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Fünf Fragen an Bundestagskandidat Silvio Lang, DIE LINKE

Gemeinsam mit dem Online-Journal „Pieschen-Aktuell“ haben wir den aus unserer Sicht wichtigsten Kandidat*innen des Wahlkreises 160 fünf Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir täglich, jeweils um 12 Uhr. Die Reihenfolge richtet sich danach, wieviel Zweitstimmen die jeweiligen Parteien bei der letzten Bundestagswahl in Sachsen erhielten.

Silvio Lang, DIE LINKE - Foto: Frank Graetz
Silvio Lang, DIE LINKE – Foto: Frank Graetz

Silvio Lang will als Direktkandidat der Partei Die Linke in den Bundestag einziehen. Er tritt im Wahlkreis Dresden II – Bautzen II an, zu dem auch der Stadtbezirk Neustadt gehört. In der Öffentlichkeit bekannt wurde er vielen durch sein Engagement beim Bündnis Dresden Nazifrei, in dem er vier Jahre lang als Sprecher das Bündnis nach außen vertrat.

Frage: Ein Teil Ihrer Wähler wohnt in der Dresdner Neustadt. Wenn Sie einem Ihrer künftigen Bundestagskollegen den Stadtteil kurz beschreiben sollten, was würden Sie besonders hervorheben?

Die Dresdner Neustadt ist ein Stadtteil mit einem ganz besonderen Charme aus alter Bausubstanz und urban-modern tickender Bevölkerung. Leider hat sie in den vergangenen Jahren aber auch viel ihres besonderen gesellschaftlichen Klimas durch Gentrifizierungsprozesse verloren.

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Eines der wohl wichtigsten Themen unserer Zeit ist der Klimawandel, die Dresdner Neustadt ist einer der heißesten Stadtteile Dresdens. Worin besteht aus Ihrer Sicht der effektivste Weg, den Klimawandel aufzuhalten? Sehen Sie im Programm Ihrer Partei beim Klimaschutz noch Reserven?

Ich will am Anfang festhalten: es ist zu spät, den Klimawandel aufzuhalten, dafür wurde zu viel Zeit versäumt. Wir können ihn hoffentlich noch begrenzen und uns so gut es geht an seine Effekte anpassen.

Fridays for Future haben analysiert, dass keine der großen Parteien in ihrem Wahlprogramm ausreichend Maßnahmen verankert hat, um das 1,5°C-Ziel bis 2030 zu erreichen. Insofern hat sicher auch DIE LINKE noch Reserven. Aber F4F sagen auch: das radikalste Klimaschutzprogramm hat DIE LINKE. Wir wollen, dass Deutschland schon 2035 klimaneutral ist, eher als alle anderen Parteien. Dazu ist es nötig, den Kohleausstieg deutlich vorzuziehen und die Verkehrswende mit der Stärkung des ÖPNV und der Abkehr vom Verbrennungsmotor zu forcieren.

Falls Sie in den Bundestag einziehen, was können Sie ganz konkret für die Bewohner oder Gewerbetreibenden hier vor Ort tun?

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Diese Frage ist bisschen unfair, ehrlich gesagt. Denn tatsächlich könnte ich hier viel versprechen, aber der konkrete Einfluss vor Ort ist aus dem Bundestag ja begrenzt. Vieles, was für Bewohner*innen und Gewerbetreibende hier eine Rolle spielt, wird im Stadtrat entschieden oder vielleicht noch im Landtag.

Wofür ich mich einsetzen würde, wäre ein bundesweiter Mietendeckel und eine echte Mietpreisbremse. Ich glaube damit würden wir vielen Menschen in Dresden eine große Last nehmen.

Warum sollte man Sie und Ihre Partei wählen?

Weil wir das beste, weil konkreteste Programm aufgeschrieben haben. Weil mit uns 90 Prozent der Menschen, nämlich alle die weniger als 6.500 Euro/Monat verdienen, entlastet werden, alle Vermögenden dagegen höher. Weil wir damit bis zu 80 Milliarden Euro mehr in die Staatskasse pro Jahr holen, um all die Herausforderungen angehen zu können, die in den letzten 16 Jahren Merkel verschlafen worden sind. Weil wir als einzige Partei für eine friedliche Außenpolitik stehen.

Am wichtigsten aber: weil sich in diesem Land nur etwas ändern wird, wenn die CDU endlich nicht mehr Teil der Bundesregierung ist und die FDP es nicht wird. Nur eine Partei wird definitiv nicht mit der CDU regieren und deswegen muss man sie wählen, wenn Veränderungen endlich passieren sollen: DIE LINKE.

Assi-Eck, schiefe Ecke oder soziale Ecke, wie bezeichnen Sie die bekannteste Kreuzung der Neustadt?

Ich weiß, welcher Ort gemeint ist und kenne auch die Bezeichnung Assi-Eck, verwende sie aber selbst nicht. Tatsächlich hab ich mir aber auch nie Gedanken darum gemacht, was ich zur Kreuzung Görlitzer Str./Rothenburger Str./Louisenstraße sagen würde. Von den drei Alternativen würde mir soziale Ecke aber am ehesten zusagen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen zu Silvio Lang

  • geboren 1983
  • seit 2009 Mitglied in der Partei DIE LINKE
  • Von 2011 an im Bündnis Dresden Nazifrei aktiv, von 2012 bis 2016 dessen Sprecher
  • 1. Sprecher des VVN-BdA Sachsen
  • Seit 2015 Wahlkreismitarbeiter im Büro der Bundestagsabgeordneten Caren Lay
  • Vorsitzender des Kreisverbandes Die Linke Bautzen
  • mehr über Silvio Lang auf seiner Homepage

Morgen erscheint das Interview mit Stephan Schumann, SPD.

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6 Ergänzungen

  1. Lang trat ja viele Jahre lang anonymisiert bei „Dresden Nazifrei“ auf, erst später kam er langsam aus der Deckung. Ist er aktuell noch beim VVN-BdA (würg) aktiv und in der Landespolitik für „antifaschistische Politik“ zuständig? Wofür möchte er im Bundestag zuständig sein?
    Wann plant er, radikal klimaschützend, nach Atom und Kohle auch Öl, Gas, Holz und schlussendlich wegen Gründen noch Wasser, Solar und Wind abzuschalten?
    Ist er immer noch als Student eingeschrieben und muss die Vergünstigungen für Arme ertragen? In welchem Fachbereich kann er seine Expertise einbringen? Fragen über Fragen.

  2. Der Lebenslauf verrät:
    Wertschöpfende bzw. werterhaltende Tätigkeit gab und gibt es nicht.
    Ein Leben auf Kosten von Steuerzahlern, ergal ob Arbeitern, Angestellten, Unternehmern, Rentnern oder Firmen.
    Und dann als Programm anderen erstmal etwas wegnehmen wollen um Utopien (und sich selbst natürlich) zu finanzieren.

  3. Inwiefern sich Wahlkreismitarbeiter und Angestelltendasein ausschließen, das wird wohl für immer Guardians Geheimnis bleiben. Auch sehe ich in den Beiträgen von Heino und Guardian keinerlei inhaltliche Ergänzung, die über die Informationen im Artikel hinausgeht. Billige Polemik dafür viel. Wünschenswert wäre, wenn sie die Moderationsleitung hier an ihre eigenen Regeln halten würde.

  4. Liebe Alaunstraße, deine Meinung sei dir unbenommen und mein Sonntag ist zu schön, um darüber zu diskutieren.
    Allerdings, wenn ich mir so deine Einlassung zum AfD-Kandidaten reinziehe, komme ich in’s Grübeln. Bricht du die Regeln und unterstellst zur Ablenkung Anderen nicht erfolgte Regelbrüche? Bist du ein Diktator oder einfach nur ein lustiger Witzbold? Auffällig sind deine widersprüchlichen Angriffe Richtung Redaktion. Wünscheswert wäre, wenn du dir eigene Weiterentwicklung wünschen würdest. ;-)

    @Daniel: Ich will’s nicht unbeantwortet lassen, bin aber im Moment nicht bemüßigt, es ausführlich zu beantworten. Es müsste aber leicht recherchierbar sein. Netz und so. Hübschen Sonntag gewünscht.

  5. @Alaunstraße:
    Gerne möchte ich das Geheimnis lüften:
    Der Angestellte einer Firma bezieht sein Gehalt auf Grund der Wertschöpfung, welche die Firma erbringt.
    Selbiger Angestellter zahlt (Lohn-)Steuer und die Firma zahlt Umsatz-, Gewerbe-, Körperschafts-, Abgeltungs-, usw. -Steuern.
    Von diesem Geld wird der Abgeordnete bezahlt und aus einer ihm zustehenden frei verwendbaren Pauschale (derzeit 19.913 € bei Bundestagsabgeordneten) bezahlt er u.a. seine Mitarbeiter.
    Auf den Mitarbeiterlohn fällt natürlich Lohnsteuer an, obwohl das Geld schon einmal beim Firmenangestellten und der Firma versteuert wurde.
    Nichtdestotrotz ist es schon relevant, ober ein Bewerber um ein Bundestagsmandat in seinem Lebenslauf das „wahre“ Leben, sprich eine Arbeit mit leistungsabhängiger Vergütungung (egal ob Krankenschwester, Star-Up-Gründer, Stahlwerker oder Rechtsanwalt), kennengelernt hat.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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