Was wird nur aus der Erlenklause

Anfang des Jahres sah alles schon ziemlich gut aus. Die Gastronomin Kati Wetzel hatte bereits einen Vorvertrag und machte sich schon dran, die Erlenklause für den Weiterbetrieb vorzubereiten. Eröffnung sollte im Februar sein. Doch dann kam alles anders.

Steht leer: Erlenklause im Hecht-Viertel
Steht leer: Erlenklause im Hecht-Viertel
Die Kultkneipe im Hecht-Viertel hatte im Juni 2019 geschlossen. Die Hausverwaltung hatte den Mietvertrag gekündigt, weil der Mieter die Kneipe an einen anderen Nutzer übergeben hatte. (Neustadt-Geflüster vom 22. Juni 2019). Mit eben jener Hausverwaltung hatte Kati nun verhandelt.

Büro zu vermieten

Doch die war dann nicht mehr zuständig. Neuer Ansprechpartner ist eine Hausverwaltung mit Sitz in Berlin. Bis heute hat Kati keine offizielle Absage bekommen, doch seit ein paar Wochen hängen nun Transparente an der Kneipe „Büro zu vermieten“. Ist damit das gastronomische Aus für die Ecke besiegelt?

Auf Nachfrage teilt Marc Eschholz, Geschäftsführer der Deuter Invest GmbH, der das Haus gehört, mit: „Leider können wir weder zu laufenden, noch zu vergangenen Vertragsverhandlungen mit Mietinteressenten öffentliche Auskünfte erteilen und bitten hierfür um Ihr Verständnis.“

Er versichert jedoch, dass man bei der Auswahl eines neuen Mieters sowohl darauf achten, dass dieser gut in das Viertel passt, als auch in das Gebäude bzw. zu der aktuell leerstehenden Einheit.

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Kati hatte zwischenzeitlich per Crowdfunding um Unterstützung für die Sanierung gebeten. Die eingeworbenen Gelder hat sie zurückgezahlt. Die Hoffnung, dass sie doch noch irgendwann die Erlenklause wieder beleben kann, ist inzwischen sehr klein geworden.

Erlenklause von innen. Foto: Archiv
Erlenklause von innen. Foto: Archiv

Chronik der Erlenklause

Das Kultlokal an der Ecke Erlenstraße und Johann-Meyer-Straße hat eine lange Geschichte. Laut www.altesdresden.de führte ab 1911 Ernst Gottlieb Eiselt das Restaurant, das Heinrich Prosch 1913 übernahm.

Spätestens ab dem Zeitpunkt hieß es „Neustädter Reichelbräu“ und Clemens Robert Reichelt übernahm die Geschäfte, von 1920 bis 1922 war Richard Kretzschmar der Inhaber. Danach wird laut Dresdner Adressbüchern die Firma Hensel & Schmidt aufgeführt, die aber offenbar 1925 schon wieder zu macht. Kaufmann Arthur Hensel wohnt weiterhin dort. Der Laden steht dann wohl mehrere Jahre leer. Allerdings wohnt im Erdgeschoss schon seit 1922 eine Prod.-Hdlrn. (Produkt-Händlerin??) Ida Schierz. Ob das aber ein Geschäft ist, steht nicht dabei.

1929 zieht im Erdgeschoß auch eine Katharina Arndt ein, die ab 1930 als Schankwirtin aufgeführt ist. Ob ihre Kneipe auch dort war, lässt sich nicht daraus entnehmen. Ab 1933 gibt es dann einen Schankwirt Herrmann Fehner und einen Kellner Walter Fehner, die bis zum Ende der publizierten Adressbücher dort zumindest wohnen (Vielen Dank an Leser abrazzo für die Recherche).

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Von 1966 bis 1983 führte Elfriede Siegler die „Erlenklause“. 1988 hatte die Familie Pietsch das Lokal übernommen, ab 2004 führte es Karsten Pietsch bis zum Herbst 2018, übergab es dann an Michael Wirth ohne diese Übergabe mit dem Hauseigentümer abzustimmen. Daher erfolgte die Kündigung.

Erlenklause im Hecht-Viertel
Erlenklause im Hecht-Viertel

2 Kommentare zu “Was wird nur aus der Erlenklause

  1. Hat der Vermieter dort auch mit der Kündigung bis nach der Renovierung gewartet, wie zB beim Café Pott? Scheint mittlerweile gängige Masche zu sein!

  2. @Name:
    Die letzten Pott-Betreiberin hatte Mietschulden in ordentlicher Höhe.
    Und sie hatte es nicht mal geschafft, sich das Coronageld für die Miete der Zwangsschließzeit zu besorgen.
    Aber renovieren und hoffen das alles gut wird.
    Es ist nicht immer der böse Vermietungshai der Schuldige.
    Manchmal ist es auch nur Dilettantismus.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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