pro­zent der an der Umfrage Teil­neh­men­den wün­schen sich Maß­nah­men zur Behe­bung der Pro­bleme. Einer der meist­ge­nann­ten Lösungs­an­sätze in der Umfrage ist ein Alko­hol­ver­bot bzw. ein Alkoholausschankverbot.

Finanzierung Klubkultursommer

Außer­dem stimm­ten die Stadt­be­zirks­räte für eine För­de­rung des Klub­kul­tur­som­mers – eine Initia­tive des „Klub­netz Dres­den“. Ziel der Initia­tive ist es, eine Ent­las­tung der „Schie­fen Ecke“ her­bei­zu­füh­ren. Dafür sol­len die in der Neu­stadt ansäs­si­gen Clubs schnellst­mög­lich geöff­net wer­den, um die Men­schen­mas­sen von der Kreu­zung dezen­tral auf ver­schie­dene Clubs auf­zu­tei­len und so eine „Fei­er­kul­tur“ zu för­dern. Aktu­ell sind rund 25 Ver­an­stal­tun­gen geplant, unter ande­rem im Objekt Klein A, der Groo­ve­sta­tion, der Che­mie­fa­brik. Neben DJ-Aben­den sind auch Kon­zerte, Lesun­gen und Dis­kus­si­ons­run­den geplant – mit größ­ten­teils loka­len Künstler*innen. Die För­de­rung sei nötig, da die Clubs wegen der Corona-Ein­schrän­kun­gen nicht voll­stän­dig aus­ge­las­tet wer­den könn­ten. Wei­tere Infos.

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Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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