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Von alten Zeiten und neuer Musik

Ein kleines Ziegenbärtchen steht dem hageren Typen im Gesicht. Ein kühner Ring blitzt in der Augenbraue. Er beugt sich zu der Kleinen mit den langen braunen Haaren und flüstert so laut, dass ich problemlos mithören kann: „Der Sound ist total fett hier.“ Wo bin ich gelandet. Es ist zwei Stunden nach Mitternacht. Ein Techno-Schuppen? Die Fenster sind mit dicken Leinentüchern verhängt. Dia-Projektoren werfen undeutliche Bilder an die Wände, überall kriecht kalter Rauch umher. Elektronische Musik umschwirrt meinen Kopf. Doch der Blick zum Tresen zeigt mir deutlich: hier ist die Scheune.

Das gleiche Personal wie immer, die gleichen Drinks – nur das Publikum ist anders. Ziemlich anders. Und so jung – ein frischer Wind ist in den Musik-Klub auf der Alaunstraße eingezogen.

Früher, als das Etablissement noch Jugend-Klub Martin Anderson Nexö hieß, früher wurde hier Jazz gespielt und Blues zuweilen. Später kam die Wende und der Punk-Rock und die wilde Zeit. Jugendliche mit Lederjacken und bunten Haaren betranken sich öffentlich und kletterten durch die Fenster hinein. Des Abenteuers wegen; und um Geld zu sparen. Einmal organisierte ein kleiner Trupp eine große Leiter, die reichte bis zum Damen-Klo. An der Tür dann die Überraschung: Auch hier stand jemand und kassierte Eintritt.

Unvergessen bis heute das legendäre Konzert der Toten Hosen. Trotz strengster Geheimhaltung war der Saal vollkommen ausverkauft. Gerüchte kreisen schnell in der Neustadt.

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Die Musik heute fesselt mich, zieht mich in den Saal, auf der Bühne keine Band, dafür Menschen an Plattenspielern. Insgesamt elf Dresdner DJ´s drehen an diesem Wochenende ihre Scheiben. Brunch heißt das Ganze und ist ein Experiment. Paul, verantwortlich für die Musik in der Scheune, erzählt mir, dass er mit der neuen Musik auch mal ein anderes Publikum ansprechen will. Doch werden hier auch weiterhin Bands spielen. Richtig klassisch, mit Gitarre und Gesang. Vielleicht kommt dann der Typ mit dem Ziegenbärtchen auch mal vorbei.

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