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Falsches Gulasch im Hecht

Feinstes Rotkraut und "Gulasch"
Feins­tes Rot­kraut und "Gu­lasch"
Von ver­schie­de­nen Sei­ten wurde mir vor­ge­schwärmt, dass ich doch un­be­dingt mal den "Fal­schen Ha­sen" im Hecht-Vier­tel tes­ten sollte. Fal­scher Hase? Das konnte meine Oma gut. Da steck­ten kleine Speck­stück­chen im Hack­bra­ten und die Soße war al­ler­ers­ter Güte, Klöße und Misch­ge­müse dazu, aber ich schweife ab. Denn der "Fal­sche Hase" auf der Ru­dolf-Le­on­hard-Straße ist tat­säch­lich ein biss­chen falsch, denn hier gibt es kein rich­ti­ges Fleisch. We­der vom Ha­sen, noch vom Rind. Der "Fal­sche Hase" ist ein Re­stau­rant für Veganer.

Das Läd­chen be­fin­det sich in der Nähe des Bi­schofs­plat­zes, un­mit­tel­bar ne­ben Je­le­nas Ko­sa­ken­hof, der ge­rade re­no­viert wird. Eine freund­li­che Kell­ne­rin bringt die Karte und an der Ta­fel ste­hen die Ta­gesan­ge­bote. Mir duf­ten noch im­mer Omas Kü­che in der Nase, des­halb lasse ich mich ver­lei­te­ten und be­stelle Gu­lasch mit Klö­ßen und Rot­kraut. So et­was Ähn­li­ches hatte ich zwar schon beim letz­ten Test. Aber das war ers­tens wirk­lich ein Im­biss und zwei­tens ist der La­den seit­dem ge­schlos­sen. Dazu or­dere ich eine Pre­mium Cola, die mit der Be­zeich­nung so­zial & fair in der Karte steht. Ein spä­te­rer Blick auf die Web­site des Ge­tränks ver­rät mir, ich habe nun ein we­nig die Welt verbessert. 

Dann kommt das fal­sche Gu­lasch. Auf den ers­ten Blick ist es nicht vom der fleisch­li­chen Ori­gi­nal-Va­ri­ante zu un­ter­schei­den. Bei ge­naue­rem Hin­schauen fällt auf, die Stü­cke sind et­was run­der. Ich piekse mit der Ga­bel hin­ein. Wun­der­bar weich – oder doch zu lab­be­rig, das erste Stück­chen wan­dert in den Mund. 

Hm. Ja. Doch. Le­cker. Kann man machen.

Diese Ge­dan­ken schie­ßen mir durch den Kopf. Es beißt sich ein we­nig wei­cher. Aber er­staun­lich ist schon, dass diese Tofu-Masse, die ja die Grund­lage für das Gu­lasch ist, so­gar ein we­nig fa­se­rig er­scheint. Nun, mein Ap­pe­tit ist da, die zu­ge­reichte Soße köst­lich, das Rot­kraut ein Ge­dicht. Ge­wöh­nungs­be­dürf­tig er­schei­nen mir die Klöße. Ich habe den Ein­druck, der Koch wollte das wei­che Gu­lasch mit Kloß­biss­fes­tig­keit aus­glei­chen. Un­ge­wohnt, aber den­noch schmack­haft. Das ge­sunde und le­ckere Es­sen hat sei­nen Preis. Das Tofu-Gu­lasch kos­tet fast zehn Euro. Au­ßer­dem gibt es ver­schie­dene Sa­late, ve­gane Sol­janka, Sai­tan-Bur­ger und Pasta-Ge­richte. Schade, dass der "Fal­sche Hase" nicht je­den Tag Mit­tags­tisch anbietet.

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    In­fos und Öffnungszeiten:
  • Fa­zit: Raf­fi­nierte fleisch­freie Kost, ge­müt­li­ches Am­bi­ente mit Blick auf die Ru­dolf-Le­on­hard-Straße, Mit­tags­tisch lei­der nur Frei­tag bis Sonn­tag, Preise ab 4,40 Euro (Sol­janka).
    Fal­scher Hase, Ru­dolf-Le­on­hard-Straße 3, ge­öff­net Mo-Do ab 16–22 Uhr, Fr-So ab 12–23 Uhr. Te­le­fon: 0351 30959112.
Mittagstisch in sonniger Umgebung
Mit­tags­tisch in son­ni­ger Umgebung
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25 Ergänzungen

  1. Vie­len Dank, den "Fal­scher Hase" hab ich mir schon lange ge­tes­tet ge­wünscht. Eine mei­ner Lieb­lings­knei­pen, de­ren Bur­ger und Nuss­bra­ten auch Al­les­fres­ser sehr glück­lich ma­chen, ganz zu Schwei­gen vom Bier­sor­ti­ment (Lenin's Hanf, Apfelbier, …)

  2. Warum gibt es ei­gent­lich so viele vegane/​vegetarische Ge­richte die auf Bie­gen und Bre­chen ver­su­chen Fleisch nach­zu­ah­men? Und dann als "Steak" oder ähn­li­ches an­ge­prie­sen wer­den. Ich mein warum er­fin­det man nicht ein­fach neue Ge­richte und be­wirbt diese neuen Krea­tio­nen an­statt et­was nachzuahmen?
    Ein Hack­bra­ten ist ein Hack­bra­ten, ein So­ja­bra­ten der als "Hack­bra­ten" ver­kauft wird ist die bil­lige Ko­pie und wird es auch im­mer blei­ben. Wenn ich in China eine Gucci-Ta­sche für 5€ Kaufe weiß auch je­der das es eine bil­lige Ko­pie ist. Ver­kauft den So­ja­bra­ten als So­ja­bra­ten und be­werbt ihn als die­sen und nicht als bil­lige Kopie.

    Ver­steht mich bitte nicht falsch. Der fal­sche Gu­la­sche schmeckt auch gut. Aber es ist nun­mal kein Gu­lasch. Es ist kein Ori­gi­nal. Macht was neues und ko­piert nicht das alte.

  3. Kein Re­stau­rant für Ve­ga­ner. Es ist ein Re­stau­rant wel­ches aus­schließ­lich ve­gane Spei­sen serviert.

  4. Klas­sisch Sa­lat auch su­per und reich­lich, lo­kale Biere – Top.
    Und ich sehs eben­falls wie Bock­wurst, To­le­ranz vs Ak­zep­tanz und so, wers nicht weiß, schnei­det wahr­schein­lich gar nicht mit dass al­les ve­gan ist ^^

  5. @ kla­rus: ab­ge­se­hen da­von, dass der hase al­len be­kann­ten ori­gi­na­len "soja" vor­an­stellt, sie neu be­nennt oder die spei­sen sonst­wie als ve­gane al­ter­na­ti­ven kenn­zeich­net und auch fast alle anbieter*innen von "flei­sch­al­ter­na­ti­ven" diese auch so kenn­zeich­nen oder um­be­nen­nen, hat dein ein­wurf so 'nen bart! neue sa­chen aus­pro­bie­ren? klar! aber wenn ich aus moralischen/​ethischen grün­den keine le­be­we­sen, oder de­ren "pro­dukte" es­sen möchte, kann ich doch trotz­dem auf be­kannte dar­rei­chungs­for­men ("gu­lasch", "rührei" oder "ha­cke­pe­ter") zu­rück grei­fen. mir hat das zeug frü­her ge­schmeckt und würde es heut evtl. auch noch, doch ich will kein le­be­we­sen für mein es­sen lei­den las­sen. zu­mal ich es nicht muss!
    soll ich 'ne pizza um­be­nen­nen, nur weil ich he­fe­schmelz statt käse drauf pack? eine rou­lade ist und bleibt ein zu­sam­men­ge­roll­tes stück ir­gend­was. zu­dem er­leich­tert die "ko­pie" den ein­stieg für die, die aus oben ge­nann­ten grün­den auf fleisch ver­zich­ten wol­len. ach, und wieso bil­lige ko­pie? schwingt da doch im­pli­zit 'ne ab­wer­tung mit? ;-)

    by the way: häng dich nicht an na­men auf, son­dern an der tat­sa­che, dass da le­be­we­sen leiden/​sterben müssen!

  6. oh man kla­rus. pa­nierte tofuscheibe.…wieso dür­fen die das denn ni schnit­zel nen­nen? tse was fürn unsinn.…

  7. Kla­rus:

    Viele der von dir ge­nann­ten Spei­sen be­zeich­nen je­doch nur die Art der Zu­be­rei­tung, je­doch nicht die Zu­ta­ten. Es gibt ja auch Schwei­ne­gu­lasch, Rin­der­gu­lasch, Wild­gu­lasch usw. Bei Steak ge­nauso. Warum dann nicht auch Soja-Gu­lasch? Nur weil es das bis­her nicht gab? Jetzt ist je­doch zu­neh­mend ein Markt da­für da, warum sollte man dann die Pa­lette nicht erweitern.
    Und viele Men­schen ver­zich­ten aus ethi­schen Grün­den auf Fleisch, da ist es ganz an­ge­nehm, wenn sich auf dem Tel­ler den­noch ver­traute Sa­chen wiederfinden.

  8. Su­per La­den auf je­den­fall, auch für Nicht-Ve­ga­ner. Im Som­mer so­gar noch mehr, weil man dann hin­ter dem Haus un­ter ein paar Bäu­men drau­ßen sit­zen kann. 

    Eine kleine Be­mer­kung zum be­nach­bar­ten Ko­sa­ken­hof: Als ich dort kürz­lich te­le­fo­nisch ei­nen Tisch re­ser­vie­ren wollte wurde mir mit­ge­teilt das der La­den (zu mei­nem gro­ßen Be­dau­ern) auf­ge­ge­ben wurde, Ca­te­ring kann man aber (über die web­site) wohl wei­ter­hin buchen.

  9. @ Studi und egal…

    wie man schön in der Spei­se­karte le­sen kann, ist im­mer­wie­der von Seitan­fi­lets die Rede. Ich finds lä­cher­lich ein Pro­dukt durch sol­che Be­griffe auf­zu­wer­ten, als ob das nied­li­che kleine Seitan we­ni­ger nahr­hafte Kör­per­re­gio­nen hätte… hier wird dem Kun­den ein­deu­tig et­was vor­ge­gau­kelt. … aber schät­zungs­weise will man das ja ir­gend­wie auch, fürs ei­gene Wohlbefinden

  10. chris­toph:

    Und von der Fleisch­in­dus­trie wird ei­nem nichts fürs ei­gene gute Ge­wis­sen vor­ge­gau­kelt, wenn du glück­li­che Hüh­ner oder Kühe auf der Pa­ckung sind, ob­wohl das aus Mas­sen­tier­hal­tung stammt? Warum darf ve­ge­ta­ri­sches Es­sen nicht auch ein­fach ap­pe­tit­lich klin­gen? Und, viel­leicht die wich­tigste Frage: Warum re­gen sich die gan­zen Fleisch­esser ei­gent­lich im­mer über die Ve­ge­ta­rier und ihr Es­sen auf? Neh­men die Ve­ge­ta­rier den Fleisch­essern ir­gend­was weg oder warum muss da im­mer was kom­men? Warum kann man Leute nicht ein­fach es­sen las­sen, was sie wollen?

  11. @Studi: Da gibts nen Spruch: Ve­ge­ta­rier es­sen mei­nem Es­sen das Es­sen weg. (Nicht ernst ge­meint) :D

  12. Ich er­nähre mich seit ein paar Mo­na­ten ve­ge­ta­risch, weil mir die Mas­sen­tier­hal­tung ein­fach zu­wi­der ge­wor­den ist. Mein Freund ist aber ein gro­ßer Fleisch­lieb­ha­ber, wes­halb wir uns auf ei­nem Mit­tel­weg ver­su­chen zu be­we­gen – ab und zu gibt es Fleisch, von dem wir wis­sen, wo es her­kommt und wie die Tiere da be­han­delt wur­den. Ich finde es des­halb durch­aus le­gi­tim, dass es als "Gu­lasch" be­zeich­net wird. So kann man sich ja schon ei­ni­ger­ma­ßen dar­un­ter vor­stel­len, was man be­kommt und es ist für sol­che Men­schen, wie mei­nem Freund, ein An­reiz es aus­zu­pro­bie­ren. Warum also über­haupt die Dis­kus­sion, wenn es doch dem bes­se­ren Ver­ständ­nis dient, be­son­ders für Ein­stei­ger wie mei­nem Freund und mir.

  13. studi.

    ve­gane Spei­sen dür­fen auf je­den Fall ap­pe­tit­lich klin­gen! aber es ist doch ir­gend­wie al­bern, ge­rade bei ei­nem fleisch­freien Pro­dukt, Be­griffe zu ver­wen­den die aus dem bö­sen fleisch­ver­ar­bei­ten­den Nah­rungs­mit­tel­zweig stam­men und bei Car­ni­vo­ren Be­gehr­lich­kei­ten aus­lö­sen… und es er­gibt ab­so­lut kei­nen Sinn bei ei­ner ho­mo­ge­nen Masse ein Fi­let dazu zu erfinden 

    .. und ich reg mich kei­nes­wegs über Ve­ge­ta­rier oder Ve­ga­ner auf… nur über Na­mens­ge­bung und zB den Zwang Le­ber­wurst­ge­schmack in et­was hin­ein zu pres­sen was nicht im ent­fern­tes­ten et­was mit Le­ber zu tun hat…

    ab­ge­se­hen da­von schlum­mert ir­gendwo in den un­end­li­chen tie­fen mei­nes Rie­sen­kühl­schranks ein klei­ner ver­schüch­ter­ter ein­sa­mer To­fu­wür­fel.… Bio… hüstel… ;)

  14. Da legt aber dann der Um­stand, daß man mit­tels (pflanz­li­chem) Fett, Ma­jo­ran, Pi­ment, Kid­ney­boh­nen, Räu­cher­tofu etc. ei­nen täu­schend ähn­li­chen Le­ber­wurst­ge­schmack "nach­zu­ah­men" ver­mag den Ver­dacht nahe, daß es beim Ori­gi­nal­pro­dukt Le­ber­wurst auch nicht all­zu­viel mit der Le­ber an sich, son­dern viel­mehr mit den Ge­wür­zen und sons­ti­gen Bei­ga­ben zu tun hat.…

  15. ich hab nicht be­haup­tet, das Le­ber­wurst 100%ig aus kalt­her­zig ge­schred­der­ter Le­ber besteht…

  16. siehe Kalb­st­le­ber­wurst: da ist nur ca. 5% Kalbs­le­ber in der fer­ti­gen Wurst (Rest ist vor al­lem al­les Schein)

  17. Gu­lasch im Hecht, die Über­schrift ist schon der Hammer.
    Wie steht es denn nun in der Spei­se­karte? Als fal­scher Gu­lasch si­cher nicht.

  18. @julia: Wenn ich mich recht ent­sinne, stand an der Ta­fel Soja-Gu­lasch. Da hat der/​die Kommentator/​in "egal" ganz recht.
    @Bockwurst: Wieso ist es denn kein Re­stau­rant für Veganer?

  19. @ An­ton: Herr oder Frau Bock­wurst meinte si­cher­lich, dass in dem Re­stau­rant auch Nicht-Ve­ga­ner herz­lich will­kom­men sind. Quasi..ein Re­stau­rant mit ve­ga­nen Spei­sen für je­der­mann (oder jederfrau) ;-)

  20. @Lisa: Das dachte ich mir schon, aber zu­min­dest wäh­rend mei­nes Be­su­ches im "Fal­schen Ha­sen" war ich doch Ve­ga­ner, oder nicht? *sonn­abend­spitz­fin­dig­keit*

  21. @Anton: Dem muss ich lei­der wi­der­spre­chen. Viele Ve­ga­ner ver­ste­hen un­ter "ve­gan" nicht nur eine Er­näh­rungs­weise, die ohne tie­ri­sche Pro­dukte aus­kommt, son­dern eine Art Lifestyle…von da­her hast du zwar im Ha­sen ve­gan ge­speist, diese Tat­sa­che al­lein macht dich aber noch lange nicht zu ei­nem Ve­ga­ner, Nichts­des­to­trotz hast du nicht nur für dein Ge­wis­sen et­was Gu­tes ge­tan ;) *SONN­ABEND­fei­er­mo­dus­laune*

  22. @Anton:
    Wäh­rend des Be­su­ches warst du höchs­tens ein Er­näh­rungs­ve­ga­ner, denn z.B. Leder(hand)schuhe, ‑ta­sche, ‑gür­tel, ‑porte­mon­naie, – let­ze­res even­tu­ell so­gar mit ei­nem nicht­ve­ga­nen Kon­dom – dür­fest du schät­zungs­weise da­bei ge­habt ha­ben!? *sonn­abend­zu­rück­spitz­fin­dig­keit*

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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