Bäume weg!

Die Bäume müssen weg.
Die Bäume müssen weg.

Während die Eiche an der Frühlingstraße wahrscheinlich noch bis November weiter leben darf, wurden heute an der Weintrauben-/Ecke Tieckstraße Fakten geschaffen.

Auch dort sollen Eigentumswohnungen entstehen.

Platz für Eigentumswohnungen
Platz für Eigentumswohnungen

Danke an Sirko für die Fotos.

53 Kommentare zu “Bäume weg!

  1. Dies ist nur ein Phase – wenn es in Deutschland in absehbarer Zeit keine Wohnungseigentümer mehr gibt(aus Geldmangel) – dann verfällt die Neustadt wieder und sie wird wieder so kuschlig wie – früher….

  2. Ich wohne auch in einer Eigentumswohnung, ist zwar nicht meine – aber Eigentum von irgendjemandem ist sie wohl doch…

  3. Ich habe so das Gefühl, dass wir in eine Immobilienblase spanischen Ausmaßes hineinlaufen. Im Moment investiert alles in Immobilien. Wenn dann irgendwann das nächste tolle „Investment“ kommt (siehe Neuer Markt), und/oder die Wirtschaft irgendwann wieder kriselt, werden dann Wohnungen verramscht. Die derzeitigen Preise scheinen mir zu hoch, das trägt der Markt auf Dauer nicht.

  4. @Dom: Rechtschreibung: 1 – Inhalt: 5 (ach nee – seit ein paar Jahren ja 6)! Huch – bin ich heute wieder lustig…. ;-)
    @Stefan: So sehe ich es auch – also mit der Immobilienblase….

  5. Warum sollte eine Eigentumswohnung nicht bezahlbar sein? Die Zinsen sind halt im Keller, ist klar, dass jetzt gebaut wird.

  6. @ Alauner: Von den Zinsen im Keller dürfte ein Normalsterblicher, der einen Kredit bei der Bank haben will – z.B. für eine Wohnung – kaum was merken…

    Aber stimmt schon: wer in den Lagen nahe der Straße hohe Preise zahlt, wird auf Dauer keine Freude dran haben.

  7. Würg was für ein hässlicher Kasten. Ich kann diesen ganzen Modernistenschrott nicht mehr sehen. An der Uni lernt so ein Architekt wohl nur noch Klötzchen stapeln. Anders kann ich es mir nicht erklären!

  8. @auch ein Stefan: „Die Lücken ringsrum um Weintrauen- unf Tieckstraße werden bestimmt auch noch zugemacht.“
    Na ja, da sind ja gar keine keine mehr, außer der auf dem Teilstück Tieckstraße zw. Hoy. Str. und Glacisstr. und da steht das Bauplakat ja auch schon ewig (http://www.neustadt-ticker.de/nachrichten/eigentumswohnungen-fur-die-tieckstrase/. Alle anderen sind schon bebaut, oder werden gerade bebaut.

    @alle: Prinzipiell kann ich an Eigentumswohnungen nicht schlechtes finden, wenn die Preise nicht in so astronomische Höhen gehen würden. Denn wieso soll man 30 Jahre Miete zahlen, sich mit der Hausverwaltung herum ärgern um danach mit nichts in der Tasche da zu stehen (selbst die Kaution wird einem meist noch abgeluchst), wenn man mit dem gleichen Geld oder etwas mehr pro Monat nach 30 Jahren zumindest eine Wohnung sein eigen nennen kann. Finde ich eigentlich keine schlechte Altersvorsorge, vor allem wenn es aktuell so günstig ist Geld zu leihen. Und die Entwicklung, dass in nächster Zeit in der Neustadt die Wohnungen leer stehen weil da keiner mehr hin will, sehe ich nicht wirklich.
    Über die Schönheit solcher Neubaue / Neubau’s? ;-) kann man bestimmt streiten, aber Wohnungsbau ist eben vor allem erst mal zweckmäßig und nicht vordergründig dazu ausgelegt Architekturpreise zu gewinnen… ^^

  9. Zum Glück fordert hier niemand, dass der vergammelte Garagenhof dort hätte erhalten werden sollen. Und für gefällte Bäume werden Ausgleichspflanzungen erfolgen. Dass solche Brachen, auf denen irgendwann schon mal ein Haus stand, wieder geschlossen werden, zeigt wie anziehend Dresden als Wohnort geworden ist. Und ja, ich halte auch kommunale Sozialwohnungen für wünschenswerter als Eigentumsdinger, aber die Stadt baut lieber Straßen und Brücken statt Wohnungen, weil ihr Autos wichtiger als Menschen sind. Viele Grüße an Herrn Zastrow…

  10. Na ja, all zu viele Hoffnungen, daß die Mieten in Dresden und im Besonderen in Dresden Neustadt bald wieder sinken werden sollte man sich nicht machen. Dresden boomt, die Neustadt boomt, viele Wohnungen in Dresden wurden sogar abgerissen, um die Mietpreise nach oben zu drücken – sinkende Mieten wären da eine regelrechte Revolution.

  11. Ich sag nur: lest die Klassiker!
    „Die Ausdehnung der modernen großen Städte gibt in gewissen, besonders in den zentral gelegenen Strichen derselben dem Grund und Boden einen künstlichen, oft kolossal steigenden Wert; die darauf errichteten Gebäude, statt diesen Wert zu erhöhn, drücken ihn vielmehr herab, weil sie den veränderten Verhältnissen nicht mehr entsprechen; man reißt sie nieder und ersetzt sie durch andre. Dies geschieht vor allem mit zentral gelegenen Arbeiterwohnungen, deren Miete, … nur äußerst langsam über ein gewisses Maximum hinausgehn kann. …Das Resultat ist, daß die Arbeiter vom Mittelpunkt der Städte an den Umkreis gedrängt, daß Arbeiter- und überhaupt kleinere Wohnungen selten und teuer werden und …, denn unter diesen Verhältnissen wird die Bauindustrie, der teurere Wohnungen ein weit besseres Spekulationsfeld bieten, immer nur ausnahmsweise Arbeiterwohnungen bauen.“
    http://www.mlwerke.de/me/me18/me18_209.htm#ZT1

  12. Und noch so ein neues plattenbauähnliches Gebäude mit hässlicher glatter Fassade. Langweilig. Warum baut man nicht neue Häuser mit Altbaufassade?

  13. @Seldon: Was genau ist eigentlich mit Dir passiert. Erst kommentierst Du ein paar Wochen gar nicht und dann haust Du ständig mit Zitaten aus dem Marxismus-Leninismus um Dich. Warst Du im Sommer in einem geheimen Comintern-Lager?

  14. @Anton:
    ;o)
    Danke der Nachfrage, aber keine Sorge! Bissle Urlaub ist ja auch mal drin, und die Essens- und Friseurtests fand ich jetzt auch nicht sooo kommentierungswürdig.
    Fand’s in dem Zusammenhang nur mehr als passend und ein paar Grundlagen können u.U. zum Verständnis der Situation beitragen, oder zumindest zur Diskussion darüber…Angesichts der Tatsache, dass in den letzten (Wohnungspolitik)Diskussionen eher emotional, moralisch oder gar nicht diskutiert wurde, finde ich es wichtig und richtig, auch mal die weitere Perspektive aufzuspannen, …

  15. @ Seldon: Definiere bitte „Arbeiter“ im heutigen Kontext… Ich sehe nicht, dass heute Altbauten abgerissen, um durch neue Wohnungen ersetzt zu werden.

    @ Aber immer: Naja – abgerissen werden/ wurden vorrangig Plattenbauten in peripher gelegenen Wohngebieten. Diese haben sich nach der Wende zu sozialen Brennpunkten entwickelt. Wer diesen Abriss immer als künstliche Verknappung des Wohnraums insgesamt darstellt, ziehe bitte freiwillig in eine solche…

    @ Okris: Die niedrigen Zinsen existieren vor allem für Banken und Staaten, die Geld leihen. Für Dich als kleiner Mann machen sie sich vor allem in niedrigen Guthabenzinsen bemerkbar – aber sprech mal eine Baufinanzierung durch und hoffe drauf ;) (vor allem mit längerfristiger Bindung)

    Man sollte auch nie unterschätzen, was ein Haus über die Jahre als Investition in den Bestand braucht – all diese Kosten „kennt“ der Mieter garnicht, weil sie Sache des Eigentümers ist. Ist ja nicht so, dass Du nach 30 Jahren eine dauerhaft intakte Immobilie ohne weitere Kosten Dein Eigen nennst…das ist eine dieser Altersvorsorgelegenden, die sich um das eigene Häuschen ranken.

  16. @Anton: und außerdem ist’s manchmal einfach zu schön geschrieben, als dass man es den Leuten vorenthalten dürfte und spart Zeit, es selbst zu tippen!

  17. @E-Haller:
    Der Lohnarbeiter verkauft die Vernutzung seiner Arbeitskraft (den Gebrauchswert seiner Arbeitskraft) und erhält dafür Lohn für seinen Lebensunterhalt. Kurz: Lohnabhängig beschäftigt!
    Was die aktuelle Situation angeht, hast Du natürlich recht, es wird nicht allzuviel abgerissen: man nennt es heute „Rückbau“:
    http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/Stadtrat-SPD-und-Linke-wollen-per-Eilantrag-Wohnungsrueckbau-stoppen-2114885616
    Nun kann man sich drüberstreiten, ob es im Einzelfall ein Verlust ist, das „Resultat ist, daß die Arbeiter vom Mittelpunkt der Städte an den Umkreis gedrängt, daß Arbeiter- und überhaupt kleinere Wohnungen selten und teuer werden“ oder siehst Du das anders?

  18. man kann nicht nur hinterher an Baukosten denken, dass sollte man sich bei der Bauplnung vorher überlegen– wie ein Haus in die vorhandene Umgebungen passt.
    Was viel wichtiger ist: es muss auch neben Häusern Grünes zum leben bleiben! Wo ist sonst die Wohnqualität?
    An der Weintraubenstraße hätte auch sehr gut eine Erweiterung der Schulflächen gepasst— da/auf den vorhandenen Flächen haben die Schüler nämlich kaum Platz.

  19. Nochmal @E-Haller: Letztlich läuft Deine Frage wrschl. in die Richtung, es gäbe heutzutage ja gar keine „Arbeiter“ im Marx’schen Sinne mehr, das wäre ein Phänomen des 19Jh, daher heute nicht mehr aktuell, daher insgesamt auch die Marx’sche Analyse des Kapitalismus obsolet. Aber auch wenn Arbeiter nicht mehr unter solch elenden Bedingungen wie vor 100..150 Jahren leben und arbeiten (übrigens ja v.a. hierzulande, beim Blick über den Tellerand relativiert sich auch diese Ansicht) ist die Trennung von Arbeit und Eigentum, „Kommandierenden und Kommandierten“ doch wohl nach wie vor aktuell. Die überwiegende Mehrheit der Menschen arbeiten abhängig beschäftigt, bekommen dafür Lohn, der mal vergleichweise hoch ausfällt, immer öfter auch nur für das Nötigste reicht. Dass es den Arbeitern in (Mittel-)Europa vergleichsweise gut geht, ist auch Folge von 150 Jahren Arbeitskampf, Systemkonkurrenz und Wirtschaftsentwicklung. Das diese Errungenschaften nicht auf ewig festgeschrieben sind, können wir aktuell beobachten: Zunahme von prekären und/oder befristeter Beschäftigung, Lohnstagnation, effektive Lohnsenkung, Hartz IV, ganz zu schweigen von der Entwicklung in Südeuropa usw. usf. Hauptpunkt jedoch ist, dass gesellschaftlich (von vielen) produziert wird, privat (von wenigen) profitiert (angeeignet) wird. Und falls das Argument kommt: ja, ein Arbeiter mit kleinem Aktienpaket ist dann eben auch zu 0,8% Kapitalist, zu 99,2% aber eben Arbeiter: abhängig beschäftigt, Mehrwert (Kapital) schaffend, auf Verkauf seiner Arbeitskraft angewiesen, er entscheidet nicht was wann wie produziert wird, was und wie mit dem Profit passiert, im Interessengegensatz (ob bewußt oder nicht) zum Kapitalbesitzer (auch wenn der Chef vllt. ein Netter ist). Nochmal Marx: „Das Interesse des Kapitalisten und des Arbeiters ist also dasselbe, behaupten die Bourgeois und ihre Ökonomen. Und in der Tat! Der Arbeiter geht zugrunde, wenn ihn das Kapital nicht beschäftigt. Das Kapital geht zu grunde, wenn es die Arbeitskraft nicht ausbeutet, und um sie auszubeuten, muß es sie kaufen. Je rascher sich das zur Produktion bestimmte Kapital, das produktive Kapital, vermehrt, je blühender daher die Industrie ist, je mehr sich die Bourgeoisie bereichert, je besser das Geschäft geht, um so mehr Arbeiter braucht der Kapitalist, um so teurer verkauft sich der Arbeiter…
    Solange der Lohnarbeiter Lohnarbeiter ist, hängt sein Los vom Kapital ab. Das ist die vielgerühmte Gemeinsamkeit des Interesses von Arbeiter und Kapitalist.“
    http://www.mlwerke.de/me/me06/me06_397.htm

  20. @ Seldon: Dein zweiter Kommentar traf meine Gedanken. Weil: ich mal behaupte, dass nur ein geringer Teil an (Eigen-) genutzten Wohneigentum durch „Kapitalisten“ bezahlt wird – sondern von Leuten, die irgendwo angestellt sind (= Arbeiter?).

    Wer zur Bank geht und einen Kredit für eine Wohnung will, sollte neben einem gewissen Eigenkapital vor allem einen sicheren Job mitbringen – z.B. als Beamter o.ä. Ein Selbständiger (nach Deiner Definition somit das Gegenteil eines Arbeiters, sprich: ein Kapitalist) hingegen bekommt sehr schlechte Konditionen, weil sein monatliches Einkommen dauerhaft eher unsicher ist (genug Aufträge? Was passiert bei Krankheit?) – wird sich eine Wohnung also nur leisten können, wenn er fleißig darauf spart.

    Wie nun z.B. der Fall „Angestellte mit westdeutschem Ursprung, die vom Papi die Wohnung mal eben voll bezahlt wird“ in Dein Schwarz-Weiß-Raster einzuordnen ist, weiß ich auch nicht – gibt es aber in DD auch genug.

    Zum Thema Zunahme von befristeter Beschäftigung etc.: da stand ja in einer der letzten ZEITen ein interessanter Artikel drüber. Genanntes Beispiel: ein Zeitarbeiter bekam bei einem Automobilhersteller für das Feststecken von Kabelbäumen (Fließbandarbeit) 2.800 brutto – sein festangestellter Kollege 3.500. Klingt natürlich skandalös – ließ in mir aber die Frage reifen, in welchen Verhältnissen wir tatsächlich leben. 3.500 für eine Tätigkeit, die vielleicht einen Tag Einarbeitung benötigt???

    Was ich sagen will: die alten marxschen Rollenbilder klingen zwar gut – sind aber kaum auf den konkreten Fall des Wohnungsmarktes in Dresden anzuwenden. Dafür sind die Übergänge bzw. Grenzen zwischen „Arbeiter“ und „Kapitalist“ irgendwie zu unscharf!

  21. Hallo E-Haller,
    der Wohnungsmarkt ist ein kapitalistischer, es gelten die o.g. „Gesetze“: Wohnungen werden nicht gebaut, weil und in der Form in der sie gebraucht werden, sondern weil man damit Geld verdienen will und kann. Insofern ist auch die nach wie vor richtig: „…denn unter diesen Verhältnissen wird die Bauindustrie, der teurere Wohnungen ein weit besseres Spekulationsfeld bieten, immer nur ausnahmsweise Arbeiterwohnungen bauen.“ Und wenn Du Dich am Wort „Arbeiter“ störst eben „preiswerte, einfache,…bezahlbare Wohnungen“.
    Ich weiß nicht, was Du an der Grenze „Kapitalbesitz“ unscharf findest. Die einen (die meissten) verkaufen zu mehr oder weniger günstigen Konditionen ihre Arbeitskraft, die anderen (weit weniger) kaufen diese, um damit (und entsprechenden Grund- und Rohstoffen) Waren zu erzeugen (und v.a. zu verkaufen: Geld->Ware->mehr Geld). Das sich der Einzelne damit u.U. besser stellt als der Selbständige (übrigens „Kleinbürger“ im Marx’schen Sinne, solange er nur sich selbst „ausbeutet“: „Der unabhängige Bauer oder Handwerker wird in zwei Personen zerschnitten. … Als Besitzer der Produktionsmittel ist er Kapitalist, als Arbeiter ist er sein eigener Lohnarbeiter.“) tut dem Unterscheidungsmerkmal doch keinen Abbruch…Wichtig an solcher Klassifizierung ist natürlich auch immer ein gewisses Maß an Abstraktion, möglicherweise findet man den 100%igen Arbeiter in der Tat nicht mehr, beutet er doch über seine Zinsen, seinen Bausparvertrag oder Konsum von Billigware aus Fernost auch wieder andere Arbeiter aus. Eben zu x%, zu y% ist er „klassischer“ Arbeiter, wobei x sehr, sehr viel kleiner als y ist. Wichtig ist zu begreifen, dass Arbeiter keine Rolle ist, die man spielt, einnimmt und ablegt, sondern eine Klasse definiert, gekennzeichnet eben durch Abwesenheit von Verfügungsgewalt über Produktionsmittel, Lohnarbeit, Verkauf der Arbeitskraft.
    Noch ein Gedanke v. Marx:
    „In dem Begriff des freien Arbeiters liegt schon, dass er Armer ist, potenzieller Armer. Er ist seinen ökonomischen Bedingungen nach bloßes lebendiges Arbeitsvermögen, … Bedürftigkeit nach allen Seiten hin, ohne materielle Mittel, seine Arbeitskraft für sich zu nutzen. Kann der Kapitalist seine Mehrarbeit nicht brauchen, so kann er seine notwendige Arbeit für seinen Lebensunterhalt nicht verrichten, seine Lebensmittel nicht produzieren…Als Arbeiter kann er nur leben, soweit er sein Arbeitsvermögen gegen den Teil des Kapitals austauscht, der den Lohnfonds bildet. Dieser Austausch selbst ist an für ihn zufällige, gegen seine Person gleichgültige Bedingungen geknüpft.“ Du kannst heute gut verdienen, morgen kriegst Du HartzIV, dass mag mehr sein, als vor 100 Jahren oder in Bangladesh Arbeitslosen zur Verfügung stand/steht, man muß wrschl. nicht verhungern, aber wir leben im 21 Jh. in Mitteleuropa, unsere Vergleichsgröße ist die Wirtschaftskraft der Gesellschaft, die nun doch zweifellos sehr ungleich verteilt wird.

  22. @E-Haller:
    Natürlich ist mir klar das eine E-Wohnung auch Geld im Unterhalt kostet über die Jahre, trotzdem bleibt wohl nach 30 Jahren Wohnung abbezahlen noch ein sattes Plus an Wert übrig im Vergleich zu 30 Jahren Mietzahlung. Jedenfalls m.M.n.
    @Tom: „Warum baut man nicht neue Häuser mit Altbaufassade?“ Hmm… Weil es ein Neubau ist? Alles hat seine Zeit. Warum sollte man 2013 ein Haus mit einer Fassade von 1920 bauen? Die Zeit läuft weiter. (Was nicht heißen soll, das es auch schönere Neubaufassaden gibt/gäbe)

  23. Schon putzig welche kleinbürgerlichen Vorstellungen über Eigentumswohnungen so verbreitet sind.
    Nicht weiter verwunderlich, werden doch diese Vorstellungen seit Jahrzehnten von Bausparkassen, Maklern, den Immobilienbeilagen der Tageszeitungen hingebungsvoll gepflegt – sonst würden sich solche Objekte deutlich schwieriger verkaufen lassen.

    Der Erhaltungsaufwand, wie von E-Haller weiter oben schon genannt, ist dabei nur ein Aspekt.

    Ach ja, das sich-herum-ärgern mit der Hausverwaltung bleibt dem frisch gebackenen Eigentumswohnungseigentümer erhalten …

  24. @E-Haller: und nochmal zum Wohneigentum: es ist sicher so, dass es heutzutage auch Arbeiter gibt welche sich Wohneigentum leisten können, genauso wie es auch vor 70 Jahren schon Arbeiter mit eigenem Auto gab‘ oder vor 150 welche mit eigenem Pferd. Aber was beweißt das Deiner Meinung nach über die Gesellschaft als Ganzes? Natürlich gibt es objektive Lebenssituationen, -umstände, die mehr oder weniger erstrebenswert sind, wenn aber alle ein Glas Wasser besitzen, sind sie nicht deswegen reich, weil in der Wüste ein Glas Wasser die Lebensqualität erheblich steigern kann, wenn ein gewisser Prozentsatz der lohnabhängig Beschäftigten damit ganz gut fährt, heißt das nichts über die restlichen Arbeiter. (Analogie: In der Klasse der Spinnentiere gibt es große und kleine, etzbauende und jagende, aber die grundlegenden Eigenschaften sind bei allen gleich)
    Der H4ler z.B. ist arm, weil der gesellschaftliche „Normalfall“ ein höherer Standard ist, nicht weil er keinen Porsche fährt. Und schon garnicht ist er reich, bloß weil es noch prekärere Lebensumstände gibt….
    Armut und Reichtum sind immer relativ, von daher macht es keinen Sinn, Armut an einen best. Lebensstandard zu knüpfen. Wenn alle zu Fuß gehen ist keiner arm oder reich, es ist einfach so. Wenn aber die meisten zu Fuß, wenige zu Pferd und einzelne per Kalesche unterwegs sind, ist zu fragen: Warum ist das so, warum hat einer mehr (ist reicher) als ein anderer (ärmerer), umso mehr, wenn die Masse immer noch zu Fuß oder Fahrrad, viele per Moped, Auto, Bahn und ab und an Flugzeug und einzelne per Privatjet, Yacht oder Raumschiff(20Mio/Trip?) unterwegs sind. (Man könnte auch sagen, arm und reich sind eine Funktion der Produktionsverhältnisse, etwas verkürzt der Produktivität) Offensichtlich hat sich trotz gigantisch gestiegener Produktivität nichts an arm vs. reich geändert, wohl aber die „Distanz“ zwischen ihnen, die bekannte „Schere“…
    „Ein Haus mag groß oder klein sein, solange die es umgebenden Häuser ebenfalls klein sind, befriedigt es alle gesellschaftlichen Ansprüche an eine Wohnung. Erhebt sich aber neben dem kleinen Haus ein Palast, und das kleine Haus schrumpft zur Hütte zusammen. Das kleine Haus beweist nun, daß sein Inhaber keine oder nur die geringsten Ansprüche zu machen hat; und es mag im Laufe der Zivilisation in die Höhe schießen noch so sehr, wenn der benachbarte Palast in gleichem oder gar in höherem Maße in die Höhe schießt, wird der Bewohner des verhältnismäßig kleinen Hauses sich immer unbehaglicher, unbefriedigter, gedrückter in seinen vier Pfählen finden.“ Naja, Marx

  25. @E-Haller: „Zeitarbeiter bekam bei einem Automobilhersteller für das Feststecken von Kabelbäumen (Fließbandarbeit) 2.800 brutto…“
    Das klingt auf den ersten Blick natürlich genau so wie Du es aufgenommen hast und bringt wieder kräftig Wasser auf die Mühlen der Neiddebatte…

    Allerdings sollte man das eben nicht, wie von Dir indirekt suggeriert, als Durchschnittswert für Fließbandarbeit werten.
    – Die Automobilindustrie bezahlt nunmal (noch) verhältnismäßig/überdurchschnittlich gut.
    – Wir wissen nicht in welchem Schichtbetrieb das bezahlt wird (Nachtzulagen etc…).
    – War das in München? Wie viel % des Nettoverdienstes gehen da für die Mietwohnung drauf?
    – Ich unterstelle mal das dieses Beispiel die Realitäten gehörig verzerrt, was natürlich im Sinne der Autoren dieses ZEIT Artikels ist, musste bloß mal schauen wem der Verlag gehört und welche Interessen da verfolgt werden.
    – Die Realität für die Mehrzahl der Zeitarbeiter (nicht im Verlag, sondern bei Zeitarbeitsfirmen) sieht tatsächlich beschissen aus. Was denkst Du was die in Betrieben zur Toastbrotherstellung oder bei Wasserabfüllern für Großhandelsketten brutto verdienen?

    Ich kann mit so einer neoliberalen Leier wenig anfangen, genausowenig mit der Neiddebatte (gugg mal, den gehts als Hartz4er doch super, arbeiten noch bissel schwarz dazu und alles super, solln ja nich meckern, könnten doch wenn sie nur wollten und so weiter und so fort….)

    Die alten (und aber immer noch aktuellen) Marxschen Rollenbilder klingen nicht gut, treffen die Zustände aber sehr präzise. Das System Kapitalismus hat sich nämlich nicht geändert, es ist eher nur noch hemmungsloser geworden (Wegfall der Gewerkschaften, Verlagerung von Produktionsstätten, Angebliche Alternativlosigkeit des Systems…). Und Marx hat ziemlich viel der heutigen globalisierten Welt „vorhergesehen“. Deshalb mögen ihn die Neoliberalen auch nicht besonders.

    Achso, das hier „Ein Selbständiger (nach Deiner Definition somit das Gegenteil eines Arbeiters, sprich: ein Kapitalist)“ trifft auf eine Vielzahl „Selbstständiger“ eben nicht zu, wie Du ja auch schon erkannt hast. Auch von denen leben viele am Existenzminimum und haben noch nicht mal Altersvorsoge, da geht der Trend eindeutig zur Aufweichung der sozialen Sicherungssysteme, siehe ICH-AG!
    Wenn Dir die Grenzen zu unscharf sind: Kapitalist=Person die durch das ihr zur Verfügung stehende Kapital und dessen Einsatz Gewinn erwirtschaftet, Arbeiter=Person die durch den Einsatz ihrer Arbeitskraft Einkommen erzielt.

    Die hier „Wie nun z.B. der Fall “Angestellte mit westdeutschem Ursprung, die vom Papi die Wohnung mal eben voll bezahlt wird” in Dein Schwarz-Weiß-Raster einzuordnen ist, weiß ich auch nicht – gibt es aber in DD auch genug.“ wirken sich allerdings nicht wirklich negativ auf den Mietspiegel aus, weil Papi keinen Gewinn erwirtschaften muss (zumindest nicht mit dem Eigentum dass er seinem Sohn zur Verfügung stellt.) Das sieht bei den Investmentgesellschaften die derzeit haufenweise Betonklötze in die Stadt stellen ganz anders aus.

    @Anton: Gibt’s morgen dann bitte einen Bericht von der Brückeneröffnungsparty? Das würde mich freuen!

  26. @g.kickt: Na toll jetzt haste mich von einem Kapitalisten in einen Arbeiter verwandelt. Verdammt! 25 Jahre Launer-Gentrifizierung und dann das. Bzgl. der Brückenparty muss ich Dich leider enttäuschen, eine Berichterstattung zu dem Thema ist nicht vorgesehen.

  27. Danke g.kickt für die eingängigen Worte und E-Haller für den Ansatz einer Diskussion. Falls es nicht mehr weitergeht, würd‘ ich gern noch loswerden, dass ich das Hauptproblem bei dieser „Es-gibt-keine-Klassen, wir-sind-doch-alle-ganz-individuell“ Geschichte darin sehe, dass damit wunderbar gemeinsame Interessen verschleiert und die den Interessen gegenarbeitenden Kräfte im Dunklen bleiben („Und Macheath, der hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht.“) und alle ganz individuell für sich bleiben, gegeneinander ausgespielt und ihre jeweilige kleine individuelle Interessengruppe unter Kontrolle und „unten“ gehalten werden kann: Friseurinteresse, Feuerwehrmanninteresse, Fleischer-Interesse, Konsumenten-Interesse, Programmierer-Interesse, Lehrer-Interesse, Studenten-Interesse, und die jeweiligen „Arbeitgeber“ den ganz spezifischen „Sachzwängen“ unterworfen…Nee! Bei aller Differenzierung und ohne unzulässige Vereinfachung: Es gibt gemeinsame Interessen der in letzter Zeit zu ein wenig Aufmerksamkeit gelangeten „99%“, die letztlich alles „Personen, die durch den Einsatz ihrer Arbeitskraft Einkommen erzielen“, sind!

  28. @Anton: Ist zwar off-topic, aber trotzdem habe ich mich gefragt wie die FDP sich nach ihrer Verhinderung der Albertbrückensanierung guten Gewissens mit einem Stand bei der Waldschlösschenbrückeneröffnung präsentieren konnte!?

  29. @ gKickt: Nur soviel – ich habe mit Schwarz-Weiß nicht angefangen, das war ein anderer. Ich werde nur darin bestätigt: DEN Kapitalisten und DEN Arbeiter im Marx-Schen Sinne gibt es genausowenig wie DEN Neustädter oder DEN Gentrifizierungsvorantreiber ;)

    Peace!

    @ Anton: Danke fürs Ignorieren der Brücke. Wer darüber Berichte will, kann sich die Sz anschauen…

  30. Hallo E-Haller:
    es hat nichts mit schwarz-weiß Malerei zu tun, zur Analyse von Funktionsweisen wichtige Eigenschaften bzw die Inhaber ds. in Gruppen einzuteilen. Im diskutierten Zusammenhang eben die Eigenschaft: Kapitalbesitz oder nicht. Das es dies nicht zu 100% in Reinform geben mag, ist hier genauso irrelevant wie die Tatsache, das es große und kleine Neustadtbewohner gibt, sie im preussischen Viertel oder der Leipziger Vorstadt wohnen etwas daran ändert, dass sie eben in der Neustadt wohnen. Übrigens sagt schon Marx selbst:
    „Die Eigentümer von bloßer Arbeitskraft, die Eigentümer von Kapital und die Grundeigentümer, deren jeweilige Einkommenquellen Arbeitslohn, Profit und Grundrente sind, also Lohnarbeiter, Kapitalisten und Grundeigentümer, bilden die drei großen Klassen der modernen, auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden Gesellschaft.

    In England ist unstreitig die moderne Gesellschaft, in ihrer ökonomischen Gliederung, am weitesten, klassischsten entwickelt. Dennoch tritt diese Klassengliederung selbst hier nicht rein hervor. Mittel- und Übergangsstufen vertuschen auch hier (obgleich auf dem Lande unvergleichlich weniger als in den Städten) überall die Grenzbestimmungen.

    Indes ist dies für unsere Betrachtung gleichgültig.“ K. Marx, Kapital III

    Mittel- und Übergangsstufen, erst recht die so moderne Individualisierung aller gesellschaftlichen Zusammenhänge vertuschen in der Tat wichtige Gemeinsamkeiten, welche eine Gruppe von einer anderen abgrenzt. Es gibt Vögel und es gibt Säugetiere und es gibt das Schnabeltier. Dessen Exitenz stellt wohl kaum die der Klasse der Vögel bzw Säugetiere in Frage…

    Ich denke, im meinem letzten und vorletzten Beitrag hab‘ ich halbwegs deutlich gemacht, worum’s mir geht. Siehst Du das anders? v.a. warum, mit welcher Begründung?

  31. @ Seldon: Ist mir alles zuviel und zu hoch. Deine Kernaussagen bekomme ich aus den zusammenkopierten Marxzitaten einfach nicht raus…

  32. @Booby: Da ich, entgegen anderslautenden Gerüchten, immernoch kein FDP-Mitglied bin, werde ich Dir diese Frage nicht beantworten können. :-)

    @Seldon: Die Marxsche Betrachtungsweise geht aus einem ganz einfachen Grund nicht mehr auf. Denn während auf der einen Seite immer mehr Arbeitnehmer zu Kapitalisten (durch den Kauf von Aktion) und Grundeigentümern (durch den Kauf von Immobilienfonds) werden, haben die Eigentümer von Grund und Kapital immer weniger zu entscheiden. Denn die wesentlichen Entscheidungen in den großen Firmen und Banken treffen angestellte Manager, die nach der Marxschen Definition aber zu den Arbeitnehmern gehören, da sie ihr Haupteinkommen aus Arbeitslohn beziehen. Theoretisch können zwar die Eigentümer darüber entscheiden, ob diese Manager entlassen werden, aber in der Praxis haben die meisten Eigentümer ihre Entscheidungsgewalt an wieder andere Manager (z.B. Fondsmanager) abgegeben.

  33. @Anton, diese Trennung von Eigentum und Leitungsfunktion hat Marx schon richtig erkannt, so wie der Eigentümer nicht mehr körperlich mitarbeitet, verschiedene Funktionen des Kapitals (Geldhandel, Warenhandel) nicht von ein und demselben Kapitalisten ausgeführt wird, nicht mehr läßt er nun auch leiten.
    Die Tendenz zu AGn usw. hat Marx ja nun auch in Länge und Breite ausgeführt…was genau greift den jetzt nicht?
    „… Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:

    1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen …, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.

    2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen.

    Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.

    3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Manager, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehen, den Zins und Unternehmergewinn, d. h. den Totalprofit einschließen (…), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d. h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozess getrennt wird wie diese Funktion, in der Person des Managers, vom Kapitaleigentum….„Das Kapital zeigt sich immer mehr als gesellschaftliche Macht, deren Funktionär der Kapitalist ist und die in gar keinem möglichen Verhältnisse mehr zu dem steht, was die Arbeit eines einzelnen Individuums schaffen kann – aber es zeigt sich als entfremdete, verselbständigte gesellschaftliche Macht, die als Sache … der Gesellschaft gegenübertritt. Der private Kapitalist verschwindet hinter dem Kapital als Sache…Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der auf den ersten Blick als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus.

    Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.“ K. Marx, Kapital III

    Kapitalmacht wächst, die Macht der Einzelkapitalisten schwindet

  34. @Seldon: Jetzt weiß ich wieder, wieso ich das Philosophie-Studium hingeschmissen habe. Es gelingt mir nicht, diese Sätze zu begreifen. Gibt es den Kapitalisten denn nun noch, oder nicht? Und wer ist nun der Böse, der Kapital-Eigentümer oder der, der es verwaltet?

  35. Niemand hat behauptet, Wirtschaft wäre einfach, wer das erzählt, verfolgt meißt eigene Ziele. Marx hat seine Analyse des Kapitalismus sehr systematisch aufgebaut, von Kleinen zum Großen, vom Einfachen zum Komplizierten. Aus dem Unverständnis heraus dann auf Ungültigkeit zu Schließen, halte ich jedoch mindestens für gewagt (und ich würde mir, übrigens, auch nur eine offene Herangehensweise und ein Ansatz von Verständnis bescheinigen..nicht dass das hier arrogant rüber kommt.)
    Zu Aktiengesellschaften: Ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft läßt sich sicher rauskriegen, In D-Land liegen mWn KMU anteilig weit vorn was Beschäftigte und Anzahl angeht, Großunternehmen machen hingegen den meisten Umsatz. Aber auch in einer AG sind zum einen Aktienmehrheiten in den Händen weniger konzentriert: „Die Gesamtzahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen in Deutschland hat sich im zweiten Halbjahr 2011 um 356.000 (4,1 %) bemerkenswert erhöht. Insgesamt waren 8,7 Mio. Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert.1 Dies entspricht 13,4 % der Bevölkerung. “
    http://www.boerse.de/dai/Zahl-der-Aktienbesitzer-in-schwierigem-Umfeld-gestiegen/7137554
    „Aktien in Unternehmen, die überhaupt in Streubesitz sind: „Zukünftig wird der Mindest-Streubesitzanteil, d. h. die Anzahl der frei handelbaren Aktien eines Unternehmens, die im Besitz vieler Aktionäre sind und somit nicht zum Festbesitz gezählt werden, erhöht. Bislang mussten Unternehmen, die in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gelistet sind, über einen Streubesitz (Free-Float) von mindestens 5 Prozent verfügen. Diese Schwelle wird zukünftig auf 10 Prozent angehoben.“
    http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/neue+streubesitzregeln+fuer+aktienindizes+7339

    Auch ein institutioneller Anleger vertritt Kapitalinteressen. Es macht keinen Unterschied, ob profitorientiert Arbeiter v. einer Einzelperson oder einem Fond entlassen werden…
    Auf die Schnelle paar Gedanken,…

  36. Kommt mal wieder runter, das ist eine Info Seite für die Neustadt und nicht um ein neues Manifest zu schreiben… Nachher wird hier noch aus mein Kampf zitiert und Sarazin schreibt auch noch was und alle haben ihren Spass … man man man

  37. Nochmal zur „Kernaussage“, soll ja hier kein Ökonomie-Seminar werden:
    Häuser werden gebaut, wie jede andere wirtschaftliche Tätigkeit auch getan wird, um Kapital zu verwerten, zu vermehren, … dies liegt in der Natur des aktuell vorherrschenden Wirtschaftssystems. Apelle an guten Willen der Bauherren/Vermieter oder Arrangement mit den Gegebenheiten durch bspw. Eigenerwerb ändern nichts an der Tatsache, dass nicht Bedürfnis nach angemessenem Wohnraum, sondern der systemimmanente Zwang zur Kapitalverwertung zu den beobachtbaren Erscheinungen auf dem Wohnungsmarkt führen. Sehr pointiert (wie ich finde) schon in Engels „Wohnungsfrage“ erörtert…
    Schlussfolgerung wäre für mich daher, dieses System an jeder sich bietenden Stelle zu hinterfragen, in Frage zu stellen, zu schwächen, letztlich abzuschaffen. Weiterso kann es jedenfalls, ebenso aus systemischen Gründen, nicht ewig gehen, schon gar nicht im Sinne und zum Besten der Mehrheit der Menschen, die eben nicht über Kapital verfügen (und wenn sie denn Tatsächlich 5% ihres eh‘ schon minimierten Lohns in Aktienfonds stecken, weil ihnen erzählt wird, ihr Geld würde dann für sie arbeiten, während es doch in Wirklichkeit ihre Nachbarn oder möglicherweise auch Kinder in Bangladesh sind, deren Mehrwertproduktion zu einem gewissen Prozentsatz dem privaten Depot, zum anderen dem Profit des Finanzdienstleisters gutgeschrieben wird, ändert dies ganz und gar nichts an den beschriebenen Zusammenhängen von Kapitalmacht auf der einen, ob personifiziert ofder institutionalisiert und individueller Ohnmacht auf der anderen Seite, die nur durch Erkennen der gemeinsamen Interessen von Arbeit“nehmer“ und -loser hier und denen all over the world, welche im Gegensatz stehen zu den Kapitalinteressen, ob bewußt exerziert oder unbewußt vermittelt, im eigenen Lande wie auch global: kurz: das Interesse des brasilianischen Favela-Bewohners ist mir näher als das des deutschen Immobilien-Tycoons…

  38. @Seldon: Auf alle Fälle kann ich Deinen Gedanken wesentlich besser folgen, wenn Du sie selbst formulierst, als wenn Du in Zitaten sprichst. Zur Diskussion kann und will ich hier aber nun auch nichts mehr beitragen. Vielleicht sollten wir uns dafür mal auf ein Bier treffen.

  39. Wie jetzt:Der Wein bestimmt das Bewußtsein oder was? Da bestell‘ ich gleich nochmal nach.
    Und wie ist das mit Bier?
    Übrigens:
    „Der populäre Haß gegen die Weinsteuer erklärt sich daraus, daß sie alle Gehässigkeiten des französischen Steuersystems in sich vereinigt. Die Weise ihrer Erhebung ist gehässig, die Weise ihrer Verteilung ist aristokratisch, denn die Steuerprozente sind dieselben für die gewöhnlichsten, wie für die kostbarsten Weine. Sie nimmt also in geometrischem Verhältnis zu, wie das Vermögen der Konsumenten abnimmt, eine umgekehrte Progressivsteuer. Sie provoziert daher direkt die Vergiftung der arbeitenden Klassen als Prämie auf verfälschte und nachgemachte Weine.“ Marx

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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