Gülle-Alarm an der Prießnitz

Bläschenbildung in der Prießnitz an der Brücke zum Neuen Brückenweg
Bläschenbildung in der Prießnitz an der Brücke zum Neuen Brückenweg
Das Umweltamt meldet: Gülle-Alarm an der Prießnitz. Die Dresdner sollen in den nächsten Tagen den Wasserkontakt mit dem Bach vermeiden. Außerhalb von Dresden ist in der Nacht zum Dienstag in Großerkmannsdorf ein Güllebehälter übergelaufen, betroffen war der Dorfbach in Kleinerkmannsdorf, der in die Prießnitz mündet.

Die zuständige untere Wasserbehörde hat gestern vor Ort Maßnahmen eingeleitet, um übergelaufene Gülle im Betriebsgelände sowie im bereits betroffenen Kleinerkmannsdorfer Dorfbach zurückzuhalten. Nach Angaben der unteren Wasserbehörde Bautzen heute Vormittag kommt von dort nichts mehr nach. Die Kriminalpolizei sei eingeschaltet worden.

Das Kleinerkmannsdorfer Wasser mündet bei Weißig in die Prießnitz, dadurch ist auch ein Teil der Gülle in die Prießnitz gelangt. Daher ist das Wasser aktuell in den Stadtteilen Klotzsche und Neustadt grau verfärbt und trüb. Es kommt zu Schaum- und Bläschenbildung. Auch tote Fische wurden festgestellt.

Das Umweltamt kann zur Zeit noch nicht einschätzen, wann die Verschmutzungswelle vollständig durchgelaufen sein wird. Das Umweltamt Dresden ist vor Ort. Eine Wasserprobe wird entnommen. Die Untersuchung dauert mehrere Tage. Außerdem ist die Wasserschutzpolizei informiert.

Besorgte Spaziergänger hatten heute Nachmittag nochmal die Dresdner Polizei verständigt.
Besorgte Spaziergänger hatten heute Nachmittag nochmal die Dresdner Polizei verständigt. Der Stadtteilblogger konnte die Beamten aufklären.


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28 Kommentare zu “Gülle-Alarm an der Prießnitz

  1. @ Der Stadtteilblogger „konnte die Beamten aufklären“. Bist du das, Anton? :-P
    Und du wusstest schon von der Gülle, die Polizei aber nicht?
    Ich bin (zum Glück bereits) gestern an der Prießnitz entlang nach Klotzsche gewandert. Da schien mir noch alles klar mit dem Wasser.
    Ich kann mich übrigens nicht erinnern, je Fische im Bache beobachtet zu haben.

  2. @S.Ebnitzer:

    Fische in Prießnitz gibt’s tatsächlich. Sind recht klein (vielleicht so 10cm?) und grau. Jedenfalls sehr gut getarnt über dem Sandboden.
    Musste ma genauer hinschauen…

  3. so etwas darf einfach nicht passieren- dann muss so ein Behälter halt voll abgeschlossen sein, mit Stoppanzeige bei VOLL!
    Oder keine Gülleansammlung in Bachnähe zulassen!

  4. Fische gibt es schon ganz gute in diesem Bach zum Beispiel: das Bachneunauge. wir haben da schon Exemplare bis 25cm gesehen…
    Jetzt sind sie bestimmt nicht mehr da- vergiftet!

  5. Okay, wenn das Wasser wieder klar ist, werde ich mal nach Fischchen Ausschau halten.
    Auch wenn die Chancen, welche zu sehen, jetzt, äh, gesunken sind.
    25-cm-Exemplare halte ich ja, ehrlich gesagt, für etwas vermessen.

  6. „etwas vermessen“ Ja, aber höchstens um 5 Zentimeter. Ich habe da auch schon mittlere Forellen gesehen. Jedenfalls hielt ich sie für Forellen.

  7. sagt mal !!…….kann man die Prießnitz nicht sperren,oder wenigstens die Elbe ?? nicht das die Nordsee auch noch kontaminiert wir und die wenigen Fische welche dort noch rumschwimmen sterben!!

    grussi….. :lol:

  8. Die Küchenbrücke ist weiter nördlich, am Technopark.. in der Karte ist die Brücke vom Foto oben namenlos..
    und ja, Fische gibts in der Prießnitz tatsächlich bis 25cm, hab ich selbst gesehn o.o

  9. Stimmt. Die Küchenbrücke ist weiter bachaufwärts auf Höhe des ;-) Küchenbrückenweges, der zur Sandgrube führt. Wie die abgebildete Brücke heißt, weiß ich allerdings nicht.

  10. Hoffentlich erwischt die Polizei den Gülle-Sünder. Es istr doch jedes jahr das gleiche Theater: da im Winter (wegen des zugefrorenen Bodens) keine Gülle ausgebracht werden kann, bunkern die Schweine-Hirten den Dreck in Behältern, die IMMER zu klein sind und am Ende des Winters überlaufen.
    Sonst ist doch auch alles geregelt, warum dann nicht die Größe der Auffangbecken?

  11. @ S.ebnitzer:
    Der küchenbrückenweg heisst meines wissens diebsteig, zumindest von moritzburger weg zur sandgrube hin bis sonstewo. Aber wer soll da noch durchsehn ;)

  12. …also mit welcher Leichtigkeit so manche hier diese Katastrophe hinnehmen verwundert mich doch sehr! Vor ein paar Jahren erst ist die Kanalisation parallel zur Prießnitz saniert worden. Seit dem riecht es im Prießnitzgrund nicht mehr nach Weichspüler. Die Wasserqualität ist so gut geworden, dass sich zahlreiche Fische ansiedeln konnten. Auch die Vogelwelt profitierte vom Fischreichtum (welche man auch sehen konnte). Im letzten Herbst konnte ich tatsächlich zwei Eisvögel beobachten – ein Zeichen für wirklich sauberes Wasser. Heute war ich mit meinem Hund dort spazieren und ich war den Tränen nahe. Der Grund des Baches war voller toter Fische. Ich bezweifele das irgendetwas im Wasser überlebt hat. Das das nun ausgerechnet in der Brutzeit der Vögel und Laichzeit der Fische passiert macht es noch dramatischer. Gesungen haben die Vögel heute noch, wer weiß wie lange noch! Hoffentlich wird der Verursacher zu einer harten Strafe verurteilt!

  13. Vielen Dank für die Hinweise. Bin zwar jetzt immer noch nicht schlauer, wie die Brücke nun heißt, aber die Küchenbrücke ist tatsächlich weiter bachaufwärts, dort, wo der Prießnitzgrundweg auf den Küchenbrückenweg trifft.

    @Bbbb: Der Diebsteig ist ein Querweg zum Küchenbrückenweg und führt tatsächlich hoch zur Sandgrube. ;-)

    Für Wege durch die Heide empfehle ich einen Blick in die Openstreetmap.

  14. Stimmt, in der osm is das tatsächlich alles gut aufgeschlüsselt. Da ich nu seit letztem jahr auch schmartphonebesitzer bin, kann ich mich dank maps.me auch kaum mehr verlaufen ;)
    Die sache mit den fischen is zwar wirklich sehr ärgerlich, lässt sich aber grad auch nich mehr umkehren. Hoffentlich!! is einer unserer unzähhligen studenten auf die idee gekommen, mal die fauna genauer zu begutachten, jetz, wo sie nich mehr stromauf flüchtet.
    [anton, vorherigen halben post bitte ignorieren]

  15. Boxi: ich denke, die meisten haben durchaus erkannt, wie schewrwiegend das ist. Nur: es ist passiert, jetzt nicht mehr zu ändern. Das Einzige ist, diese Gefahr künftig zu unterbinden.

  16. Ich kann den Bestand großer Bachneunaugen in der Prießnitz nur bestätigen. Da sie unter Naturschutz stehen und im Aussterben begriffen sind, eine wirklich SEHR traurige Sache! :-(

  17. Ich war heute zwischen Elbe und Militärmuseum an der Prießnitz unterwegs. Alle paar Meter liegen dort tote Fische. Große und Kleine (@S.ebnitzer 25cm ist keineswegs vermessen, geh einfach mal hin und schau es dir an).

    Ich habe in der Prießnitz immer ein paar Fische gesehen…aber diesmal null. Gar keine. Alle tot. Es ist echt traurig.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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