Erlenklause geschlossen

Geschlossen: die Erlenklause
Geschlossen: die Erlenklause
Aus privaten und technischen Gründen geschlossen – so steht es am Fenster der kleinen Kneipe an der Ecke Johann-Meyer-/Erlenstraße. Das hört sich stark nach dem Aus für eine der letzten Kultkneipen an.

Wie mehrere Stammgäste berichten, will der bisherige Inhaber, Karsten Pietsch, die Erlenklause nicht mehr weiterführen. Seine Eltern hatten das Ecklokal 1988 kurz vor dem Ende der DDR übernommen und 2004 dann an den Sohn übergeben, der das Lokal gemeinsam mit seiner Frau Monika weiterführte.

Die Erlenklause stand für kleine Preise und deftige Hausmannskost, Skat, Billard, viele Stammgäste und jede Menge Zigarettenrauch. Mal sehen, ob sich jemand findet, der die Kneipe übernimmt.

Geschlossen: die Erlenklause
Geschlossen: die Erlenklause

Nachtrag – Korrektur

In der ersten Version des Beitrages stand, dass die Familie Pietsch die Erlenklause 1988 eröffnete. Da bin ich einer Falschinformation aufgesessen. An der Ecke Erlenstraße/Johann-Meyer-Straße befand sich mindestens seit 1911 ein Restaurant, das in alten Adressbüchern mit der Bezeichnung „Neustädter Reichelbräu“ zu finden ist, wann daraus dann genau die „Erlenklause“ wurde, konnte ich bislang noch nicht herausfinden. Allerdings berichten mir Leser, dass die Eckkneipe wohl schon in den 1960er Jahren unter diesem Namen firmierte. Ein paar Häuser weiter in der Nummer 10 gab es übrigens einst die „Erlenschänke“.

Nachtrag – 30. November

Die Erlenklause hat mit neuem Betreiber wieder eröffnet.

Anzeige

fittogether

20 Kommentare zu “Erlenklause geschlossen

  1. Das darf nicht wahr sein. Die letzte robuste Kneipe in der Neustadt schließt. Und keine Roulade war so groß und günstig!

  2. Find ich gar nicht schade. Eine weitere Kneipe, in der nazi-Sprüche und Fremdenhass offen artikuliert und toleriert wurden, weniger. Sehr gut.

  3. Es war immer lecker und preiswert halt eine super Wohngebietsgaststätte eine Arbeiterkneipe fand ich immer super wenn die Leute nach Arbeit reinkamen und alle haben sich verstanden.

  4. Lag zum Teil daran, dass es dieselbe Klientel war, welche sich im jetzt ebenfalls geschlossenen „Geistertreff“ (Betreiberwechsel und heute „Vendetta“) heimisch fühlten.
    Gerade sonntags, gab es wohl mehrere Vorfälle, wo ihnen beinahe beigebracht wurde, was lustig ist und was nicht. Das Einzige, was die Hemmschwelle dafür sehr hoch legte, war der Umstand, dass es auch bekannte Stammgäste waren, aber eben nur sonntags zugegen. Diesen Gästen war eines auch klar, nämlich, welches eskalationspotenzial diese Nummer hat. Viel Kleinholz wäre es sicher geworden, mit der großen Aussicht, dass die ihrer Kammeraden mitbringen. Auch ein hässlicher Kreislauf, oder nicht? Da ich diese komische Stimmung nicht brauche und mein Essen auch selber aus Beuteln aufwärmen kann, bin ich sonntags auch nicht gern mitgegangen. Auch auf den Gestank der Klamotten konnte ich wirklich verzichten … widerlich … Mensch roch sie, eh er sie sah.

  5. @DD Hecht

    Kammeraden schreibt man mit einem „m“. Damit wir hier das intellektuelle Niveau mal wieder geraderücken. Aber ich habe auch nichts anderes erwartet.

  6. @DDHecht
    Ich war zwar seit Mitte der 90iger nicht mehr in der Klause und kann daher zum Körpergeruch der Stammgäste nichts kommentieren. Aber selbst wenn sie nicht Deine interlektuelle Klasse erreichen, haben doch auch diese Leute das Recht auf eine Stammkneipe.
    Es gibt immer jede Menge Menschen, die am Stammtisch nicht die neuste Theaterinszenierung besprechen oder die politisch korrekte Anwendung der deutschen Grammatik diskutieren. Na und? Sollen sie doch grölen oder ihr Geld sinnlos in Spielautomaten füttern. Das geht mich nichts an.
    Und Dich auch nicht!!

  7. @bobi
    Nein, wirklich? Wow! Warum auch immer ein „m“ zu viel…geschenkt! Das „m“ kann gestrichen werden, Du aber bleibst ein Kleingeist. Du solltest nicht von Niveau reden, wenn ein „m“ zu viel, das Einzige ist, was Du zum Inhalt zu sagen hast. Und sei ehrlich, Dein Niveau bewegt sich doch nur auf dieser Ebene https://duckduckgo.com/i/4b3e1cfc.jpg, richtig?

    Zu Dir fällt mir ein Satz von „Götz von Berlichingen“ ein…etwas mit hinten…und so! ;)

  8. Kein Wunder, dass Bob nichts zu „eskalationspotenzial“ eingefallen ist, was natürlich großgeschrieben wird, sondern nur zu Kameraden. ;D

  9. Bob… wenn die Kameraden in einer Kammer sitzen sinds automatisch Kammeraden! …einfach mal still sein, wenn man nix zum interlektuellen Niewo beitragen kann

  10. @ DD Hecht & Jayt: Was Ihr schreibt, ist einfach nur Tinnef! Die Wirtin und Köchin ist eine Polin, die hervorragende Hausmannskost zubereitet, da gibt´s nix aus Tüten. Und dass sich dort vllt. auch ab und zu eine gewisse Klientel herumgetrieben hat, kann man sicherlich nicht ausschließen, dieser Kneipe jedoch zu unterstellen, sie sei gewissermaßen ein Nazitreff, ist einfach nur eine Lüge und eine Frechheit!

  11. @ Robert: Danke für den Kommentar!

    Unabhängig, was sich dort für Menschen (angeblich) herumgetrieben haben, finde ich schade, dass eine der letzten Eckkneipen mit Essensangebot nun geschlossen hat.
    Ich kann die negativen Schilderungen nicht nachvollziehen. Aber ich bin ja selbst schuld- hätte ja jeden Tag dort feinstes FK trinken können…

  12. Warum stellt der Denkmalschutz nicht die letzt-allerletzten altdeutsch-DDRtypischen Gastro- & Kneipinterieurs Nordelbiens unter Schutz, wie südelbisch am Gorbitzer Krug erfolgt?? Also da ist wohl was übersehen worden. Am „Hechtkrug“ Erlenklause waren es meines Erachtens die Tischdecken, welche auch zünftige Brüder und Artgenossen anzog, der Rest vermeintlich rechten Gedankenguts ist sicher gesamtdeutsche Stammtisch- Normalität und und gutes Soziokompensat für die armen Kläffer unter Promillehilfe. Vielleicht laufen bald die ‚Brot und Spiele‘-Angebote für Hechtsenioren und Hechtsenile im St.Pauli-Vereinsladen besser …

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.