Seit 200 Jahren steht die Villa mit dem Schwanenornament an der Holzhofgasse 8 in der Dresdner Neustadt. Viele kennen das Gebäude als Schwanenhaus. Eine Ausstellung im Hotel „Am Schwanenhaus“ widmet sich nun der Geschichte des Hauses und seinem Erbauer Woldemar Hermann.

Die Schau trägt den Titel „200 Jahre Schwanenhaus“. Sie zeigt Zeichnungen, Skizzen und Gemälde des Dresdner Architekten und Malers. Auch Motive aus Dresden und von seinen Italienreisen sind zu sehen. Die Ausstellung wurde am 29. März eröffnet. Sie läuft bis zum 30. Juni 2026. Ausstellungsort ist das benachbarte Hotel am Schwanenhaus.
Ein Haus aus dem Jahr 1826
Woldemar Hermann entwarf das Schwanenhaus im Jahr 1826. Er war damals gerade mal 19 Jahre alt. Die Villa entstand im ehemaligen Coselschen Garten. Sie diente zunächst als Wohnhaus und hatte auch nur zwei Etagen. Heute zählt sie zu den ältesten Gebäuden der Neustadt. Zur Ausstellung gehören 28 Arbeiten aus dem Werk Hermanns. Neben Entwürfen zum Schwanenhaus sind Ansichten aus Loschwitz und der Neustadt zu sehen. Hermann war mit dem Maler Ludwig Richter befreundet. „Die Villa gilt als echter Zeitzeuge der Dresdner Neustadtgeschichte. Auch unser Hotel ist nach ihr benannt und wir freuen uns, Besucherinnen und Besucher auf diese historische Zeitreise einzuladen“, sagte Mathias Terpe, Direktor des Hotels am Schwanenhaus, bei der Begrüßung der Gäste.

Von der Ruine zum Wiederaufbau
Seit 1928 gehört das Schwanenhaus zur Diakonissenanstalt Dresden. Die Einrichtung stockte das Gebäude auf und nutzte es als Feierabendheim für Diakonissen im Ruhestand. In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1945 wurde die Villa durch Brandstiftung zerstört. Das Gebäude blieb lange eine Ruine, bis 1986 der originalgetreue Wiederaufbau begann.
Seit den 1990er Jahren befinden sich in den oberen Etagen Wohnungen. Auch Diakonissen leben dort. Im Erdgeschoss gibt es Büro- und Praxisräume. Dort hat auch die Implus Dresden gGmbH ihren Sitz. Das Unternehmen ist eine Tochter der Diakonissenanstalt und betreibt Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Sowohl das benachbarte Altenzentrum als auch das Hotel tragen den Namen der Villa. Das Hotel eröffnete 2024 (Neustadt-Geflüster vom 29. März 2024) und verfügt über 26 Zimmer mit 51 Betten. Das Haus arbeitet mit einem inklusiven Konzept. Fachkräfte und Menschen mit Behinderungen arbeiten dort gemeinsam. Zum Hotel gehört das Café Blanc.
Die Vernissage wurde musikalisch von zwei Bratschisten der Staatskapelle Dresden mit Werken von Friedemann Bach begleitet. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni 2026 im Hotel am Schwanenhaus an der Holzhofgasse 10 zu sehen, der Eintritt ist frei.

















