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Zwischen Alhambra und Alaunpark

„Schon wieder viel zu heiß heute!“ So hätte mein Gespräch mit Fabian begonnen, wären wir zwei Unbekannte, die sich an einer brasilianischen Bushaltestelle treffen. So aber flüchten wir vor dem eisigen Wind ins Wohnzimmer, wo er mir mehr über das Land, in dem er so gern verweilt, aber vor allem über Musik erzählt. Denn Fabian ist Meistergitarrist.

Liebe auf den ersten Griff

Alles begann damit, dass sein Onkel, selbst Musiker, ihm eine Gitarre in die Hand drückte. Und, als schnell erkennbar wurde, dass da Talent im Spiel war, einen Lehrer für ihn organisierte. Ein paar Jahre Musikunterricht und einen Schulabschluss später war Fabian 16 und bar jeglicher Zweifel an der Zukunft: „Mir war schon damals klar, dass ich nur Musik machen will.“

Fabian mit seiner Gitarre vorm Cubanito. Foto: Arnold Bagdasar
Fabian mit seiner Gitarre vorm Cubanito. Foto: Arnold Bagdasar

Erst einmal aber folgten noch zwei Jahre Berufskolleg, um noch ein paar Sprachen mehr zu lernen. Neben seinem Instrument ist es nämlich das Reisen, das es dem jungen Musiker angetan hat. Was wohl nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass er schon in seiner Kindheit viel Zeit in Portugal, dem Geburtsland seiner Mutter, verbrachte.

Die Vorliebe für südlichere Gefilde, die sich auch in seinem Musikstil niederschlägt, ist also irgendwie naheliegend, umso mehr, als schließlich auch die Gitarre ihre Wurzeln auf der iberischen Halbinsel hat. Bevor aber die lateinamerikanischen Rhythmen an der Reihe waren, perfektioniert zu werden, folgte Fabian erst einmal dem Ruf einer Dozentin, die er auf einem Gitarrencamp kennen und schätzen gelernt hatte, nach Rostock, um dort klassische Grundlagen zu erlernen.

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Blitzumzug

Solchermaßen ausgestattet ging es dann zunächst für den Master und später für die Meisterklasse nach Dresden, wo er an der Hochschule neuen stilistischen Input und in der Neustadt eine trauliche neue Heimat fand. Mit der er direkt ein symbiotisches Verhältnis einging – offenherzige Menschen und kostenlose Möbel gegen musikalische Unterhaltung im Alaunpark oder, gezielter, auf zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen wie in der 100, im Katy’s, im Cubanito oder auf der BRN.

Fabian, Wenzel und Gregor nehmen als "Ufobeat" gerade ihr erstes Album auf. Foto: Arnold Bagdasar
Fabian, Wenzel und Gregor nehmen als „Ufobeat“ gerade ihr erstes Album auf. Foto: Arnold Bagdasar

Unterwegs in Genres und Ländern

Dabei ist der Gitarrist nicht immer solo, und natürlich nicht nur in Dresden, unterwegs. Er hat auch eine breite Spanne an Gemeinschaftsprojekten, die von lateinamerikanischer und armenischer Folklore über Rumba und Bossa Nova bis hin zu handgemachtem Drum’n’Bass reichen. Ab und an ist es dann auch mal ein ganzes Orchester, mit dem sich Fabian als Solist auf der Bühne wiederfindet.

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Und zwischendurch bleibt dann eben auch immermal Zeit für das ein oder andere Semester in Brasilien, wo fremde Menschen ins Gespräch kommen und die Bananen nach Bananen schmecken, oder für eine Tour durch Spanien. Um auf den Mauern der Alhambra sitzend ein paar Akkorde zu klampfen, bis die Sicherheitsleute dem ein Ende setzen.

Bisher hat die Straße aber doch immer wieder zurück geführt. Immerhin warten hier neben Bandprojekten, Konzerten und Kompositionen nun auch ein paar Musikschüler*innen, Fabian durch einen Lehrauftrag der Hochschule anvertraut. „Es macht echt Spaß, mit denen zu arbeiten, aber ich finde es nicht gut, dass ich Noten verteilen muss.“, verrät er. „Musik ist etwas, das von Herzen kommt, wie soll man das bewerten?“

Gern und viel unterwegs, hier in Brasilien am Strand. Foto: Paola Alfamor
Gern und viel unterwegs, hier in Brasilien am Strand. Foto: Paola Alfamor

Daher auch ein Rest Skepsis gegenüber der akademischen Herangehensweise an dieses Gebiet, auf dem er es mit der Meisterklasse nun dennoch zu außergewöhnlichem Erfolg gebracht hat. Was der Musiker in zehn Jahren Ausbildung gelernt hat, zeigt er am Donnerstag auf seinem Abschlusskonzert, solo und in Begleitung anderer Künstler*innen. Wer sich dafür ausnahmsweise auf die andere Elbseite wagt, wird sicher nicht enttäuscht werden.

Fabian Zeller

  • Abschlusskonzert der Meisterklasse am Donnerstag, 3. Februar, 19:30 im Konzertsaal der Musikhochschule Dresden, Wettiner Platz 13. Der Eintritt ist frei, es gilt 2G+
  • mehr Infos unter www.fabian-zeller.de
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