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Mnemo Gedenkareal im Dresdner Norden

Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurden die Gedenkorte Hellerau, Hellerberge und St.-Pauli-Friedhof im Rahmen des Projekts „MNEMO Gedenkareal Dresdner Norden“ fertiggestellt. Ziel ist die Aufarbeitung der NS-Diktatur in diesem Teil der Stadt.

Auf einer Brachfläche neben der Radeburger Straße steht ein blauer Splitter - er soll an das hier befindliche Judenlager Hellerberge erinnern. Foto: J. Frintert

Auf einer Brachfläche neben der Radeburger Straße steht ein blauer Splitter – er erinnert an das frühere Judenlager Hellerberge. Foto: Anton Launer

Die Splitterskulpturen des Künstlers Jochem Hendricks machen im Dresdner Norden Orte sichtbar, an denen während der NS-Zeit Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft stattfanden. Die Skulpturen tragen Informationstexte und sind digital miteinander vernetzt. Inhaltlich wurde das Projekt vom Beirat für Erinnerungskulturen der Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz erarbeitet.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) betont: „Fast 100 Jahre nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten kommt die Landeshauptstadt Dresden ihrer Verantwortung nach, sichtbar an die Opfer von Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft im nördlichen Stadtraum zu erinnern.“

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch bei der Einweihung der neuen Gedenksplitter - Foto: Stadtverwaltung Dresden, Diana Petters
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch bei der Einweihung der neuen Gedenksplitter – Foto: Stadtverwaltung Dresden, Diana Petters

Sie dankt den vielen Initiativen aus der regionalen Geschichtsforschung sowie allen Forscherinnen und Forschern, die sich seit Jahren für die Aufarbeitung einsetzen. Mit dem Alten Leipziger Bahnhof stehe zudem eine zentrale Aufgabe bevor: Dort soll in den nächsten Jahren ein Gedenkort mit Bildungs-, Vermittlungs- und Begegnungsfunktion entstehen.

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Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) ergänzt: „Es ist gut, dass mit den Splittern an immer mehr Orten in der Stadt deutlich wird: Dresden war kein unschuldiges Opfer der NS-Diktatur und des Krieges.“

Gerade angesichts des alljährlichen Missbrauchs der Erinnerung an die Zerstörung Dresdens rund um den 13. Februar durch die extreme Rechte sei es wichtig, die historischen Opfer- und Täterorte sichtbar zu machen und das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen. Nach dem ersten Splitter auf dem Heidefriedhof sind nun weitere Installationen im Stadtgebiet hinzugekommen.

Von Dresdner Kindern gestaltete Gedenkanlage für die verstorbenen Kinder der Zwangsarbeiterinnen auf dem St.-Pauli-Friedhof - Foto: Stadtverwaltung Dresden, Diana Petters
Von Dresdner Kindern gestaltete Gedenkanlage für die verstorbenen Kinder der Zwangsarbeiterinnen auf dem St.-Pauli-Friedhof – Foto: Stadtverwaltung Dresden, Diana Petters

Gedenkort Hellerberge und St.-Pauli-Friedhof

Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich nördlich des St.-Pauli-Friedhofs – zwischen Radeburger Straße, Stauffenbergallee und Hammerweg – das „Judenlager Hellerberge“ und später das „Entbindungslager Kiesgrube“. Ein großer Splitter markiert heute die Stelle des früheren Lagers, in dem ab November 1942 etwa 300 als Jüdinnen und Juden verfolgte Menschen aus dem Dresdner Raum interniert waren. Ein weiterer Splitter an der Mauer des St.-Pauli-Friedhofs erinnert an die Gräber von mindestens 225 Kindern, die im Lager als Kinder von Zwangsarbeiterinnen unter qualvollen Bedingungen ums Leben kamen.

Weitere Informationen finden sich auf www.dresden.de und auf der Website der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.

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Hintergrund

Das Projekt „MNEMO Gedenkareal Dresdner Norden“ geht auf einen städtischen Ideenwettbewerb aus dem Jahr 2022 zurück. Die Umsetzung des Gedenkorts an Hellerberg und St.-Pauli-Friedhof wurde gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus – mit Mitteln aus dem sogenannten PMO-Vermögen (Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR, 6. Tranche) – sowie aus Mitteln des Stadtbezirks Pieschen.

Die Splitterskulpturen markieren Orte von Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft und sind durch digitale Inhalte miteinander verbunden. Für die inhaltliche Ausarbeitung waren erneut der Beirat für Erinnerungskulturen und das Amt für Kultur und Denkmalschutz verantwortlich.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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