Anwohner klagen über 16-Meter-Mauer

Das höhere Hinterhaus vom Spielplatz Sebnitzer Straße aus gesehen.

Das höhere Hinterhaus vom Spielplatz Sebnitzer Straße aus gesehen.

An der Seifhennersdorfer Straße wird derzeit gebaut. Ein Neubau entsteht und ein altes Fabrikgebäude wird saniert. Das Neustadt-Geflüster berichtete im April 2016 über das Projekt.

Dabei wurde das alte Fabrikgebäude um eine weitere Etage aufgestockt und ist nun rund 16 Meter hoch. Für die Nachbarn in den Hinterhäusern der Görlitzer, Sebnitzer und auch der Kamenzer Straße wird es nun deutlich dunkler. Einer der Anwohner an der Kamenzer Straße hatte schon im November 2016 Widerspruch bei der Landesdirektion gegen die Bebauung eingelegt. Eine Antwort erhielt er bis heute nicht, inzwischen versucht er es auf dem Klageweg vor dem Verwaltungsgericht.

Die Neubauten an der Seifhennersdorfer Straße.

Die Neubauten an der Seifhennersdorfer Straße.

Am Montagabend stellten einige Anwohner das Mauer-Problem im Neustädter vor. Anwohner-Sprecher Uwe Schneider berichtete, dass im Bebauungsplan für die Äußere Neustadt für eine Neubebauung an der Stelle der alten Fabrik eine maximalen Höhe von 9,60 Metern vorgesehen war. Allerdings kam dieser Bebauungsplan nie über den Status eines Entwurfs hinaus. Wie die Gebäude nach der Fertigstellung aussehen sollen, lässt sich auf der Website der Unternehmensgruppe Haus & Capital ansehen.

In der Regel werden Neubauten oder Altbausanierungen im Viertel nach Paragraph 34 Baugesetzbuch genehmigt. Nur bei größeren Projekten wird ein Bebauungsplan aufgestellt, bei dem dann auch die Anlieger mit einbezogen werden.

Um vier Meter ist die fensterlose Rückwand in die Höhe gewachsen.

Um vier Meter ist die fensterlose Rückwand in die Höhe gewachsen. Foto: Uwe Schneider

Der Protest der Anwohner stieß zwar bei den Ortsbeiräten gestern überwiegend auf Zustimmung, aber den Beschwerdeführern wurden wenig Chancen eingeräumt, den Bau noch zu verhindern.

Allerdings nahmen die Räte den Vorfall zum Anlass, mal generell etwas mehr Licht in die Angelegenheit der baulichen Hofverdichtungen zu bringen. SPD-Ortsbeirat Christoph Meyer formulierte eine Anfrage an die Verwaltung. Die Anfrage soll dann zu nächsten Sitzung im Januar eingereicht werden.

Denn in unmittelbarer Nähe der Baustelle ist schon die nächste Hofbebauung geplant. Das Hinterhaus zwischen Görlitzer Straße und der Druckerei WDS Pertermann soll voraussichtlich im Frühjahr abgerissen werden und durch Wohnbebauung ersetzt werden. Auch hier wird künftig höher gebaut. Die einst dort ansässige Galerie Gebrüder Lehmann ist schon an den Neustädter Markt umgezogen.

Das Hinterhaus soll einem, vermutlich höheren, Neubau weichen.

Das Hinterhaus soll einem, vermutlich höheren, Neubau weichen.

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22 Kommentare zu “Anwohner klagen über 16-Meter-Mauer

  1. Uwe Schneider
    13. Dezember 2017 at 16:10

    Liebe Neustädter,

    wenn Ihr auch verhindern wollt, dass die Innenhöfe in Zukunft gnadenlos zugebaut werden, dann meldet Euch bei uns! Es geht uns nicht darum, eine Weiterentwicklung im Stadtteil zu verhindern, sondern es geht uns um die Art und Weise und das wir Bitteschön dabei mitreden wollen. Noch sind wir Sanierungsgebiet und nicht nur das Schlachtfeld der Investoren.

    Wer eine Vorstellung von der Zukunft bekommen will, schaue bitte auf die Seifhennersdorfer Strasse zum Neubauvorhaben und dort in den Zwischenhof der beiden Hinterhäuser Görlitzer Strasse. Es gibt einen direkten Zugang über einen wilden Parkplatz.

    Uwe Schneider E-Mail us11@gmx.de

  2. bob
    13. Dezember 2017 at 17:28

    @Uwe Schneider
    “ ….das wir Bitteschön dabei mitreden wollen…..“

    Du möchtest also mitreden, bei etwas, was Dir nicht gehört ?

  3. Unfassbar
    14. Dezember 2017 at 04:20

    Also war da vorher eine 12m hohe hässliche Mauer. Jetzt ist sie 16m. Naja sicher nicht schön wer dahinter wohnt, gerade die Abendsonne ist jetzt noch eher weg. Aber auf irgendwelche Plannug zu verweisen, die nie beschlossen wurde ist da auch recht sinnfrei.

  4. Seldon
    14. Dezember 2017 at 07:23

    @Bob,
    ja, schon krass: engagiert sich jmd. auf einem Gebiet jenseits seiner egoistischen Eigentumsinteressen. Selten genug!
    Oder willst Du sagen, man hätte sich gefälligst nicht einzumischen, wenn man nicht qua Eigentum ein Recht darauf hat? Mitreden ohne Eigentumstitel? Blöde Demokratie!

  5. Bmerker
    14. Dezember 2017 at 09:00

    Wenn für den Um- bzw. Neubau eine Baugenehmigung vorliegt, wovon auszugehen ist, dann sind alle relevanten Anliegen der Nachbaren berücksichtigt.
    Und mit Nachbarn sind die Eigentümer(!) der Gebäude gemeint, nicht die Mieter.
    So ist nun mal die Rechtslage.
    Kein Bauvorhaben würde je umgesetzt, wenn der Bauherr alle Wünsche und Befindlichkeiten der 50-100 umgebenden Mieter berücksichtigen müsste.

  6. Kaiser
    14. Dezember 2017 at 09:12

    @Seldon
    Wieso „jenseits seiner egoistischen Eigentumsinteressen“? Gerade die stehen doch im Fokus, weil jetzt nicht mehr genug Licht aufs Eigentum fällt.

    Zu Bild 2:
    In dem Zustand hat der Neubau für mich die Anmutung eines Bunkers, wie man sie aus D-Day-Filmen kennt. Aber das wird sicher noch…

  7. Uwe Schneider
    14. Dezember 2017 at 11:56

    Vielleicht noch einmal kurz zum Verständnis. Die Stadtverordneten hatte die Stadtverwaltung 2010 verpflichtet einen Bebauungsplan für diesen Bereich der Neustadt zu erstellen. Das kann man noch einmal im 2. Erneuerungskonzept zur Äusseren Neustadt nachlesen. An dem Bebauungsplan ist auch schon vorher mit Einwohnerbeteiligung gebastelt wurden, denn die Neustadt ist Sanierungsgebiet und wir mit erheblichen Fördermitteln aufgepäppelt, mit dem Ziel auch langfristig für alle gute Wohnbedingungen zu sichern. Es wäre deshalb jederzeit möglich gewesen mit Verweis auf die Erarbeitung des Bebauungsplanes mit dem Investor nach einer moderaten und mehr stadtteilverträglichen Lösung zu suchen oder, wenn dies nicht möglich gewesen wäre, das Bauvorhaben bis zum Abschluss des Verfahrens zurück zu stellen (ich glaube maximal 2 Jahre sind möglich). Dies ist ein durchaus gebräuchliches Verfahren.
    Im übrigen ist noch nicht entschieden, ob das Bauverfahren rechtmässig ist. Der Widerspruch eines Eigentümers ist noch anhängig und noch nicht entschieden. Sollte es sich heraus stellen, dass die Baugenehmigung nicht rechtmässig war, dann wir es wahrscheinlich keinen Rückbau geben, aber der betreffende Eigentümer muss entschädigt werden. Leider arbeiten die Gerichte zu langsam. Der Widerspruch ist schon jetzt mehr als ein Jahr alt.

    Wenn man zynisch ist, kann man natürlich die Bebauung auch positiv sehen, weil sie dem Erhalt der sozialen Mischung im Stadtteil beiträgt. Unten im Dunklen die Armen und Abgestürzten und oben in den Lofts die Reichen. Aber will man das wirklich?

  8. bob
    14. Dezember 2017 at 12:22

    @Seldon

    Nee. Nicht blöde Demokratie. Und ja. Einmischen find ich grundsätzlich gut.
    Und nein. Das hat nichts mit Eigentum zu tun.
    Aber wenn ich etwas lese, wo die Neustadtinnenhöfe als Schlachfeld der Investoren bezeichnet werden und irgendjemand bei jedem Bauprojekt gefragt werden möchte, krieg ich schlechte Laune.

  9. DD Hecht (H&K)
    14. Dezember 2017 at 14:21

    @bob
    Ich behaupte, solchen grotesken Unsinn fragst Du nur, weil Du nicht betroffen bist. Etwas ist also richtig, weil es so in Gesetzen formuliert wurde bzw. eben keine Berücksichtigung fand? So redet nur ein Untertan, der aufgrund gebückter Haltung schon lange keinen Himmel mehr sieht. Wenn die Art der Verwendung meines Eigentums dazu führt, dass andere massiv eingeschränkt werden und Gerichte auf eine Gesetzgebung zurückgreifen müssen, die nicht für den Bürger gemacht wurde, sondern nur dem Schutz des Kapitals dient, dann kann so etwas auch richtig eskalieren. Natürlich nur, wenn Mensch sich nicht aufgibt. Die Möglichkeiten sind dahin gehend sehr vielfältig und können sich ebenfalls über Jahre hinziehen.

  10. bob
    14. Dezember 2017 at 15:42

    @Uwe Schneider

    „Unten im Dunklen die Armen und Abgestürzten und oben in den Lofts die Reichen“

    Die unteren Etagen der neuen Gebäude werden wohl nicht vermietet ? Und was ist an einer sozialen Mischung in einem Stadtteil zynisch ? Ich empfinde das als bereichernd. Aber das bedarf wohl einer gewissen Unvoreingenommenheit.

  11. Seldon
    14. Dezember 2017 at 20:11

    @bob
    „bereichernd“ ist hier das richtige Wort!

  12. Unfassbar
    14. Dezember 2017 at 23:01

    Wenn man sich die anderen Innenhofhäuser in der Nähe anschaut, sieht man, dass diese wohl eher 16m sind als 12m. Naja, mal schauen was die Gerichte sagen…Irgendwann…

  13. Jens Czerny
    15. Dezember 2017 at 13:15

    Mit Kapitalisten reden hat es doch schon immer gebracht, sie werden dann verstehen und dann ist Happy End. Manchmal muß man sie auch frech überlisten. Das habe ich in ganz vielen Filmen gesehen.
    Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Und damit meine ich kein Gerede.

  14. Uwe Schneider
    15. Dezember 2017 at 15:31

    @ bob,

    Gemeint mit den dunklen Wohnungen sind die Mietwohnungen in den Bestandsgebäuden hinter dem Neubau an der Seifhennersdorfer Strasse (zwischen den beiden Hinterhäusern der Görlitzer Strasse), einfach mal selber anschauen. da es ist es echt dunkel geworden, wirkt so wie in den berühmten Berliner Mietskasernen am Ende des 19. Jahrhunderts.

    Auf der Dresdenseite kann man noch einmal nachlesen, was die Stadtverordneten 2010 nach langen Diskussionen mit umfangreicher Anwohnerbeteiligung beschlossen haben: 2. Fortschreibung des Erneuerungskonzeptes für die Äussere Neustadt.

    Zynisch ist nach meiner Auffassung, wenn ich die Wohnbedingungen aktiv so verschlechtere, dass dadurch schlecht belichtete Wohnungen entstehen, die dann den schlechter Gestellten wiederum zur Verfügung gestellt werden, da die, auf Grund deren Anforderungen nach schönen neuen Wohnungen nunmehr die benachteiligen Wohnungen nicht mehr nutzen würden.

  15. 15. Dezember 2017 at 16:07

    @Uwe Schneider, da musste gar nicht groß nach Berlin gucken. Deren Innenhöfe waren sogar immer noch geräumiger als die Dresdner, geh einfach mal auf die andere Straßenseite in die Sebnitzer 33 oder 31 und guck Dir die Innenhöfe an. Ich hab da mal gewohnt, schickes Zimmer Südseite. Hatte von Mai bis August immer um die Mittagszeit mal Licht im Zimmer.

    Ursprünglich waren weite Teile der Neustadt sehr dicht und auch 16 Meter hoch bebaut. Mal ganz unabhängig davon, ob das jetzt gut ist oder nicht.

  16. bob
    15. Dezember 2017 at 16:34

    @Uwe Schneider

    Ich denke, ich verstehe was du meinst. Ich selber wohne im Hochparterre in der Neustadt und bin nicht unbedingt sonnenverwöhnt.

    Deswegen bin ich aber weder sozial abgehängt noch abgestürzt.

    Eine typische Neustadtbebauung beinhaltet auch eine Bebauung der Innenhöfe. Das kannst du dir gerne mal auf Google-Earth anschauen.

    Natürlich ist eine Neubebauung im Einzelfall nicht schön. Aber deshalb ein grundsätzliches Mitspracherecht durch eine Bürgerinitiative zu fordern, halte ich eben für absurd.

    LG

  17. Marcus
    15. Dezember 2017 at 17:18

    @Uwe: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir viele Dresdner zustimmen, wenn ich sage, dass man sich gerne meckert. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das gut sein kann, weil es oft so zu sein scheint, dass sich dadurch Sachen verbessern oder aber oft zumindest nicht schlechter werden.

    Zum Meckern und zur Gegenwehr gehören manchmal Übertreibungen!
    Also bleib bei dem Schlachtfeld. :o)

  18. bob
    15. Dezember 2017 at 17:27

    @Marcus

    don`t drink and write

  19. Marcus
    15. Dezember 2017 at 20:23

    @bob Schorrrryyyyy *hicks*

  20. Uwe Schneider
    16. Dezember 2017 at 17:22

    @bob

    Ja das leben ist absurd, zumal die Mitsprache der Bewohner von der Stadt Dresden sogar gewünscht wird.

    Bitte noch einmal nachlesen: https://www.dresden.de/media/pdf/stadtplanung/stadterneuerung/sterna_sanierung_aen_1_Fortschreibung_EK__N_Stand_01.07.2010.pdf

    Sind aber 29 Seiten, muss man sich echt Zeit nehmen, wenn man das will, muss man aber auch nicht, wenn es einen nicht interessiert, das ist ja das Schöne.

    Und nein, es ist nicht absurd über Stadtentwicklung zu diskutieren, da die gebaute Umgebung nun einmal jeden mehr oder weniger betrifft. Darüber hinaus wurden in erheblichen Umfang öffentliche Mittel investiert, damit das Gebiet eine einigermassen geordnete Entwicklung nimmt. Stadtentwicklung passiert nie im Selbstlauf, sondern es ist die Abwägung verschiedener Interessen und diese müssen natürlich auch artikuliert werden.

    Und nein, es geht nicht nur um das einzelne Bauvorhaben, sondern es geht darum, wie sollen sich die Innenhöfe in der Neustadt langfristig entwickeln. Ein lange sehr intensiv diskutiertes Themenfeld war bisher auch wie man die sommerliche Aufheizung des Stadtteiles mindern kann. Es diskutiert sich aber im am Besten am konkreten Beispiel und dafür eignet sich die Seifhennersdorfer Strasse 16 hervorragend.

    Und ja, man kann das auch toll finden und andere eben nicht.

    Herzliche Grüsse

  21. bob
    16. Dezember 2017 at 17:41

    @Uwe Schneider

    Das klingt doch schon ganz anders. Auch ich mag sinnlose Bebauung nicht. Aber im Ernst. Deine Argumente waren echt daneben……

    Einen schönen dritten Advent

  22. MASE
    10. Januar 2018 at 11:32

    ihr habt alle systemische grenzen in eurer diskussion, wenn die stadt wächst, dann lebt sie, dann ist sie organisch, menschlich, mit allem scheiß, also durch interzellare diskussion und DIALOG zu ENTWICKELN, gemeinsam! aber ok, laßt es den markt regeln. oder die KI? ja, ja, danke uwe, für’s engagement!

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