Nachtrag Hausbesetzung im Hechtviertel

Besetzungsflyer
Besetzungsflyer
Mit diesem Flyer hatten die Besetzer ihre Aktion angekündigt. Am Abend traf die Polizei ein und sperrte das Gelände um die Hechtstraße 7 weiträumig ab. Der untere Teil der Straße und auch der Bischofsplatz waren für Passanten gesperrt. Straßenbahnen mussten umgeleitet werden. Kurz nach 22 Uhr räumte die Polizei das Haus, von 14 Hausbesetzern und 4 Hausbesetzerinnen wurden die Personalien aufgenommen. Gegen 23 Uhr war die Aktion beendet und kurz nach Mitternacht wurden die Straßen wieder frei gegeben.

Hausbesetzungen in der Neustadt haben eine gewisse Tradition, vor fast genau zwei Jahren wurde das ehemalige Deutsche-Bank-Gebäude auf der Königsbrücker Straße besetzt (siehe hier).

24 Kommentare zu “Nachtrag Hausbesetzung im Hechtviertel

  1. Pingback: Dr. Azrael Tod
  2. Doch Doch, der Hecht wurde großzügig per Hubschrauber beleuchtet (von hier aus konnte man aber nur einen sehen – gab’s mehrere?

  3. Laut Polizei war ein Hubschrauber im Einsatz. Hier die Presseerklärung von heute Morgen:

    Polizeieinsatz nach Hausfriedensbruch

    Zeit: 21.03.2009, 22.00 Uhr
    Ort: Dresden-Leipziger Vorstadt

    Gestern war eine größere Personengruppe unbefugt und gewaltsam in ein leerstehendes Gebäude an der Hechtstraße eingedrungen. Polizeibeamte stellten letztlich vier Frauen und 14 Männer in dem Haus fest. Sie müssen sich wegen schweren Hausfriedensbruchs verantworten.

    Anwohner der Hechtstraße hatten die Dresdner Polizei über Lärm aus einem leerstehenden Wohnhaus informiert. Als die Hausbesetzer den Aufforderungen zum Verlassen des Hauses nicht nachkamen, begannen Polizeibeamte ab 22.05 Uhr das Gebäude zu räumen.

    23.00 Uhr war die Räumung beendet. Zu dieser Zeit befanden sich neben den 18 Hausbesetzern etwa 150 Sympathisanten und Zuschauer auf der Fritz-Reuter-Straße.

    An den Absperrungen kam es in der Folge zu Rangeleien zwischen Sympathisanten und den eingesetzten Polizeikräften. Dabei wurden drei Männer durch Diensthunde gebissen. Sie erlitten leichte Verletzungen.

    Die Polizeibeamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Hausfriedensbruchs ein, nahmen die Personalien der Hausbesetzer auf und sprachen ihnen Platzverweise aus. Anschließend wurde das Haus baulich gesichert.

    Polizeibeamte wurden nicht verletzt. Die Höhe der Sachschäden ist unbekannt.

    Zeitweise waren insgesamt rund 100 Polizeibeamte im Einsatz, darunter auch ein Polizeihubschrauber.

    Die Fritz-Reuter-Straße war während des Polizeieinsatzes, zwischen der Königsbrücker Straße und der Hansastraße, gesperrt. Es kam zu Verkehrseinschränkungen.

  4. Was bitte ist an dem indymdedia-Eintrag aufschlussreich?
    Was bedeutet „Vöku“?
    Und warum muss es fremdes Eigentum sein, in dem man „Spaß“ möchte? Gerade in Dresden, wo es jede Menge Freiraum für alle gibt. Jeder, der der Einladung in die Hechtstraße 7 gefolgt ist, wusste doch, dass es Stress gibt? Ist Spaß = Stress & Provokation?
    Mein Spaßwochenende sieht anders aus…

  5. Naja, auf dem Video sieht man nicht wirklich viel. Und Indymedia ist immer mit Vorsicht zu genießen, denn dort kann jeder anonym schreiben, was er will, also auch dreiste Lügen verbreiten. Da vertrau ich lieber auf Augenzeugen, die ich persönlich befragt habe. Übrigens: Vokü steht für Volksküche, bedeutet in der Regel Eintopf oder Suppe für wenig oder gar kein Geld. Das soll darstellen, dass die Hausbesetzer volksnah sind.

  6. Ist „Vöku“ dann ein Schreibfehler oder bewusst eingesetzter Slang bzw. eine Wortverdrehung, von der ich auf der Website öfter las?
    Also auch für einen Eintopf würde ich mich nicht unter diese Leute mischen … da gibt es zahlreiche gemütlichere Möglichkeiten.

    Was das Video betrifft:

    Der Einsatz von Polizeihunden erscheint mir für solche Aktionen nicht sinnvoll (ebensowenig der lärmende und blendende Hubschrauber), da das Gebelle noch aggressiver macht. Allerdings bellen die Hunde (es könnten im Übrigen auch Hunde von anderen Beteiligten sein, das kann man nicht erkennen bzw. hören), weil die anwesenden Menschen durch ihr Gebrülle wiederum die Hunde aggressiv machen, die auf beiden Seiten missbraucht werden.

    Ansonsten, ja, man sieht nicht viel.
    Es fällt aber auf, dass die Polizeiaktion bis zu dem Moment ruhig verläuft, an dem offensichtlich ein Feuerwerkskörper gezündet wird und die Menge (zumindest im Video) lautstark unverständliche Parolen von sich gibt. Es ist logisch, dass die Polizei darauf reagiert. Vielleicht manchmal unangemessen, aber es sind eben auch Menschen mit
    – berechtigten – Ängsten und möglicherweise daraus resultierender Überreaktion.

    Letztlich: Es ist wohl keine Frage, wer hier der Aggressor und damit zumindest mitverantwortlich für das (Folge-)Geschehen ist.

  7. die sache mit den hunden habe ich auch nicht verstanden. die sperre aus polizisten ist effektiv, und wenn die stoisch dastehen, passiert nichts. die hunde haben eigentlich mehr als eine stunde dauergebellt, egal ob rundherum ruhe war oder ob dann später parolen gebrüllt wurde oder der blöde knallkörper geworfen wurde.
    das wirkte ein bisschen so, als ob überforderte hundehalter an der leine mitgezogen werden und nicht umgekehrt. eigentlich sollte ein ausgebildeter polizeihund auf kommando ruhe halten können, zumindest stressresistenter sein als andere.
    so wirkte das alles andere als deeskalierend.
    p.s. bin anwohner.

  8. naja, schon das mek einheiten eingesetzt wurden, zeigt doch das die polizei von anfang an abschrecken wollte, auch der hubschrauber eine viel zu übertriebene sache für die räumung.
    nur hat sich die polizei mal wieder nicht an ihre rechte gehalten, so wurden besagt hunde, beim vorgehen gegen die symphatisanntInnen der hausbesetzerInnen, ohne maulkorb eingesetzt, so dass es zu sachschaden, wie verletzten kam …
    es ist schade, wie der staat vorgeht, gegen menschen die sich konpsirativ und produktiv für mehr freiraum und jugendzentren einsetzen.
    p.s. auch anwohner in hechtstraße

  9. Als Flensburger habe ich nur eine Nacht in Dresden verbracht.
    Die Hausbesetzungsfeier hat mich nicht gestört.
    Störend empfand ich den lärmenden Hubschrauber, der mich letztlich aus dem Hotel lockte.
    Ich habe mich mit einigen Symphatisanten unterhalten.
    Es wurde der Verdacht geäußert, dass das Handeln der Polizei rechtswidrig gewesen sein könnte. Deswegen könnte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet werden. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Innnenministerium wäre (zusätzlich!) auch möglich.
    In Flensburg gelang es vor Jahren einem Stadtrat eine Hausbesetzung mit freundlichen Worten und einer Kiste Bier zu beenden.

  10. @marcus:

    Statt eines Hubschraubers, der auf mich nervtötend und bedrohlich wirkt und einen ganzen Stadtteil wach hält (auch lästig bei der BRN), könnte ich mir vorstellen, Flutlicht an Fahrzeugen einzusetzen. Allerdings sind die nicht so flexibel. Und im Gegensatz zu Hausbesetzern und Sympathisanten kennen Polizisten, die von außerhalb zum Einsatz kommen MÜSSEN (die hätten vielleicht sonst auch irgendwo entspannt gefeiert…!), die Gegend nicht und haben -leider- berechtigte Angst im Dunkeln.

    Der Einsatz von Polizeihunden sollte hinterfragt werden (werde ich machen). Das Verhalten der Hunde ist nicht restlos kontrollierbar und die Führer (die ja bestimmt nicht mal die Halter sind) überfordert. Was Sachschäden betrifft, habt „Ihr“ mit hoher Wahrscheinlichkeit hochhaus gewonnen…

    Die Party bezeichnest Du als „konpsirativ und produktiv“!? Ich nehme an, Du hast Dich vertippt?!

    @ Bernhard S.:

    Wer in der Neustadt lebt hat für gewöhnlich nichts gegen Partys und es darf auch mal lauter werden. Es gibt viele Möglichkeiten zu feiern: Öffentlich (auch mit wenig oder keinem Eintritt und günstigen Preisen) und privat sowieso.

    Dass die Polizei hier eingreifen muss ist völlig klar und wird ja auch ausdrücklich von den Hausbesetzern und ihren Sympathisanten gewünscht. Sonst würde diese Art Feier ihnen ja gar keinen Spaß machen.
    Mit einer Kiste Bier wäre es bestimmt nicht getan (das hätte wohl auch niemand mitbekommen…), es wird mehr Einsatz gefordert.
    Aber ich gebe Dir recht: Die Art des Einsatzes sollte hinterfragt werden, besonders was den Einsatz von Hubschrauber und Hunden betrifft und auch den Umfang der „Inszenierung“ zum noch größeren Spektakel.

    Die Frage an die Hausbesetzer (Steffi & Peter & Hannes & … [wenn es die gibt]), die sich mir stellt ist:
    Wenn ihr wirklich auf Missstände aufmerksam machen wollt und Veränderungen einleiten wollt:
    Warum müsst Ihr unbedingt Leute einladen, die alles kaputt machen?

  11. @S. Ebnitzer:

    Also ich glaube du hast den ganzen sinn der hausbesetzung überhaupt gar nicht verstanden. das haus steht seit jahren leer und gammelt vor sich hin. stadt und bahn planen am bischhofsplatz eine neue s-bahn station und einkaufszentern. prima.
    wenn nun ein paar junge menschen dieses haus nutzen wollen, dort ein buntes, lustiges und friedliches(!) straßenfest veranstalten und das haus als besetzt erklären (um es wieder nutzbar zu machen), ist das einzige was dir dazu einfällt, dass angeblich alles kaputt gemacht wird, die besetzer_innen provoziert hätten und das ja alles sowieso illegal also ganz böse sei.
    fakt ist einfach, dass die stadtumstrukturierung im vollen gange ist und auch das hechtviertel bald nur noch partyviertel mit teuren, sanierten wohnungen sein wird. diese gentrifizierung ist wohl schwerlich aufzuhalten, aber immerhin ist sie mit dieser hausbesetzung mal in eine mehr oder weniger öffentliche debatte gerückt worden. und auch unbestreitbar ist der völlig überzogene einsatz der polizei an diesem abend. ohne wahrnehmbare vorankündigung (also rechtswidrig) wurde die party im und vor dem haus von prügelnden SEK einheiten gestürmt. der hunde- und hubschraubereinsatz ist ja hier bei einigen schon zurecht als überzogen kritisiert worden. das alles ist einfach typisch und die chaoten sind natürlich nicht die auf am boden gefesselte eintretenden polizist_innen sondern die achso bösen hausbesetzer_innen…

  12. Also nur mal zum verständniss:

    Die Besetzung war keine provokation und kein hoffen auf riots mit den bullen. wenn sich irgendwer hier mal die mühe gemacht hätte die verteilten flyer, welche auch auf indymedia veröffentlicht worden sind, zu lesen wüsste er/sie das. das straßenfest vor dem besetzten haus sollte lediglich menschen aus dem hechtviertel auf die besetzung aufmerksam machen und auch viele kinder aus der nachbarschaft hatten ihren spaß dabei…
    das haus sollte besetzt bleiben um damit wieder nutzbar (für kultur und bezahlbaren wohnraum) gemacht werden und wenn die bösen besetzter_innen chaot_innen wirklich nur auf krawall ausgewesen wären hätte die reaktion auf den völlig überzogenen polizeieinsatz auch ganz anders ausgesehen. es war natürlich von anfang an klar, dass die besetzung eine straftat ist und ebenfalls klar war, dass früher oder später die polizei eintreffen würde. mit prügelndem SEK und hubschrauber hatte allerdings keine_r gerechnet und auch ganz bestimmt nicht drauf gehofft.

  13. ich stimme farfalla da vollkommen zu, zudem gab es bereits konzepte und ausarbeitungen, das in den kellerräumen und im erdgeschoss eine fahrrad-selbsthilfe-werkstatt eingerichtet werden solle, also keinewegs nur remmi demmi oder nur party, es ging um freiraum um sich zu verwirklichen, so wie um soziale projekte anzustoßen oder besser gesagt durchführen zu können

  14. Wo kann man etwas lesen über Konzepte für den Hecht 7?
    Gibt es einen Briefwechsel zwischen Bahn/Stadt und denen, die sich für die Nutzung des Gebäudes einsetzen?

  15. Am Samstag den 28.03.2009 wird es eine friedliche, lautstarke und kraftvolle Demonstration für alternative Freiräume geben.
    Anlass und Thema sind die gewaltsame Räumung des am 21.03.2009 friedlich besetzten Hauses Hechtstrasse 7, der generelle Mangel an (links) alternativen Freiräumen, die andauernde Repression durch übermotivierte Polizeibeamt_innen und die aktuelle Stadtumstrukturierung (Gentrifizierung) zum Nachteil von Einkommensschwächeren Bevölkerungsteilen.
    Start der Demonstration ist 14Uhr am Bischofsplatz, enden wird sie vor der Staatskanzlei am Carolaplatz.
    Eine Zwischenkundgebung wird an der „Scheune“ im „Szeneviertel“ Neustadt stattfinden.

    „Wir hoffen das unsere Bemühungen um eine friedliche und bunte Demonstration von der Polizei berücksichtigt werden.
    Zum Beispiel durch zurückhaltendes Auftreten der Beamt_innen um freie Sicht auf die mitgeführten Transparente zu gewährleisten, oder ein Verzicht auf ständiges Abfilmen der Demonstration um die Teilnehmer_innen nicht unter Generalverdacht zu stellen.“ meinte eine Organisatorin der Demonstration.

    mehr Infos unter http://www.anarchiadd.blogsport.de

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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