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Banksy in Dresden – Street-Art im Museum

Der gefeierte Street-Art und Medienkünstler Banksy gilt als eine der berühmtesten Kunst-Ikonen unserer Zeit, obwohl das Mysterium um seine Identität bis heute nicht gelüftet wurde. Seine Werke werden für astronomische Summen versteigert, seine Medienstunts landen seit Jahren zuverlässig in der Weltpresse und Millionen Menschen verehren sein Schaffen.

Seit dem 17. September sind mehr als 100 Reproduktionen seiner Werke in der Zeitenströmung in Dresden im Rahmen der Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ zu sehen.

Reproduktion des Werkes "Season's Greetings" aus dem Jahr 2018
Reproduktion des Werkes „Season’s Greetings“ aus dem Jahr 2018

Über den Street-Art Superstar Banksy, der sich früher „Robin Banks“ nannte, rankt sich ein Mysterium. Er stammt mutmaßlich aus Bristol, ist um die 45 Jahre alt, männlich und verschönert gerne bei Nacht und Nebel das öffentliche Stadtbild mit politisch geladenen Grafittis.

Danach wird das Wissen um seine Person bereits sehr dünn. Durch seine stets heimlich kreierten Werke, die pointiert Kapitalismus, Krieg und den Kunstmarkt kritisieren, sowie seine zahlreichen Medienstunts auf der ganzen Welt, erlangte Banksy globale Aufmerksamkeit und Beifall.

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Gerade seine prägnanten politischen Statements sind am Puls der Zeit und scheinen die Stimmen vieler auf den Punkt zu bringen. So ist auf dem Bild „Game Changer“ ein Kleinkind zu sehen, welches mit der Figur einer Krankenschwester spielt – im Mülleimer daneben eine ausrangierte Spiderman-Aktionfigur.

Das Werk war aber nicht bloß symbolische Geste an die Leistung medizinischen Personals während der Covid-19-Pandemie, sondern der Auktions-Erlös von knapp 19,4 Millionen Euro wurde auch – ganz in der Tradition Robin Hoods – an das britische Gesundheitswesen gespendet.

Das Original "Game Changer" landete für umgerechnet 19,4 Millionen Euro unter dem Hammer
Das Original „Game Changer“ landete für umgerechnet 19,4 Millionen Euro unter dem Hammer.

Kunst für Jedermann

Das Genie Banksys liegt in seiner Prägnanz und Einfachheit. Sein Stil abstrahiert nicht von der Realität, sondern Persönlichkeiten wie Churchill, Lenin oder die Queen werden in ihren ikonischsten – also erkennbarsten – Posen parodiert. Die Rekontextualisierungen von Friedenstauben, spielenden Kindern oder Kanalratten sind ebenso intuitiv zugänglich und verständlich wie RonaldMcDonald oder Mickey Mouse als Symboliken für westlichen Kapitalismus einleuchten.

Daher lautet auch eine Überschrift der Ausstellungsbroschüre „KUNST FÜR JEDERMANN!“ – was in Anbetracht des schmerzhaft selbstbezüglichen und für viele Menschen abgehobenen Kunstbetriebs dieser Tage durchaus nichts Schlechtes sein muss.

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Nicht autorisiert – aber geduldet

Gemäß Banksys Motto „Copyright is for losers ©TM“ ist die Ausstellung in der Dresdner Zeitenströmung nicht autorisiert und bewirbt sich auch in rebellischer Manier als solche. Tatsächlich bewegt sich das Werk Banksys in einer urheberrechtlichen Grauzone, da Schadensersatzforderungen auf gerichtlichem Wege, ohne Verlust der Anonymität, kaum durchsetzbar sind – praktisch jeder kann seine Werke kommerziell verwenden, was auch häufig geschehe, so die Kuratorin Virginia Jean.

Die Veranstalter der sehr erfolgreichen Wanderausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“, haben versucht, zwecks Autorisierung durch den Künstler, mit Banksy in Kontakt zu treten. Sie erhielten jedoch keine Antwort auf ihre Nachrichten. Man kann aber auf eine stillschweigende Duldung, wenn nicht sogar Begrüßung der Ausstellung durch den Künstler schließen, da dieser sich ansonsten wohl distanziert hätte.

Zudem wurden keine originalen Wandstücke mit Grafittis in kunstexhibitionistischem Eifer aus den „Streets“ der einschlägigen Städte entfernt, was zuvor mehrfach passierte und nicht im Sinne des Künstlers war. Die Einnahmen gehen außerdem teilweise als Spende an die jüngste Aktion Banksys. Dieser kaufte eine Yacht, gestaltete diese kreativ um und schickte sie bemannt zur Seenotrettung Geflüchteter auf das Mittelmeer.

Nachbildung des Rettungsbootes "Louise Michel"
Nachbildung des Rettungsbootes „Louise Michel“

Street-Art im Museum und andere Paradoxien

Wenn Banksy eines verstanden hat, dann die Paradoxien des Kunstmarkts und der Medienwelt. Durch die vehemente Verweigerung, sich der Öffentlichkeit zu zeigen, wurde das Interesse an seiner Person und natürlich auch seiner Kunst nur umso größer. Als sich 2018 das weltbekannte Bild „Girl with Balloon“ unmittelbar nachdem der Hammer gefallen war selbst schredderte, war das nicht nur eine Provokation für den milliardenschweren Kunstmarkt und seine reichen Käufer. Ironischerweise war die Schredder-Aktion auch Anlass für einen horrenden Wertanstieg des Bildes.

In diesem Sinne passt auch das absurde Unternehmen, Street-Art im Rahmen einer – mehr oder weniger – klassischen Museumsausstellung zu präsentieren, in das Muster des anonymen Künstlers. Der Veranstalter und die Kuratorin sehen ebenfalls keinen Widerspruch in der kommerziellen Vermarktung des antikapitalistischen Schaffens Banksys, solange es seine politischen Botschaften und Bilder weiter in die Welt trägt. Man kann jedenfalls sagen, dass von der Kasse bis zum abschließenden Museumsshop viel Arbeit und Liebe fürs Detail in die Nachstellung und Aufbereitung der Werke gesteckt wurde. Für einen Einstieg in das Œuvre Banksys als auch für Fans lohnt sich der Besuch allemal.

Ironisch-nicht-ironische Platzierung eines Banksy-Spruchsam Museumsshop
Ironisch-nicht-ironische Platzierung eines Banksy-Spruchs am Museumsshop

„The Mystery of Banksy – A Genius Mind“

  • Zeitenströmung Dresden, Königsbrücker Straße 96, 01099 Dresden
  • 17. September bis 9. Januar 2022
  • Dienstag, Mittwoch & Sonntag: 10 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, Freitag & Sonnabend: 10 bis 20 Uhr
  • Di. bis Fr.: 17 Euro Erwachsene, 9 Euro Kinder, 13 Euro Ermäßigte
  • Sa., So. & Feiertage: 19 Euro Erwachsene, 11 Euro Kinder, 15 Euro Ermäßigte
  • Weitere Infos und eine umfangreiche Vorschau unter: mystery-banksy.com
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5 Ergänzungen

  1. Trotz der ganzen schönen Worte ist es schon ziemlich schamlos sich das Konto mit dem Geld zu füllen das man mit der Präsentation von Werken eines Fremden ohne dessen Zustimmung verdient. Wenn es wenigstens so wäre, daß ein Teil des Geldes für einen guten Zweck gestiftet würde… und deutlich herausgestellt würde, daß alles nur Kopien sind… dann würde ich nichts sagen. So aber fällt mir mit Blick auf die gepfefferten Preuse nur der Begriff “Beutelschneiderei“ ein. Zugegeben aus Sicht des Geschäftemachers ist es sicher ne clevere Idee.

  2. @Schorse:
    Es hilft schon, wenn man aufmerksam liest … „mehr als 100 REPRODUKTIONEN seiner Werke“ … „Die Einnahmen gehen außerdem teilweise als Spende an die jüngste Aktion Banksys. Dieser kaufte eine Yacht, gestaltete diese kreativ um und schickte sie bemannt zur Seenotrettung Geflüchteter auf das Mittelmeer.“
    Aber ansonsten hast du schon Recht: über die Preise braucht man nicht diskutieren, es ist offensichtlich, dass da jemand ordentlich verdienen will. Selbst Schuld, wer hingeht. Vielleicht lieber die Augen offenhalten in den Straßen dieser Welt …

  3. > Die Einnahmen gehen außerdem teilweise als Spende an die jüngste Aktion Banksys.

    Wo kommt denn diese Information her? Auf der Webseite der Ausstellung ist davon nichts zu lesen und auch an der Kasse wusste niemand was davon. Eine Anfrage per Mail diesbezüglich wurde in einer Woche nicht beantwortet.

    Wichtig wär noch zu wissen, dass die wichtigsten Exponate schon auf den Bildern auf https://mystery-banksy.com zu sehen sind. Man kann sich die Ausstellung also wirklich sparen, im doppelten Wortsinn.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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