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Der Sommer vorm Palais

Vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass die Wiese vor dem Japanischen Palais in diesem Jahr nicht an das Team vom Palaissommer vermietet wird, sondern an Thomas Jurisch und seine Firma Slamevents. Wie der Stadtrat und Landtagsabgeordnete Thomas Löser (Grüne) findet, hat die Neuvermietung durch den SIB (Staatsbetrieb Sächsische Immobilien -und Baumanagement) Fragen hinterlassen. Daher stellt Löser eine Anfrage zur Klärung der Sachlage an die Staatsregierung.

Auf der Wiese vorm Japanischen Palais soll es in diesem Jahr einen Kleinkunstsommer geben.
Auf der Wiese vorm Japanischen Palais soll es in diesem Jahr einen Kleinkunstsommer geben.

Mit der Anfrage sollen die Zeitschiene des Ausschreibungsverfahrens, die Vergabekriterien sowie die beteiligten Ministerien transparent werden. Löser: „Es verwundert, warum das Ergebnis der Ausschreibung erst im März 2022 bekannt gegeben wurde, wenn bereits im Sommer 2022 die Veranstaltungen auf dem Gelände stattfinden sollen.“ Für viele Dresdner*innen und Gäste der Stadt seien die Veranstaltungen am Japanischen Palais ein fester Bestandteil ihres Sommerkalenders gewesen. Nun sei zu befürchten, dass es dieses Jahr schwer wird ein Kulturevent mit Strahlkraft am Japanischen Palais stattfinden zu lassen, welches Touristen und Einheimische gleichermaßen anlockt.

Jurisch: Produktion ist sicher

Veranstalter Thomas Jurisch erklärte heute auf Nachfrage, das die Organisation des „Dresdner Kleinkunstsommers“ gesichert ist. „Ich habe mein Netzwerk aktiviert und wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an der Programmplanung“, sagt er. Die Dresdner könnten sich auf ein breit aufgestelltes Festival freuen. „Wir werden nicht nur Konzerte im Jazz, Klassik oder Singersongwriting präsentieren, sondern auch europäische Folklore oder heimische Traditionsweisen“, so Jurisch. Literarisch soll es sowohl Lesungen, als auch Spezialslams sowie Comedy oder Hörspielabende geben. „Einen ganz großen Fokus legen wir auf Familienvor- und Nachmittage, sowie spezielle Wochenenden mit besonderen Angeboten. Die ersten Zusagen seien schon da.

Auch die Finanzierung läuft an. „Momentan haben wir viele Verhandlungsgespräche mit diversen Firmen, welche uns ihre Zusammenarbeit signalisiert haben“, sagt Jurisch, der optimistisch ist, dass zumindes die Grundfinanzierung bis zum Start im Juli steht. Ansonsten hoffe er auf einen sonnigen Sommer, ein neugieriges Publikum und damit einhergehende Einnahmen, um die anstehenden Kosten zu decken.

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Weitere Nachfragen

Politiker Löser hat insgesamt fünf Fragen an die Staatsregierung formuliert. „Ich will damit für Klarheit sorgen“, sagt er auf Nachfrage. Es sei schade, dass ein so wichtiger Kulturevent nur auf Basis des Höchstgebotes ausgeschrieben werde. Außerdem möchte Löser erfahren, ob die die Nutzung der Fläche bisher zu Schäden oder Beeinträchtigungen geführt habe.

Die ganze Anfrage hier als PDF.

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7 Ergänzungen

  1. Ein so wichtiges Kulturevent wurde nur auf Basis des Höchstbietenden ausgeschrieben? Ist das ein Schreibfehler oder informieren sich jetzt auch unsere Abgeordneten nicht mehr über alle dazu bereits vorhandenen mehrfach durchgekauten Informationen zur Ausschreibung bevor sie so eine Anfrage medienwirksam in die Welt setzen? Schon traurig…als hätten unsere Politiker nicht andere Sorgen als sich um schlechte Verlierer öffentlicher Ausschreibungen zu kümmern.

  2. @Daniela: Hab ich was übersehen. Hast Du evtl. einen Link für mich, wo die Informationen zur Ausschreibung mehrfach durchgekaut wurden? Mir ist nur der SZ-Artikel geläufig, in dem neben dem Preis auch auf Einschränkungen der Besucherzahlen hingewiesen wird.

  3. …na in dem Artikel vom 18.03.2022 hier im Neustadt-Geflüster stand auch schon „…Der Zuschlag erfolgte auf der Grundlage der Anerkennung der vertraglichen Nutzungsbedingungen zum Höchstgebot. Es ist vertraglich festgelegt, dass weiterhin Veranstaltungen durchgeführt werden, die der Förderung von Kunst und Kultur dienen. Es ist vorgesehen, das Angebot weiterhin eintrittsfrei zu ermöglichen.“ So stand es woanders definitiv auch mehrmals…also ich verstehe das so, dass es Nutzungsbedingungen gibt (z.B. Auflagen Grünflächen) sowie auch der Zweck für Kunst und Kultur inkl. freier Eintrittsgelder vorgegeben wird. Demzufolge kann es also nicht nur um ein Höchstangebot, sondern auch um ein entsprechendes Konzept gegangen sein. Alles andere wäre in der Tat unfair.

    Ich habe mir die Anfrage von Herrn Löser aber eben auch mal im Detail durchgelesen und da steht in der Einleitung eben nicht, dass es „nur“ um das Höchstgebot geht. Seine Anfrage betrifft u.a. die Zeitschiene der Ausschreibung (die ist für alle Beteiligten sicher sportlich), die Infragestellung von Schäden an den Grünflächen (sehr interessant für seine Parteizugehörigkeit) und der Verweis auf mögliche Eintrittsgelder (wurden zumindest vom aktuellen Gewinner der Ausschreibung ja schon verneint).

    Was die Zeitschiene betrifft, müsste man aber auch erstmal wissen, wie das bei allen anderen Veranstaltungen in Sachsen läuft. Die meisten Veranstalter haben in den letzten zwei Jahren vermutlich allgemein sehr „flexibel“ planen müssen, so dass es kaum vorstellbar ist, dass überhaupt irgendjemand schon einen festen Sommerplan hat geschweige denn Künstler mit jedweder Buchungsanfrage rechnen oder planen können.

    So oder so wirkt das für mich immer noch wie eine großangelegte PR-Kampagne eines Ausschreibungsverlierers, der sehr wohl über die Ausschreibungsbedingungen und sicher auch über das Vorhandensein anderer Mitbewerber in Kenntnis gesetzt worden sein muss. Umso unvorstellbarer, dass es dann kein Plan B gegeben haben soll.

    Warum das in einer Abgeordnetenanfrage münden muss, ist für mich ganz und gar nicht nachvollziehbar. Aber ich bin gespannt auf das Ergebnis und die Folgewirkungen für alle kommenden Ausschreibungen in allen Branchen.

  4. …Daniela hat es klar aufgezeigt…

    Warum machen wir denn dazu öffentliche Ausschreibungen? Ich würde denken, um hier keine Konkurenz auszuschließen um solche Möglichkeiten nicht im Freundes- und Bekanntenkreis unter der Hand zu vergeben…
    Ich gehe davon aus, dass das SIB gar kein Problem hat, die Fragen zu beantworten, Teile sind ja schon bekannt (s.o.) und absolut im Einklang mit
    mit den Zielen öffentlicher Ausschreibungen.
    Auch aus 13 Jahren Zuschlag leitet sich kein Gewohnheitsrecht ab. Die Ausschreibung war schon eher auffällig auf das Konzept Palaissommer zugeschnitten, so dass hier fast davon auszugehen ist, dass Konkurrenz weitestmöglich abgehalten werden sollte…
    Wenn ich nicht in einem von Korruption durchzogen Land leben möchte muss ich öffentliche Ausschreibungsvefahren haben, um Vetternwirtschaft zu verhindern. Der bisherige Betreiber hat doch an dem Verfahren teilgenommen und kannte die Vergabebedingungen…

  5. Hoffentlich kann der Kleinkunstsommer noch verhindert werden und stattdessen findet der echte Palaissommer statt! Über 10.000 Menschen haben sich schon gegen das Plagiat positioniert, da wird das sächsische Parlament nicht einfach drüber hinweggehen können.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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