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Dresden als Diorama

Die Neustädter Illustratorin und Grafikerin Anne Ibelings hat das erste Papierdiorama der Stadt erfunden.

Anne Ibelings an einem ihrer Lieblingsplätze, der Prießnitzmündung - Foto: Amac Garbe
Anne Ibelings an einem ihrer Lieblingsplätze, der Prießnitzmündung – Foto: Amac Garbe

1982 in Bielefeld geboren, lebt und arbeitet sie seit 2009 in Dresden als freiberufliche Illustratorin und Grafikerin, gibt Illustrations-Kurse, ist Mitbegründerin des „Pappschatira Schaukastentheaters“ und betreibt zusammen mit ihrer Atelierkollegin Nazanin Zandi den »Malomat«. Für das Bookzine „Stadtluft Dresden“ hat sie eine Doppelseite gestaltet als ein illustriertes Papier-Diorama, das die Stadt Dresden so zeigt, wie sie sie sieht. Der Mitherausgeber der „Stadtluft“, Amac Garbe, hat die Künstlerin fotografiert und interviewt.

Du hast eine Seite zum freien Gestalten zur Verfügung bekommen. Warum hast du dich für ein Diorama entschieden?

Bei meiner gestalterischen Arbeit habe ich mich für ein Diorama, eine dreidimensionale Papiercollage, entschieden, da eine Collage es mir ermöglicht, unterschiedliche Zeichnungen und Szenerien zu kombinieren und meinen optimistischen Blick auf die Stadt räumlich darzustellen. Kleine Abstände zwischen den Papier-Ebenen erzeugen eine Tiefe.

Wo ist denn bei diesem Diorama die Frauenkirche – das klassische Dresden-Bild ist es ja nicht auf den ersten Blick. Oder doch?

Ein klassisches Dresden-Bild, wie es sich im Touristenführer findet, ist es sicherlich nicht. Das sind die Orte, die Dresden für mich besonders machen. Die Prießnitzmündung an der Elbe, der Schaubudensommer, die Kunsthofpassage, das lebendige und kreative Treiben und Treibenlassen, das mich tagtäglich umgibt.

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Mit welchen Materialien hast du gearbeitet?

Scherenschnittschere, Pinzettenschere, Skalpell und Kleber in unterschiedlichen Variationen sind meine Verbündeten. Außerdem: Feste, teils farbige Papiere und Pappen, kolorierte Zeichnungen, hochwertige Drucke, Fineliner, Aquarellfarbe, Buntstifte, Klebeband, Flüssigkleber, Klebefolie, Leichtschaumplatten…

Dresden- Diorama von Anne Ibelings - Foto: Amac Garbe
Dresden- Diorama von Anne Ibelings – Foto: Amac Garbe

Wo arbeitest du am liebsten?

Ich liebe es, vor Ort zu arbeiten. Bei dem Buch „Seitenwege – Unterwegs in Dresden„, das 2009 erschienen ist, konnte ich beispielsweise immer vor Ort arbeiten und habe viele Stunden auf dem Markt im Alaunpark, beim „Eisenfeustel“, im „Büchers Best“ oder im Prießnitzgrund gesessen, gezeichnet und aquarelliert. Um einen Ort kennenzulernen, muss man ihn mit allen Sinnen erleben. Aber unser gemütliches Gemeinschaftsatelier „ARTElier“ in der Görlitzer Straße ist für mich auch ein wunderbarer Raum zum Gestalten.

Warum ist Dresden die Stadt, in der du lebst?

Als ich 2009 frisch nach Dresden gezogen bin, hat mir besonders die rotzige Lebendigkeit in den Straßen der Neustadt gefallen. Gerade weil ich aus der sauberen und akkuraten Stadt Münster kam, genoss ich es, in Dresden Freiräume zu entdecken, die nicht totsaniert sind, und auf Menschen zu treffen, die sich dafür einsetzen, solche Räume zu erhalten und selbstbestimmt nutzen zu können. Leider wurden mittlerweile viele dieser Freiräume bebaut und werden nun kommerziell genutzt. Die Gentrifizierung hat ihr Unwesen getrieben und ich bin trotzdem geblieben.

Das ganze Interview gibt es in dem einzigartigen Bookzine „Stadtluft“. Das Magazin, was auch gerne ein Buch sein möchte, ist in diesem Jahr nicht so neustädtisch ausgefallen, dafür gibt es unter anderem eine hübsche Fährgeschichte, was zur Wissenschaft der Demokratie, ein schmuckes Portrait über Ernst-Hirsch und die Stadtführerin Una Giesecke stellt den Georgplatz vor, das ist die riesige Kreuzung zwischen Rathaus und Körner-Denkmal.

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  • Erhältlich für 14,95 Euro im gut sortierten Buchhandel, ISBN 978-3-86530-273-1, weitere Infos unter: www.stadtluft-dresden.de

Artelier auf der Görlitzer Straße

  • Das Diorama und viele andere kann man bei ihr im Atelier übrigens ansehen.
  • „Artelier“, Görlitzer Straße 37, Dienstag 11 bis 13 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr, Donnerstag 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Freitag 11 bis 13 Uhr
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