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Von Frühlingsgefühlen und leichten Quetschungen

Erst quietscht es, dann ruft jemand: „Vorsicht“ und plötzlich spüre ich ein schmerzhaften Stoß im Rücken. Ein Radfahrer mit einem dieser modernen Gefährte, die sich nur noch Bike nennen und sich durch gehörnte Lenker auszeichnen. Eines dieser Hörner spießte mir nun im Rücken und der Radfahrer, oder sollte ich besser Biker sagen, stammelt etwas von „Tschuldigung“ und „Warum sind Sie auch nicht zur Seite gegangen?“ In mir kocht es. Doch bevor ich in Wut ausbrechen und den Burschen anschreien kann, ist er längst weitergefahren. Ich will ihm noch nachrufen, dass das hier ja wohl kein Radweg sei. Doch wie das so ist, mit Beschimpfungen, wenn man sie aussprechen will, haben sie sich längst überholt. Denn als ich dem Biker so nachschaue, sehe ich ein blaues Verkehrsschild auf dem mit weißen Strichen sowohl Radfahrer als Fußgänger eingezeichnet sind. Gut, das Fahrrad auf dem Schild hat keine solchen Hörner, aber eigentlich hätte ich gewarnt sein sollen. Und tatsächlich es kreuzen diverse Radfahrer und ich hatte immer gedacht der Elberadweg verlaufe nur auf der Altstädter Seite.

Ich habe die ersten Frühlingssonnenstrahlen genutzt und bin zum Rosengarten geeilt, um ein Wenig an der Elbe entlang zu flanieren. Offensichtlich bin ich mit dieser Idee am Sonntag Nachmittag nicht der Einzige. Mir fällt auf, dass hier das große Schaulaufen angesagt ist. Die Gruppe der „Seht her, was ich für ein tolles Bike mit Hörnern habe“ erwähnte ich schon, doch dann gibt es noch die stolzen Jungväter, die ihre dreifachgefederten und krossbereiften Kinderwagen vor sich herschieben, während die noch stolzere Mama den Sprössling präsentiert, wie er seine erste Schritte ohne Händchenhalten schafft. Meist ist dann noch irgendein Onkel dabei, der das alles mittels digitaler Kamera für den nichtanwesenden Rest der Verwandtschaft festhält.

Inständig hoffe ich dass es zwischen Gruppe eins und zwei keine Zusammenstöße gibt, da fällt mir Gruppe drei ins Auge, die angesichts der vielen kleinen Erstschrittler auch nicht ganz unproblematisch ist, die Gruppe der „Seht her, wie toll mein Hund dressiert ist, der fischt das Stöckchen sogar aus der Elbe.“ Die Vertreter dieser bunten Gruppe besticht durch ein legeres Leine in der Hand und nicht am Hund Auftreten.

Glücklicherweise kann ich berichten, dass der oben geschilderte Zusammenstoß zwischen Gruppe eins und dem Beobachter der Einzige während des gut einstündigen Ausfluges war.

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