Glück in der Ehe oder Pech in der Liebe?

Die Formen des Zusammenlebens von Menschen sind so verschieden, wie die kulturellen Eigenarten und geografischen Lebensbedingungen, so alt, wie die Menschheitsgattung selbst. Und diese Formen werden beeinflusst von Religionen, Glaubensfragen, moralischen und ethischen Ansichten, von Traditionen, sexuellen Identitäten, psychischen und politisch-gesellschaftlichen Bedingungen.

Neustädter Markt um 1900
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Je straffer solche Korsette geschnürt sind, umso vielfältiger sind auch die Versuche, diese Bandagen zu unterlaufen und Freiräume für individuelle Interessen zu suchen und zu finden.

Verbindet man sich aus Liebe oder wird das Zusammenleben von den Eltern arrangiert? Bestimmt die Frau, welcher Mann ihr beiwohnen darf oder umgekehrt? Verbindet sich Geld mit Geld sowie Grund und Boden des einen mit dem einer anderen? Werden sexuelle Orientierungen verdammt, negiert, toleriert oder bewusst erlaubt? Wie groß darf das Maß der eigenen Individualität sein? Nach welchen Gesichtspunkten, Traditionen und moralisch-ethischen Maßstäben erfolgt die Erziehung der nachfolgenden Generation?

Das alles sind grundlegende Fragen, die das Glück des Einzelnen und sein Glück in einer Beziehung bestimmen. Und das neben seiner ganz individuellen biologischen, psychologischen, sozialen und kulturellen Beschaffenheit, seiner Herkunft, Erziehung, Tradition, seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Alles in allem, Beziehungen sind eine sehr komplexe Angelegenheit. Was für den einen gut ist, muss der anderen überhaupt nicht passen. Und das macht es auch so schwierig, Rat für einzelne Beziehungsformen zu geben.

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War früher in Beziehungsangelegenheiten alles besser?

Waren unsere Altvorderen vielleicht glücklicher, weniger materiell eingestellt? Gehen wir einmal 200 Jahre zurück. In der Dresdner Abendzeitung vom 10. Januar 1817 fand ich das Ergebnis einer Umfrage (ja, damals kannte man schon dieses statistische Mittelchen), die zur Berechnung des ehelichen Glücks dienen sollte. Ob dem so war, kann ich weder bestätigen noch negieren. Statistik ist bekanntlich eine Hure. Ob es heute diesbezügliche Veränderungen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch die Art und Weise der Erhebung dürfte heutigen statistischen Maßstäben wohl nicht entsprechen. Aber interessant und vor allem amüsant sind die Ergebnisse allemal.

Abendzeitung von 1817
Abendzeitung von 1817

Ausgangpunkt soll die Befragung in 873.561 Ehen (!) einige Jährchen zuvor in Frankreich während der Ersten Republik gewesen sein. Das Ergebnis jedoch auf die sächsischen Verhältnisse unisono zu übertragen, verbietet sich wohl. Trotzdem hätte ich dieses Ergebnis so nicht erwartet:

  • 1.362 Frauen haben ihre Männer verlassen, um zu ihren Liebhabern zu gehen
  • 2.361 Männer sind ihren Frauen entlaufen, um sie nie wieder zu sehen
  • 4.120 Ehepaare haben sich in aller Güte getrennt
  • 191.023 Paare leben miteinander in unaufhörlichem Kriege
  • 162.320 Ehepaare hassen sich von Herzen, aber ihren Hass wissen sie unter einem höflichen Äußeren zu verbergen
  • 510.132 Ehepaare leben in der entschiedensten Gleichgültigkeit neben einander her
  • 1.102 Ehepaare, gelten für Außenstehende als glücklich; sich selbst aber halten sie sich für weniger glücklich
  • 135 Ehepaare könnte man im Vergleich mit vielen andern glücklich nennen. Sich selbst sehen sie sich aber unglücklicher als andere
  • Ganze 9 Ehepaare sind als wahrhaft glücklich einzuschätzen. Das sind ganze 0,001 % der untersuchten Ehepaare!

Was von Bedeutung aus meiner Sicht auch heute bleibt, ist die Frage: Was ist Schein und was das wahre Sein in Beziehungsfragen? Damit lasse ich Sie allein. Schäbig von mir, ich weiß. Urteilen Sie also selbst aus Ihrer Erfahrung.

Familie vor 200 Jahren
Familie vor 200 Jahren

Unter der Rubrik „Vor 100 Jahren“ veröffentlichen wir in loser Reihenfolge Anekdoten aus dem Leben, Handeln und Denken von Uroma und Uropa. Dafür hat der Dresdner Schriftsteller und Journalist Heinz Kulb die Zeitungsarchive in der Sächsischen Landes- und Universtätsbibliothek durchstöbert.

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