Neue Pumpstation in Betrieb

Fast abgeschlossen. Die Abwasser-Baustelle an der Forststraße.

Fast abgeschlossen. Die Abwasser-Baustelle an der Forststraße.

Die hohen Bauzäune sind weg. Der Blick in die Forststraße von der Bautzner ist wieder frei. Rund zwei Jahre lang hat die Stadtentwässerung Dresden hier die Kanalisation neu geordnet, 8,5 Millionen Euro wurden verbaut. Alles für die bessere Wasserqualität der Prießnitz.

Unter den Blechklappen verbirgt sich der Abstieg zum Mischwasserpumpwerk. Dort wird künftig überschüssiges Mischwasser in einen Kanal unter die Elbe gepumpt, dort fließt das Wasser dann in den Altstädter Abfangkanal und dann in die Kläranlage nach Dresden-Kaditz.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) und Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der Stadtenwässerung im neuen Abwasserpumpwerk. Foto: Radio Dresden

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) und Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung im Abwasserpumpwerk. Foto: Radio Dresden

Bisher strömte bei starkem Regen ein Teil dieses Mischwassers in die Prießnitz. Das Mischwasser setzt sich aus Schmutzwasser und Regenwasser zusammen. Das floss bisher aus den Kanälen der Prießnitz-, Forst- und Radeberger Straße über sogenannte Regenüberläufe in die Prießnitz – bis zu 25 Mal pro Jahr. Nicht nur die damit zusammenhängenden Belastungen für die Prießnitz waren ein Problem sondern auch die unhygienischen Bedingungen für spielende bzw. badende Kinder, die den Unterlauf der Prießnitz gerne nutzen.

Prießnitzmündung mit reichlich Wasser - Foto: Archiv/April 2018

Prießnitzmündung mit reichlich Wasser – Foto: Archiv/April 2018

Außerdem was es nicht möglich, während eines Hochwassers bei größeren Niederschlägen Wasser aus der Kanalisation in die Prießnitz abzuleiten. Es kam zum unerwünschten Rückstau in das Neustädter Netz. Die Bauarbeiten an der Anlage gliederten sich in drei Komplexe.

Elbquerung zum Altstädter Abfangkanal

Vor knapp zwei Jahren verlegte die Stadtentwässerung das Rohr durch die Elbe (Neustadt-Geflüster vom 10. September 2016). Zunächst wurde durch Schwimmbagger eine drei Meter tiefe und rund zehn Meter breite Rinne geschaffen. Die Spezialisten der Firma Hülskens Wasserbau GmbH zogen anschließend das Rohr mittels Seilwinde von der Altstädter auf die Neustädter Seite. Die Gesamtlänge des Kanals von der Bautzner Straße bis zum Altstädter Abfangkanal beträgt 590 Meter.

Unter den Metallplatten befindet sich der Einstieg zum Abwasserpumpwerk.

Unter den Metallplatten befindet sich der Einstieg zum Abwasserpumpwerk.

Abwasserpumpwerk mit Speicher

Es wurde ein unterirdisches Abwasserpumpwerk errichtet, welches bei Regen überschüssiges Mischwasser auf die Altstädter Seite pumpt, mit maximal 700 Liter oder drei Badewannen pro Sekunde. Der Altstädter Abfangkanal hat genügend Kapazität, um das Abwasser dann zur Kläranlage Kaditz zu leiten.

Neubau Regenüberlauf Prießnitzstraße

Der ehemalige Überlauf des Kanals unter der Prießnitzstraße wurde zu einem Einlaufbauwerk für die Rohrleitung zur Querung der Prießnitz Richtung Abwasserpumpwerk umgebaut.

Vielen Dank an Radio Dresden für das Bild aus dem Untergrund.

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6 Kommentare zu “Neue Pumpstation in Betrieb

  1. abrazzo
    6. Juli 2018 at 18:26

    Das ist ja fast Poesie! Da werden die Neustädter Fäkalien mittels eines Einlaufbauwerkes in die Altstadt gepumpt.
    Diese Taktik könnte ich mir auch für andere Materialien vorstellen.
    Weiter so!

  2. abrazzo
    6. Juli 2018 at 18:32

    Andererseits könnte man sich natürlich auch fragen, ob die Altstadt tatsächlich noch einen Einlauf mit brauner Suppe braucht.
    Kommt das Rohr denn auch am Theaterplatz raus?

  3. bob
    6. Juli 2018 at 22:18

    @abrazzo

    Deine Beiträge sind so unfassbar dämlich, da fehlen mir echt die Worte…..

  4. steffe
    9. Juli 2018 at 23:25

    Ich finde abrazzo’s beiträge witzig. Querdenken. Humor. Bisschen piessacken. Rütteln. Mit Form. Gewählt. Stilvoll. Liest man gern.

  5. bob
    10. Juli 2018 at 12:01

    @steffe

    Ist dir vielleicht mal der Gedanke gekommen, dass es Menschen gibt, die nicht gerüttelt oder gepiesackt werden wollen, wenn sie einen Bericht über Stadtentwässerung lesen. Wie man von einer 7stelligen Investition, die letztlich dem Umweltschutz dient, auf Demos auf dem Theaterplatz kommt, erschließt sich mir halt nicht. Ich nenne das nerviges Sendungsbewusstsein. Aber über Humor lässt sich ja trefflich streiten.

  6. christoph
    10. Juli 2018 at 12:34

    ich geb auch gerne einen Daumen hoch für abrazzo… ein schönes Bild

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