Grüngleis wackelt

Die Planungen zum Ausbau der Königsbrücker Straße schreiten voran. Offenbar werden dabei auch einige Änderungen an der vom Stadtrat beschlossenen Planungsvariante 8.7 vorgenommen. So sollte eigentlich die Straßenbahn im nördlichen Abschnitt von der Paulstraße bis zur Stauffenbergallee ein eigenes mit Rasen begrüntes Gleisbett erhalten.

Die Stadtverwaltung plant aber jetzt den Bahnkörper als versiegeltes Gleis. Das bestätigte der Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi. Der Grund: Der Bahnkörper soll für Rettungsfahrzeuge der Feuerwache an der Magazinstraße befahrbar bleiben.

Zurzeit sind die Gleise zwischen Paulstraße und Stauffenbergallee einbetoniert.

Zurzeit sind die Gleise zwischen Paulstraße und Stauffenbergallee einbetoniert.

Überfahrbare „Grüngleise“ werden in Dresden nicht eingesetzt. Wie die Sprecherin der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), Anja Ehrhard, auf Nachfrage mitteilt, gab es zwar Versuche mit befahrbaren Grüngleisen. „Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass das Rasengleis ein dauerhaftes Befahren mit schweren Fahrzeugen nicht aushält“, so Ehrhard weiter. Dies sei zum Beispiel an der Bustrasse zwischen Synagoge und Pirnaischem Platz zu sehen. Die Rettungswagen der Feuerwehr würden das Rasengleis beschädigen.

Das „Grüngleis-Netzwerk„, ein Zusammenschluss von Experten aus Verkehrs­unternehmen und Planungsbüros hat 2014 „Handbuch Gleisbegrünung“ allerdings Techniken und Praxisbeispiele für eine Notbefahrbarkeit benannt. Darin heißt es, dass ein solches Gleis mit Schotterrasen, begrünten Kunststoff­gittern oder Rasengittersteinen aus Beton möglich sei.

Die DVB arbeiten in Dresden gern mit Grüngleisen. So zum Beispiel zwischen Albert- und Carolaplatz. Der Vorteil eines solchen Gleises, das Gras kann CO2 binden und der Verkehrslärm wird gemindert.

Königsbrücker Straße: Variante 8.7 im Stadtrat beschlossen. Die Visualisierung für die Variante 8.7 für den Abschnitt zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee

Die Visualisierung für die Variante 8.7 sah im Abschnitt zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee ein Grüngleis vor.

Die Variante 8.7 war im Juni 2016 vom Stadtrat beschlossen worden. Derzeit wird bei der Stadtverwaltung die Feinplanung dieser Variante durchgeführt, um noch im Frühjahr 2017 ein Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion einzuleiten. Mit dem Bau könnte dann voraussichtlich Anfang 2019 begonnen werden.

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3 Kommentare zu “Grüngleis wackelt

  1. Urs
    17. Januar 2017 at 21:14

    Die Überschrift ist super. So neugierig machen sonst nur die Überschriften von TAG24.

  2. Unrumpf
    17. Januar 2017 at 23:14

    Die Gegend, in welcher das Grüngleis in Frage kommt (nördlich der Schauburg) ist nicht so stark besiedelt. Am ehesten wäre dies vor dem Seniorenheim schön.

    Mathematisch macht der vierspurige Ausbau ja eigentlich ohnehin keinen Sinn bei den niedrigen Verkehrszahlen. Es sind allein die Kreuzungen die für den Verkehrsfluss relevant sind. Lediglich an der Kreuzung macht es Sinn, die Straße möglichst breit zu machen. Nicht aber auf der Strecke.
    Das kann jeder nachrechnen der kein völliger Mathe-Versager ist.

    Wenn man sich die Verkehrsführung in Megastädten anschaut, kann man das gut beobachten. Da führt an riesigen Wolkenkratzern oft nur eine ordinäre zweispurige Straße vorbei. Wenn wir tatsächlich Prognosen hätten, die ein massives Verkehrsaufkommen-Wachsum vorhersagen, dann sollten wir eine U-Bahn angehen. Diese Prognosen gibt es aber nicht.

    Alle Prognosen der Vergangenheit entpuppten sich im Nachhinein für extrem überzogen. Was für eine Steuergeld-Verschwendung durch die CDU! Junge Menschen verzichten immer häufiger auf einen PKW in Dresden und immer mehr ältere Menschen legen ihr Auto still. Ich weiß ehrlich gesagt nicht woher sich die CDU seit Jahren ihre Verkehrsparanoia herzaubert.

    Breitere Straßen bedeuten selten flüssigeren Verkehr. Seit der Eröffnung der Waldschlösschenbrücke gibt es am nachmittäglichen Berufsverkehr stadteinwärts logischerweise erheblich mehr Linksabbieger an der Stauffenbergallee. Dadurch kommt es oft dazu, das mehr Linksabbieger auf die Linksabbiegerspur wollen, als drauf passen. Dadurch verursachen sie einen Rückstau und blockieren die Geradeaus-Fahrenden. Dieses Problem kann in der Tat entschärft werden, wenn wir die Kreuzung noch leistungsfähiger ausbauen. Beispielsweise längere Linksabbiegerspuren.
    Auf der Länge macht ein Ausbau aber keinen Sinn. Sie können die Straße auch 20 spurig ausbauen. Wenn es sich an der Kreuzung staut, dann warten sie halt nebeneinander an der Kreuzung statt hintereinander. Durch die notwendigen Enteignungen treibt die CDU die Kosten nur unnötig in die Höhe und verzögert die dringend notwendige Umsetzung.

  3. 19. Januar 2017 at 12:51

    welche Variante ist das jetzt, die 8.7.25?

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