Wie weiter mit der Louisenstraße?

Louisenstraße

Louisenstraße

Im vergangenen Jahr wurde das Ostende der Straße repariert. In diesem Jahr ist nun der westliche Teil dran. Die Instandsetzung kam für Anwohner und Gewerbetreibende ziemlich überraschend. Protest gegen diese Form der Instandsetzung, ohne mit den Bürgern oder wenigstens ihren Vertretern, den Ortsbeiräten, zu reden, kommt nun von den Grünen.

In einer Einladung zur Diskussion über die Zukunft der Louisenstraße heißt es: „Statt die Gestaltung der Louisenstraße grundsätzlich zu überdenken, zementiert das Straßen- und Tiefbauamt den Status quo mit abschnittsweisen Notreparaturen.“ Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, hat in seinem Blog einen Antragsentwurf für eine Neuplanung der Straße veröffentlicht.

Darin fordert er unter anderem, zu prüfen wie der Fuß- und Radverkehr sicherer und bequemer geführt, der Straßenraum für Geschäftsauslagen und Freisitze, für Cafes und Gaststätten vergrößert und die Anzahl der Parkplätze zugunsten von Kurzzeithalten und breiteren Fußgängerbereichen beschränkt werden kann.

Gemeinsam mit Klemens Schneider, Neustädter Ortsbeirat für die Grünen lädt Lichdi zu einer Diskussionsveranstaltung über Zukunft der Louisenstraße am kommenden Mittwoch in die Grüne Ecke ein.

Diskussion zur Louisenstraße

  • Mittwoch, 25. Juli 2018, 19.30 Uhr, Grüne Ecke, Bischofsplatz 6, 01097 Dresden
Holperpflaster auf der Louisenstraße

Holperpflaster auf der Louisenstraße

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19 Kommentare für “Wie weiter mit der Louisenstraße?

  1. Architekt
    23. Juli 2018 um 08:24

    Der westliche Teil wird saniert????
    Du meinst wohl das westliche Drittel des westlichen Teils wird saniert!
    Der Rest ist Loch an Loch und Huckel an Huckel

  2. Ureinwohner
    23. Juli 2018 um 20:43

    Herr Lichdi ist ein westdeutscher Rechtsanwalt und Politiker.

    Mit der Anhebung der „Aufenthaltsqualität“ durch großkronige Bäume, Vergrößerung der Geschäftsauslagen etc. möchte Herr Lichdi offensichtlich die Wohn – und Lebensqualität im Viertel anheben. Oberflächlich betrachtet eine gute Sache.
    Nun ist es allerdings leider so, daß eine Anhebung der Lebensqualität in einem Wohnviertel auch immer die Anhebung des Mietspiegles in dem betroffenen Gebiet mit sich bringt. Aus einfachen Wohnlagen werden mittlere Wohnlagen und aus mittleren bessere Wohnlagen. Herr Lichdi ermöglicht mit seinem Konzept den Vermietern somit eine ordentliche Erhöhung der Mieten. Zuletzt gesehen in: Friedrichshain (Berlin) und Schwabing (München). Szeneviertel wurden in kleinen Stückchen umgewandelt, hin zu hippen Gentrifiziererquartieren. Mit Mieten die für „normal“ Verdiener nicht mehr finanzierbar sind. Keinesfalls möchte ich Herrn Lichdi, nur weil er aus Westdeutschland stammt und Rechtsanwalt ist, eine derartig gentrifizerende Strategie unterstellen. Ich möchte an dieser Stelle nur auf mögliche, finanzielle Folgen, sprich Mieterhöhungen, für die Anwohner aufmerksam machen.

  3. Pitti
    23. Juli 2018 um 23:18

    @ Ureinwohner

    Dass durch die angeregten Maßnahmen (man schafft den Text in 2 Minuten) die Mieten steigen werden ist nicht zwangsläufig und Friedrichshain und Schwabing aufgrund ihrer Größe (>100.000 Einwohner) und Lage nicht unbedingt vergleichbar mit der Äußeren Neustadt. Dazu kalkulierst Du nicht die möglichen finanziellen Folgen einer Nichtsanierung ein, die auch wir alle tragen werden.

    Wenn es keine Rolle spielt, dass Herr Lichdi ein aus Westdeutschland stammender Rechtsanwalt ist, wozu dann zwei Mal betonen? Zumal er erst zwei Jahre nach dem Mauerfall sein Studium abgeschlossen hat und seit 26 Jahren in DD lebt. Auf Grundlage der Herkunft eines Menschen soziale Ängste anderer zu wecken, schädigt „uns“ mehr als alles andere.

  4. abrazzo
    24. Juli 2018 um 00:03

    @ureinwohner
    Ich weiß ja nicht, wie lange man hier leben muß, um als Ureinwohner zu gelten, aber der Lichti wohnt hier seit Anfang der 90-iger.
    Ich gehöre zwar nicht zu seinem Wählerklientel, aber das er als Anwalt für großkopferte Wessis agieren sollte glaube ich nie und nimmer.
    Bitte mal diese versteckten Unterstellungen unterlassen oder beweisen!

  5. statler & waldorf
    24. Juli 2018 um 11:54

    @abrazzo

    „großkopferte Wessis“

    @Ureinwohner

    „Herr Lichdi ist ein westdeutscher Rechtsanwalt und Politiker.“

    Ich hatte knapp 30 Jahre nach der Wende die leise Hoffnung, dass dieses Ost/West Denken mal so langsam aus den Köpfen verschwindet.

    Ist wohl ein Irrtum und wird wohl noch eine Generation dauern.

    Traurig !

  6. abrazzo
    24. Juli 2018 um 16:19

    @s & w
    sorry, das war tatsächlich mißverständlich. Ich meinte nur, im Kommentar von Ureinwohner den implizierten Vorwurf heraus gelesen zu haben, daß Lichtis Engagement daher kommt, daß er die Mieteinnahmen der Düsseldorfer Zahnarzt-Gilde verbessern wöllte, was natürlich Quatsch ist.

    Übrigens freue ich mich sehr darüber, daß ich mittlerweile von den meisten meiner Bekannten gar nicht mehr weiß, wo sie geboren sind – und es ist auch allen, die ich kenne völlig wurscht. In den 90-igern war das leider noch ganz anders.

  7. statler & waldorf
    24. Juli 2018 um 17:20

    @abrazzo

    es ist offenbar schon/noch so tief drin, dass du es gar nicht mehr merkst !

    „Düsseldorfer Zahnarzt-Gilde“

    Soll ich Dir mal eine Liste von geldgeilen „Ossis“ schicken ? Im Westen wohnen 4 mal so viel A……, weil da 4 mal so viel Menschen leben !

    Immer noch traurig !

  8. Pitti
    24. Juli 2018 um 22:57

    @ s&w

    Du hast aber einen empfindlichen Migrationshintergrund. Wie darf sich abrazzo denn richtig ausdrücken?

  9. statler & waldorf
    25. Juli 2018 um 11:27

    @Pitti

    abrazzo kann sich ausdrücken wie er will. Und ich fühl mich auch nicht angesprochen.

    Aber mir geht ganz einfach fast 30 Jahre nach der Wende dieses guter-Ossi-böser-Wessi Geweine auf den Keks.

    ;-)

  10. Johannes Lichdi
    25. Juli 2018 um 15:21

    ich hätte mich ja gefreut, wenn hier nicht absurde vermutungen anhand meiner herkunft diskutiert würden, sondern wie wir uns eine schöne louisenstraße wünschen, naja, wird ja vielleicht noch

  11. Ureinwohner
    25. Juli 2018 um 17:08

    Lieber Herr Lichdi,
    ich stelle keineswegs „absurde Vermutungen“ ob Ihrer Herkunft an. Ich hätte statt ‚Westdeutschland‘ auch ‚Heilbronn‘ schreiben können. Das Sie ein Rechtsanwalt sind ist eine Tatsache und völlig wertungsfrei. So Sie meinen Text aufmerksam gelesen haben, werden Sie festgestellt haben das ich Ihnen keine Absicht, bezüglich einer angestrebten Mieterhöhung unterstelle. Nur: Genau diese Mieterhöhungen werden (mittelfristig) eine Folge Ihrer „schöneren Louisenstraße“ sein. Ich möchte nochmals ausdrücklich darauf hinweisen: Verbesserungen der Wohnstruktur in jeglicher Form bedingen, nahezu automatisch, das Verlangen der Vermieter nach höheren Mieten. Der Ehrlichkeit halber empfand ich es als wichtig, diesen Aspekt nicht unerwähnt zu lassen.
    Ich würde mich sehr freuen wenn Sie hier, an dieser Stelle, meine Sichtweise und Befürchtungen ‚ad absurdum‘ führen könnten.

    Herr Lichdi, gestatten Sie mir noch eine kurze Antwort an „Pitti“ :

    Lieber Pitti, mir erschließt sich Deine Logik, bezüglich der Anzahl der Einwohner (größer 100000) in Relation zur Anhebung des Mietspiegels aufgrund von besseren Wohnverhältnissen leider überhaupt nicht. Meinst Du damit: wenn weniger als 100000 Menschen an einem aufgewerteten Wohnort leben, daß dann Mieterhöhungen unrealistisch sind?

    Mit freundlichen Grüßen, der Ureinwohner.

  12. Pitti
    25. Juli 2018 um 23:41

    @ Ureinwohner

    Es ergeben sich durch die Größenordnungen und die Lage beider von Dir genannten Städte völlig andere Anforderungen an die Infrastruktur der Stadtteile. Dort wurden auch ganze Quartiere edelsaniert und nicht, salopp gesagt, 200m Holperstraße, die vielleicht drei Bäume mehr bekommen soll. Der Markt für gehobeneres Wohneigentum findet in Dresden (noch) in anderen Stadtteilen seinen Schwerpunkt und Dresden hat weit weniger Metropolencharakter als München und Berlin. Entsprechend wird auch die Dynmaik des Mietenanstiegs im Rahmen bleiben und v.a. ihre Ursachen woanders (Bevölkerungswachstum, Sanierung anderer Stadtteile, Sicherheitsmaßnahmen usw.) finden.
    Außerdem bin ich der Meinung, dass wir öffentliches Eigentum so lange wir können auch mitgestalten sollten. Im Entwurf wird der OB aufgefordert, die Baumaßnahmen einzustellen und bestimmte Dinge zu prüfen. Es werden „shared spaces“ und Diskussionen mit Bürgern über Planungsvarianten gefordert. Ich staune, dass das für jemanden nach „Gentrifizierungsstrategie“ klingt. Ich bin aber auch kein Fachmann, also wenn Du Infos zur Korrelation von Straßensanierungen und Mieten hast, gern her damit.

  13. Johannes Lichdi
    26. Juli 2018 um 12:30

    der mietenanstieg kann letztlich nur durch bundespolitische maßnahmen im mietrecht abgebremst werden, die stadt dresden kann den sozialen wohnungsbau wieder aufnehmen, was rotgrünrot gerade machen! – im übrigen: sollen wir jede aufwertung des öffentlichen raumes unterlassen, weil es zur gentrifizierung beitragen könnte? – das kann nicht richtig sein! – bei der gut besuchten Veranstaltung gestern hat keiner ängste wg gentrifizierung geäußert

  14. Veit
    7. August 2018 um 22:43

    Eine Sanierung der Louise angesichts des zum Teil schlechten und löchrigen Zustandes Ist in jedem Fall notwendig. Eine Gentr.-Problem kann ich nicht sehen. Allerdings kann der Vorschlag von Herrn Lichdi, eine Beschränkung der „Anzahl der Parkplätze zugunsten von Kurzzeithalten und breiteren Fußgängerbereichen“ zur Vergrößerung von Geschäftsauslagen und Freisitzen von Cafes zu prüfen, nicht die Lösung sein. Die Neustadt ist auch und vorallem ein Wohnviertel. Dazu gehören eben auch Parkplätze.
    In den Feierabendstunden und am Wochenende gleicht die Parkplatzfindung, für uns als Anwohner der Louisenstraße, einer Lotterie. Ein Parkplatz außerhalb des inner circle ist mittlerweile die Regel was momentan sicher auch an der Baustelle DKS liegt. Die Rücksicht auf die Anwohner sollte bei den im Artikel angeführten Überlegung vor Geschäftsauslagen und Attraktivität für Besucher stehen.

  15. nepumuk
    8. August 2018 um 07:17

    Na Veit, sie sehen ihre Autonutzung als normalgegeben an, die Nachteile dürfen alle anderen tragen. Ich z.B. verzichte bewußt aufs Auto, ich nehme die kleinen „Nachteile daraus in Kauf. Verstehen sie, ..bewußt! Ich möchte eine lebenswertere Stadt und keine reine Straßenblechhalde. Was tun sie, was sind ihre Ziele für ihre (Wohn)Stadt, wo gehen sie hin zum „Leben“ – ihr Platz müßte ja eigentlich zwischen den geparkten Blechdosen sein, richtig? Im Prinzip sind nur wenige bis sehr wenige Privatpersonen aufs Auto angewiesen, da haperts mit der Ehrlichkeit. Schade, daß der einzig dazu annähernd fähige Stadtteil, die „grüne“ Äuß. Neustadt (Wer sonst, wenn nicht hier?), es nicht annähernd schaffen würde, irgendwas „autofreies“ hinzubekommen.

    Im Grunde ist es eine Abwägungssache. Einige zig private Stellplatz“bedarfe“ stehen einer mehrere hundert bis tausende täglich umfassenden Öffentlichkeit gegenüber, welche von lebenswerteren Gestaltungen sehr profitieren würden. Ausgang also eigentlich klar. Eigentlich!

    Eine Frage muß allerdings auch erlaubt sein: Will man noch mehr Rassel und auch nächtliche Massenbespaßung ins sonst ja „familiäre Wohnviertel“ ziehen? Ich bin hierbei eher Vertreter einer allmählichen Schiebung / Konzentrierung dorthin, wo es hingehört: auf den „Boulevard Köbrü“ bzw. in alle „nichtstörenden“ Randbereiche. Die Stadt kann solches ja langfristig steuern, wenn sie denn will.

    Sowieso ist die Louise in Abschnitten zu betrachten, vorn und hinten weiterhin Blech, mittig Aufenthalt – ob sich was ändert, kommt also darauf an, wo man konkret wohnt. Das Gentri-Gefasel oben war übrigens keiner Notiznahme wert, die Mietexplo ist schon lange und auch mit kaputtesten Straßen (Köbrü) im Gange, sie pendelt sich künftig eher ein – egal wie es draußen aussieht.

  16. abrazzo
    8. August 2018 um 10:13

    Auch ich habe kein Auto und leihe mir nur selten eins für z.B. Großeinkäufe oder Möbeltransport.
    Aber in der Neustadt wohnen ja zahlreiche Familien mit Kindern. Da wird der Wocheneinkauf ohne PKW kaum möglich sein. Allerdings ist der implizierte Anspruch auf einen Parkplatz vor der Haustür auch nie und nimmer durchführbar. Aber es stimmt schon: In einem Wohnviertel sollten die Interessen der Bewohner und nicht der Besucher im Vordergrund stehen.

  17. christoph
    8. August 2018 um 12:13

    Herr Lichdi,

    Radverkehr mit eigenen Anlagen …beidseitig ??? ;D ..vll noch je eine Kinderwagenspur dazu, Zwillingswagenbreite versteht sich…

    großkronige Bäume ?? ehrlich ? Dachrinnenbegrünung wie zur Vorwendezeit

    wo soll da zwischen Kurzzeitparkern, Radstreifen und noch mehr ganz tollen Freisitzen Platz dafür sein?

    hab jahrelang grün gewählt und zweifle gerade etwas

  18. michel neumann
    8. August 2018 um 15:14

    Generell sollte jeder Entwurf, der die unselige Idee von eigenen Radverkehrsanlagen in Städten propagiert, in die Tonne. Dieser Unfug stellt die gefühlte Sicherheit vor die echte – erstere steigt bei ängstlichen Naturen, letztere sinkt für die Mehrzahl der Radfahrer.

  19. nepumuk
    31. August 2018 um 09:15

    Flutscht ja richtig, die Baustelle dort. Kommt man kaum hinterher, oder sind die alle ins Sommerloch gefallen und warten dort auf den Wintereinbruch?

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