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Neue Geschmackserlebnisse auf der Kaffee-Reise

Schnell mal auf einen Espresso an die Theke – das kennt man ja als gelegentlicher Italienurlauber. A banco geht es flott zu, der caffè ist schwarz und stark. Kommst Du aber in Dresden ins Lucky Cat Coffee, ist vieles anders. „Wir rösten unsere Bohnen nicht so stark, sie sind heller“, klärt Henni Hausmann den Gast auf, während ihr Mann Didier an der blitzeblanken Kaffeemaschine die Milch für einen Cappuccino aufschäumt.

Didier und Henni vom Lucky Cat Coffee - Foto: Ulrich van Stipriaan
Didier und Henni vom Lucky Cat Coffee – Foto: Ulrich van Stipriaan

Reden übers Produkt

Der Kaffee schmeckt durch die helle Röstung anders als gewohnt, denn dunkel gerösteter Kaffee ist bitterer. Bei der hellen Röstung bringt man den jeweiligen Charakter des Rohkaffees besser zur Geltung und schmeckt dann eher die fruchtigen Aromen, die bei stärkerer Röstung zerfallen. „Wir wollen die Noten aus den Bohnen zum Vorschein bringen“, sagt Henni. Na klar wissen sie, dass „die Sachsen“ das anders kennen und lieben (Henni Hausmann kommt aus Dresden, bevor sie vor 15 Jahren nach Kanada zog).

Daher ist die Kommunikation an der Theke im geschmackvoll minimalistisch eingerichteten Coffeeshop ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Reden übers Produkt bedeutet manchmal auch viel Erklärung. Zuallererst natürlich zum Thema helle Röstung und dass die nichts mit Blümchenkaffee zu tun hat. Aber manchmal sind es auch die einfachen Dinge, an die man die Kund*innen heranführen muss. Was ist denn ein Flat White und wie grenzt er sich vom Cappuccino und vom Caffé Latte ab? Oder dass ein Pour Over ein Filterkaffee ist, der je nach Kaffeesorte beispielsweise blumig mit lebendigen Zitrusfrüchten oder saftig mit bonbonartiger Süße sein kann. Insgesamt geht es eher fruchtig zur Sache – „wir sind in der Hinsicht sehr speziell“, meint Henni, auch in Hinblick auf die Gewohnheiten der Kaffee-Sachsen.

Filterkaffee – Foto: Ulrich van Stipriaan
Filterkaffee – Foto: Ulrich van Stipriaan

Das Handwerk in Vancouver/Kanada gelernt

In Vancouver sehen die Menschen das mit dem Kaffee anders, das merkte Henni schnell. Latte Art gab’s da damals schon, und die Szene hat sich weiter entwickelt. Henni lernte nicht nur die unterschiedlichsten Kaffeesorten kenne, sondern auch Didier. Der ist in Kolumbien geboren und lebte lange in Kanada, wo er das Barista-Handwerk an vielen Orten lernte.

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So arbeitete er in Vancouver in einem Coffeeshop, dessen Besitzer einer der besten Drei weltweit gewesen sei – da kann man gut was abschauen. Noch besser lernt man, wenn man die company wechselt und beispielsweise bei der Neueröffnung eines Shops mitmacht – und wenn das der Shop von einem der berühmtesten Köche der Stadt (David Hawksworth) ist, gilt das erst recht. Die Feinheiten des Röstens hat er sich dann in Japan angeeignet. „Da ist die Speciality-Kaffeeszene weit verbreitet, man findet hell gerösteten Kaffe und fruchtigen Espresso an allen Ecken!“, weiß er zu berichten.

Läuft im Lucky Cat Coffee – Foto: Ulrich van Stipriaan
Läuft im Lucky Cat Coffee – Foto: Ulrich van Stipriaan

Viele Orte, weite Reisen. Davon sollen nun die Dresdner*innen (und natürlich auch die, die hier nur kurz Gäste sind) profitieren. Wieso Dresden? „Die Familie ist uns wichtig: Oma, Tante, Onkel für drei Kinder (und zwei Hunde)“, sagt Henni. „Wir wünschen uns, dass sich die Gäste mit uns auf eine Kaffeereise begeben, auf der sie – wie bei jeder guten Reise – Neues kennen und vielleicht ja sogar lieben lernen!“

Seit Ende Juli ist ihr Traum von Café mit eigener Rösterei nun Realität geworden. Sie hatten ja Bedenken, weil die „Location etwas weit weg vom Schuss“ sei – wobei: soo weit ist es ja auch nicht vom, sagen wir mal: Albertplatz (400 Meter) oder der Scheune (ziemlich genau ein Kilometer). Problematischer ist es schon, überhaupt zu wissen, wo Lucky Cat Coffee zu finden ist: weder auf der Webseite (die Stand heute eh nur eine Startseite ist) noch bei Instagram steht eine Adresse. Wir wissen da mehr: Hauptstraße 29!

Montags und dienstags wird frisch geröstet

Hinzu kommen die Öffnungszeiten, die für ein Café untypisch sind: montags und dienstags geschlossen, den Rest der Woche ab zwölf und bis manchmal fünf sowie (am Wochenende) sechs geöffnet. Da kann es passieren, dass man auf dem Weg von und zur Arbeit täglich dran vorbei radelt und den Eindruck hat, der Laden sei immer zu!

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Aber natürlich gibt’s eine Erklärung: „Wir machen alles selber!“, sagt Henni und zählt auf: „Montags und dienstags rösten wir, die Verpackung machen wir selber, arbeiten an der Webseite und am Online-Shop. Dann backen wir alle Kuchen selber. Cheesecake ist immer da. Täglich gibt es eine neue Sorte, am Wochenende sollten es zwei sein. Ganz wunderbar schmeckte der Oreo Cheesecake, den wir zum Cappuccino probierten. Aber es gibt auch Macha-Cheesecake, solche mit Zitrone, Himbeere, Heidelbeere mit Weißweinschicht – „je nach Saison lassen wir uns inspirieren“, sagt Henni.

Cheesecake und Cappucino – Foto: Ulrich van Stipriaan
Cheesecake und Cappucino – Foto: Ulrich van Stipriaan

Acht verschiedene Kaffeesorten rösten sie derzeit selber und nutzen sie teils sowohl für den Kaffee als auch für Espresso. Der Einkauf von ungerösteten Bohnen für so ein relativ kleines Geschäft ist dabei nicht ganz einfach – vor allem nicht, wenn man Ansprüche nicht nur an die Qualität stellt. „Unser Ziel ist eigentlich das persönliche Verhältnis zu den Farmern“, erklärt Didier – aber dazu seien sie zu klein. Also kaufen sie bei (insgesamt vier) Importeuren, achten aber dennoch auf ein paar unabdingbare Dinge: „Wir wollen wissen, wie die Händler die Farmer bezahlen, wie fair sie mit ihnen umgehen“, sagt Didier. Natürlich sei es wichtig, dass der Kaffe den Kunden schmeckt, aber ebenso wichtig sei eben auch, wie es den Leuten gehe, die sich für den Genuss abschuften.

Geröstet wird in kleinen Partien von 600-Gramm-Portionen. Sieben bis neuneinhalb Minuten dauert der Röstvorgang. „Der Kaffee ist teuer, wir wollen die volle Kontrolle – die kleinen Portionen helfen, dass das im Falle eines Fehlers nicht allzu viel Verlust bedeutet!“ Wobei „Fehler“ bei den sehr hohen Qualitätsansprüchen auch meint, dass Abweichungen vom gewünschten Geschmackserlebnis nicht in Ordnung sind.

Ein Anlaufort für Kaffee-Touristen

Schaut gut aus – Foto: Ulrich van Stipriaan
Schaut gut aus – Foto: Ulrich van Stipriaan

Derart penibles Achten auf durchgehend gleiche Qualität zahlt sich aus. Beim Online-Magazin European Coffee Trip sind sie schon gelistet – als drittes Café nach dem Oswaldz und dem Cross River Coffee in Löbtau. „Menschen aus USA oder den Niederlanden kommen eigens deswegen vorbei“, weiß Henni und hat schin die Erfahrung gemacht, dass etliche Kaffee-Liebhaber danach reisen.

Doch auch Zufallsgäste loben: „Ganz anders als man es kennt!“, sagt ein Gast nach dem Genuss eines Pour Over. Ziel erreicht, strahlen da die Gesichter der beiden Startups: „Toll, dass ihr Euch auf uns eingelassen habt!“

Info

  • Lucky Cat Coffee, Hauptstraße 29
  • Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 12 bis 17 Uhr, Freitag und Sonnabend 12 bis 18 Uhr, Sonntag 12 bis 17 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen
  • Web („coming soon“): luckycatcoffee.de
  • Instagram: @lucky_cat_coffee
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2 Ergänzungen

  1. Sehr gut! Es tut sich was in Dresden in Sachen third wave coffee – erst das Cello und jetzt diese beiden hier… Wird demnächst angetestet!

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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