Leerstand auf der „kleinen Königsbrücker“

Ausgeräumt: „Petit Bonheur“

Ausgeräumt: „Petit Bonheur“

Die „kleinen Königsbrücker“, das ist das kurze Stück Parallelstraße zwischen der Haltestelle und dem Trollhus. In zweiter Reihe gab es dort einige hübsche Geschäfte. Doch im Moment scheint der große Ausverkauf zu herrschen. Die Commerzbank-Filiale wird voraussichtlich Mitte Mai geschlossen. Der Spieleladen „Hole of Fame“ und der Frankreichladen „Petit Bonheur“ – ausgeräumt, der Friseur – umgezogen auf die andere Straßenseite.

Einzig die Sparkasse und der Fahrrad- und Autoteileladen „Flade“ halten tapfer durch.

Ausgeräumt: „Hole of Fame“

Ausgeräumt: „Hole of Fame“

Nachtrag 2015

Die Sparkasse ist auch ausgezogen. Flade gibt es immer noch und aus dem Hole of Fame ist eine Galerie geworden.

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16 Kommentare zu “Leerstand auf der „kleinen Königsbrücker“

  1. Andi
    26. April 2012 at 10:27

    Wundert das noch jemanden bei den Mietpreisen für Gewerberäume in der Gegend? Sieht doch an der Bautzner nicht anders aus aber solange keine Busladungen an Touristen am Straßenrand abgeladen werden, wird die Stadtverwaltung einen Teufel tun die Standorte für den Einzelhandel mal interessant zu strukturieren.

  2. 26. April 2012 at 10:38

    @Andi: Was genau meinst Du mit „interessant strukturieren“?

  3. E-Haller
    26. April 2012 at 11:08

    @ Andi: ich glaube, die Stadtverwaltung hat hier keinen direkten Einfluss. Es sind doch letztlich die Leute, die zum Einkaufen fehlen, weil sie eben lieber in großen Komplexen als in den kleinen Läden kaufen. Bzw. auch entlang der Straße Fußgänger/ Radströme geben muss. Das ist bei der Bautzner nicht der Fall, weil es laut und unattraktiv ist (hier läuft/ fährt man eher in den Seitenstraßen) – und entlang der Köbrü ist es auch zwar kein Vergnügen – aber wenn gelaufen/ gefahren wird, dann eben auf der Ostseite (schon weil man auf der Westseite diese Verschwenkung der „kleinen“ Königsbrücker drin hat).

    Das Argument, das Autos schlecht halten können und als Kunden wegfallen halte ich für etwas scheinheilig – die wenigsten Kraftfahrer kommen wohl auf die Idee, da mal schnell anzuhalten und reinzuspringen, wenn sie paar km später auf ihrem Weg mit Magazinstraße etc. große Märkte haben…

  4. FX
    26. April 2012 at 11:30

    Vielleicht hilft ja die angekündigte 30er Strecke, um das Flanieren auf der Königsbrücker attraktiver zu gestalten, falls die Verkehrsberuhigung kommt ;-)
    Die Straße hat eigentlich vieles, was angenehmes Flanieren ermöglicht: breite Fußwege (für Außenbereiche von Cafés), Platz für Bäume, ÖPNV – es könnte so schön sein!

  5. 26. April 2012 at 11:38

    Ich glaub an der Königsbrücker, gerade an dieser Ecke, ist Flanieren weniger ein Argument als dass man als Laden dort gesehen wird und jemand später gezielt vorbei sieht.

    Bedeutet: Friseur und Rollenspielladen passen da vlt. schon noch hin (wenn es da auch besser geht, ist halt wieder die Frage nach dem Preis), etwas wie „Petit Bonheur“ hingegen will wohl schon interessierte Passanten haben die neugierig kurz reinsehen. Eine Eisdiele würde ich dort auch nicht gerade aufmachen.

  6. KDS
    26. April 2012 at 11:41

    Wie so oft gibt es auch hier einige verschiedene Aspekte festzustellen:
    Das erste sind natürlich die drei Kernfaktoren für den geschäftlichen Erfolg, als da wären Lage, Lage und Lage – und dass selbst das relativ ist, müssen all jene lernen, die glauben, man müsse in der Neustadt einfach einen Laden oder eine Kneipe aufmachen und käme mit dem Geldzählen nicht mehr hinterher (oder könne wenigstens ohne Amtshilfe davon leben), z.B. Seitensprung, Aqualounge, Linkshänderladen usw.). Die Lage auf der „kleinen KöBrü“ ist schlicht besch…eiden, und selbst Mieten von 5-8 EUR – mehr dürfte es dort eigentlich nicht sein – sind schwer zu erwirtschaften. Hauptursache dafür ist natürlich die KöBrü selbst, die Kundenzulauf aus dem Kerngebiet der Äußeren Neustadt erschwert, und die Bahnlinie hintendran dito.

    Die Stadt hat aber dennoch maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg von kleinen Einzelhandelsflächen, denn sie setzt den Rahmen. In die EK-Zentren rennen die Leute nur dort, wo EK-Zentren sind UND wenn jede akzeptable Alternative im direkten Wohnumfeld fehlt.
    Dieser Einfluss funktioniert aber nur, wenn die Stadt auch bereit ist, diesen gestalterischen Rahmen und damit auch die Verantwortung zu übernehmen. Bei der Veranstaltung im Projekttheater machte Dr. Hans-Joachim Brauns von der CDU sehr deutlich, dass das in Dresden nicht der Fall ist. Er erklärte alle Planungen wie Masterplan, Zentrenkonzept usw für obsolet, wenn jemand mit genug Geld in der Tasche kommt (in dem Fall ging es um den Globusmarkt). Er wolle nicht regelnd eingreifen, dass mache der Markt schon selber, und alle bisherigen Kassandrarufe hätten sich auch als unsinnig herausgestellt, schließlich habe der Elbepark u.a. Projekte ja auch niemandem geschadet. Dass einige schon länger als Herr Brauns in Dresden lebende und arbeitende Unternehmer aus Pieschen heftigst widersprachen, beeinträchtigte seine Meinung nicht.

  7. KDS
    26. April 2012 at 12:25

    @FX: Genau, eigentlich könnte die KöBrü ein richtig schöner Boulevard sein, wenn die Stadt das denn wollte

  8. FX
    26. April 2012 at 12:38

    Ich empfinde auch die Parkplätze auf der kleinen KöBrü als Barriere. Wenn ich z.b. von der Schauburg komme, wechsle ich lieber die Straßenseite, als über die kleine KöBrü zu gehen. Ein gestalteter Platz an der Stelle mit durchgehendem Fußweg würde sicher einige auf der Straßenseite halten – und damit den Läden dort auch mehr Laufkundschaft bringen.

  9. 26. April 2012 at 13:03

    Noch 2 Cent von mir:
    Das Le Petit Bonheur schien mir von der Ladenfläche schlicht zu groß. Solche Wohn-/Geschenke-/Lifestyle-Lädchen passen doch besser in die Görlitzer oder Louisenstraße, wo es ja tatsächlich mehrere ähnliche gibt.
    Am Tag, als dort ausgeräumt wurde, hing kurzzeitig ein Zettel im Fenster, man würde umziehen. Aber weiß jemand, wohin?
    Die Inhaberin des 5-Euro-Visionsladens ist von der Kleinen Königsbrücker in die Einkaufspassage gegenüber der Post (hat das Ding mit dem Charme einer Tiefgarageneinfahrt eigentlich einen Namen?) gezogen, weil laut ihrer Auskunft der Vermieter des alten Ladens nach der Sanierung exorbitante Mieten verlangte.
    Ich sage ja immer, diese Gegend ist das Bermudadreieck der Neustadt – man weiß nie, welcher Laden dort auftaucht oder wieder verschwindet.

  10. 26. April 2012 at 13:24

    Netto-Passage?
    Als ich den Visions-Friseur testen wollte, war er plötzlich umgezogen und im Schaufenster vorm netto wollte ich mich noch nicht einmal für einen Test frisieren lassen.

  11. E-Haller
    26. April 2012 at 15:06

    @ KDS
    Na mit Herrn Brauns haste ja einen ausgewiesenen Experten gehabt. Der gehört ja auch zu den Vertretern, denen Straßen nicht breit genug sein können – was letztlich der zweifache Tot des kleinen Einzelhandels ist: 1. entlang lauten, trennenden Straßen will niemand flanieren und 2. kann man über die schnellen Straßen viel schneller zum Einzelhandel auf der grünen Wiese fahren…

    Vielleicht ist die Zeit der kleinen Geschäfte entlang von großen Straßen vorbei. Oder vielleicht ist sie überall vorbei, wenn man von den letzten Biotopen wie der Neustadt absieht.

    Selbst in der Innenstadt gibt es die ja kaum – in Dresden sicherlich auch geschuldet der fehlenden baulichen Vorraussetzungen. Das mochte ich in Leipzig immer: zentral gelegene kleine Läden, so das man auf kurzen Wegen durchflanieren konnte. Jaja, kann man in DD auch wieder: in den 0815-Passagen.

  12. KDS
    26. April 2012 at 16:03

    @E-Haller: Vollkommen richtig. Dazu war Anfang der Woche auch ein schöner Artikel in der SZ mit dem treffenden Titel „Shoppen ja – bummeln nein“, in dem die Äußere Neustadt als letzte Dresdner Enklave für Schlender-einkaufen genannt wird. Wobei ich der Meinung bin, dass die Läden hier schon sehr schön und vielfältig sind, der Weg zwischen ihnen aber noch attraktiver gestaltet sein könnte (weniger Autos, egal ob parkend oder fahrend, mehr grün, mehr Straßencafes, mehr leben im öffentlichen Raum): und da ist eben eigentlich die Stadt gefordert, die in unserem Fall aber Eigeninitiative nicht toleriert (revolutionäre Mülleimer, anarchistische Baumpflanzungen etc.), selbst aber eben auch nix macht, außer abzunicken, wenn einer mit Millionenaufträgen winkt…

  13. E-Haller
    26. April 2012 at 17:31

    @KDS: Man merkt ja aber schnell (auch hier im Forum) die Reaktion auf wegfallende Parkplätze zugunsten höherer Lebensqualität. Das ist ein echtes Problem – und das Auto ganz verbieten ist wohl eine unrealistische Alternative (und würde ich selber auch nicht wollen).

  14. 26. April 2012 at 22:15

    Ersatz für das Hole of Fame gibts aber auch in der Lutherstraße. Da ist seit einiger Zeit nun die Reckenecke, ein spezieller Laden für die Rollenspieler und LARPer.

  15. 27. April 2012 at 10:13

    Stimmt.

  16. 28. April 2012 at 13:39

    im alten hole of fame wirds bald was neues geben… :)

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