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Bischofsweg 16 besetzt

Heute haben meh­rere Men­schen das Vor­der­haus am Bischofs­weg 16 besetzt. Das Gebäude wird bereits seit 2003 nicht mehr bewohnt. Vor zwei­ein­halb Jah­ren war der letzte Mie­ter, das rus­si­sche Spe­zia­li­tä­ten­ge­schäft Karus­sell ausgezogen.

Hausbesetzung an der B16
Haus­be­set­zung an der B16 – Foto: Roland Halkasch
Karus­sel-Chef Dmi­tri Jam­pol­ski war damals aus­ge­zo­gen, weil der Eigen­tü­mer des Hau­ses ange­kün­digt hatte, dass das Gebäude abge­ris­sen wer­den soll. Schon damals war das Haus in einem ziem­lich schlech­ten Zustand, der angren­zende Hin­ter­haus­flü­gel war teil­weise zugewachsen. 

Die Besetzer*innen haben nun nach eige­nen Anga­ben ein Benut­zungs­kon­zept für das Haus ent­wi­ckelt. Dies beinhal­tet Wohn­raum für Bedürf­tigte, ein Info­café, eine Küche für alle und einen Gemein­schafts­gar­ten im Hof. Bei einem Früh­stück vor Ort zeig­ten sich wei­tere Per­so­nen soli­da­ri­sche mit den Besetzer*innen.

Zweite Besetzung des Hauses

Bischofsweg 16 im Jahre 1993 - Foto: Archiv
Bischofs­weg 16 im Jahre 1993 – Foto: Archiv
Das Haus am Bischofs­weg wurde vor rund 30 Jah­ren schon ein­mal besetzt. Damals konn­ten die Beset­zer im Anschluss zumin­dest teil­weise Miet­ver­träge aus­han­deln. Das Hin­ter­haus in zwei­ter Reihe ist noch ganz nor­mal bewohnt. Mitte der 1990er Jahre woll­ten die Bewoh­ner das Haus in eine Genos­sen­schaft umwan­deln, sie schei­ter­ten aber am Eigen­tü­mer, der dann über die Jahre hin­weg die Mieter*innen vergraulte. 

Im Erd­ge­schoss befand sich vor rund 100 Jah­ren das „Restau­rant Oscar Brause“ und „Geissler’s But­ter­haus“, zu Wen­de­zei­ten gab es ein Läd­chen mit Haken und Schnü­ren, der HO-Ang­ler­freund, spä­ter hatte der Far­ben-Voigt hier eine Filiale. Das Gebäude wurde noch vor der Grün­der­zeit errich­tet, ver­mut­lich um 1860, es steht der­zeit unter Denk­mal­schutz. Offen­bar hat der Eigen­tü­mer des Hau­ses bis­lang kei­nen Abriss geneh­migt bekommen.

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Inzwi­schen ist die Poli­zei vor Ort, beob­ach­tet das Gesche­hen und hat die Besetzer*innen auf dem Fuß­weg auf­ge­for­dert, eine Ver­samm­lung anzu­mel­den. Wei­tere Infos im Twit­ter-Kanal der Besetzer*innen.

Eine Perspektive - zwanzig Jahre dazwischen
Hin­ter­hof Bischofs­weg 16 – 1993 und 2013 – Foto: Archiv Anton Launer

Zweite Hausbesetzung in diesem Jahr

Im Januar hat­ten meh­rere, über­wie­gend junge, Men­schen Häu­ser an der Königs­brü­cker Straße besetzt und sich dort häus­lich ein­ge­rich­tet (Neu­stadt-Geflüs­ter vom 17. Januar 2020). Nach vier Tagen räumte die Poli­zei mit Hilfe eines Son­der­ein­satz­kom­man­dos (SEK) das Gelände. Die Staats­an­walt­schaft Dres­den hat gegen zwölf Besetzer*innen Pro­zesse ange­strengt. Zwei Ver­hand­lun­gen haben schon statt­ge­fun­den, bei der ers­ten wur­den die Ange­klag­ten zu glim­plfli­chen Stra­fen ver­ur­teilt (Neu­stadt-Geflüs­ter vom 27. Mai 2020). Die Staats­an­walt­schaft hat gegen das Urteil Beru­fung ein­ge­legt. Ein wei­te­rer Pro­zess am Amts­ge­richt Dres­den wurde am Frei­tag ver­tagt auf Ende August.

Nachtrag 17 Uhr

Am Nach­mit­tag gab die Gruppe bekannt, dass es sich bei der Aktion um eine Schein­be­set­zung handelte.

Nachtrag 19 Uhr

Die Poli­zei hat die Ver­samm­lung regis­triert und teilt mit, dass sie ein
Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des Ver­dachts des Haus­frie­dens­bruchs ein­ge­lei­tet hat. 

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16 Ergänzungen

  1. Lie­ber Anton, wenn du schon die Gen­der­ros­sette benut­zen musst, dann bitte doch kon­se­quent, in all dei­nen Arti­keln. Viel­leicht soll­test du die Arti­kel noch ein­mal auf ‘voll­stän­dig kor­rekt gegen­dert’ gegen­le­sen las­sen, sonst kann man sich den Quatsch auch schen­ken, oder nicht?

  2. Finde die Stern­chen hüb­schen den Text auf!…Scheinbesetzung hätte ich noch gern erklärt, soll das hei­ßen, dass dann abends wie­der alle nach­hause gehen?

  3. Gerade der Erhalt die­ser Vor­grün­der­zeit­ler, zumal unter DS ste­hend, die Kriege und die DDR-Zeit über­stan­den haben, halte ich aus Ensem­ble- und Stadt­bild­grün­den für wich­tig, aber sie brin­gen halt weni­ger Ren­dite, da weni­ger Geschosse…also wird der Ver­fall bewusst for­ciert, damit irgend­wann doch abge­ris­sen wer­den kann. Eine rie­sen­große Saue­rei. Ein Abriss muss ver­hin­dert wer­den. Viel­leicht macht die Poli­tik ja mal ne Anfrage?

  4. Warum kau­fen die Leute nicht ein­fach das Haus? Dann kön­nen sie all ihre Ideen ver­wirk­li­chen. Es soll aber offen­sicht­lich dar­auf hin­aus­lau­fen, dass sich dort mit För­der­mit­teln Lebens­künst­ler eine Erwerbs­quelle auf Kos­ten der All­ge­mein­heit schaffen.
    Luxus für Alle… ja, dann fangt an dafür zu arbei­ten, dann kann es viel­leicht was werden.

  5. Ja klar, ein­fach nur Ärmel hoch­krem­peln, dann klappts auch mit der Luxus­im­mo­bi­lie… Machen einem die Quandt und Albrechts ja, vor, wie man mit Arbeit reich wird. Ist halt eher die Arbeit ande­rer, aber.… who cares…

    Ihr Ver­mö­gen aus Aktien, fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­ren, alter­na­ti­ven Invest­ments, Bar­geld sowie nicht selbst genutz­ten Immo­bi­lien stieg um 8,8 Pro­zent auf rund 5,48 Bil­lio­nen Dol­lar (4,86 Bil­lio­nen Euro). Die Dol­lar-Mil­lio­näre in Deutsch­land pro­fi­tier­ten ins­be­son­dere von gestie­ge­nen Kur­sen am Akti­en­markt und höhe­ren Immo­bi­li­en­prei­sen. Zum Ver­gleich: Das Geld­ver­mö­gen aller pri­va­ten Haus­halte in Deutsch­land sum­mierte sich Ende 2019 nach Anga­ben der Bun­des­bank auf rund 6,46 Bil­lio­nen Euro. Dabei han­delt es sich um Bar­geld, Wert­pa­piere, Bank­ein­la­gen sowie Ansprü­chen gegen­über Ver­si­che­run­gen. Immo­bi­lien wer­den nicht berücksichtigt. 

    Quelle

  6. @Miez und die ande­ren Neo­li­be­ra­len: Offen­sicht­lich steht das Haus nicht zum Ver­kauf. Die Stra­te­gie ist wohl eher ent­mie­ten, abreis­sen und das Bau­land ver­kau­fen. Evtl. wohl finan­zi­ell deut­lich attrak­ti­ver als ein stark sanie­rungs­be­du­erf­ti­ges Objekt am Markt zu plat­zie­ren. Oder eben das Bau­land dann sel­ber mit einem ren­di­te­traech­ti­gen Objekt bebauen. Bei­spiele fin­den sich in der Umge­bung zu Hauf.
    Grund­saetz­lich: Euer Neid (“Es soll aber offen­sicht­lich dar­auf hin­aus­lau­fen, dass sich dort mit För­der­mit­teln Lebens­künst­ler eine Erwerbs­quelle auf Kos­ten der All­ge­mein­heit schaf­fen.”) rich­tet sich gegen die Fal­schen… Aber das war schon immer das Pro­blem der Kon­ser­va­ti­ven und Rechts­na­tio­na­len, auf die Schwa­chen zu prue­geln und damit die sys­te­ma­ti­schen Ungerechtigkeiten/​Ungleichheiten zu sta­bi­li­sie­ren. Ich werds glueck­li­cher­weise nie ver­ste­hen (wie man so hohl sein kann).

  7. Ein­fach am Wochen­ende mal einen klei­nen Aus­flug “auf´s Land” machen und dort die Eigen­heim­be­sit­zer fra­gen wie die das ange­stellt haben. Das Glei­che geht auch in der Stadt in Rich­tung Mieter.
    Aber das ist wohl schon immer das Pro­blem Der Lin­ken. Wer ist Schuld “die Ande­ren” wer soll bezah­len “die Ande­ren”. BtW es besteht natür­lich immer auch die Mög­lich­keit eine Par­tei zu wäh­len die die Schere zwi­schen Arm und Reich schließt, aber wie es aus­sieht will das offen­sicht­lich nur ein klei­nes Häuflein.
    @KleinerMiezer – volle Zustimmung

  8. g..kickt” aber Hallo! Ich bin zwar auch ande­rer Mei­nung wie “Klei­n­er­Mie­zer” aber warum Du gleich die “rechte Keule” her­vor­holst ist mir unklar. Mit die­ser plum­pen Pole­mik argu­men­tierst Du genauso dumm wie jene Rechts­na­tio­na­lis­ten die Du kri­ti­sierst. Ich kann bei “Klei­ner Mie­zer” kei­nen rechts­po­pu­lis­ti­schen Hin­ter­grund erken­nen. Rechts­na­tio­nal…? Welch ein gro­ßes Wort für Jeman­den der ein­fach keine Haus­be­setz­ter mag. Frage: Bin ich ein Rechts­na­tio­na­ler weil mir die Metha­don­rus­sen auf der Kamen­zer Straße vor (ent­fernt, bitte unter­las­sen Sie Unter­stel­lun­gen) auf die Ner­ven gehen? Weißt Du, ich wohne näm­lich dort in der Nähe. Aber bitte sei so gut und hol jetzt nicht die “…dann zieh doch weg Keule…” her­vor. Also sag, bin ich rechts­na­tio­nal weil ich die Metha­don­rus­sen nicht mag?

  9. Ganz aktu­ell
    Die Ver­tei­lung der Net­to­ver­mö­gen – also des Ver­mö­gens nach Abzug der Schul­den – ist in Deutsch­land weit unglei­cher als bis­her ange­nom­men. Den obers­ten zehn Pro­zent der Bevöl­ke­rung gehö­ren nicht etwa wie bis­her geschätzt 59 Pro­zent der Ver­mö­gen. Sie besit­zen rund zwei Drit­tel. Im reichs­ten Pro­zent steigt der Anteil von bis­her knapp 22 Pro­zent auf rund 35 Pro­zent. “Deutsch­lands ohne­hin schon hohe Ver­mö­gensun­gleich­heit wurde bis­her deut­lich unter­schätzt”, sagt Johan­nes König, einer der Autoren. “Wir sehen jetzt erst­mals ein rea­lis­ti­sche­res Bild von der Ver­tei­lung am obe­ren Rand.”
    Quelle
    Ich finde ja, dass sollte Ansporn für die 99% sein, jetzt end­lich mal mit dem Arbei­ten anzu­fan­gen. Dann gehö­ren denen bald auch 2/​3… Oder so..

  10. @g.kickt:

    wie kann man “Kon­ser­va­tive” und “Rechts­na­tio­nale” in einem Satz so ver­wurs­ten, als wenn es zusam­men­ge­hört? Das passt ja mal gar nicht zusammen! 

    Viel bes­ser pas­sen da “links­ra­di­kale” und “rechts­ra­di­kale” zusam­men in einen Topf. Mach mal ‘nen Abgleich an Rhe­to­rik und Ver­hal­ten. Ist exakt das Glei­che nur in ande­rer Farb­wie­der­gabe… (“Aus­län­der raus” – “Nazis raus”.…geht mun­ter wei­ter, ist erschre­ckend ähn­lich, aber mit “kon­ser­va­tiv” bei kla­rem Ver­stand nicht zu verwechseln…

    Also bitte erst den­ken (in der Hoff­nung dass Du doch noch was ver­ste­hen wirst..), dann schreiben…

  11. Na klar, rechts=links, Krieg=Frieden, oben=unten.
    “Aus­län­der raus” führt zu bren­nen­den Unter­künf­ten und Toten, “Nazis raus” zu ner Neu­stadt, in der die Kneipe nicht regel­mä­ßig über­fal­len wird wie in den 90ern…
    Von nem sozia­lis­ti­schen Unter­grund ist wenig zu hören, Poli­zis­ten schi­cken keine Mord­dro­hun­gen an AfD-Poli­ti­ker, Waf­fen­la­ger hier mit 60000 Schuss Muni­tion ste­hen dort ein paar Bier­fla­schen und aus dem Boden geklau­ten Stei­nen gegen­über… Usw usf.
    Aber klar, exakt das Gleiche…

  12. Gegen­vor­schlag: Ihr Kon­ser­va­ti­ven und/​oder Rechts­na­tio­na­len kauft das Haus und in zehn Jah­ren gucken wir mal, was dar­aus gewor­den is.
    Ich wette, wenn bis dahin über­haupt was pas­siert is, dann isses irgendne neue Kaufhalle.

  13. @anton:
    Was geht? Wird jetzt saniert und der Wohn­raum dem Markt zuge­führt, oder han­delt es sich aktu­ell nur um erste Sicherungsarbeiten..? 

    Gehst Du mal stöbern?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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