Farbanschlag gegen Wahlkreisbüro der Grünen

In der Nacht zu heute haben bislang Unbekannte das Wahlkreisbüro „Grüne Ecke“ an der Rudolf-Leonhard-Straße angegegriffen. Wie die Dresdner Polizei mitteilt, wurde der Schaden gegen 9 Uhr festgestellt. Insgesamt fünf Fenster wurden mit schwarzer und grüner Farbe beschmiert. Auf dem Fußweg gibt es einen Schriftzug „Für Danni!“ Abschließende Schadensangaben liegen noch nicht vor. Der Staatschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Fenster wurden mit grüner und schwarzer Farbe beschmiert.
Die Fenster wurden mit grüner und schwarzer Farbe beschmiert.
„Danni“ ist die kurze Bezeichnung für das Waldstück Dannenröder Forst in Hessen, dass für den Ausbau der Autobahn A49 gerodet werden soll. Aus Reihen der Protestbewegung gibt es Kritik an den Grünen, die in Hessen mit Tarek Al-Wazir den Verkehrsminister stellen. Details zu den Hintergründen gibt es in dem Bericht der Tagesschau, umfangreicher in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Nachtrag

Der Dresdner Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne), der früher hier sein Wahlkreisbüro als Bundestagsabgeordneter hatte, kritisierte den Farbanschlag auf Facebook: „Mal abgesehen, dass Farbbeutel kein geeignetes Mittel für eine politische Auseinandersetzung sind, die Verantwortung für den Bau der Bundesautobahn 49 durch den Dannenräder Wald trägt der Bundesverkehrsminister, nicht der ehemalige verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.“ Ein Antrag seiner Fraktion zum Stopp der Autobahn wurde von der Koalition im Bundestag abgelehnt.

Wahlkreisbüro der Grünen beschmiert.
Wahlkreisbüro der Grünen beschmiert.

28 Kommentare zu “Farbanschlag gegen Wahlkreisbüro der Grünen

  1. Immerhin, es wurde sich an die Farbvorgabe gehalten.
    Ansonsten ist es einfach, sich hinter den Bundesverkehrsminister zu verstecken.
    Zu Zeiten von Rot-Grün im Bund gab es die Planungen für die A49 schon und es wurde nichts ver- oder geändert.
    Und jetzt könnte man (in Hessen) auch konsequent sein und aus der Regierung aussteigen oder zumindest den Verkehrsministerposten aufgeben.
    Aber die Macht funkelt so schön verführerisch…

  2. Die Grünen kann ich mir vorstellen lokal zu wählen. Sogar(!) die SPD.
    Aber halt nur lokal.
    Sobald auf Länderebene oder noch höher Politik gemacht wird, sind die Grünen ganz weit vorne mit neoliberaler Politik. Nennt sich dann Realpolitik. Oder es gibt die Ausrede „Wir konnten ja nicht anders!“
    Die Farbspritzer sind falsch platziert. Es sollten die Heuchler bekämpft werden, die Bundes- oder sogar Europaweit Wahlwerbung mit falschen Versprechen und oft mit einer Priese Demagogie machen.

    Guter Artikel zu den Grünen und dem Forst:
    https://taz.de/Die-Gruenen-und-der-Dannenroeder-Forst/!5723948/

  3. Gewalt gegen Sachen (Farbbeutel, gepinselte Sprüche an der Wand, Eierwürfe oder Pudding-Bomben) gehören für mich irgendwie untrennbar zur Grundüngsgeschichte der Grünen dazu und werden auch heute gern noch gebraucht, um die eigene Meinung zu transportieren. Warum darf der politische Gegner das nicht?

  4. Passend zum Thema:

    Bereits am vergangenen Wochenende wurden
    zum wdh. Male Farbbeutel an Scheiben und Wände
    auf das gegenüber liegende neu gebaute Haus
    geschmissen, sowie Scheiben eingeschmissen.
    Bleibt zu hoffen das diese kriminellen Auswüchse
    aufgrund von Videoaufnahmen gefunden werden.
    Die drohende Strafe kann gar nicht heftig genug
    ausfallen.

    GvZ

  5. @Martin Thomas:
    Es war nicht der politische Gegner.
    Es waren offensichtlich die eigenen Leute.
    Was man schon an an der Farbauswahl sieht.
    Aber was positives gibt es auch:
    Es wurden die Scheiben bekleckert und nicht der Sandstein.
    Und dieses lobenswerte Detail sollte man in dem internen Kleinkrieg mal hervorheben…

  6. Waren es Linke die sich der grünen Farbe „ermächtigt“ haben?

    Ist es der mischkreis „grünlinks“ der Anti-Autofront gewesen..

    Fragt mal die Stadtbezirksbeiräte, oder WDGL’er ob die wen kennen der dabei war…

    Oder die Front von den Hausbesetzern…

  7. Ich würde begrüßen, die Fensterflächen als Legal Plain freizugeben, denn dergleichen erfreut sich als „Streetart etc.“ steigender Beliebtheit besonders bei den Grünen – zumindest ansonsten (siehe Bezirksbeiratsdebatten hierzu).
    In der nun großen Stunde der Toleranz geht es allerdings erstrangig um Meidung des Steuerzahlerbundes infolge von Steuerverschwendung durch anzunehmende Auftragsreinigung mittels gutdotierter Bundestags-Gelder jener Wahlkreisbüros – also im Endeffekt reines sauer-verdientes Steuergeld aller Werktätigen des Volkes.

    Der Bezirksbeirat sollte also – ganz im Sinne der Debattenhauptstadt – diesen neuen und geeigneten Legal Plain zunächst diskutieren und schlußlich beschließen. Herzlichen Dank schonmal.

  8. Ein Traum wurde wahr. Jetzt beschießt schon 161 ihre eigenen Weggefährten. Der neue Dresdner Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne),wurde ja nun auch nicht ganz so einfach ins Amt gehieft, und die ganzen neuen Postenvergabe der neuen Grünen Ministerin stieß bestimmt im eigenen Block nicht auf viel freunde:-). Bitte weiter so und danach einfach auflösen, wie diese Schriftzüge.

  9. @Anton:
    Ja, ich meine das Ernst.
    Es waren ja offensichtlich Dünnbrettbohrer, die grüner als Grün sein wollen.
    Somit passt die Farbauswahl.
    Wenn ich aber Deinen Wink-Link soweit verstehen soll, dass Anschläge der Identitäten Bewegung mit Anschlägen von Radikalen links der Grünen gleichzusetzen sind, dann kann ich Dir beipflichten.

  10. Ach Timur, manchmal kann man auch einfach zugeben, wenn man sich in der Argumentation vergaloppiert hat und nicht vom Thema ablenken.

    Dass es möglicherweise Leute waren, denen die Grünen inzwischen nicht mehr genug für die Umwelt tun, kann sein. Aber du schlussfolgertest es aus der verwendeten Farbe und das ist natürlich falsch.

  11. Wenn das mit der Farbwahl offen bleibt, so sind sich sicher alle einig, dass es (bitte vermeiden Sie in Ihrem Kommentar Beleidigungen und Fäkalsprache, vielen Dank, die Redaktion) waren…

    Das Haus nebenan ist auch bunt… eventuell war nur noch grün übrig, als es auf das Bürgerbüro losging…?

    Wir wissen ja ungefähr, aus welcher Ecke das kommt. Hat der Staatsschutz nähere Erkenntnisse?

  12. Da ist schnell die chemische Reinigung beauftragt worden… grün sei Dank !!!

    Nebenan ist der Schaden noch da… wird da auch ermittelt?

  13. …nur wegen Sachbeschädigung? Ist das nicht auch „politisch“ motiviert? (als Versuch die Zerstörungshappeningkultur zu rechtfertigen…)

  14. …da es jetzt munter weitergeht.. -bericht vom Anschlag auf tabakladen- ist nur zu hoffen, dass die auch mal erwischt werden…!!!

    Wer so handelt betreibt Selbstjustiz und hat unseren gesellschaftlichen Konsens für sich aufgehoben.

    Das Gewaltmonopol liegt nicht ohne Grind beim Staat.
    Politisch differenzierte Ansichten sind zu diskutieren, Gewalt und Sachbeschädigung gehört da nicht zum Programm.

    Ihr seid in der Neustaft nicht erwünscht, wenn Ihr nicht der Lage seid, ein Verhalten an den Tag zu legen, dass einen vernünftigen Umgang miteinander möglich macht.

    Intolleranz ist eine Triebfeder dieser Täter.

    Sowas braucht die Neustadt/Hecht nicht…

  15. Fragezeichen, das ist deine Meinung. In der Neustadt nicht erwünscht? Also ich als Neustädter freue mich, dass es diese Leute hier noch gibt. Und ich weiß, dass ich da nicht der einzige bin. Wer fordert, Nazis und Konsorten „tolerant“ zu akzeptieren, der hat einiges nicht verstanden, aus der Geschichte nicht gelernt oder schlicht mit denen ein geringeres Problem, als er sich einzustehen vermag.

    Wenn man sich anguckt, was für Nazis sich heutzutage trauen, in der Neustadt sogar zu wohnen (https://ura-dresden.org/kein-viertel-fur-nazis-teil-6-alruna-kubitschek-und-tilmann-hauser/ – falls die Moderation hier den Link nicht zulässt, dann kan jeder gerne selber mal nach „antifa dresden ein nazi-paar in der neustadt“ googeln. Auflösung: es ist die Tochter vom Obernazi Götz Kubitschek), dann fragt man sich schon, was in den letzten 30 Jahren eigentlich schief gelaufen ist.

  16. @Georg Elser
    ..dann zeig sie an! Aber keine Selbstjustiz! Da ist das Auto nicht umsonst genannt. Kinder, so geht’s aber nicht!

    Ich bin mir sicher dass Gewalt gesen Sachen und Menschen hier nicht der richtige Weg ist. Ich kenne auch einzelne, die dass so sehen…

    Im Kampf gegen Rechts solltet Ihr nicht die gleichen Waffen einsetzen, sondern Hirn und Herz. Das macht den feinen Unterschied.

  17. @Fragezeichen:
    Sorry, jetzt muss ich mich mal äußern. Bitte höre auf, diesen Typen „Georg Elser“ zu nennen. Er*in ist nichts als ein Maulheld*in, der*in davon träumt, ein Held*in und ein*in Kämpfer*in gegen (imaginäre) „Nazis“ zu sein.

    Auch bei seinen weiteren Äußerungen und Einstellungen „fragt man sich schon, was in den letzten Jahren eigentlich schief gelaufen ist“.

  18. @Gregor Samsa (Kein Verschreiber – eher Deiner Käferähnlichkeit geschuldet)
    Tja, was ist Deiner Meinung nach falsch gelaufen?
    Die Sippenhaft, welche von der DDR und dem 3. Reich praktiziert wurde, ist (fast) verschwunden.
    Und das früher im 3. Reich und später in der DDR praktizierte Verbot des Betretens bestimmter Städte bzw. Stadtviertel gibt es auch nicht mehr.
    Nur der Wunsch bestimmte Personen oder ganze Personengruppen abzuwerten, zu kennzeichnen oder gar zu verfolgen ist noch da – Du bist offensichtlich ein leuchtendes Beispiel dafür.

  19. Getroffene Hunde bellen. So erwartbar wie beschränkt. Held und Kämpfer will ich gar nicht sein, schrieb auch nur, dass ich es gut finde, wenn Leute aktiv werden. Wer fordert Sippenhaft? Die Gute ist ja selbst aktiver Nazi, siehe Link. Leute, lest ihr eigentlich, was geschrieben wird? Oder geht da sofort vor Wut jegliche Lesekompetenz verloren? Bei der Timurschen Täter-Opfer-Umkehr ist aber Hopfen und Malz wohl komplett verloren.

  20. @Georg Elser
    ich zitiere mal aus dem von Dir verlinkten Beitrag:
    „Getreu dem Motto “Schlagt die Faschist:innen, wo ihr sie trefft” wollen wir kein Viertel für Nazis!“
    Dazu Bilder, Adresse, Kfz-Kennzeichen – so ziemlich exakt eine Kopie der „Feindeslisten“ die von den üblen Typen ganz rechts geführt und verbreitet werden.
    Seid Ihr sicher, dass Ihr wirklich ganz anders seid als die? Oder doch nur die gleiche Art Menschenfeinde mit dem gleichen Anspruch auf die absolute Wahrheit? Der Zweck heiligt die Mittel?

    Ihr habt im Prinzip eine überwältigende Mehrheit der Menschen hierzulande gegen Faschismus stehen, aber mit der Wortwahl der URA stellt Ihr Euch selbst ins Aus.

  21. @wer sich da G.E. betitelt

    Wenn ich etwas lese kommt dabei nicht gleicder Trieb auf, Gewalt gegen Personen oder Sachen zu akzeptieren.

    Diese Truppe geht zu weit, da sie die falschen Mittel einsetzt. So sind die im Grunde selber zu dem geworden, was sie offiziell bekämpfen. Was machen die wenn sie das Auto sehen? Anzünden? Wenn sie die Tochter „von“ treffen? Zuschlagen? Oder hoffen die nur ein irrer liest es und tut es für sie?

    Dies ist ein kein Viertel für solche Methoden. Das ist klar eine Sache für den Staatsschutz.

    Bitte Hirn und Herz wieder einschalten und die richtige Methoden wählen…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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