Von lauten Partys und Wassereimern

Flatsch, schwapp. Gekreische, dann Stille und nur noch klappernde Stühle. Die Gäste des Biergartens vom Reiter verlassen fluchtartig und nass das Lokal. Eine genervte Anwohnerin hatte genug vom allabendlichen Geschwätz und einen Wasser-Eimer in den Hof entleert. Dieses Vorkommnis liegt schon ein paar Jahre zurück, der Reiter residierte noch auf der Sebnitzer Straße. Ab diesem Abend wagte keiner mehr ein lautes Wörtchen in diesem Biergarten.

Vergangene Sonnabend, selber Ort, das Lokal heißt inzwischen La Habana. Trommeln hallen durch die Nacht. Jamaikanische Rhythmen. Die Gäste sind begeistert – einige Anwohner aber nicht. Kreative Ideen mit Wassereimern – Fehlanzeige. Ruhestörung, da muss die Polizei eingreifen. Die schnellen Helfer in Grün wissen Rat. Einfach die Tür zu, und der Krach bleibt in der Kneipe. Nun ist die Luft dort zwar noch etwas stickiger, aber es kann weiter gefeiert werden.

Seit die Neustadt zum Kneipen-Viertel Nummer Eins in Dresden geworden ist, geht es hier immer etwas lauter zu. Gerade bei den steigenden Temperaturen bleibt so mancher Tisch auch nach 22 Uhr auf der Straße stehen und nur selten werden die Türen geschlossen. Ein kunterbuntes Gemisch verschiedener Musikstile schallt über die Straßen.

Die meisten Neustädter nehmen es gelassen. Schließlich ist man bewusst hierher gezogen, wegen des bunten Lebens und des Trubels. Doch nicht jeder kommt damit klar.

Am Sonntag stieg die vierte Ornö-Party. Die Büroräume an der Albert-Passage verwandelten sich in eine heiße Ausstellung. Viele Bilder, viele Menschen und natürlich laute Musik. Zu laut für die Umgebung und wieder müssen die schnellen Helfer in Grün anrücken. Doch der erste Versuch der Ordnungshüter war erfolglos. Nach einer kurzen Verschnaufpause wurden die Regler wieder erbarmungslos hoch geschoben. Die Party geht weiter. Kurz nach Mitternacht ist dann endgültig Schluss. Dem Krawall wird ein Riegel vorgeschoben. Die Gäste sind enttäuscht und zeihen mit schlechten Erinnerungen mürrisch ab.

Ein oder zwei prall gefüllte Wasser-Eimer wären hier allemal lustiger gewesen.

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