Netzwerk ruft zu Frauenstreik auf

Um ein Zeichen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft zu setzen, ruft das Dresdner Netzwerk F*Streik zu einem feministischen und Frauenstreik an diesem Freitag, dem Internationalen Frauentag, auf. Aktionen dazu finden unter anderem beim Neustädter Verein Kosmotique und auf dem Postplatz statt.

Im Dezember 2018 schlossen sich verschiedene Dresdner Initiativen zum Netzwerk F*Streik zusammen, darunter Gruppen der antikapitalistischen Basisgewerkschaft FAU, das Frauenbildungszentrum, der Neustädter Verein Kosmotique und Gruppen von Studierenden der Dresdner Hochschulen. Durch die Sternchen-Schreibweise des Netzwerks sollen sich Menschen aller möglichen Geschlechtsidentitäten angesprochen fühlen.

Mit diesem Banner wird zum Streik aufgerufen. Foto: F*Streik Netzwerk Dresden
Mit diesem Banner wird zum Streik aufgerufen. Foto: F*Streik Netzwerk Dresden

Bisher seien die Mitglieder bei F*Streik vor allem Frauen, erzählt Toni, die seit der Gründung mit dabei ist. Einige Männer würden aber unterstützend mitwirken, etwa bei der Kinderbetreuung.

Das Netzwerk gründete sich zur Vorbereitung von Aktionen zum Frauentag. Konkret fordert F*Streik auf, am 8. März nicht zur Lohnarbeit zu erscheinen, nicht in die Schule oder zur Ausbildung zu gehen und sich nicht um die Hausarbeit zu kümmern. „Mitmachen sollen vor allem diejenigen, die am stärksten von Diskriminierung, sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Herabwürdigung betroffen sind“, so Toni. Das heißt: Frauen, Trans- und Intersexuelle und Queers. Alle anderen seien aufgefordert, sich mit den Streikenden zu solidarisieren.


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Mehr Wertschätzung unbezahlter Arbeit

Streikgründe gibt es, laut Toni, viele. Unter anderem das Sichtbarmachen von unbezahlter Arbeit, die hauptsächlich von Frauen verrichtet wird, etwa Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen: „Die Erledigung dieser Aufgaben wird von Frauen ganz selbstverständlich erwartet und selten entsprechend gewürdigt. Wir fordern eine gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung dieser Tätigkeiten und außerdem ihre gerechte gesellschaftliche Verteilung“, fasst Toni ein Kernanliegen zusammen.

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Themen der Streikbewegung, so etwa die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und die Informationsfreiheit darüber, ein Ende sexualisierter Gewalt, die Bekämpfung von Homophobie und Sexismen jeder Art sowie verbesserte Lebensbedingungen für Migrantinnen.

Das Netzwerk sammelt Statements mit Streikgründen. Foto: F*Streik Netzwerk Dresden
Das Netzwerk sammelt Statements mit Streikgründen. Foto: F*Streik Netzwerk Dresden

„Streikfest“ auf dem Postplatz

Die Streikenden sollen am 8. März nicht einfach der Arbeit fern bleiben. Stattdessen sind sie aufgerufen sich an verschiedenen dezentralen Veranstaltungen sowie einem anschließenden zentralen Streik auf dem Postplatz zu beteiligen. So findet zum Beispiel ein Streikcafé beim Neustädter Verein Kosmotique (Martin-Luther-Straße 13) statt. Dort wird ab 10 Uhr über Antifeminismus im Arbeitskontext und im Privaten diskutiert. Bei einer Foto-Aktion sollen außerdem Motive für eine kommende Ausstellung zu diesem Thema entstehen.

Ab 14 Uhr findet auf dem Postplatz dann ein „Streikfest“ statt. Dort wird es Workshops geben, zum Umgang mit Aggressionen und zum Austausch über Pflegearbeit. Abschließend findet ein gemeinsames Essen, organisiert als Küfa (Küche für alle), statt.

Das Dresdner Netzwerk ist Teil der sich seit 2018 deutschlandweit formierenden Frauenstreikbewegung. In mehr als 35 deutschen Städten wie Chemnitz, Halle, Leipzig, Erfurt und Jena haben Initiativen ebenfalls zum Frauenstreik am 8. März aufgerufen. Auch international existiert seit einigen Jahren eine Frauenstreikbewegung. So beteiligten sich im vergangenen Jahr in Spanien insgesamt rund 5 Millionen Menschen am Streik zum Frauentag. Auch in Deutschland gab es schon mal einen Frauenstreik. 1994 haben 1 Million Frauen in verschiedenen Städten gegen schlechte Arbeitsbedingungen, den Abbau von Sozialleistungen und für ein Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung gestreikt.

F*Streik Netzwerk Dresden

6 Kommentare zu “Netzwerk ruft zu Frauenstreik auf

  1. Was für schräge Forderungen. Ich (m) erledige meine Hausarbeit auch selber, wobei mir aber nie einfallen würde dafür „gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung dieser Tätigkeiten“ von anderen einzufordern. Ich lege auf jegliche Würdigung dritter Personen überhaupt keinen Wert. Und wem die Hausarbeit zu viel wird der kann sich ja einfach dafür entscheiden die Glasvitrine nur noch alle 6 Wochen statt jede Woche zu putzen oder wenn das auch zu viel ist akzeptieren, daß es nicht überall wie geleckt aussieht.

    Was euren Streik betrifft, der dürfte ziemlich ineffektiv ausfallen wenn da nur Sozialpädagoginnen und Studentinnen teilnehmen. Ich für meinen Teil gehe davon aus, daß die Bahnen auch am 8.März fahren werden, Strom aus der Steckdose kommt, Wasser aus dem Wasserhahn, Post zugestellt wird.

  2. Der Spruch auf dem Bild ist biologisch falsch. Der Körper ist nicht einfach da. Seine spezielle Form hat die Funktion den Geschlechtspartner zur Fortpflanzung zu überreden.

  3. Am 18. März 2019 ist übrigens auch der nächste Equal-Pay-Day. Ich bin voll dafür das Frauen und Mütter auch mal Rechnungen zu gleichen Teil bezahlen (equal pay), und nicht nur immer die Väter und Männer den großen finanziellen Teil eines Haushalts schultern müssen. Frauen, rauß aus der Teilzeit!

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