Partnerbörse für Menschen mit Handicap

Die „Schatzkiste“ ist eine deutschlandweit agierende Partnerbörse für Menschen mit Handicap. In der Landeshauptstadt ist sie Anfang des Jahres an den Start gegangen. Ute Gilles leitet das Projekt, das mit dem Profamilia-Projekt „Melisse“ und dem Lebenshilfe e.V. kooperiert, für die Diakonie Dresden. Ein Dutzend Kund*innen ist schon angemeldet.

Es ist nicht lang her, da empfahl mir eine Freundin die Doku-Serie „Liebe inklusive“, die Menschen mit Handicap auf ihrer Suche nach der Liebe begleitet. Die Sendung nahm sich eines Themas an, das in der Gesellschaft noch immer mit Tabus belegt ist. Besonders bei der Generation 40+ sei dies der Fall, erläutert Ute Gilles.

Das Café „Ab und zu“ befindet sich in den Räumen der Diakonie neben der Gaststätte „Der Löwe“ an der Hauptstraße.

Übung macht den Meister

„Jeder hat das Recht auf Sexualität und Liebe und die damit verbundene gesteigerte Lebensqualität“, so Gilles. Für viele Singles sind Flirten und Dating eine Herausforderung. Für Menschen mit Behinderungen noch ein bisschen mehr, weiß sie aus Erfahrung. Scham, Scheu, Ängste sind große Hemmschwellen. Erziehung und Rollenbilder, mangelndes Wissen und Vorurteile, Bilder und Klischees aus Fernsehen und Film können Barrieren beim Kennenlernen eines Menschen sein. „Übung macht den Meister“, ist das Motto von Ute Gilles, mit dem sie auch ihre Kund*innen ermutigt.

Wer bin ich und was möchte ich?

Die Schatzkiste gab es vor einigen Jahren schon einmal in Bautzen. Dort kam das Projekt allerdings zum Erliegen. Ute Gilles wollte es bereits 2016 in Dresden reaktivieren. Das verlief im Sande, weil die Initiative einen Beitrag bei den beteiligten Trägern erhebt. Indem das Projekt Melisse (Abkürzung für „Meine Liebe und selbst-bestimmte Sexualität“) Mitglied bei dem Portal wurde, eröffnete sich die Möglichkeit zur Weiterführung der Schatzkiste erneut. Die Diakonie nahm die Partnerbörse in ihre große Bandbreite von Angeboten mit auf.

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Der Ablauf ist einfach. Interessierte können sich bei Ute Gilles melden. Diese erstellt gemeinsam mit der/dem Kund*in eine virtuelle Karteikarte: Wer bin ich? Was wünsche ich mir? Welche Vorlieben, Hobbys, Problemlagen habe ich? Wünsche ich mir Unterstützung? In welchen Bereichen? Wie mobil bin ich? Fragen dieser Art geht Ute Gilles mit der/dem Kund*in durch. Dann folgt der Fragebogen, der die/den potentiellen Partner*n umschreiben soll. Suche ich eine Frau, einen Mann oder ist das Geschlecht unwichtig? Welche Vorstellungen und Erwartungen habe ich? Was kann ich aushalten, was nicht?, gibt Ute Gilles einige Beispiele.

Ute Gilles vermittelt Menschen mit Handicap auf ihrer Suche nach der Liebe.

Im Steckbrief veröffentlicht wird nur der Teil der Informationen, den der/die Auftraggeber*in wünscht. „Dort können beispielsweise auch nur Name, Alter und ein Hobby stehen“, sagt Gilles. Die Interessenten müssen über keinerlei Medienkompetenz verfügen, betont sie, da diesen Part die Vermittlung übernimmt. Auch leichte Sprache wird angeboten. Anfragen von gehörlosen Menschen werden via Mail entgegen genommen. Verborgen bleibt im Steckbrief in jedem Fall, welche Art der körperlichen oder psychischen Besonderheit vorliegt.

Das ganze Spektrum der Liebe

Es gehe bei der Schatzkiste nicht zwangsläufig darum, die/den Partner*in für’s Leben zu finden, so Ute Gilles. Der Mut zum Austausch, Gespräche, körperliche und seelische Begegnungen, Freundschaften, kurzum: zwischenmenschliche Beziehungen sind das, bei dessen Vermittlung die Schatzkiste helfen möchte.  Mit dem Café Ab und zu auf der Albertstraße 29, bietet die Diakonie einen Schutzraum, in dem erste Treffen stattfinden können.

Falls gewünscht, werden diese begleitet, um Unsicherheiten zu begegnen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass sich Ute Gilles im Hintergrund „auf Abruf“ befindet, um gegebenenfalls weiterzuhelfen. „Das Gute an dem Schutzraum ist auch, dass es im Ernstfall hier Trost gibt“, sagt sie. Schließlich gehört zur Liebe auch die Erfahrung, dass sie mit Leid Hand in Hand gehen kann.

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Haben sich zwei Menschen nicht füreinander erwärmen können, geht die Suche über die Schatzkiste auf Wunsch weiter. „Es kann natürlich sein, dass wir als Vermittler Gemeinsamkeiten übersehen oder Verbindungen nicht erkennen“, räumt Ute Gilles ein.

Zweimal im Jahr findet deshalb ein Treffen der Schatzkiste-Teilnehmer*innen statt. Der Rahmen – Kino, Disco, Kochen – soll noch ausgehandelt werden. Zusätzliche Angebote zum Treffen und Kennenlernen für Menschen mit Handicap sind das Herzenscafé der Diakonie und die Flirt-Disco der Lebenshilfe.

Schatzkiste – Partnerbörse für Menschen mit Handicap

  • Ambulantes Behindertenzentrum der Diakonie, Albertstraße 29, 01097 Dresden
  • Telefon: 0351 81038518, Kontaktzeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag uns Freitag 13 bis 15 Uhr
  • Lebenshilfe Dresden e.V., Telefon: 0351 42481003, E-Mail: schatzkiste@lebenshilfe-dresden.de, Kontaktzeiten: Freitag 12 bis 14:30 Uhr
  • Beratungsstelle ABZ
  • Schatzkiste bei Profamilia
  • Schatzkiste

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