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Corona-Fälle in Dresden – 29. Oktober

Das Dresdner Gesundheitsamt meldet mit Stand heute 12 Uhr für die vergangenen sieben Tage 1.549 Neuinfektion, die Corona-Ampel steht auf „Rot“, 65 Personen wurden in ein Krankenhaus aufgenommen. Fünf Personen sind im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Sachsenweit sind 172 Intensiv-Betten und 602 normale Krankenhausbetten mit Corona-Patienten belegt. Zum Vergleich vor einem Jahr gab es in Dresden in einer Woche knapp 400 Infektionen und 34 Krankenhauseinweisungen.

Bettenbelegung der Sächsischen Krankenhäuser
Bettenbelegung der Sächsischen Krankenhäuser

Nach der Sächsische Corona-Schutz-Verordnung tritt ab 650 belegten Betten auf Normalstationen oder 180 belegten Intensiv-Betten am übernächsten Tag die Vorwarnstufe in Kraft. Der Wert muss an fünf aufeinanderfolgenden Tagen erreicht oder überschritten werden. Danach gelten Einschränkungen für private Zusammenkünfte. Es dürfen sich dann nur noch zehn Personen treffen, Kinder, Geimpfte und Genesen zählen nicht mit.

Stadtverwaltung intensiviert Kontrollen der Corona-Auflagen

Mit wachsenden Inzidenzzahlen aber auch einer steigenden Belastung der Kliniken sowie einer witterungsbedingten Verlagerung von Aktivitäten in den Innenraum und damit einem erhöhten Infektionsrisiko, gewinnen Corona-Auflagen zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund verstärkt die Stadt Dresden die ohnehin laufenden Kontrollen. So werden mehrere Teams stichprobenartig im Stadtgebiet die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben kontrollieren.

Zudem wird, wie auch schon bisher, aktiv Beschwerden nachgegangen. Kontrolliert wird auch, ob Personen in Quarantäne die Absonderungsvorgaben einhalten. Mit den verstärkten Kontrollen soll die Sensibilisierung für die Infektionsschutzmaßnahmen erhöht werden, die neben der dringenden Empfehlung zur Corona-Schutzimpfung dazu beitragen sollen, das Infektionsgeschehen beherrschbar zu halten und eine Situation wie im Winter 2020 zu vermeiden.

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Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung sieht für Einrichtungen wie Gastronomie, Feste und Veranstaltungen aber auch Sport, körpernahe Dienstleistungen und touristische Angebote Auflagen vor, die dem Infektionsschutz dienen. Diese Auflagen umfassen zum Beispiel die Kontrolle der sogenannten 3G (genesen, geimpft oder tagesaktuell getestet), die Einhaltung von Mindestabständen und Kapazitätsbeschränkungen sowie das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes. Sowohl der Freistaat Sachsen als auch das Gesundheitsamt geben auf den jeweiligen Homepages Tipps zur Erstellung von schriftlichen Hygienekonzeptionen und deren Umsetzung. Auch die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr besteht nach wie vor.

Todesfälle nach Alter

Insgesamt werden in Dresden 1.143 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet. Laut RKI sind bisher in Dresden 26 Personen im Alter zwischen 35 und 59 Jahren gestorben, im Alter zwischen 60 und 79 Jahren waren es 299 und im Zusammenhang mit Covid-19 sind in der Gruppe der über 80-Jährigen insgesamt 816 Menschen verstorben. Offenbar sind zwei Personen im RKI-Dashboard noch nicht nach dem Alter eingeordnet.

Corona-Ampeln

Die Stadtverwaltung zeigt auf dresden.de eine Corona-Ampeln, die zeigt das aktuelle Infektionsgeschehen, wie viele Fälle es pro 100.000 Einwohner in Dresden in den vergangenen sieben Tagen gab.

7-Tage-Inzidenz am 29. Oktober 2021
7-Tage-Inzidenz am 29. Oktober 2021

Dashboard

In das Dresdner Corona-Dashboard trägt das Gesundheitsamt den Tag ein, an dem das Labor den positiven Test dem Gesundheitsamt meldet. Diese Fälle werden teilweise auch nachträglich eingetragen. Daher gibt es für die letzten Tage in der Übersicht immer eine deutlich geringere Zahl, die dann innerhalb der nächsten Tage mehrfach korrigiert wird.

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Belegung Intensivstationen

In den vergangenen sieben Tagen wurden 65 Covid-19-Patienten neu in Dresdner Krankenhäuser aufgenommen. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie in Dresden 2.897 Patienten stationär behandelt. Quelle: Gesundheitsamt – auch hier kann es Nachmeldungen aus den Vorwochen geben. Laut DIVI-Intensivregister werden in Dresden 40 Covid-19-Patient*innen auf Intensivstationen behandelt, davon werden 18 Patient*innen invasiv beatmet.

Corona-Schutzimpfungen

Bisher in Deutschland das meistverimpfte Vakzine von BioNTech-Pfizer. Foto: Pixabay
Bisher in Deutschland das meistverimpfte Vakzine von BioNTech-Pfizer. Foto: Pixabay

Mit Stand vom 29. Oktober wurden in Sachsen knapp 2,4 Millionen Menschen geimpft, davon haben inzwischen knapp 2,3 Million den vollen Impfschutz durch die Zweitimpfung erhalten, das sind rund 56,6 Prozent der Einwohner*innen Sachsens. Quelle: RKI. Damit ist Sachsen das Bundesland mit der geringsten Impfquote.

Test- und Quarantäneregelungen

Betroffene mit Symptomen sollen sich an ihren Hausarzt oder die Corona-Ambulanz am Universitätsklinikum wenden. Für gesetzlich Krankenversicherte übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Wenn ein positives Testergebnis vorliegt, meldet das Labor an das Gesundheitsamt. Das ermittelt die Kontaktpersonen und legt fest, welche Personen zu testen sind. Das Gesundheitsamt selbst führt Corona-Tests ausschließlich im Rahmen von Umgebungsuntersuchungen durch. Die Kosten trägt die öffentliche Hand.

Fragen zu Testpraxen werden auch unter Telefon: 116117 beantwortet. Corona-Tests für Personen ohne Symptome führen darüber hinaus niedergelassene freie Labore in Sachsen durch. Im Industriegelände gibt es ein Corona-Test-Center. Die Kosten sind selbst zu tragen.

Schnelltests und Test-Zentren

Seit Anfang März gibt es in Dresden mehrere Einrichtungen für Antigen-Schnelltests. Eine Übersicht der Testzentren in Dresden gibt es auf dem Themenstadtplan. In der Neustadt gibt es mehrere Test-Zentren, eine Übersicht gibt es hier.

Selbsttests

Den Schnelltests gleichgestellt ist ein unter Aufsicht durch fachkundig geschultes Personal von der betroffenen Person vorgenommenen Selbsttest. Diese sogenannten Antigen-Selbsttests sind im Handel erhältlich. Die Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Nach einem positiven Selbsttest ist ein PCR-Test zur Bestätigung nötig. Weitere Infos auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

Personen, die ein positives Testergebnis erhalten, unterliegen einer Absonderungspflicht (Quarantäne). Die gültigen Quarantäne-Regeln sind hier zu finden.

Erläuterungen

  • Fallzahl: Anzahl aller labordiagnostisch bestätigten Sars-CoV-2-Fälle, die der Falldefinition gemäß § 11 Abs. 2 IfSG entsprechen und gemäß § 11 Abs. 1 IfSG an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen bzw. an das Robert Koch-Institut übermittelt werden.
  • Einweisung Krankenhaus: Anzahl aller labordiagnostisch bestätigten Sars-CoV-2-Fälle mit stationärer Behandlung im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung
  • Sterbefall: Anzahl der labordiagnostisch bestätigten Sars-CoV-2-Fälle, welche laut Totenschein im zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung verstarben. Hinweis: Zwischen dem Eintreten des Todes und der eingehenden Meldung beim Amt für Gesundheit und Prävention vergehen in der Regel einige Werktage. Es kommt vor, dass COVID-19-bedingte Todesmeldungen in gesammelter Form dem Amt für Gesundheit und Prävention übermittelt werden, was wiederum zu einer hohen Zahl an Meldungen an einem Tag führt. Unter dem Reiter „Fälle/Tag“ kann die Verteilung der Sterbefälle über die Zeitachse, sortiert nach Todesdatum genau eingesehen werden.

Weitere Informationen

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18 Ergänzungen

  1. Das ist doch alles Augenwischerei.
    In Dresden habe ich es bisher erst 2x erlebt, dass der QR-Code vom Handy wirklich richtig mit der CovPassCheck-App bzw. einem Lesegerät kontrolliert wurde.
    Wenn Sachsen, wie heute gemeldet, über die landesweite Einführung von 2G nachdenkt, dann sollten die Verantwortlichen sich vielleicht vorher mal das wahre Leben anschauen.
    P.S.: Es war im PK Ost und in der Chemiefabrik.

  2. Der Pass oder irgendwelche Nachweise sagen genau gar nichts aus, gleich gar nicht, wenn nur nachlässig kontrolliert wird.
    Ich selbst bin vollständig geimpft, nun positiv getestet und zwei Wochen lang weggeschlossen. Wäre das, aus beruflichen Gründen, nicht herausgekommen, würde ich heute noch feuchtfröhlich durch die Gegend spazieren und als Virenschleuder agieren, denn, auch mit all den Hygienemaßnahmen, lässt sich eine Weitergabe von „Corona“ leider nicht verhindern.

  3. @Someone Else & Anton:
    Es gibt einen Unterschied zwischen Infektion und Krankheit.
    Der Sinn der Impfung ist doch, dass man/frau/sonstwas nicht schwer erkrankt.
    Infizieren und das Virus (unbemerkt) weitergeben geht immer, dazu braucht es keine Symptome.
    Aber freitesten sollte schnell möglich sein.

  4. @Anton Launer:
    Doch, erst das Gefühl einer Erkältung und nun schmecke und rieche ich nichts mehr. Typisch. Es geht dabei aber auch weniger um mich. Ich werde wohl überleben, aber bei älteren Menschen kann das ganz anders aussehen. Aber das sollte ja nun langsam bekannt sein.

  5. @Someone Else: Ist schon klar, ich war nur neugierig. Hoffe, dass Du es glimpflich überstehst.
    @Guardian: Ist mir bekannt, ein Nebeneffekt der Impfung ist aber auch, dass das Virus eben nicht so stark weitergegeben wird. Wenn ich die Quarantäne-Regeln richtig verstehe, ist ein Freitesten nach einem positivem Test nicht möglich. Da gilt die 14-tägige Quarantäne ab dem Auftreten der ersten Symptome.

  6. Da ich in einem Bereich arbeite, der viel mit der Medizin zu tun hat, bin ich natürlich bestens darüber informiert, was der Sinn hinter der Impfung ist und dass diese letztlich auch keinen 100%igen Schutz gegen eine Infektion bietet. Die Realität beweist dieses ja gerade auch.
    Das mit dem „Freitesten“ hätten meine Vorgesetzten auch gern, aber ein Gesetz ist nichts, das man sich so biegen kann, wie es gerade so passt. Ich habe es schwarz auf weiß, dass 14 Tage Quarantäne bei einer Infektion mit Symptomen gelten und gerade im Pflegebereich sollte ich doch die Notwendigkeit dieser Maßnahme einsehen, anstatt schnellstens wieder auf Arbeit zu sein, nur weil mir daheim die Decke auf den Kopf fällt. Wer das mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sollte sich mal fünf Minuten hinsetzen und über seine Vorstellung von Ethik und Moral nachdenken.

  7. @Anton Launer

    Sie sollten mal z. B. an einem Samstag spaßeshalber durch den Elbe-Park laufen.
    Gefühlt jeder 6. – 7. läuft entweder mit dem Mundschutz weit unter der Nase herum oder mit gar keinem. 3-G interessiert dort anscheinend weder Kunden noch wird es von den Läden umgesetzt. Und keinen kümmert´s, keiner kontrolliert´s.
    Nix mit Eigenverantwortung und Rücksichtnahme.
    Die Offiziellen sollen sich nicht wundern, das die Kurve steil nach oben geht.

  8. @Heike: Nun, das klingt für mich nicht nach Spaß. In den kleinen Neustädter Läden scheint das nach meinem Eindruck deutlich besser zu funktionieren. Da kauf ich ohnehin lieber ein. Bin gespannt, wie die im Beitrag beschriebene Intensivierung der Kontrollen aussieht.

    Übrigens wurde der Schwellenwert von 650 belegten Normalbetten am Sonnabend erreicht, seit heute ist auch der Intensivbettenwert überschritten. Wenn kein Wunder geschieht, gelten ab Freitag die Einschränkungen der Vorwarnstufe. Quelle: sachsen.de

  9. Ach,es ist einem doch langsam alles leid.Warum verstehen es einige Menschen nicht, dass das Leben endlich ist und wenn man einigermaßen Grips im Kopf hat, es doch Einem nicht egal sein kann, wenn soviel Leid und Todesopfer durch nicht geimpfte vermeidbar wäre. WIR MÖCHTEN ALLE LEBEN! DIE IGNORANTEN ETWA NICHT?

  10. Es wäre auch vermeidbar, würden sich die Geimpften nun freiwillig an all das halten, was im Lockdown angeordnet wurde. Eigenverantwortlich zu Hause bleiben. Solidarisch sich und andere schützen. Nicht auf Parties und auch nicht in den Elbepark gehen. Sich weiterhin testen lassen, wenn man schon egoistisch ins Kino, Theater, Schwimmbad oder Restaurant geht. Also dahin wo Ungeimpfte schon lange nicht mehr hinkommen. 3g ohne kostenlose Tests ist 2g. Das ist die Realität.

    Aber wenn es der Staat nicht anordnet braucht man das ja alles nicht mehr machen. Selbstverantwortung und Solidarität….das ich nicht lache. Wer wirklich versteht das das Leben endlich ist, würde nicht zulassen zu was sich unser Land entwickelt. Der Preis ist zu hoch!

    Die Treibjagd auf die ungeimpften, schon jetzt wieder zu Hause hockenden Sündenböcke ist eröffnet. Das wird ein spannender Winter. Diskriminierung ist eben doch in Ordnung. Muss nur die Richtigen treffen. Wie schon immer halt.

    Ich habe es gewusst und ich war dagegen!

  11. Lieber Phil, meines Wissens nach ist es doch so, dass man als Geimpfter ein wesentlich geringeres Risiko hat den Virus aufzunehmen und auch ein geringeres Risiko, ihn weiterzugeben. Das RKI spricht von einer signifikanten Verminderung (Quelle).

    Ist denn dann nicht die Impfung an sich schon ein solidarischer Beitrag?

    Ich persönlich wäre auch für eine Fortführung der kostenlosen Tests. Hätte auch nix dagegen, wenn ich mich vor einem Theaterbesuch etc. testen lassen müsste. Persönlich schieb ich mir trotz Impfung im Schnitt einmal wöchentlich ein Stäbchen in die Nase.

    Nur, vielleicht kommt es mir nur so vor, aber sind nicht die, die sich heute nicht impfen lassen, die Gleichen, die vor Jahresfrist vor den Tests gewarnt hatten?

    Ich finde, die aktuelle Entwicklung (heute und gestern jeweils mehr als 100 Neuaufnahmen von Coronapatienten in den sächsischen Krankenhäusern) zeigt sehr deutlich, wie es ohne Maßnahmen, die Du ja immer wieder kritisiert hast, im vergangenen Herbst gelaufen wäre.

    Es hat nichts mit einer Treibjagd zu tun. Und zu Hause hocken die Ungeimpften auch nicht alle. Im Gegenteil, die Kollegen in der Gastronomie müssen sich vollpflaumen lassen, wenn sie 2G einführen oder Gäste einen Test zeigen sollen.

    Es werden keine Personen diskriminiert. Es wird ein Handlung kritisiert. Und ich denke, das muss erlaubt sein.

  12. Die ganze Geschichte von Maßnahmen, Verordnungen und staatlichen Versuchen das Virus zu bremsen war von Anfang an nicht gerecht. Es ist wahrscheinlich auch nicht möglich annähernd alle Belange der Gesellschaft abzudecken.

    Aber es ist lustig, das nun gerade die Gebeutelten wie die Gastronomen, die selbständigen Frisöre usw. die Kontrolle der Regeln übernehmen soll.

    Gefälschte Test, davon höre ich im Freundeskreis regelmäßig.

    Wenn sich der Staat wie die DDR benimmt, wird er DDR Bürger bekommen.

    Nach meiner Meinung, sind ungeimpfte selbst schuld, so wie meine Cousine, hat sich höchstwahrscheinlich bei einer kirchlichen Veranstaltung angesteckt, dort waren sehr sehr viele getestete und ein verschnupfter Geimpfter.

    Und doch bleiben Fragen.

    Je weiter der Staat sich aus dem Fenster lehnt desto undankbarer werden wir.

    Die Polen lassen sich kaum was sagen. Weder Tests, noch Kontrollen, Maske im Zug hatte der Schaffner allein auf. Das hab ich im Juni erlebt, da haben wir noch alle von der dritten Verordnungswelle gezittert.

    Ich hatte wenig Respekt vor dem Virus und mit der Impfung fühle ich mich unbesiegbar. So selbstbewusst rennen nun auch die 80zig plus Omas durch den Supermarkt.
    Wo sich ja scheinbar nie jemand ansteckt.

    Shit happens…

  13. Da wo es nicht weh tut, ja da stehen die neuen DDRler mit Maske und Abstand lieber draußen. Beim Bäcker. 1A und vorbildlich. An den Mund-Nasen-Schutz in den öffentlichen Verkehrsmitteln haben wir uns gewöhnt. Kann man machen.
    Hatte nicht ein Virologe von der Stealthbomber Welle der Geimpften erzählt?

    Maßnahmen und Erkenntnisse wiedersrechen einander so oft. Wir halten das einfach nicht durch.

    Privat?
    Arbeit?

    Interessiert keinen mehr, hab ich das Gefühl.
    Und hier werden sich die Leute ihr Recht zurück holen. Vermutlich die Geimpften eher noch, da ohne Furcht, als die Ungeimpften.

    Was wird die Wirtschaft von 2G halten?

    O-Ton:

    Die Flixbusse fahren wieder nur nicht für alle. Eine Bekannte fand eine versüffte Toilette vor, ein Penner mit Läusen im Bus… Hygiene geht anders.
    Aber die Firma hat ein Zeichen gesetzt.
    Es ist einfach zu komisch.

  14. Hallo Anton,

    die Aussage des RKI ist irreführend. Das Wort „signifikant“ suggeriert, Geimpfte wären tatsächlich pandemiebekämpfend weniger ansteckend, obwohl das bis vor kurzem eine reine (falsche) spekulative Annahme war. Etwas weiter steht ja auch, dass sie es gar nicht so genau wissen. Was tatsächlich passiert, dazu lies mal diese 2 Studien:

    1. https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.07.28.21261159v1.full-text
    2. https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00648-4/fulltext

    Studie 1) ist die von Pfizer zur Impfeffizienz. Danach werden so 90% der Geimpften keine Symptome haben, zeitlich allerdings zeitlich schnell abnehmend. Die Studie zählt „confirmed cases“, definiert als Leute mit Symptomen UND positivem Test, und vergleicht dabei Geimpfte und Ungeimpfte. Sie macht keine Aussage zu Ansteckung und Weitergabe.

    Studie 2) untersucht das Ansteckungsverhalten PCR-Positiver bzgl. ihrer Haushaltsangehörigen. Ergebnis zusammengefasst: Wer positiv getestet ist, gibt das mit gleicher Wahrscheinlichkeit weiter, egal ob geimpft oder nicht. Geimpfte Haushaltsangehörige stecken sich allerdings weniger als Ungeimpfte an (konkret 25% vs. 39%, also (1-25/39)*100% = 36% weniger). Signifikant vielleicht, aber nicht ausreichend.

    In der Praxis stelle ich mir das jetzt so vor: Geimpfte stecken sich zwar etwas weniger (36%) wahrscheinlich an, bekommen aber dafür – im Gegensatz zu den Ungeimpften – meistens (90%) nichts von ihrer Krankheit mit. Durch 2G werden sie auch nicht mehr getestet, laufen also munter in der Gegend herum und stecken weiter Leute an. Ebenfalls dank 2G (Wegfall Abstandsregeln und Masken) dürfte die reale Übertragungsrate relativ hoch sein (in Kinos, Restaurants etc… zunächst nur unter Geimpften), aber das trifft natürlich irgendwann auch die Ungeimpften. Letztere sind (dank Symptomen) wenigstens relativ schnell in Quarantäne.

    Schlußfolgerung: 2G ist völlig für’n Ars…, fürchten sollte man sich am ehesten vor ungetesteten Geimpften. Nicht trotz, sondern wegen 2G gehen die Inzidenzen jetzt durch die Decke. Vielleicht ist das auch ganz gut so, wenn sich jetzt alle anstecken, solange die Impfung noch wirkt, dann ist die Pandemie evtl. bald tatsächlich mal wie in Schweden vorbei. Aber die gesellschaftspaltende, völlig sinnbefreite Diskrimierung Ungeimpfter, die in der Realität das Virus eher weniger verbreiten, könnte man sich wirklich sparen. Tatsächlich ist sie gefährlich, denn, wie jemand neulich zynisch twitterte, dank Impfung darf man jetzt wieder ungetestet ins Altenheim und dort Omis um die Ecke bringen.

  15. @DS, danke für die Studienverlinkung. Die Studie des britischen Imperial-College kommt zu anderen Ergebnissen. Demnach schätzen die Forscher, dass vollständig geimpfte Personen in dieser Testrunde im Vergleich zu ungeimpften Personen ein um etwa 50 bis 60 % geringeres Infektionsrisiko, einschließlich asymptomatischer Infektionen, hatten.

    Außerdem: Die Analysen der PCR-Testergebnisse der Studie deuten auch darauf hin, dass vollständig geimpfte Personen das Virus möglicherweise weniger an andere weitergeben als ungeimpfte Personen, da sie im Durchschnitt eine geringere Viruslast haben und daher wahrscheinlich weniger Viren ausscheiden.

    Und bei dem Hinweis auf die 90 Prozent von Pfizer muss man wissen, dass auch rund 80 Prozent der Ungeimpften keine oder nur leichte Symptome haben.

    Und noch mal, es findet keine Diskriminierung Ungeimpfter statt. Es gibt einen gut funktionierenden Schutz vor schweren Corona-Erkrankungen und mit der 2G-Regel wird die Chance vermindert, dass Ungeschützte aufeinander treffen und sich gegenseitig infizieren. Du würdest doch auch nicht von einer Diskriminierung von Gurtmuffeln sprechen, oder?

    Dass dies mit zusätzlichen Tests besser zu kontrollieren ist, und das die Abschaffung der kostenlosen Tests nicht hilfreich ist, versteht sich. Gerade in Zusammenhang mit Risikogruppen sollten alle, auch Geimpfte getestet werden.

    Wozu mir keine Studie vorliegt, aber Erfahrungen aus dem privaten Umfeld: die, die sich impfen lassen, testen sich auch, zumindest mit nem Selbsttest regelmäßig. Während hartnäckige Impfverweigerer auch häufig Abstandsregelungen oder Masken ablehnen. Aber das ist nur ein privater Eindruck.

  16. @Anton, also ob nun 36% oder 50-60% ist eigentlich egal. Meine obige Aussage zu den 90% war auch ungenau, die 90% weniger sind relativ zu den Ungeimpften, nicht absolut, das mag die Schlussfolgerung verfälschen.

    Tatsache bleibt jedoch: Die Covid-Impfung schützt weder absolut wie bei Tetanus, Polio, etc.., sie schützt weniger vor Weitergabe als vor Symptomen, und sie schützt auch nicht allzulange – Herr Drosten hat sich ja gerade eine Infektion gewünscht, damit er dann ordentlich und dauerhaft immunisiert ist. Dass die Impfung langfristig schadet (Stichwort ADE) ist derzeit noch Verschwörungstheorie, aber im Laufe dieser Pandemie hat schon einiges ein Upgrade (Verschwörungstheorie -> Realität) erfahren.

    Insgesamt kann ich keine Gründe erkennen, dass Ungeimpfte für den Rest der Welt gefährlicher sein sollen als Geimpfte, und natürlich ist die massive Einschränkung von Grundrechten dann eine Diskriminierung.

    Der Gipfel der Unverschämtheit ist aber der öffentliche Druck auf Leute wie Kimmich oder Wagenknecht, sie sollten sich als aus „Solidarität“ impfen lassen. Wir reden hier immer noch über ein neues, experimentelles Verfahren. Was machen eigentlich die ganzen Besserwisser, wenn in ein paar Jahren Geimpfte häufige an Krebs oder sonstwas versterben? Was ist mit den Kliniken, die derzeit voll mit Kindern (RSV, nicht Covid) sind, weil die natürlichen Immunisierung fehlt?

    Ich habe selbst lange geglaubt, mit Zero-Covid und anschließender Impfkampagne werde die Welt wieder normal, aber dem ist halt nicht so. Die Schweden hatten recht. Am Ende haben wir mehr Tote und eine totalitäre Gesellschaft obendrein. Nur zur Klarstellung: Das sage ich Dir als Geimpfter.

  17. „Du würdest doch auch nicht von einer Diskriminierung von Gurtmuffeln sprechen, oder?“

    Soweit ich weiß haben wir eine Gurtpflicht. Auch über die kann man meiner Meinung nach streiten, da keine Gefährdung Dritter vorliegt wenn man sich selbst nicht anschnallt. Sei dahingestellt, Fakt ist es gibt eine Pflicht und wer sie verletzt wird sanktioniert. So läuft das in einem Rechtsstaat.

    Findet eine Sanktionierung statt, ohne das ein Gesetz oder eine Pflicht verletzt wurde, ist das Diskriminierung. So läuft das in einem Unrechtsstaat. Es gibt keine Impfpflicht!

    Eine Gurtpflicht überhaupt mit dem Lockdown für Ungeimpfte zu vergleichen ist auch mehr als schwierig… Als wäre das von der Tragweite her nur ansatzweise das Gleiche.

    Ansonsten kann ich „nur so“ nur zustimmen. Wer es bis jetzt „nicht begriffen“ hat (es aus welchen Gründen auch immer einfach ablehnt), sich impfen zu lassen, ist selbst schuld. Der Staat hat sich mit aller Macht um den Aufbau des Gesundheitssystems zu kümmern. Nicht um den Abbau der Kranken.

    Ich lehne diese Vorsorge nicht nur aus tiefstem Herzen ab. Sie macht mir zunehmend Angst.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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