Pissoir, Mülltonnen und die Dreckweg-App

Hier entsteht ein Pissoir.
Hier entsteht ein Pissoir.
An der Ecke Böhmische/Alaunstraße wird derzeit gegraben. Hintergrund ist die geplante Installation des ersten Neustadt-Pissoirs. Das wurde gestern am Rande einer Pressekonferenz bekannt. Bei der stellten Ortsamtsleiter André Barth und Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) die Ergebnisse der Dreck-Weg-App vor und gaben einen Ausblick auf künftig geplante Sauberkeits-Aktivitäten.

Lang, lang hat es gedauert. Schon vor vier Jahren hatten sich Anwohner beschwert, dass Benutzer der „Bunten Ecke“ die angrenzenden Hinterhöfe als Urinier-Rückzugsgebiet verwenden würden. Vor zwei Jahren präsentierte der Ortsamtsleiter im Konzept „Szene-Viertel ja, Dreckecken nein“ zum ersten Mal die Toiletten-Pläne (Neustadt-Geflüster vom 29. Juni 2011). Und eigentlich sollte das Pinkel-Häuschen schon im August vergangenen Jahres stehen. Das Urinal wird ungefähr 1,20 Meter tief, 3,20 Meter breit und 2,50 Meter hoch werden, kostet 53.000 Euro und soll eine überraschende Gestaltung bekommen. Voraussichtlich am 21. Mai soll das Häuschen installiert und, wenn alles glatt geht, am 24. Mai der Öffentlichkeit übergeben werden.

Mit der Dreckweg-App, ein Programm für Smartphones zum Melden von Dreck-Ecken, seien seit März schon 873 Fälle gemeldet worden, im Schnitt knapp fünf jeden Tag. Das berichtete der Ordnungsamt-Bürgermeister. Bei vier von fünf Meldungen konnte Ordnungsamt und Stadtreinigung erfolgreich reagieren, die übrigen Fälle beziehen sich auf Grundstücke, die nicht der Stadt gehören. Zum Beseitigen der gemeldeten Dreckecken braucht die Stadt im Schnitt etwa drei Arbeitstage.

Der Ortsamtsleiter präsentierte auch den neuesten Stand des Projektes „Nette Toilette“. Inzwischen beteiligen sich zwölf Cafés, Bars und Kneipen. Auf dem Themenstadtplan Dresden sind die Standorte verzeichnet. Außerdem gab André Barth schon mal einen Ausblick auf künftige Aktionen auf dem Alaunplatz. Am 17. Mai erhält der Platz 20 weitere 120-Liter-Mülltonnen und die bereits stehenden fünf Ein-Kubikmeter-Tonnen werden künstlerisch gestaltet.

  • Die Links zur Dreckweg-App gibt es auf dresden.de.


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18 Kommentare zu “Pissoir, Mülltonnen und die Dreckweg-App

  1. Hab ich mir das doch richtig gedacht, dass die da jetz endlich ein Klo hinbauen. Hab mich nur sehr gewundert, dass se mitten auf dem Platz aufgebuddelt haben.

  2. 294 000 hat der Platz gekostet und jetzt noch 53 000 für Klo.
    Das macht gut 350 000 Gesamtkosten für eine Pissecke.
    Ich meine, verweilen oder spielen wird dort keiner mehr.
    Waaahnsinn.

  3. hm; Dreck-weg-App gut und schön, aber wo kommt der „neue“ Müll nun eigentlich hin?
    Aus den Augen aus dem Sinn?

    Oder einfach privat Müll irgendwo hinschütten -> Dw-App nutzen und die Kosten des eigenen Haushalts senken/umverteilen.

    Vor allem wird dieses spitzen App auch gegen Graffiti genutzt -.-*… find ich ja eher nicht so toll, wobei da die Meinungen sicherlich auseinander gehen. Fest steht jedenfalls das die Mieten so nicht sinken.
    Kann da nur folgendes Video empfehlen. Zum nachmachen oder Schmunzeln.

    https://www.youtube.com/watch?v=Cq1N1d1cVoA

  4. Also erstmal ist es eine gute Idee.

    Warum denn aber mitten auf dem Platz? Wäre es nicht sinnvoller eine Pinkel-Rinne bzw. einige Pissoirs nähe der Mauern aufzustellen? Idee Top, Umsetzung… naja :-/

  5. @ Anton: achso..
    tja, na dann sollten Frauen jetzt nebenbei schon immer mal das Pinkeln im Stehen üben..

  6. 20 Mülleimer mehr im Alaunpark, endlich!

    Hoffentlich bringt das auch was….könnte mir vorstellen das es vielen immernoch drei Meter zu weit bis zum nächsten Mülleimer sein wird.

  7. „…und soll eine überraschende Gestaltung bekommen“

    Das wird bestimmt die Überraschung des Jahres. Ich sehe schon die Auszeichung „Das Goldene Pissoir“ nach Dresden gehen. Die im Ortsamt machen es auch wirklich spannend. Hoffentlich kann ich bis zum 24.05. überhaupt noch schlafen…

    An alle Weiber – so wirds gemacht: http://www.pibella.ch/stolze-pibella-userin/

  8. ich glaube die 200 menschen am assieck habens nötiger. ich hoffe die graben da nur alles wegen der leitungen aus und setzen das ding nicht so weit in die mitte wie es da aussieht…

  9. ich denke, dass die Toilette genau dahin kommt, wo jetzt das Loch ist. Um ein paar Leitungen zu legen, brauchts nicht so ein großes Loch.

    Es hat schon seinen Grund, warum man vor ~100 Jahren Pissoirs aufgestellt hatte… Die Dinger waren aber halt nicht für die Ewigkeit gebaut und sind heute meist verschwunden.

  10. Zur Dreckweg-App, welche übrigens 1 Erfindung
    der TU-Darmstadt ist:

    Sicherlich 1 gute Sache.
    Allerdings stellt selbige auch 1 Freibrief
    zur Müllentsorgung dar.
    Wir dürfen gespannt sein wie diese sich entwickelt.

  11. @Lolli: Ich schlepp bestimmt ni so en Ding mit mir rum und stell mich da in der Öffentlichkeit hin :(

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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