Stadtrat entscheidet sich für Ski-Weltcup

Torsten Püschel und Rene Kindermann stellten ihr Projekt heute im Stadtrat vor. Screenshot: Livestream dresden.de
Torsten Püschel und Rene Kindermann stellten ihr Projekt heute im Stadtrat vor. Screenshot: Livestream dresden.de
Heute Abend hat sich der Dresdner Stadtrat mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, den Langlauf-Skiweltcup mit 300.000 Euro zu unterstützen. Die beiden Sportmoderatoren René Kindermann und Torsten Püschel des Mitteldeutschen Rundfunks hatten die Idee. Sie wollen den Weltcup nach Dresden holen.

In der heutigen Sitzung wurden Vor- und Nachteile der Veranstaltung abgewogen. In Redebeiträgen äußerten sich CDU, SPD, FDP, AfD und Grüne für die Unterstützung der Veranstaltung. Die Linke sprach sich dagegen aus. Am Ende hat der Stadtrat mit großer Mehrheit (45 Ja-Stimmen bei 14 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen) beschlossen, die nötigen 300.000 Euro zur Ausrichtung des FIS Ski-Weltcups Dresden im Januar 2018 zur Verfügung zu stellen, die Mittel werden überwiegend aus dem Bereich „Stadtmarketing“ bereitgestellt.

Am Königsufer auf dem Elberadweg soll die Strecke entlangführen. Foto: PR/webit
Am Königsufer auf dem Elberadweg soll die Strecke entlangführen. Foto: PR/webit!
Die geplante Strecke wurde überarbeitet, etwas verkürzt, so dass weniger Kunstschnee gebraucht wird. Außerdem soll die Strecke ausschließlich über bereits versiegelte Flächen geführt werden.

Um das Projekt realisieren zu können, rechnen die Veranstalter mit Kosten von rund 1,2 Millionen Euro. Sie hoffen nun noch auf einen Zuschuss vom Land ebenfalls in Höhe von 300.000 Euro. Die übrige Summe wollen sie selbst über Eintrittsgelder, Sponsoring und Marketing erwirtschaften.


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Ski-Weltcup in Dresden? Visualisierung: PR/webit
Ski-Weltcup in Dresden? Visualisierung: PR/webit!

15 Kommentare zu “Stadtrat entscheidet sich für Ski-Weltcup

  1. Und das am Weltklimatag? Und die Grünen?
    Was ham die denn alle geraucht oder oral eingenommen?
    Na jedenfalls fällt mir dann die Wahl leichter!
    Hoffentlich ist die Landesregierung klüger
    (und gibt für das Skifliegen an der Alaune auch 300 000 € ;-))

  2. Sehr lustig Herr Schulz, wie soll man den sonst in die Berge kommen, mit dem Pferdeschlitten?! Was für ein Zirkus, aber gut zu wissen, was Leistungssport kostet. Denn am Ende, fahren einige Leute auf Ski um die Wette im Kreis, der Gewinner bekommt eine Medaille um den Hals. Bratwurststand und Glühwein inklusive. ;)

  3. Mich hat das Argument von Lichdi im Stadtrat überzeugt. Man solle es nicht als Sportveranstaltung, sondern als Marketingmaßnahme verstehen. Und da sind bei dem weltweit erreichbaren Publikum 300.000 Euro recht günstig.

  4. Marketing. 300.000 Euro. Sportgroßveranstaltung in Dresden. Alles läuft nachhaltig. Keine Beeinträchtigung der Umwelt. Bester Kunstschnee der Welt (wahrscheinlich belastet dieser Kunstschnee die Umwelt weniger als echter Schnee).
    Respekt an die Grünen, so verkauft man seine Ideale (falls man je welche hatte)…

  5. Jawoll! Holen wir uns die SportsoldatInnen an die Elbe mit ihrem dopingverseuchten, korrupten und mafiösen Spitzensportvereinen und unterstützen das finanziell.
    Sporthallen, Schulsport- und Bolzplätze und sonstige Anlagen für den Breitensport …?

  6. Lieber Matthi, die Sportler – egal ob Sportsoldat,-polizist oder sonstwie „gefördert“ – sind die wirklichen Opfer in diesem Zirkus! Auf diese mit Fingern zu zeigen hilft hier gar nicht.
    Ansonsten stimme ich Dir aber voll und ganz zu – dem „Big Money“ in mafia-ähnlichen Spitzensportverbänden noch mehr Geld der Allgemeinheit hinterherzuwerfen und gleichzeitig den Breitensport so lausig zu unterstützen wie in Dresden – oh Mann, da gehört schon viel Selbstverleugnung dazu.
    Hilft mir sicher auch bei meinen zukünftigen Wahlentscheidungen…

  7. Du redest von „Sporthallen, Schulsport- und Bolzplätze und sonstige Anlagen für den Breitensport“.

    Was denkst du denn, wieviel Breitensport man aufbauen könnte für diese 300.000€, wenn alleine ein WC am Alaunpark 100.000€ kostet?

  8. @Knalltüte
    Der mehr oder weniger genau kommunizierte Plan war nach meiner Erinnerung, eine solche Veranstaltung jährlich durchzuführen und jährlich je 300k € von Stadt und Freistaat zu erhalten, also 600k € Steuergeld.
    (Auch wenn es im Fall der Stadt aus dem Säckchen „Stadtmarketing“ und nicht „Kultur und Sport“ kommt.)
    Mit 600k könnte man m. W. schon ca. 3 Fußballplätze mit neuem Kunstrasen ausstatten. Und die aktuellen Kunstrasen sollen 20 Jahre oder länger halten, aber Geld ist dafür von der Sportförderung eben nicht da…
    Kids von der Straße zu kriegen und sonst noch ein paar Menschen mehr zu gesundheitsfördernder Bewegung und sozialem Miteinander ist insgesamt bestimmt sinnvoller als ein Ski-Weltcup im Flachland, insbesondere wenn in Altenberg – also quasi direkt nebenan – ein gut ausgebauter Olympiastützpunkt mit ensprechenden Wettkampfstätten und mehr Schneesicherheit existiert.

  9. Stadtmarketing. Freilich. Dresden als „Stadt der bunten Knete im Kopp“. Und wenn dann nur noch 3 Touris kommen, weil die die Einwohner mit Bonbons füttern wollen, is bestimmt wieder Pegida oder wer auch immer dran Schuld. Fehlt nur noch, dass Bischofswerda den Segelweltcup austragen will. Meine Fresse…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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